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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Buch (im Papierhandel) - Buchanan (George)

Erfindung der Buchdruckerkunst (s. d.) im 15. Jahrh. hervorgebrachte Umänderung im Bücherwesen. - Vgl. Arnett, An inquiry into the nature and form of the books of the ancients (Lond. 1837); Birt, Das antike Buchwesen in seinem Verhältnis zur Litteratur (Berl. 1882).

Über den Einband der Bücher s. Buchbinderei und Bucheinband, über die künstlerische Ausstattung des Textes s. Buchverzierung, Illustrationen, Miniaturen. (Vgl. Buchhandel.)

Buch (frz. main; engl. quire) hieß früher allgemein im Papierhandel eine Anzahl von 24 Bogen Schreib- oder 25 Bogen Druckpapier; 20 B. machten 1 Ries, 10 Ries 1 Ballen; gegenwärtig versteht man in Deutschland und Österreich-Ungarn unter B. (Neubuch) eine Anzahl von 100 Bogen für beide Papiersorten und heißen 10 Bogen ein Heft (s. Papier). - Beim Handel mit Blattgold und Blattsilber nennt man B. eine Anzahl von 250 Blättern.

Buch, soviel wie Blättermagen (s. d.).

Buch, Christian Leop. von, Freiherr von Gelmersdorf, Schöneberg u. s. w., Geognost, geb. 26. April 1774 zu Stolpe bei Angermünde in der Ukermark, erhielt seine Bildung auf der Bergakademie zu Freiberg unter Werner, dessen vorzüglichster Schüler er war, obgleich er später die neptunistische Richtung seines Lehrers mit Erfolg bekämpfte und extreme vulkanistische Anschauungen zur Geltung brachte (so die Theorie der Erhebungskrater und der Umwandlung des Kalksteins in Dolomit durch Magnesiadämpfe). Behufs geolog. Forschungen durchreiste er Deutschland, Frankreich, England, die Alpen, Italien, die Canarischen Inseln und zu wiederholtenmalen Skandinavien. Als Besitzer der Güter Gelmersdorf und Schöneberg lebte er in Unabhängigkeit zu Berlin und trat von hier aus immer wieder aufs neue seine Wanderungen an. Seit 1806 war er Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften, dann auch preuß. Kammerherr. An Blumenbachs Stelle wurde er 1840 als Mitglied der Französischen Akademie aufgenommen. B. starb 4. März 1853 zu Berlin. Seine Hauptwerke sind: "Geognost. Beobachtungen auf Reisen durch Deutschland und Italien" (2 Bde., Berl. 1802-9), "Physik. Beschreibung der Canarischen Inseln" (ebd. 1825), "Geognost. Karte von Deutschland und den umliegenden Staaten" (ebd. 1826 u. 1832), "Reise durch Norwegen und Lappland" (2 Bde., ebd. 1810), "Über den Jura in Deutschland" (ebd. 1839), "Beiträge zur Bestimmung der Gebirgsformationen in Rußland" (ebd. 1840), "Die Bäreninsel nach B. M. Keilhau geognostisch beschrieben" (ebd. 1847) und "Betrachtungen über die Verbreitung und die Grenzen der Kreidebildungen" (Bonn 1849). Besondere Verdienste hat B. sich um die Paläontologie durch monographische Bearbeitung damals noch wenig gekannter Tierklassen erworben. Dahin gehören seine Abhandlungen "Über Terebrateln" (Berl. 1834), "Über Delthyris oder Spirifer und Ortis" (ebd. 1838), "Über Productus oder Leptaena" (ebd. 1842), "Über Cystideen" (ebd. 1845), "Über Ceratiten" (ebd. 1849). Seine "Gesammelten Schriften" gaben Ewald, Roth und Eck, später Dames (4 Bde., Berl. 1867-85) heraus.

Buchan (spr. böckĕn oder schott. buchĕn), Küstenstrich im NO. der schott. Grafschaft Aberdeen, zwischen den Flüssen Doveran und Ythan, ist eine der schönsten Graslandschaften Schottlands. Buchan-Neß, südlich von Peterhead, ist der östlichste Punkt Schottlands. Die Bullers of B. sind 30 m hohe Granitklippen, an denen die See mit großer Gewalt brandet. B. ist eine der ältesten Grafschaften Schottlands, bis 1309 Eigentum der mächtigen Familie der Comyns, seit 1439 das der Erskines.

Buchan (spr. böckĕn oder schott. buchĕn), Alex., Meteorolog, geb. 11. April 1829 in Kinneswood in Kinroßshire, studierte in Edinburgh, wurde Lehrer dort und 1860 Sekretär der schott. Meteorologischen Gesellschaft. Unter seinen Arbeiten sind zu nennen das "Handy-Book of Meteorology" (Lond. 1867; 2. Aufl. 1868), namentlich aber die bahnbrechende Abhandlung über die Druckverteilung und vorherrschende Windströmung auf der Erdoberfläche: "The mean pressure and prevailing winds over the Globe", Bd. 25 (Edinburgh). Er schrieb ferner über die tägliche Periode des Luftdrucks, über Vorhersage von Reif und machte sich auch um die Ausarbeitung der Isothermen- und Isobarenkarten verdient.

Buchan (spr. böckĕn oder schott. buchĕn), Elisabeth, Stifterin einer Sekte, geb. als Tochter des Gastwirts John Simpson 1738 zu Fitney-Can bei Banff in Nordschottland, heiratete einen Arbeiter Namens Rob. B., der der Sekte der Burgher-Seceders angehörte. 1779 trat sie als Stifterin einer eigenen Sekte auf; ein Volksauflauf veranlaßte sie 1790, sich mit 46 Anhängern in die Umgegend von Thornhill zurückzuziehen. Sie starb 1791; ihre Sekte verschwand allmählich. Die Lehre der Buchanisten stützte sich auf die Erwartung des baldigen Weltendes. Sie heiraten nicht, entsagen allen Freuden der Sinne, leben wie eine Familie in Gütergemeinschaft und arbeiten wenig. - Vgl. Train, The Buchanites (Edinb. 1846).

Buchanan, bei naturwissenschaftlichen Namen, bezeichnet F. H. Buchanan (spr. böckännen), Ichthyolog, gest. 1829 als Arzt in Bengalen.

Buchanan (spr. böckännen), Sir Andrew, engl. Diplomat, geb. 7. Mai 1807, trat schon 1825 in den diplomat. Dienst, war 1841-44 Geschäftsträger in Florenz, 1844-52 in Petersburg, 1852 Gesandter in der Schweiz, seit 1853 in Kopenhagen und nahm 1857 hervorragenden Anteil an der Lösung der Sundzollfrage (s. Sund). 1858 wurde er Gesandter in Madrid, 1860 im Haag, 1862 in Berlin, 1864 in Petersburg und 1871 bis Jan. 1878 Botschafter in Wien. Dann schied er aus dem Dienst, erhielt die Baronetswürde und starb 12. Nov. 1882 auf Craigend-Castle bei Glasgow.

Buchanan (spr. böckännen), George, schott. Dichter und Historiker, geb. im Febr. 1506 zu Killearn in der Grafschaft Stirling, ging 1520 zur Vollendung der Studien nach Paris, ließ sich aber aus Armut bei den franz. Truppen für Schottland anwerben. 1524 setzte er die Studien in St. Andrews fort und begleitete später seinen Lehrer John Major nach Paris, wo er sich als Docent der Grammatik am St. Barbarakolleg (seit 1526) mit der Reformation befreundete. 1534 kam er als Erzieher des jungen Grafen Cassilis nach Schottland zurück. Jakob V. ernannte ihn zum Hofmeister seines natürlichen Sohnes James, der als Abt von Kelso 1548 starb. Wegen zweier Gedichte gegen die Franziskaner ("Somnium" und "Franciscanus") eingekerkert, entfloh er nach Paris, dann nach Bordeaux, wo er mehrere Jahre lebte, für die klassischen Aufführungen der Studenten die Trauerspiele "Jephthes" und "Baptistes"