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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Catena – Cathelineau

Vigna. C. ward 1841 Professor, nachdem er schon 1806 Mitglied der Akademie in Berlin geworden war. Er starb 19. Dez. 1856 zu Rom.

Catēna, eigentlich Vincenzo di Biagio, venet. Maler, welcher nach 1531 in Venedig starb, nimmt unter den Schülern des Giovanni Bellini und Giorgione eine hervorragende Stellung ein. In seinen meist religiösen Bildern ist er naiv in der Auffassung, licht in der Farbe und fast von modernem Schönheitsgefühl. Sein bedeutendstes Werk: Der Ritter vor der Madonna kniend, befindet sich in der Nationalgalerie zu London; die Akademie in Venedig besitzt von ihm eine Madonna zwischen den Heiligen Franciscus und Hieronymus, die Kirche Sta. Maria daselbst die Marter der heil. Christina mit mehr idealistischen Anklängen, das Hofmuseum in Wien: Maria mit dem Kinde und das Porträt eines Domherrn.

Catēnae (lat., d. h. Ketten), Katenen, exegetische Sammlungen zu den biblischen Büchern, so genannt, weil die Auslegungen früherer Erklärer ohne Zusätze und Bemerkungen einfach aneinandergereiht sind. Der Name findet sich zuerst in dem Titel «(Catena aurea») des Sammelwerks des Thomas von Aquino zu den Evangelien, rührt aber nicht von ihm her. Als die frühesten Verfasser von C. galten fürs Abendland Eusebius von Cäsarea, Cassiodorus zu Ende des 5. Jahrh. und Primasius (um 550), fürs Morgenland Procopius von Gaza im 6. Jahrh. Sammlungen älterer Katenen sind hg. von Possinus, Corderius, Matthäi, neuerdings besonders von Cramer, «C. graecorum patrum in Novum Testamentum» (8 Bde., Oxford 1840–44).

Catēna metallifĕra, s. Apennin (Bd. 1, S. 730a).

Catesby (spr. kehtsbi), Marcus, s. Cat.

Catgut (engl., spr. kättgött) nennt man die aus Schafdärmen hergestellte und in besonderer Weise präparierte Darmsaite, welche in der modernen Chirurgie zur Unterbindung der Blutgefäße und zur Wundnaht verwendet wird. Das C. unterscheidet sich von der Seide und anderm Unterbindungs- und Nahtmaterial dadurch, daß es vollständig verschwindet, es hat aber den Nachteil, daß es zuweilen zu rasch sich auflöst und daß es nicht so sicher, wie z. B. Seide durch Kochen, von den anhaftenden Mikro-Organismen (Pilzen) befreit werden kann. Daher entsteht durch solches C. nicht selten Entzündung und Eiterung.

Catha edūlis Forsk., Strauchart, s. Kat.

Cathártes, s. Geier.

Cathartĭca (grch.), Abführmittel, s. Abführen.

Cathartĭdae, s. Geier.

Cathcart (spr. käthkĕrt), Division in der östl. Provinz der Kapkolonie, umfaßt eine gutbewässerte und fruchtbare Gegend, hat 2577 qkm (1891) 6880 E., darunter 2120 Weiße. Der Hauptort C., an der Bahn von East London nach Aliwal North, hat 601 E.

Cathcart (spr. käthkĕrt), George, brit. General, geb. 12. Mai 1794 zu London, jüngerer Sohn des Grafen William C., nahm 1813 und 1814 im Hauptquartier der Alliierten am Kriege teil und legte seine bei dieser Gelegenheit gesammelten, interessanten Beobachtungen in dem Werke «Commentaries on the war in Russia and Germany in 1812 and 1813» (Lond. 1850) nieder. Nach der Rückkehr Napoleons wurde er 1815 dem Stabe Wellingtons zugeteilt und machte die Schlachten von Quatre-Bras und Waterloo mit. 1818 nahm er als Adjutant Wellingtons am Kongreß zu Aachen teil; 1828 stieg er zum Regimentscommandeur auf und wurde bis 1834 in Neuschottland, auf den Bermudas und auf Jamaika verwendet, worauf er seinen Abschied nahm. Die canad. Empörung rief ihn jedoch 3 Jahre später als Commandeur einer Reiterbrigade in den aktiven Dienst zurück. C. wurde mit dem Oberbefehl der königl. Truppen südlich des Lorenzstroms betraut, unterdrückte den Aufstand und kehrte 1844 nach England zurück, wo ihm der Ehrenposten des Deputylieutenant des Tower und 1851 der Rang als Generalmajor verliehen wurde. 1852 wurde C. nach dem Kaplande entsendet und leitete dort die brit. Operationen gegen die Kaffern, worüber sein Werk «Correspondence relative to his military operations in Kaffraria» (Lond. 1856) nähere Auskunft giebt. Im Orientkriege führte er die 4. Division des brit. Heers und fiel 5. Nov. 1854 in der Schlacht von Inkerman. ^[Spaltenwechsel]

Cathcart (spr. käthkĕrt), William Shaw, Graf, brit. General und Diplomat, geb. 17. Sept. 1755 in Petersham, studierte in Glasgow die Rechte, trat nach dem Tode seines Vaters 1777 in die Armee und that sich im amerik. Revolutionskriege hervor. C. ward 1786 zum Repräsentativpeer für Schottland gewählt und bekleidete diese Stellung in fünf aufeinander folgenden Parlamenten. Zum Brigadier befördert, machte er den Feldzug von 1793 in Flandern mit und ward 1794 Generalmajor. Er lieferte 8. Jan. 1795 den Franzosen das blutige Treffen bei Büren und blieb bis zum Dezember mit einigen Schwadronen Kavallerie in Deutschland, während das übrige Heer im Mai nach England zurückkehrte. Georg Ⅲ. ernannte ihn 1801 zum Generallieutenant und 1803 zum Oberbefehlshaber in Irland. In dem Französisch-Österreichischen Kriege von 1805 wurde er an der Spitze einer Abteilung nach Deutschland geschickt, um eine Diversion zu Gunsten Österreichs zu machen; doch verhinderte die Schlacht von Austerlitz die Ausführung dieses Planes. 1807 wurde ihm der Oberbefehl über die gegen Kopenhagen bestimmten Landtruppen übertragen. Die dän. Regierung ließ es ruhig zu, daß C. sein Landungskorps ausschiffte, weigerte sich aber, die Flotte auszuliefern, worauf C. gegen die wehrlose Stadt ein furchtbares Bombardement begann. Nachdem sich die Stadt 6. Sept. ergeben und die Flotte ausgeliefert hatte, kehrte C. mit 17 Linienschiffen und 17 Fregatten nach England zurück und wurde mit der Peerswürde belohnt. Er ging 1812 als Gesandter nach Rußland, machte im Gefolge des Kaisers Alexander die Feldzüge von 1813 und 1814 mit und nahm an den Kongressen von Chatillon und Wien teil. Am 18. Juni 1814 ward er zum Grafen erhoben. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er auf seinem Landsitze Cartside bei Glasgow, wo er 17. Juni 1843 starb.

Cathĕdra (lat.-grch.), Sessel, Lehrstuhl, Katheder; speciell vom Thronsessel der Bischöfe und weiterhin als C. Petri vom päpstl. Stuhl gebraucht; Entscheidungen des Papstes ex cathedra in Sätzen des Glaubens und der Disciplin sind laut dogmatischer Vorschrift des Vatikanischen Konzils unfehlbar («irreformabiles ex sese non autem ex consensu ecclesiae»), s. Infallibilität.

Cathelineau (spr. kat'linoh), Jacques, Obergeneral der Vendéer, geb. 5. Jan. 1759 zu Pin-en-Mauges (Depart. Maine-et-Loire), war, als die Revolution ausbrach, hausierender Wollkrämer. Als es infolge der vom Konvent angeordneten Aushebung 12. März 1793 bei St. Florent zwischen den royalistisch Gesinnten und der republikanischen Ge-^[folgende Seite]

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