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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bronchopneumonie; Bronchorrhöe; Bronchotom; Bröndsted; Brong; Brongniart; Broni

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Bronchopneumonie - Broni

deutlich vernimmt, als wenn man sie direkt an seinem Munde hörte; sie beruht auf der bessern Leitungsfähigkeit des luftleeren Lungengewebes.

Bronchopneumonie (grch.), eine Entzündung der feinsten Bronchialverzweigungen, welche auf das Lungengewebe übergreift und so schließlich Lungenentzündung (s. d.) erzeugt.

Bronchorrhöe, s. Bronchialkatarrh.

Bronchotom (grch.), ein trokarähnliches oder messerförmiges Instrument zur Vornahme der Bronchotomie, der künstlichen Eröffnung der Luftröhre. Über Zweck und Technik dieser Operation s. Tracheotomie.

Bröndsted, Peter Olaf, dän. Altertumsforscher, geb. 17. Nov. 1780 zu Fruering bei Horsens in Jütland, studierte in Kopenhagen, ging 1806 nach Paris und von hier nach zweijährigem Aufenthalte nach Italien, wo sich ihm zur Reise nach Griechenland und Kleinasien 1810 Architekt Haller von Hallerstein, Cockerell, Linckh und von Stackelberg anschlossen, mit denen im Verein er hier namentlich durch Ausgrabungen, unter anderm des Tempels des Zeus zu Ägina und des Apollon zu Phigalia (1812), ausgezeichnetes für das Studium des klassischen Altertums leistete. 1813 nach Kopenhagen zurückgekehrt, ward B. hier außerord. Professor der griech. Philologie an der Universität und hielt Vorlesungen über seine Reise, die nach seinem Tode herausgegeben wurden ("Reise i Grœ kenland in Årene 1810-13", 2 Bde., Kopenh. 1844). 1818 ließ er sich als dän. Hofagenten in Rom anstellen, bereiste 1820 und 1821 die Ionischen Inseln und Sicilien, ging dann nach Paris, unternahm 1826 eine Reise nach England und kehrte 1832 für immer nach Kopenhagen zurück, wo er Direktor des königl. Antikenkabinetts und ord. Professor der klassischen Philologie und Archäologie an der Universität wurde. Er starb 26. Juni 1842. Sein Hauptwerk sind die "Reisen und Untersuchungen in Griechenland" (deutsch und französisch, 2 Bde., Par. und Stuttg. 1826-30). Außer mehrern kleinen archäol. Schriften, z. B. "A brief description of 36 ancient Greek painted vases found near Vulci" (Lond. 1832) und "The bronzes of Siris" (ebd. 1836; deutsch, Kopenh. 1837), lieferte B. "Beiträge zur dän. Geschichte aus nordfranz. Manuskripten des Mittelalters" (2 Hefte, Kopenh. 1817-18). B.s Schrift "Den Ficoroniske Cista" (ebd. 1847) wurde nach seinem Tode von Dorph herausgegeben.

Brong. oder Brogn., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Adolphe Théodore Brongniart (s. d.).

Brongniart (spr. brongnjĭahr), Adolphe Théodore, Botaniker, Sohn des folgenden, geb. 14. Jan. 1801 zu Paris, studierte Medizin, wandte sich aber hauptsächlich botan. Studien zu und machte sich sowohl um die Morphologie der jetzt lebenden Pflanzen als um die Kenntnis der vorweltlichen Vegetation sehr verdient. B. wurde 1833 Professor am Jardin des plantes, 1852 Generalinspektor der Universität, zugleich aber auch Mitglied der Akademie und 1866 zum Mitglied des kaiserl. Rats des öffentlichen Unterrichts ernannt. Er starb 19. Febr. 1876 zu Paris. Als Redacteur der botan. Sektion der "Annales des sciences naturelles" legte er teils in diesem Journal, teils in den ältern "Annales de la Société d'historie naturelle de Paris", teils in den "Annales du Musée d'historie naturelle" eine Menge wichtiger Aufsätze nieder. Schon 1821 gab er einen Versuch der Klassifikation der vorweltlichen Pflanzen heraus, dem er einen "Prodrome d'une historie des végéteux fossiles" (Par. 1828) folgen ließ. Sein Hauptwerk ist die "Historie des végéteux fossiles, ou recherches botaniques et géologiques sur les végéteux renfermés dans les diverses couches du globe" (2 Bde., Par. 1828-37), worin er eine systematische Zusammenstellung aller ihm bekannt gewordenen Arten der vorweltlichen Perioden lieferte. Von seinen andern botan. Arbeiten sind zu erwähnen: "Essai d'use classification naturelle des champignons" (Par. 1825), das "Mémoire sur la familie des Rhamnées" (ebd. 1826) und die "Enumération des genres de plantes cultivées au Muséum d'historie naturelle de Paris" (ebd. 1843; 2. Aufl. 1850). Nach seinem Tode gab die Akademie noch seine "Recherches sur les graines fossiles silicifiées" (Par. 1881) heraus.

Brongniart (spr. brongnjĭahr), Alexandre, franz. Mineralog und Geognost, geb. 5. Febr. 1770 zu Paris, wurde 1797 zum Professor der Naturgeschichte an der Ecole centrale de quatre nations ernannt. Außerdem seit 1794 als Ingenieur beim Bergwesen, seit 1800 als Direktor der Porzellanfabrik zu Sèvres angestellt, wurde er 1818 Ingenieur-en-Chef der Bergwerke und 1822 Professor der Mineralogie am Naturhistorischen Museum zu Paris und starb daselbst 7. Okt. 1847. Er schrieb: "Traité élémentaire deminéralogie avec des applications aux arts" (2 Bde., Par. 1807), an den sich die "Introduction à la minéralogie" (ebd. 1824, 1826) und das "Tableau méthodique et charactéristique des pricipales espèces minérales (ebd. 1824) anschlossen. Die mit Cuvier herausgegebene "Description geologique et minéralogique des environs de Paris" (3. Aufl., Par. 1835) bildet mit die Hauptgrundlage für bessere Kenntnis der neuern tertiären Gebirgsformationen. Auch gab er wertvolle geognost. Beobachtungen über den Bau der Apenninen und Alpen (1821 und 1823) und über die skandinav. Felsblöcke, welche sich über die norddeutsche Ebene verbreiten (1828), sowie eine Menge hierauf bezüglicher anderer Abhandlungen heraus. Für die systematische Geognosie ist sein "Essai d'une classification minéralogique des roches mélangées" (Par. 1813) zu erwähnen, den er in "Classification et caractères minéralogiques des roches homogènes et hétérogènes" (ebd. 1827; 3. Aufl. 1830) weiter ausgeführt. Ein vollkommenes System der Geognosie lieferte er in dem "Tableau des terrains qui composent l'écorce du globe" (Par. 1829; deutsch von Kleinschrod, Straßb. 1830), dem ein "Tableau de la distribution méthodique de espèces minérales" (Par. 1835) folgte. Als Direktor der Porzellanfabrik zu Sèvres, die er durch Herstellung des keramischen Museums sowie 1827 durch Begründung eines Instituts für Glasmalerei erweiterte, fand er Veranlassung zu mehrern Schriften über das Kolorieren und Dekorieren des echten Porzellans (deutsche Bearbeitung von Voigt, Weim. 1846). Auch verfaßte er das "Mémoire sur la peinture sur verre" (Par. 1829) und den "Traité des arts céramiques ou des potieres" (2 Bde. mit Atlas, ebd. 1844; 2. Aufl. 1854), wonach Kypke das "Handbuch der Porzellanmalerei" (Berl. 1846; 2. Aufl. 1861) bearbeitete.

Broni, Stadt im Kreis Boghera der ital. Provinz Pavia, am Fuße eines der nördlichsten Ausläufer des Ligurischen Apennin, an den Linien Parma-Piacenza-Alessandria und Bercelli-Mortara-^[folgende Seite]