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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bruckbad - Brücke
ders in den drei rhein. Erzbistümern, in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrh." (ebd. 1865), "Die Oberrhein.
Kirchenprovinz von ihrer Gründung bis znr Gegen-
wart" (ebd. 1868), "Adam Franz Lennig, General-
vikar und Domdekan in Mainz" (ebd. 1870), "Das
irische Veto" (ebd. 1879), "Die geheimen Gesellschaf-
ten in Spanien und ihre Stellung zu Kirche und
Staat" (ebd. 1881), "Geschichte der kath. Kirche im
19. Jahrh." (1. u. 2. Bd., ebd. 1887-89).
Bruckbad, s. Vad (Bd. 2, S. 255 d).
Brücke, ein Bauwerk, das den Zweck hat, einen
Verkehrsweg (Fußweg, Straße, Eisenbahn, Kanal)
über eine Terraineinsenkung, eiuen Wasserlauf oder
über einen andern Verkehrsweg derart hinweg-
zuführen, daß unter dem verbindenden Bau ein
freier Raum verbleibt.
Je nach der Beschaffenheit des zu tragenden Ver-
kehrsweges unterscheidet man Stege (nur für Fuß-
gänger), Straßen-, Eisenbahnbrücken, welche
drei auch den gemeinsamen Namen Viadukt führen
im Gegensatz zu Aquädukt (s. d.), der entweder
einen schiffbaren Wasserweg (dann Brückenkanal
genannt nach dem franz. ?cmt ckmai) oder auch nur
Leitungswasser zu führen bestimmt ist.
Nach der Art der zu überbrückenden Öffnung
spricht man von Strom- oder Fluhbrücken,
wenn ein größerer Wasserlauf von Ufer zu Ufer
überspanntwird, dagegen von Thalbrücken, wenn
ein Verkehrsweg über ein breites Thal in längerer
Strecke geführt wird.
Nach der Stellung der V. unterscheidet man ge-
rade und schiefe B., je nachdem die Achse der B.
mit der Hauptrichtung des Thals oder Verkehrs-
weges einen rechten oder spitzen Winkel bildet.
Die Hauptbestandteile einer V. sind 1) die
Brückenbahn (s. d.), Fahrbahn oder kurzweg
Bahn, die als Unterlage der Verkehrsmittel dient;
2) das Brückentragwerk (s. d.) oder kurz Trag-
wcrk, das den Druck der Fahrbahn aufnimmt und
auf 3) die Brückenpfeiler (s. d.) überträgt, die
endlich als unterstützende Teile die feste Verbindung
mit dem Erdboden herstellen. Nach dem Material des
Tragwerts unterscheidet man Holzbrücken (s. d.),
Steindrucken (s. d.) und Eisenbrücken (s. d.).
Nach der statischen Beschaffenheit des Tragwcrks
unterscheidet man ^. Balkenbrücken, bei denen
die Pfeiler vom Tragwerk nur senkrecht oder in
einer von der senkrechten nur wenig abweichenden
Richtung belastet werden; K. Stützbrücken, deren
Tragwerk aus einem (^prcngwerk oder einem Bogen
(Bogenbrücke) besteht und außer dem lotrechten
Druck noch einen seitlichen nach außen gerichteten
Druck auf die Pfeiler ausübt; e. Hängebrücken,
deren Valm zwischen den Pfeilern an Ketten (Ket-
tenbrücken), Drahtseilen (Drahtbrücken) oder
Gurtungen aus Walzeisen aufgehängt ist und auf
die Pfeiler außer einem lotrechten Druck noch einen
seitlichen nach innen gerichteten Zug ausübt. -
Die Balkenbrücke kann sowohl Holz- als Eiscnbrücke
sein. Eine besondere historisch merkwürdige Art der
eisernen Balkenbrücke ist die Blech tunnelbrücke
oder Röhren brücke (s. d.). Die Stützbrücken kön-
ncn Holz-, Eisen- oder auch Steinbrücken sein. Die
Hängebrücken sind nur Eisenbrücken; die hölzernen
Hängewcrtsbrücken (s. Holzbrücken) sind nicht als
Hängebrücken zu bezeichnen. - Über die Balken-
brücken lmd Stützbrücken und die auf sie bezüg-
lichen speciellen Namen der Vrückensysteme s. Holz-
Brücken und Eisendrücken. Hängebrücken s. d.
Sind die Pfeiler einer Balkenbrücke durch hölzerne
Böcke erfetzt, so wird die B. Bockbrücke (s. d.) ge-
nannt; sind die Böcke als größere, gerüstartige
stützen ausgeführt, fo bezeichnet man die B. als
Gerüstbrücke (s. d.), welches System sowohl bei
Holzbrücken als bei Eisenbrücken Anwendung findet.
Einfache Holzbrücken, deren Pfeiler durch Reihen
eingerammter Pfähle (Joche) gebildet sind, werden
oft Jochbrücken genannt.
Eine B., bei der alle Teile während des Gebrauchs
in unveränderter fester Lage bleiben, heißt feste V.
im Gegensatz zu den beweglichen V., bei denen
das Tragwerk ganz oder teilweise beweglich ausge-
führt ist, wie beiden Zugbrücken, Klapp brücken,
Kranbrücken, Drehbrücken, Roll- oder
Schiebebrücken und den Hubbrücken. Über die
Unterscheidungsmerkmales. Bewegliche Brücken. Die
Kriegsbrücken sind interimistische V. Zu ihnen
gehören die mit Feldbrücken, Trainbrücken,
Vrückenstege, Laufbrücken, Kolonnen-
brücken bezeichneten Gattungen. (S. Kriegs-
brücken.) Zu Kriegs-und Friedenszwecken dienen
die als schwimmende V. ausgeführten Ponton-
brücken oder Schiffsbrücken (s. d.), Floß-
brücken (s. d.) und Faßbrücken (s.d.). - Flie-
gende B. werden oft die Fähren (s. d.) genannt,
von denen die Eisenbahnfähren (s. d.) oder
Trajektanstalten hervorzuheben sind.
In rechtlicher Beziehung ist folgendes zu be-
merken. B. über öffentliche Ströme dürfen, wenn
sie nicht vom Staate felbst gebaut werden, nur
mit dessen Genehmigung angelegt werden. Bei der
Erteilung der Genehmigung werden Bestimmungen
getroffen über die Unterhaltspflicht und, wenn die
V. dem Gemeingebrauch dienen, wohl auch wegen
Erhebung eines Brückengeldes. Neuerdings sind
solche B. mit den öffentlichen Straßen, in deren
Zuge sie liegen, vielfach an Provinzen oder Städte
abgetreten, nicht immer zugleich mit dem Brücken-
zoll. Die B. über Privatflüsfe sind von dem Eigen-
tümer oder, wenn sie Wege verbinden, von denen zu
erhalten, welchen die Wegebaulast obliegt. V. sind
unter besondern strafrechtlichen Schutz gestellt im
Strafgesetzb. §§. 90, Nr. 2,305,321,325. Wer Bauten
oder Ausbesserungen von B. vornimmt, ohne die
angeordneten oder erforderlichen Sicherungsmaß-
rcgeln zu treffen, macht sich nach §. 367, Nr. 14 straf-
bar, auch wenn kein Schaden entstanden ist.
Litteratur. H.Müller, Die Vrückenbaukunde
in ihrem ganzen Umfange (4 Bde. mit Atla5, Lpz.
1850-53); Schwarz, Der Brückenbau (2 Abteil.,
Verl. 1860-65); Winkler, Vorträge über Brücken-
bau (10 Hefte, z. T. in 3. Aufl., unvollendet, Wien
1872-87); Becker, Der Brückenbau in seinem gan-
zen Umfange (4. Aufl., Stuttg. 1873); Laissle und
Schübler, Der Bau der Brückenträger (1. Teil,
4. Aufl., ebd. 1874-76; 2. Teil 1870); Hcinzer-
ling, Die V. der Gegenwart (4 Abteil., Aachen
1874-87); Handbuch der Ingenieurwissenschaften,
Bd. 2: Der Brückenbau (2. Aufl., Lpz. 1886-89);
Steiner, Über Brückenbauten in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika (Wien 1878).
Brücke, Ernst Wilb. Ritter von, Physiolog,
geb. 6. Juni 1819 zu Berlin, studierte seit 1838
daselbst und in Heidelberg Mcvi^n, "wvado zu
Berlin 1843 Assistent an: Museum für vergleichende
Anatomie und Prosektor, 1846 auch Lebrer der Ana-
tomie an der Akademie der bildenden Künste; 1848
kam er als Professor der Physiologie nach Königs-