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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Castel San Giovanni - Castiglione (Städte)

Spagnuola, ist winklig und eng und hat (1890) 1120, als Gemeinde 7357 E., in Garnison (556 Mann) das 4. Bataillon des 36. böhm. Infanterieregiments «Reichsgraf Browne» und die 5. Compagnie des 5. steir.-kärnt. Festungsartillerieregiments «Freiherr von Rouvroy», Post, Telegraph, Bezirksgericht (2 Gemeinden, 27 Ortschaften, 8504 E.), ein Platzkommando, alte Mauern und ein im 16. Jahrh. von Mönchen aus Trebinje gegründetes griech. Kloster des heil. Saba. – C., vom ersten bosn. Könige Tvartko Ⅰ. Kostromanovič 1373 gegründet, wurde später Hauptstadt des Herzogtums Saba (der spätern Herzegowina).

Castel San Giovanni (spr. dschowánni), Castrum Sancti Joannis de Olubra, Ort in der ital. Provinz und im Kreis Piacenza, rechts des Po, an der Linie Parma-Piacenza-Alessandria des Mittelmeernetzes, hat (1881) 4984, als Gemeinde 8426 E. Die frühern Befestigungen und das 1290 erbaute Kastell sind verschwunden. Hier kämpften 17. bis 19. Juni 1799 die Österreicher und Russen unter Melas und Suworow glücklich gegen die Franzosen unter Macdonald.

Castel San-Piētro dell' Emilĭa, Stadt im Kreis Imola der ital. Provinz Bologna, am Sillaro, an der hier mit Arkaden besetzten Via Aemilia und der Linie Bologna-Rimini des Adriatischen Netzes, hat (1881) 4983, als Gemeinde 12 365 E., Dampfstraßenbahn nach Bologna und Imola, besuchte Jahrmärkte und in der Nähe Mineralquellen. Vorhanden sind noch Reste eines 1200 von den Bolognesen erbauten Kastells.

Castel Sardo, Stadt in der ital. Provinz und dem Kreis Sassari, an der Nordwestküste von Sardinien, in malerischer Lage auf einem Vorgebirge des Golfes dell' Assinara, Ist von Mauern umgeben, hat (1881) 1657, als Gemeinde 2027 E., Post, kleinen Hafen und lebhafte Korallenfischerei.

Castelsarrasin (spr. -säng). 1) Arrondissement im franz. Depart. Tarn-et-Garonne, hat 1213,17 qkm, 81 Gemeinden, (1891) 61820 E. und zerfällt in die 7 Kantone Beaumont (229,70 qkm, 10417 E.), C. (126,79 qkm, 10905 E.), Grisolles (126,50 qkm, 7573 E.), Lavit (164,46 qkm, 5717 E.), Montech (186,40 qkm, 9830 E.), St. Nicolas (169,67 qkm, 8497 E.), Verdun (209,65 qkm, 8881 E.). – 2) Hauptstadt des Arrondissements C., 21 km nordwestlich von Montauban, an der Linie Bordeaux-Toulouse der Franz. Südbahn, am rechten Ufer der Garonne und am Canal latéral, in 70 m Höhe, hat (1891) 3621, als Gemeinde 7772 E., Post, Telegraph, eine Kirche aus dem 12. bis 15. Jahrh., Gerichtshof erster Instanz, ein Collège; Fabriken von Leinen, Hüten, Handel mit Getreide, Wein, Branntwein, Öl und Safran.

Casteltermĭni, Stadt im Kreis Bivona der ital. Provinz Girgenti auf Sicilien, in 550 m Höhe, rings von Bergen umgeben, hat (1881) 9205 E., Post und Telegraph, Gewinnung von Schwefel, Salz und Gips.

Castelvetĕre, s. Caulonia.

Castelvetrāno, Stadt im Kreis Mazzara del Vallo der ital. Provinz Trapani auf Sicilien, in 180 m Höhe, an der Linie Palermo-Trapani der Westsicil. Eisenbahn, in fruchtbarer Gegend, ist regelmäßig angelegt, hat (1881) 19569, als Gemeinde 21550 E., ein Gymnasium, ein städtisches Museum mit Funden aus den Ruinen von Selinunt; Seide-, Leinen- und Baumwollfabrikation, Oliven- und Weinbau. In der Nähe liegen die Ruinen von Selinunt (s. d.). ^[Spaltenwechsel]

Castéra-Verduzan (spr. werdüsáng), Dorf im Kanton Valence, Arrondissement Condom des franz. Depart. Gers, 10 km südöstlich von Valence, an der zur Baise gehenden Auloue, hat (1891) 322, als Gemeinde 904 E., Post, Telegraph, Ruinen eines alten Schlosses der Tempelherren, Marmorbrüche und 3 Schwefel- und Eisenquellen (24° C.), die jährlich von etwa 1300 Kurgästen besucht werden.

Casti, Giambattista, ital. Dichter, geb. 1721 zu Prato, studierte auf dem Seminar von Montefiascone, wo er als Professor angestellt wurde und eine Dompfründe erhielt. Später trat er zu Wien in die Dienste Josephs Ⅱ., besuchte mit Gesandtschaften Petersburg, wo ihn Katharina Ⅱ. mit Auszeichnung aufnahm, Berlin und andere deutsche Residenzen und wurde, zurückgekehrt, kaiserl. Hofpoet. Nach Josephs Ⅱ. Tode lebte er in Florenz, seit 1798 zu Paris, wo er 6. Febr. 1803 starb. Seine Berühmtheit verdankt er den «Novelle galanti in ottave rime» (Par. 1793; neue Aufl., 3 Bde., ebd. 1804), die meist schlüpfrig, aber anziehend durch die Lebhaftigkeit und Anmut des Stils sind, und dem zu langen, aber geistvollen und unterhaltenden didaktisch-satir. Gedichte «Gli animali parlanti» (3 Bde., ebd. 1802; deutsch, 3 Bde., Brem. 1817, und von Stiegler, 2 Bde., Aachen 1843), das 1792–99 entstand. Außerdem schrieb C. «Rime anacreontiche» und die komischen Opern «La grotta di Trofonio» und «Il re Teodoro in Venezia», beide von Paisiello, die erstere auch von Salieri komponiert. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien 1838 in Paris.

Castiglione (spr. -iljohne). 1) C. delle Stiviere, Hauptstadt des Distrikts C. delle Stiviere (13709 E.) der Provinz Mantua, 10 km im Süden des Gardasees, hat (1881) 3720, als Gemeinde 5251 E., Post und Telegraph, Dampfstraßenverbindung nach Brescia und Mantua, zwei Kirchen, ein Schloß sowie Seidenspinnerei. – C. fiel 1339 in die Hand des Azzo Visconti und ging 1404 durch Heirat an Francesco Gonzaga über, worauf es das Fürstentum des 1819 erloschenen jüngsten Zweiges der Gonzaga bildete; 1773 kam es an Österreich. 1702 wurde C. vom 27. Mai bis 1. Juni von den Franzosen unter Revel belagert und nach tapferm Widerstande eingenommen, wodurch Prinz Eugen vom Gardasee abgeschnitten wurde. Am 9. Sept. 1706 siegten bei C. die Franzosen unter Medavi über die Kaiserlichen unter dem Prinzen von Hessen, welche den Platz belagerten, und 5. Aug. 1796 unter Bonaparte über die Österreicher unter Wurmser. Marschall Augereau, der die österr. Vorhut 3. Aug. aus C. vertrieb und am 5. Aug. das feindliche Centrum durchbrach, erhielt den Titel eines Herzogs von C. In der Nähe (7 km) Solferino (s. d.). – Vgl. B. Arrighi, Storia di C. sotto il dominio dei Gonzaga (2 Bde., Mantua 1853). – 2) C. del Lago, Ort in der Provinz und im Kreis Perugia, am Westufer des Lago Trasimeno und an der Linie Florenz-Rom des Adriatischen Netzes, hat 1329, als Gemeinde 10838 E. und einen ehemaligen Palast der Herzöge della Cornia. – 3) C. di Sicilia, Stadt im Kreis Acireale der Provinz Catania in Sicilien, am nördl. Fuße des Ätna, rechts am Flüßchen Alcentara, hat Post und Telegraph, (1881) 8114, als Gemeinde 9479 E., ein Kastell, Seidenkultur, Wein- und Olivenbau und die besten Haselnüsse der Insel.

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