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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Buchweizen - Buckelfliegen

zugleich der Untergang der eigentlichen Buchmalerei. Anfangs sparte man in Prachtdrucken noch den Raum für gemalte Initialen aus, man ersetzte aber bald die Malerei durch Holzschnitte (s. d.). Die Renaissance bietet in dieser Art noch sehr schon gezeichnete Initialen, aber man verlor den Geschmack an ihnen und beschränkte sich auf Bildillustrationen, teils durch den Holzschnitt, teils durch den mühsam eingedruckten Kupferstich (s. d.). Doch blieb die Sitte übrig, durch verzierte Initialen, Schluß- und Kopfleisten, Schlußvignetten und ähnliche meist in Holzschnitt ausgeführte Verzierungen die Bücher zu schmücken. Namentlich die Kleinmeister (s. d.) des 16. Jahrh. waren unerschöpflich im Erfinden reizvoller Arbeiten dieser Art. In neuerer Zeit hat man ihre Schmückweise wieder aufgenommen und vielfach direkt nachgeahmt. – Vgl. Faulmann, Das Buch der Schrift (Wien 1878); Egger, Histoire du livre (Par. 1880); Weigel und Zestermann, Die Anfänge der Buchdruckerkunst (2 Bde., Lpz. 1866); A. F. Butsch, Bücherornamentik der Renaissance (2 Tle., Münch. u. Lpz. 1878‒80); R. Muther, Die deutsche Bücherillustration der Gotik und Frührenaissance, 1460‒1530 (Lpz. 1883‒84).

Buchweizen oder Heidekorn, eine Pflanze aus der Familie der Polygonaceen (s. d.), zur Gattung der Knöteriche (Polygonum) gehörig, wird als ein Blattgetreide zur Nahrung für Menschen und Vieh angebaut und hat als solche besonders in Gegenden mit sandigem und moorigem, wenig ergiebigem Boden einen großen Wert. Vorzugsweise wird der B. als Grütze verarbeitet, aber auch, als Mehl mit anderm vermischt, zu Brot verbacken. Nach Dombasle haben seine Körner als Mastungsfutter ganz denselben Wert wie die der Gerste, und als Pferdefutter einen größern wie der Hafer. Da die Buchweizenkörner jedoch mit einer sehr harten Schale umgeben sind, so müssen sie immer zuerst geschroten werden, wenn sie als Futter dienen sollen. Auch als Grünfutter wird der B. angebaut, soll aber dann die Schafe betäuben. Die Bienen lieben seine honigreichen Blüten außerordentlich. Zu Gründünger ist der B. eins der gewöhnlichsten Gewächse. Man baut jetzt zwei Arten davon an: den gemeinen B. (Polygonum fagopyrum L.; vgl. Tafel: Futterpflanzen Ⅱ, Fig. 14 und Tafel: Polygoninen, Fig. 1) und den tatarischen (Polygonum tartaricum L). Der letztere ist kräftiger, dauerhafter, früher und einträglicher als der erstere; sein Korn fällt jedoch bei der Reife leichter aus und liefert ein schwärzeres und bitteres Mehl, weshalb er meistens zu Grünfutter verwendet wird. Hinsichtlich des Bodens ist der B. eine der anspruchslosesten Pflanzen; er gedeiht selbst noch im Heideland und gebrannten Moorboden, erfordert weder besondere Sorgfalt der Bearbeitung noch kräftige Düngung, und liefert häufig sehr ergiebige Ernten. Der B. ist erst im Beginn des 16. Jahrh. nach Deutschland gekommen. Sein Vaterland sind die Wolgaländer und die Ufer des Kaspischen Meers. Die Buchweizenarten sind einjährige Kräuter mit aufrechtem, saftigem, ästigem, meist rotgefärbtem Stengel, gestielten, herz-pfeil-förmigen Blättern und in Trugdolden oder Trauben gestellten Blüten, welche ein drei- bis fünfspaltiges Perigon, meist acht Staubgefäße und einen Fruchtknoten mit drei Griffeln besitzen. Die Frucht ist ein einsamiges, dreikantiges Nüßchen mit mehlreichem Samen. Polygonum fagopyrum hat in Trugdolden gestellte, weiße oder rötliche Blüten und glatte Nüßchen, Polygonum tartaricum in schlaffe Trauben geordnete, grünliche Blüten und an den Kanten buchtig gezähnte Nüßchen.

Buchweizenausschlag, eine rotlaufartige Entzündung der Haut, die nach Genuß des grünen Buchweizens sowohl der Körner als des Strohs bei weißen und weißgefleckten Schafen und Schweinen, seltener bei Ziegen auftritt. Der Ausschlag entwickelt sich nur bei Einwirkung des Sonnenlichts; werden die Tiere in den Stall gebracht, so verschwindet er. Der B. ist gekennzeichnet durch Rötung, Blasenbildung, Juckreiz der Haut, wozu in schwerern Fällen Atemnot, Betäubung, Krämpfe treten. Behandlung: Verbringen der erkrankten Tiere an schattige Plätze oder in den Stall.

Buchzeichen, s. Merkbänder.

Bucĭna (lat.), auch Buccina, ein röm. Blasinstrument, wahrscheinlich eine gerade Trompete oder Tuba, aus der sich die Posaune (auch dem Namen nach) entwickelt hat. Man brauchte die B. als Hirtenhorn, ferner um Signale zu geben zum Ankündigen der Nachtwachen.

Bucinārische Inseln, s. Bonifaciusstraße.

Buckau, Vorstadt von Magdeburg (s. d.).

Bückeberge, zum Wesergebirge gehörige, im O. von Bückeburg von SW. nach NO. streichende, 350 m hohe Fortsetzung des Deister, mit reichen Steinkohlenlagern.

Bückeburg, Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Schaumburg-Lippe, am Fuße des Harrlberges und an der Linie Hannover-Minden der Preuß. Staatsbahnen, ist Sitz der Landesbehörden und hat (1890) 5186 (2575 männl., 2611 weibl.) E., darunter 4075 Lutheraner, 652 Reformierte, 360 Katholiken und 94 Israeliten, in Garnison das 7. Jägerbataillon, Post erster Klasse, Telegraph, Landgericht (Oberlandesgericht Oldenburg) mit 2 Amtsgerichten (B., Stadthagen); Schloß (seit 1434 Residenz der Fürsten) mit Schloßkirche, Gemäldesammlung, eine kath. und eine 1613 erbaute luth. Kirche, an der Herder 1770‒75 als Superintendent Prediger war. Der reform. Gottesdienst wird in der Schloßkapelle abgehalten. Ferner bestehen ein fürstlich evang. Gymnasium Adolfinum, verbunden mit Realprogymnasium und Vorschule (gegründet 1614, Direktor Dr. Heldmann, 17 Lehrer, 10 Klassen, 200 Schüler), Lehrerseminar (gegründet 1783), höhere Mädchenschule (1806), 2 Bürger- und 2 Volksschulen, niedersächs. Bank, Wasserleitung und seit 1891 eine Badeanstalt mit Schwimmbassin; in der Nähe des Bahnhofs ein Kriegerdenkmal. In der Umgebung in einer Waldschlucht die fürstl. Jagdschlösser Arensburg mit Gemäldesammlung und im Schaumburger Walde Zum Baum. 7 km entfernt am südostl. Fuße des Harrlberges der besuchte Badeort Eilsen an der Aue mit 400 E., kräftigen Schwefelquellen und Schlammbädern.

^[Abb. Wappen von Bückeburg]

Bückeburg, Wilhelm von, s. Wilhelm, Graf von Schaumburg-Lippe.

Buckel, s. Wirbelsäule.

Buckelbleche, s. Gießbleche.

Buckelfliegen (Phoridae), eine Familie aus der Unterordnung der Fliegen. Die B. sind kleine, meist schwarz gefärbte Geschöpfe, denen das hochgewölbte