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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cardigan - Carducci (Bartolommeo)

In der Einfuhr steht neben Getreide Eisenerz obenan, dann folgen Bauholz, Kartoffeln, Düngemittel, Lumpen und Pyrite. In C. sind Deutschland und Österreich-Ungarn durch Konsuln, alle andern Staaten durch Konsuln oder Vicekonsuln vertreten.

Cardĭgan (spr. -gänn) oder Aberteifi, gälisch Ceredigiaws. 1) Grafschaft in Südwales, wird im W. von der Irischen See, im S. von den Grafschaften Pembroke und Caermarthen, im O. von Brecknock, Radnor und Montgomery, im N. von Merioneth begrenzt, hat 1794,96 qkm und (1891) 62596 E., d. i. 35 auf 1 qkm. C. wird an der Südgrenze vom Teifi, außerdem vom Rheidol und Ystwith bewässert. Das Land ist im O. von kahlen, mit spärlichem Heidekraut bedeckten Bergen erfüllt (Plynlimmon 756 und Tregaron-Mount 532 m), die Zink, Kupfer, Blei und Silber liefern. Hier herrscht Vieh-, insbesondere Schafzucht vor. Im W. ist der Boden ebener und dem Getreidebau (Gerste und Hafer) günstig. Das Klima ist rauh, aber gesund. Die Industrie beschränkt sich auf Fabrikation von Flanell und Handschuhen, Strümpfen und Hüten. C. sendet einen Abgeordneten ins Parlament. Der größte Ort in C. ist Aberystwith (s. d.). ‒ 2) Hauptstadt der Grafschaft C. an dem nördl. Ufer des Teifi, unweit seiner Mündung, hat (1891) 3447 E., eine alte Kirche, ein bis auf zwei runde Türme zerstörtes, von Gilbert de Clare 1160 erbautes Kastell, einen kleinen Hafen, lebhaften Küstenhandel, Fischfang, Ausfuhr von Butter, Heringen, Salmen und Schiefer.

Cardĭgan (spr. -gänn), James Thomas, Earl of, brit. General, geb. 16. Okt. 1797 zu London, trat 1824 in brit. Militärdienst und wurde 1830 Oberstlieutenant des 11. Husarenregiments. Bei Ausbruch des Orientkrieges erhielt C. als Generalmajor Juni 1854 den Befehl über eine leichte Reiterbrigade, mit der er 25. Okt. 1854 bei Balaklawa die als «Totenritt» berühmt gewordene Attacke gegen die Russen ausführte. Er ritt mit seiner Brigade in eine feindliche Batterie hinein, stieß hinter ihr auf frische russ. Reiterei, mußte kehrt machen und verlor fast die Hälfte seiner Mannschaft. C. kehrte bald darauf nach England zurück und wurde dort zum Generalinspecteur der Kavallerie ernannt. Seine letzten Tage wurden durch einen auf diese Attacke bezüglichen Prozeß verbittert. Er starb 28. März 1868 zu London.

Cardiĭdae, die Herzmuscheln (s. d.).

Cardinal, s. Kardinal.

Cardinal, Peire, Troubadour, s. Cardenal.

Cardinalĭa (lat.), Kardinalzahlen.

Cardinālis virginiānus, nordamerik. Singvogel, s. Kardinal.

Cardinal von Widdern, Georg, Militärschriftsteller, geb. 12. April 1841 zu Wollstein (Provinz Posen), trat 1859 in das preuß. Heer und machte die Feldzüge 1866 und 1870/71 mit. Als Lehrer der Taktik war C. v. W. an der Kriegsschule in Metz thätig und wirkte 1882‒87 als Direktor der Kriegsschule in Neisse, dann als Bataillonscommandeur und etatsmäßiger Stabsoffizier im 99. Infanterieregiment; lebt als Oberst a. D. in Berlin. Er veröffentlichte: «Der Rhein und die Rheinfeldzüge» (Berl. 1869), «Belgien, Nordfrankreich, der Niederrhein und Holland als Kriegsfeld» (Bresl. 1870), «Strategische Kavalleriemanöver» (Gera 1877), «Die russ. Kavalleriedivisionen und die Armeeoperationen im Balkanfeldzuge 1877/78» (2 Bde., Berl. 1878), «Handbuch für Truppenführung und Stabsdienst» (3. Aufl., 4 Tle., Gera 1831‒84; ^[Spaltenwechsel] französisch, 3 Bde., Brüss. 1880‒81; 4. völlig neu bearbeitete Auflage u. d. T. «Heeresbewegungen und Märsche», 2 Tle., Lpz. 1892), «Das 16. Armeekorps und die 7. Kavalleriedivision während ihrer selbständigen Operationen im Mosel-Feldzug bei Metz» (Gera 1886), «Die Infanterie im Gefecht allein, sowie mit andern Waffen und im kleinen Kriege» (3. Aufl., ebd. 1892), «Das Nachtgefecht im Feld- und Festungskriege» (2. Aufl., Berl. 1889; französisch, Par. 1890), «Das Gefecht an Flußübergängen und der Kampf an Flußlinien» (Berl. 1890), «Der Grenzdetachementskrieg und die Kavallerie-Unternehmungen während der Mobilmachung» (ebd. 1892), «Der kleine Krieg und der Etappendienst» (2 Tle., Lpz. 1892).

Cardinĭa Ag., Angelmuschel, aus den untern Juraschichten, ist bemerkenswert als Vorläuferin der erst in der untern Kreide auftretenden echten Najaden oder Flußmuscheln, denen sie in der äußern Form gleicht und in dem Bau des Klappenverschlusses ähnlich ist, indem ein starker Zapfen angelförmig in eine entsprechende Vertiefung der Gegenklappe paßt. Unsern Flußmuscheln teilweise noch ähnlicher sind die nahe verwandten Anthracosien der Steinkohle, Anoplophoren und Unioninen der Trias, zweifellos auch Bewohner süßen oder brackischen Wassers.

Cardioide, s. Kardioide.

Cardĭum s. Herzmuscheln.

Cardo (lat.), Thürangel; Angelpunkt, Hauptsache. ‒ Über die Bedeutung von C. bei den Auspizien s. Augurn.

Cardōl, C21H30O2 ^[C<sub>21</sub>H<sub>30</sub>O<sub>2</sub>], aus den Fruchthüllen von Anacardium occidentale L. (s. Anacardium), durch Äther ausziehbar, ist ein farbloses Öl, welches blasenziehend wirkt.

Cardōna, Villa in der span. Provinz Barcelona (Catalonien), am rechten Ufer des Cardoner, eines Nebenflusses des Llobregat, in 436 m Höhe, hat ein starkes Kastell, Post und Telegraph, (1887) 3708 E. und große Salinen. Das Thalgehänge, in 2 km Entfernung von der Stadt, bietet eine 80 m hohe Felsmasse von 5 km Umfang, welche fast aus reinem Steinsalz besteht und auf 300 Mill. cbm geschätzt wird. Man baut es steinbruchähnlich ab; indes hat man auch Gänge hineingearbeitet, in welche mit Fackellicht die Besucher eingeführt werden.

Cardōne, Pflanzenart, s. Kardy und Cynara.

Carducci (spr. -duttschi), Carducho, Bartolommeo, ital. Maler, geb. 1560 zu Florenz, studierte die Malerei unter F. Zucchero, ging mit diesem an den span. Hof, wo er bei König Philipp Ⅱ und Philipp Ⅲ. in hoher Gunst stand. Er starb 1608 zu Madrid. Außer verschiedenen Fresken hat er mehrere Gemälde für die Kirche San Felipe el Reale gemalt, die 1718 durch Brand vernichtet wurden; nur die Kreuzabnahme Christi ist noch im Prado zu Madrid erhalten. Ebendort befindet sich auch von ihm das heil. Abendmahl. Die Stigmatisation des heil. Franciscus und die Anbetung der Könige sind im Alkazar zu Segovia.

Vincenzio C., Bruder und Schüler des vorigen, geb. 1585 zu Florenz, gest. 1638 in Madrid, kam mit seinem Bruder nach Spanien, half diesem bei seinen Arbeiten und wurde an dessen Stelle 1608 Hofmaler. Für die Kathedrale zu Toledo schuf er 1616 ein Martyrium des heil. Andreas, 1620‒26 eine große Zahl von Gemälden für Kirchen zu Madrid. 1626 wurde er dann beauftragt, für das Kloster el Paular 54 Gemälde in 4 Jahren anzufertigen;

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]