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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Buchanan (James) - Buchanan (Robert Williams)
schrieb und Euripides' "Medea" und "Alkestis" ins
Lateinische übertrug. Die Pest vertrieb ihn 1543
von da, dann war er einige Zeit Lehrer Montaignes;
mit seinem Freunde Govea, Nettor der Univer-
sität Coimbra, begab er sich 1547 nach Portugal.
Nach dessen Tode wurde er wegen seiner freisinnigen
Ansichten ins Gefängnis geworfen; hier begann er
eine metrische lat. Übersetzung des Psalters ("I'a.i'a,-
plii 3,813 P83.IM0I-UIN I)g.vidi8", Straßb. 1566; Antw.
1567; Basel 1721). 1551 in Freiheit gesetzt, ging
er heimlich nach England, 1553 nach Frankreich (wo
er als Erzieher des Timole'on de Vrissac das Lehr-
aedicht "ve LpdaLi-g." begann) und 1560 nach Schott-
land, wo er offen zum Protestantismus übertrat.
Er wurde Vorstand der Universität St. Andrews
und erwarb sich um Verbesserung der schott. Hoch-
schulen Verdienste. Seinereligiösen und polit.Gruud-
sätze führten ihn der Partei des Regenten Graf
Murray zu. Nach dem Sturze Maria Stuarts wurde
er Lehrer Jakobs VI. 1571 oder 1572 griff B. in
"D6 Nkri". Zcowruin rc^ina." (ohne Ort und Jahr)
den Charakter der Konigin heftig an. Auch nach
Murrays Tode blieb er in der Gunst der herrschenden
Partei (und der Elisabeths, die ihm 100 Pfd. St.
Pension aussetzte) und wurde Mitglied des Staats-
rats und Siegelbewahrer; als aber Jakob persönlich
die Regierung übernahm, mußte B. sich zurückziehen.
1579 stellte ihn die Schrift "De ^ui-6 re^ui g.Md
8coto3" (Edinburgh) unter die mutigsten Verteidiger
der Volksrechte (dagegen schrieb u. a. G. Mackenzie,
"^u,8 rezium, or Nouarcii^ vinclieatöd H^3,iu8t V.
6to.", Lond. 1684). Die letzten Jahre widmete er der
Ausarbeitung der "I^rnm äcotioliruin ui^oria."
(Edinb. 1582; englisch, Lond. 1690 u. 1722), die,
durch treffliche Darstellung ausgezeichnet, Gründ-
lichkeit der Forschung vermissen läßt. Er starb
28^ Sept. 1582 in großer Dürftigkeit. Sein Charak-
ter ist von seinen Feinden vielfach angegriffen wor-
den; allerdings machte ihn Parteisucht oft leiden-
schaftlich und das Bewußtsein geistiger Überlegen-
heit schroff und rauh. Unter den neuern lat. Dich-
tern steht er in der ersten Reihe; für die gelungenste
seiner Poet. Arbeiten hält man das "Rpitiial Minium"
auf die Hochzeit Maria Stuarts mit Franz II. von
Frankreich. B.s wenige polit. und satir. Schriften
in schott. Mundart stehen hinter seinen lateinischen
weit zurück. Seine Werke gaben Ruodiman (2 Bde.,
Edinb. 1715) und P. Vurmann (2 Bde., Leid. 1725)
heraus. - Vgl. D. Irving, N6moil8 okt.d6 Ms a.ud
vritwF8 ok 6. L. (Edinb. 1807; 2. Aufl. 1817);
P. Hume Browne, (^. V., Kuma.iii8t n.ud rskormer
(ebd. 1890).
Buchanan (spr.böckännen), James, 15. Präsident
der Vereinigten Staaten von Amerika, geb. 22. April
1791 zu Stony-Batter in Pennsylvanien, widmete
sich seit 1812 der advokatorischen Thätigkeit. Er
wurde 1814 in die Gesetzgebende Körperschaft seines
Heimatsstaates und 1820 in den Kongreß gewählt,
dem er 10 Jahre lang angehörte. 1831 wurdeB. vom
Präsidenten Jackson nach Petersburg geschickt, wo
er den ersten Handelsvertrag zwischen Rußland und
den Vereinigten Staaten zu stände brachte; er blieb
darauf bis 1833 als bevollmächtigter Minister in
Petersburg und wurde nach seiner Rückkehr 1834
in den Senat dcr Vereinigten Staaten gewählt.
1845 vom Präsidenten Polk zum Staatssekretär er-
nannt, förderte er die Annexion von Texas, schloß
aber mit England bezüglich der Oregongrenzfrage
einen unvorteilhaften Vergleich. Nach der Wahl des
Whigpräsidenten Taylor 1849 zog er sich ins Privat'
leben zurück, bis er 1853 von Pierce zum Gesandten
in London ernannt wurde. In dieser Stellung suchte
er die Politik der Vereinigten Staaten bezüglich Cen-
tralamerikas und Cubas im Interesse der Sklaven-
halter zu bestimmen ; das Resultat dieserBestrebungen
war die im Okt. 1854 abgehaltene Ostender Konferenz
(s.Cuba). Im April 1856 nach Amerika zurückgekehrt,
wurde B. im Sommer desselben Jahres durch Unter-
stützung der Sklavenhalterpartei zum Präsidenten
gewählt. Er nahm die Führer der demokratischen
Partei in den Südstaaten teilweise in fein Kabinett
auf und machte seinen Einfluß geltend für die Auf-
nahme von Kansas in die Zahl der Sklavenstaaten.
Nach der Wahl Lincolns (Dez. 1860) lehnte er es ab,
seine gesetzliche Macht als Präsident zur Niederwer-
fung des Äufstandes der südl. Staaten zu gebrauchen.
Er wurde allmählich bei allen Parteien unmöglich,
sodaß er nach Ablauf seines Amtes 4. März 1861
sich ganz von der Politik zurückzog. Er starb 1. Juni
1868 zu Wheatland in Pennsylvanien. - Vgl.
I.Horton, I.if6 ok 5. V. (Neuyork 1856); Curtis,
I^ike ok.1. L. (2 Bde., ebd. 1883).
Buchanan (spr. böckännen), Robert Williams,
engl. Dichter, geb. 18. Aug. 1841 in Warwickshire,
besuchte die Hi^d 80I100I und die Universität in
Glasgow und trat 1863 mit Gedichten "Hud^r-
W1168" hervor (neue Ausg. 1870), denen 1865
<llä)^8 3.M i6F6nä8 ok Inverdurn" und 1866 "1^011-
äou pooiliZ" folgten, welch letztere seinen Ruf be-
gründeten. Der Deutsch-Französische Krieg begei-
sterte ihn zu dem dramat. Versuch "^apoisou
tHii6ii: a. I^rioai äi-Hing." (1871), dessen Teil 3: "^1i6
^6utou 3AiNQ8i. ?ai-i8", Bismarck zum Helden hat.
1872 kam die Tragödie "'1'1i6 ^vitedriudoi'", 1874
das Lustspiel "^ ing.de3.p pi-wee" in London zur Auf-
führung. In einen unerfreulichen litterar. Streit
verwickelten ihn "Ids t^ni^ 30Q00I okpo^tr^, and
otkel p1i6H0M6ii3. ok tlw äg.)'" (1872), ein Angriff
auf Rossetti und Swinburne (s. 0.), der ihm von
feiten des letztern eine vernichtende Erwiderung in
der Schrift "Ilnäei- tde micro^opö" zuzog. Ferner
erschienen "^1i6 är^nm ok kiuF8" (1871), die heitere
Poet. Satire auf das Mormonentum "8t. ^de g.nä
In3 86V6U >VIV68" (anonym, 1872), "N3.8t6i>8pirit8"
(1873), "L3.Iä6r tli6 deautikui; a 80113 ok äivius
äsatn" (1877), "^9.11^(13 ok 1ik6, 1ov6 and tnnnour"
(1882), "^1i6 6a,rtdHua1i6, or 8ix äg.^3 and a 82.d-
dkltii" (1885), das Epos "^16 oit7 ok ärsam"
(1888), "Ooine, 1iv6 ^'itk ins and d6 ui^ love, au
NnFii8d i)3.8toi'ü1" (1892). Auf dem Gebiete des
Romans wurde V. schon mit "Ids 8dHä0^ ok t,1i6
L^orä" (3 Bde., 1876) sehr bekannt. Hier folgten
u. a.: "^ ekilä ok n^tulO" (1879), "(^oä a,nä tQ6
Ng.n" (1881), "I'lio inHi^rdoin ok ^lg.d6iiu6"
(3 Bde., 1882), "^11113.11 ^Nsr" (3 Bde., 1882),
"I^0V6 N16 kor 6V6l" (1883), "^ii6 116^ ^klard"
(3 Bde., 1884), "^oxxiovs Nauor" (3 Bde., 1884),
"Ztorin^ >V3,t6l8'> (3 Bde., 1885), tt^Q6 M3.8t6l ok
tli6 IN1Q6)' (2 Bde., 1885), "Natt. ^ 8t0r7 ok H
<Ü3.r3>v".u" (1885), "liiHt ^jutkr niKUt, or I^ov6'8
viotoi-7" (1886), "11i6 d6ir okl.imik" (1888), "1ti6
IN0N10llt 3.kt6I-: 9. tg.16 ok tN6 UQ866ll" (1890), die
Unsterblichkeit der Seele behandelnd, "^tw outc2.8t"
(1891). Außerordentliche Popularität gewann B.
als Dramatiker. Großen Erfolg hatten "^1ou6 in
London" (mit seiner Schwägerin Harnet Iay,
1885), "^ niu6 da.^8' hiioou" und "8op1ii3."
(1888), ein Volks stück, das auf Fieldings "lom