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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bruckmann - Brüder des gemeinsamen Lebens
Augsburg, wo er 26. Nov. 1770 starb. Er ver-
öffentlichte "lliztoi'ik i)Iiii030i)Inca,L äocUiutiü ä6
iäkiL" (Augsb. 1723), "Otinm Vinäelicuin 86n mo-
i6t6M3.tUM Inätori^o 1)1ill030I)1iicll.6 ti'IFU" (ebd.
1729), "Kurze Fragen aus der philos. Historie"
(7 Bde., Ulm 1731-36), "Historia. critica pliilo-
80^InH6 3. MUIK^Ii il2cuiml)u1i3 3,6. I108trg,m UF(1N6
H6tut6in (i6(Iu0<H" (5 Bde., Lpz. 1742-44; neue
Aufl. 1766, mit einem Appendix von 1767), "In-
8ti'tntioii68 liiLtoi'ikL pIiilosopincHL" (ebd. 1747),
"Vildersaal jetztlebender Gelehrter" (10 Dekaden,
Augsb. 1741-55) und "Ehrentempel der deutschen
Gelehrsamkeit" (^Dekaden, ebd. 1747-49). Meh-
rere seiner einzeln erschienenen Abhandlungen sam-
melte er in den "HlizcsiiaueH IiiLtoriaL p1ii1o30p1ii-
C3.6, 1it6i-ai'ia6, t;i'iUc3,6') (Augsb. 1748).
Bruckmann, Friedr., Kunstverleger, s. Verlags-
anstalt für Kunst und Wissenschaft vornials Friedrich
Bruckmann in München.
Bruckner, Anton, Komponist, geb. 4. Sept.
1824 zu Ansfelden (Oberösterreich), bildete sich
hauptsächlich durch Privatstudien zum tüchtigen
Musiker, wurde 1855 Domorganist in Linz und
nach Kontrapnnktstudicn nnter S. Sechter 1868
Nachfolger desselben als Hofkapcllorganist in Wien,
zugleich Professor am Konservatorium. 1891 er-
nannte ihn die Wiener Universität zum Ehrendoktor.
Hervorragend ist V. als Orgelspieler. Als Kompo-
nist zeigt er in 7 Sinfonien das Bestreben, den
Bühnenstil Nich. Wagners für die absolute Musik
zu verwerten, und glänzt durch gediegene Kontra-
punktik sowie trcfflicheInstrnmentierung. Er schrieb
ferner Orgelkompositionen, Messen, cinStreichquiu-
tett, Mä'nnerchorwcrle ("Gcrmancnzug") u. a.
Bruckner, Alexander, Geschichtschreiber, geb.
5. Aug. 1834 zu Petersburg, widmete sich erst
dem Kaufmannsstande, entschloß sich aber 1857
Geschichte zu studieren. Nachdem er in Heidelberg
Häussers, in Jena und Berlin Droysens Schüler
gewesen war, kehrte er nach Petersburg zurück,
wo er 1861 - 67 Professor der Geschichte an der
kaiserl. Rechtsschule, eine Zeit lang auch Privat-
docent an der Universität war. 1867 folgte er
einen: Rufe nach Odessa; 1872-91 wirkte er als
Professor der russ. Geschichte in Dorpat und wurde
1891 nach Kasan versetzt, nahm jedoch seinen Wohn-
sitz in Jena. Zu V.s Schriften über Wirtschafts-
geschichte gehören "Finanzgeschichtliche Studien.
Knpfergeldkrifen" (Petersb. 1867), "Iwan Possosch-
kow. Ideen und Zustände im Zeitalter Peters
d. Gr." (Lpz. 1878) u. a. Von seinen Werken über
die nenere polit. Geschichte Rnßlands sind hervorzu-
heben: "Der Russisch-Schwedische Krieg 1788-90"
(russisch, Petcrsb. 1869), "Die Familie Vraun-
schweig in Nusiland im 18. Jahrh." (ebd. 1876),
"Kulturhistor. Studien. 1. Die Russen im Auslande
im 17. Jahrh. 2. Die Ausländer in Rußland im
17. Jahrh." (Riga 1878), "Der Zarcwitsch Alexei"
(Heidelb. 1880), "Peter d. Gr." (inOnckens "Allge-
meiner Geschichte in Einzeldarstellungen", Verl.
1880), "Katharina II." (ebenfalls in Onckens "Ge-
schichte", ebd. 1883); "Beiträge zur Kulturgeschichte
Rußlands im 17. Jahrh." (Lpz. 1887), "Die Euro-
päisierung Rußlands. Land und Volk" (Gotha 1888)
und " Materialien zur Lebensgeschichte des Grafen
N. P. Panin" (russisch, 6 Bde., Petersb. 1888-92),
"Potemkin" (russisch, ebd. 1892).
Bruckner, Alexander, Slawist, geb.26.Ian. 1856
in Tarnopol (Galizien), wurde 1878 Privatdocent an
der Universität Lembcrg, 1881 außerord., 1892 ord.
Professor für slaw. Sprachen und Litteratur an der
Universität Berlin. Auch ist er Mitglied der Aka-
demien der Wissenschaften i n Krakau und Petersburg.
Er veröffentlichte viele mittelalterliche poln., bö'hm.,
russ. Texte, beschäftigt sich auch mit der lat. Littera-
tur in Polen und Böhmen. Die meisten feiner Ab-
handlungen erschienen im "Archiv für flaw. Philo-
logie". Größere Arbeiten sind: "Die slaw. Fremd-
wörter im Litauischen" (Wcim. 1877) und die ge-
krönte Preisschrift "Die slaw. Ansiedelungen in der
Altmark und im Magdeburgischen" (Lpz. 1879).
Brückner, Venno Vrnno, evang. Theolog und
Kanzelredner, geb. 9. Mai 1824 zu Rohwein, stu-
dierte seit 1843 in Leipzig, wurde 1850 Pfarrer
zu Hohburg, 1853 außerord. Professor und zweiter
Universitätsprediger in Leipzig, 1855 daselbst ord.
Professor und 1856 erster Universitätsprediger nnd
Direktor des Seminars für praktische Theologie.
Im Herbst 1869 folgte V. einem Rufe nach Berlin
als Propst an Et. Nikolai und St. Marien, Ober-
konsistorialrat und ordentliches Mitg^ed des Ober-
kirchenrats, erhielt ferner eine ordentliche Honorar-
professur an der Universität und 1872 die neuerrichtete
Generalsuperintendentur von Berlin, wurde 1873
Domherr des Zochstifts Brandenburg, 1877 geist-
licher Vicepräsident des Oberkirchenrats, 1884 Mit-
glied des prenß. Staatsrats, 1889 Vorsitzender der
vereinigten Berliner Kreissynoden. Im Okt. 1892
legte er aus Gesundheitsrücksichten seine Ämter als
Gencralsuperintendent und Vicepräsident des Ober-
kirchenrats nieder. An der Einführung synodaler
Ordnungen in die evang. Landeskirche Preußens,
sowie an der Leitung der schwierigen kirchlichen
Verhältnisse Berlins hatte V. hervorragenden An-
teil; die Einführung der Berliner Kirchensteuer ist
sein Werk. Er veröffentlichten, a.: "I^i^tolH aä
1'1li1ipp6U868 ?ldu1o kwctori vindiciNa. cnutrg.
Nmii-Wm" (Lpz. 1848), "Die Kirche nach ihrem
Ursprung, ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart" (mit
Kahms und Lnthardt, ebd. 1865; 2. Aufl. 1866),
Neubearbeitungen der De Wetteschen Kommentare
über das Evangelium und die Briefe Johannis
(5. Aufl., ebd. 1863) und die kath. Briefe (3. Aufl.,
ebd. 1867), sowie sieben Sammlungen seiner Pre-
digten (4. u. 5. Aufl. in 2 Vdn., ebd. 1880 - 86),
"Zwölf Predigten" (2. Aufl., ebd. 1873).
Bructerer, Name eines niederdeutschen Volks,
das zwischen der Lippe und der obern Ems, im heu-
tigen westfäl. Münsterlande, feinen Sitz hatte. Sie
nahmen feit 12 v. Chr. häufig an den Kämpfen der
Germanen gegen die Römer teil, besonders in der
Varusschlacht 9 n. Chr. und 70 und,71 am Bataver-
anfstande. Seit dem 3. Jahrh, gingen sie im Fran-
kenbunde auf. Ihr Name aber haftete an dem Lande
und übertrug sich auf die späteren Bewohner sächs.
Stammes. Berühmt war ihre Scherin Veleda (s. d.).
Vruoterus inons, mittelalt. Name des Brocken.
Brüder Christi, s. Adventisten.
Brüder der Neinheit, s. Lautere Brüder.
Brüder der Ritterschaft Christi in Liv-
land, s. Schwertorden. ^Karmeliter.
Brüder der seligen Jungfrau Maria, s.
Brüder des freien Geistes, s. Brüder und
Schwestern des freien Geistes.
Brüder des gemeinsamen Lebens oder
Brüder vom guten Willen (fi'Hti-68 couirliuiiiZ
vitas. ti'Hti'63 donae voluutÄtig, ti'I^reZ äevoti,
auch Hieronymiancr oder Gregorianer nach