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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Busen; Busenbaum; Busendorf; Busento; Busēo; Bushel; Bushnell; Bushrangers; Busi; Busīris; Busk; Buskĕrud

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Busen - Buskerud

gewiesen wurde, daß die Moral der Jesuiten unter Umständen den Königsmord gestatte, ließ das Parlament von Toulouse das Werk öffentlich verbrennen. Hierauf schrieb der Jesuit Zaccaria eine Verteidigung B.s. Doch auch diese ward vom Parlament verbrannt, worauf der Jesuit Franzoja zu Padua eine neue herausgab (Bologna 1760).

Busen, s. Brüste.

Busen (im Wasserbau), s. Binnentief.

Busenbaum, Herm., s. Busembaum.

Busendorf (frz. Bouzonville), Dorf und Hauptort des Kantons B. (243,26 qkm, 32 Gemeinden, 15487 E.) im Kreis Bolchen des Bezirks Lothringen, 15 km nördlich von Bolchen, rechts der Nied, an der Kreuzung der Straßen nach Bolchen, Diedenhofen, Saarlouis und Sierck und an der Linie Diedenhofen-Teterchen der Elsaß-Lothring. Eisenbahnen, hat (1890) 1595 meist kath. E., Amtsgericht (Landgericht Metz), Steueramt, kath. Dekanat, Pfarrkirche (ehemalige Abteikirche, dreischiffige Basilika aus dem 14. Jahrh.), zwei Brücken über die Niedarme (1725, 1833), Kalksteinbrüche, Öl- und Gipsmühlen, Bierbrauereien, Gerbereien und Weingroßhandel. - 1030 gründete Adalbert von Lothringen mit seiner Gemahlin Judith in B. eine Abtei, die 1049 von Papst Leo IX. besucht und mit Privilegien und reichen Gaben beschenkt wurde. Die Klostergebäude brannten 1683 ab, wurden aber wieder aufgebaut und mit Benediktinern besetzt; das Kloster wurde 1793 aufgehoben.

Busento (bei den Griechen Pyxus, bei den Römern Buxentius), auch Fiume di Policastro genannt, Flüßchen im ehemaligen Lucanien, in der ital. Provinz Cosenza, ergießt sich nördlich von Cosenza links in den Crati, der bei den Ruinen von Sybaris in den Busen von Tarent fließt. Von Caselle bis Monigerati fließt er 5 km lang unter der Erde. Als der König Alarich auf seinem Zuge gegen Sicilien in Cosenza vom Tode ereilt ward (410 n. Chr.), leiteten die Goten den B. ab, begruben den Leichnam des Herrschers tief in das Bett des Flusses und ließen das Wasser von neuem darüberströmen, damit das Grab nie von der Rachsucht der Feinde, noch der Habsucht der Bewohner geschändet werden konnte. Neuere Nachgrabungen blieben ergebnislos. Jenes Ereignis ward von Platen in dem Gedicht "Das Grab im B." geschildert.

Busēo, s. Buzau.

Bushel (spr. busch-), dem Scheffel entsprechendes Maß für schüttbare feste Körper, in England, dessen Kolonien und den Vereinigten Staaten. Das jetzt in Großbritannien und Irland gesetzliche Reichs- oder Imperial-Bushel (= 1/8 Imperial-Quarter oder 8 Imperial-Gallons) enthält 36,3477 l. Auch in Canada, im brit. Kaplande und Australien sind die neuen engl. Hohlmaße und mit ihnen das Imperial-Bushel eingeführt. Die asiat. Besitzungen Großbritanniens haben bisher ihre einheimischen Getreidemaße behalten. In den andern brit. Kolonien und in den Vereinigten Staaten von Amerika gilt noch das ebenso eingeteilte kleinere alte oder Winchester-Bushel von 35,2381 l. Man rechnet ziemlich genau 33 Winchester-Bushel = 32 Imperial-Bushel. (S. Gallon.)

Bushnell (spr. busch-), Horace, amerik. Theolog, geb. 14. April 1802 zu New-Preston (Connecticut), gab seit 1827 das "New York Journal of Commerce" heraus und war 1833-59 Geistlicher an der "North Congregational Church" zu Hartford (Connecticut). Seine Ansichten über die Dreieinigkeit brachten ihm die Anklage der Ketzerei ein, gegen die er sich glänzend verteidigte ("Christ in theology", 1851). 1859 legte er seiner schwachen Gesundheit halber sein Amt nieder und starb 18. Febr. 1876 zu Hartford. Er schrieb u. a.: "Sermons for the new life" (1858), "Nature and the supernatural" (1858), "Character of Jesus" (1861), "Work and play" (1864), "Christ and his salvation" (1864), "Woman suffrage, the reform against nature" (1869), "Sermons on living subjects" (1872). - Vgl. Life and Letters of H. B. by his daughter Mary B. Cheney (Neuyork 1880).

Bushrangers (engl., spr. buschrehndsch’rs) nannte man in den austral. Verbrecherkolonien die Deportierten, welche in die Wälder geflüchtet waren und sich dort entweder den Eingeborenen angeschlossen hatten oder in den benachbarten Distrikten, mit Hehlern in Verbindung stehend, von Raub lebten.

Busi (slaw. Bišavo), kleine Insel südwestlich von Lissa in Dalmatien, zum Gerichtsbezirk Lissa der österr. Bezirkshauptmannschaft Lesina gehörig, unter 42° 57' nördl. Br. und 43° östl. L. von Greenwich, 5 km lang und halb so breit, erhebt sich bis zu 240 m, ist teils bewaldet, teils bebaut und von 130 E. bewohnt, welche Wein und Obstbau, Schaf- und Bienenzucht und Sardellen- und Sgombrifang treiben. Sie ist reich an Grotten, die in neuester Zeit vom Freiherrn von Ransonnet erforscht wurden; besonders ist die Ransonnet- oder Blaue Grotte bekannt geworden, welche ein der Blauen Grotte (s. d.) auf Capri ähnliches Naturschauspiel bietet. Die Einfahrt ist 2,5 m breit und 1,5 m hoch, das Becken selbst 31 m lang, 15-17 m breit, 16-18 m tief und empfängt das Licht durch ein unterseeisches Thor von 10,5 m Breite und 18 m Höhe. - Vgl. Becker, Die Blaue Grotte von B. (in den "Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft in Wien", 1885).

Busīris (d. i. Haus des Osiris), Stadt im östl. Nildelta, nach der der Busiritische Nilarm und der Busiritische Nomos heißen, war eine der Hauptkultusstätten und eins der Gräber des Osiris; ihr alter Name war Dedu. Auch der Isis wurde hier nach Herodot ein Hauptfest gefeiert. - Ein zweites B. erwähnt Plinius. Es heißt noch jetzt Abusir und liegt am linken Nilufer an der Straße von Kairo nach Sakkara. Bei ihm Trümmer von Pyramiden, die wohl Königen der 5. Dynastie angehören.

Busīris, nach griech. Sage ein grausamer König von Ägypten, der Sohn des Poseidon, der alle Fremden am Altare des Zeus schlachtete. Als Herakles auf seinem Zuge nach den Hesperidenäpfeln nach Ägypten kam, wurde auch er ergriffen, befreite sich aber und erschlug B. samt dessen Sohne Amphidamas. Aus der ägypt. Geschichte ist kein König dieses Namens bekannt.

Busk, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Kamionka in Ostgalizien, nordöstlich von Lemberg, wegen ihrer Lage das "galiz. Venedig" genannt, liegt in 227 m Höhe, in der sumpfigen Niederung des Bug, wo rechts die Solotwina, links der Peltew zufließen, besteht aus der eigentlichen Stadt und 6 Vorstädten, die mit der Stadt durch mehr als 30 Brücken verbunden sind und hat (1890) als Gemeinde 6347 meist poln. E., Post, Bezirksgericht (573 qkm, 32 Gemeinden, 38 Ortschaften, 28 Gutsgebiete, 33736 E.), lebhaften Handel mit Bauholz, Töpferware und Leinwand.

Buskĕrud, Amt im norweg. Stift Kristiania, hat 14860 (nach Strelbitskij 14868) qkm (beinahe