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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cavalli; Cavallius; Cavallo; Cavallotti; Cavalquet; Cavan; Cavān; Cavan.; Cavanilles

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Cavalli (Giovanni) - Cavanilles

anknüpfend, gab er der ital. Oper bald das neue Gepräge, durch das sie im Sturm die Gunst der Zeit eroberte. Ihm verdankt der dramat. Sologesang seine erste bedeutende Ausbildung; an seelischer Kraft und Bestimmtheit sind seine Melodien nie übertroffen, seine kurzen Instrumentalsätze bleiben Muster für die Kunst, Stimmungen und Situationen in Tönen zu veranschaulichen. Von C.s Opern (über 50), von denen die Mehrzahl handschriftlich in der Bibliothek von San Marco in Venedig bewahrt wird, wurde «Giasone» (1649) am bekanntesten. Als Kirchenkomponist war C. durch sein achtstimmiges Requiem bekannt. Namentlich wurde er in Frankreich geschätzt, sodaß er 1660 seinen für die Vermählung Ludwigs ⅩⅣ. komponierten «Serse» (Xerxes) mit einer ital. Truppe in Paris aufführen mußte.

Cavalli, Giovanni, ital. Generallieutenant, geb. 28. Juli 1809 zu Turin, der Schöpfer der gezogenen Hinterladungsgeschütze. Als Kapitän zur Beaufsichtigung des Gusses von eisernen Geschützrohren für die piemont. Artillerie in Schweden kommandiert, stellte er 1846 und 1847 auf den Hütten zu Åker und Stafsjö Versuche mit von hinten zu ladenden gezogenen Geschützrohren an, welche den Ausgangspunkt für sämtliche Bemühungen bildeten, die in allen Staaten behufs Herstellung gezogener Geschütze stattgefunden haben. (S. Geschütz.) Die piemont. Artillerie war die erste, welche einige gezogene Hinterlader besaß; sie gebrauchte dieselben bei der Belagerung von Gaeta 1860‒61. Er wurde 1865 Kommandant der Militärakademie, 1869 Mitglied des Conseil des Militärordens von Savoyen, trat im Juli 1879 in den Ruhestand und starb 23. Dez. 1879 zu Turin. An dem wissenschaftlichen Leben beteiligte sich C. mit großem Eifer; die meisten seiner Arbeiten sind in den Verhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Turin veröffentlicht worden, mehrere auch besonders und in franz. Übersetzungen erschienen. Von letztern sind zu nennen: «Mémoire sur les équipages de ponts militaires » (Par. 1843), «Mémoire sur les canons se chargeant par la culasse et sur les canons rayés» (ebd. 1849), «Mémoires sur divers perfectionnements militaires» (ebd. 1856), «Aperçu sur les canons rayés se chargeant par la bouche et par la culasse et sur les perfectionnements à apporter à l’art de la guerre en 1861» (Turin 1862), «Mémoire sur la théorie de la résistance statique et dynamique des solides» (Par. 1863), «Mémoire sur les éclatements remarquables des canons en Belgique de 1857 à 1858 et ailleurs à cause des poudres brisantes» (Turin 1868).

Cavallius, schwed. Altertumsforscher, s. Hyltén-Cavallius, Gunnar Olof.

Cavallo, ursprünglich piemontesische, später bis 1862 auch neapolit. Kupfermünze im Werte von ¼ Pf. Der Name rührt von dem ursprünglichen Gepräge, einem Pferde, her.

Cavallotti, Felice Carlo Emanuele, ital. Dichter, Dramatiker und Parlamentarier, geb. 6. Nov. 1842 zu Mailand, veröffentlichte 1860 die deutschfeindliche Schrift «Germania e Italia» und schloß sich den Garibaldischen Freischaren an. Später trat er gegen die nationale Regierung ebenso heftig auf wie früher gegen die österreichische. Seit 1867 leitete er «Il Gazzettino». 1873 ins Parlament gewählt, gab er oft zu stürmischen Scenen Anlaß, legte 1879 sein Mandat nieder, wurde jedoch bei den nächsten Wahlen wieder gewählt, unterlag aber 1892. Mehrere seiner Dramen hatten einen sensationellen Erfolg. Die bedeutendsten sind: «I Pezzenti» (Mail. 1871 u. ö.), «Alcibiade» (1872), «Guido» (1873), «I Messenii» (1874), «La figlia di Jefte». Seine «Poesie» sind in mehrern Auflagen erschienen. Eine neue lyrische Sammlung («Anticaglie») erschien in Rom 1879, eine Gesamtausgabe seiner «Opere» (6 Bde.) in Mailand 1881‒85. Er gehört zu den Führern der radikal-demokratischen und franzosenfreundlichen Richtung und ist ein eifriger Irredentist. ^[Spaltenwechsel]

Cavalquet oder Calvaquet (spr. -keh), franz. Kavalleriesignal.

Cavān, Caban, Hohlmaß auf den Philippinen, s. Coyang.

Cavan (spr. käww’n). 1) Die südlichste Grafschaft der irischen Provinz Ulster, zwischen Longford, Westmeath und Meath im S., Leitrim im W. und Fermanagh und Monaghan im N., hat 1931,90 qkm, (1891) 111917 meist kath. E., d. i. 58 auf 1 qkm, gegen 129008 im J. 1881 und 243262 im J. 1841. Der Fluß Erne, der im S. aus dem Lough-Gowna entspringt, durch den inselreichen Lough-Oughter geht und an der Nordgrenze sich in den obern Lough-Erne ergießt, trennt C. in zwei Teile. Das Land im O. ist hügelig, im äußersten W. gebirgig, und reich an Seen und Bogs oder Sümpfen. Im W. entspringt am 667 m hohen Cuilcagh der Shannon. Der Boden enthält Steinkohlen, Eisen, Blei, Kupfer und Manganerz, aber Bergbau fehlt. Unter den Mineralquellen ist die von Kingscourt wichtig. Fabriken sind nicht vorhanden. Der Haupterwerb besteht in Viehzucht, daneben im Anbau von Hafer, Flachs, Kartoffeln und etwas Weizen. Nur ein Drittel des Bodens wird bebaut. Die Flachsindustrie ist sehr zurückgegangen. Der Handel beschränkt sich auf Leinenzeug und landwirtschaftliche Produkte. Die Grafschaft schickt zwei Mitglieder in das Parlament. Die Zahl der Auswanderer betrug (1891) 1686. Von C. führt die Familie Lambert den Titel Earl of C. – 2) Hauptstadt der Grafschaft C., an dem gleichnamigen Zufluß der Erne, in einem fruchtbaren Thale, ist Sitz eines anglikan. und eines kath. Bischofs, hat (1891) 2969 E., eine Lateinschule, Gerichtshof, ein Gefängnis; Landwirtschaft und einigen Handel. Vor der Stadt der als Promenade benutzte Park des Lords Farnham und 5,5 km im SW. das Dorf Kilmore mit einem alten bischöfl. Palast.

Cavan., bei botan. Bezeichnungen Abkürzung für Don Antonio José Cavanilles (s. d.).

Cavanilles (spr. -illjes), Don Antonio C. y Centi, span. Geschichtschreiber, Neffe von Antonio José C., geb. 1805 zu Coruña, studierte in Alcala die Rechte sowie vaterländische Geschichte und Litteratur, wurde 1825 Advokat und bekleidete die verschiedensten Stellen im Verwaltungswesen von Madrid. Er starb 2. Jan. 1864. C. ist Verfasser einer «Historia de la dominacion española en Portugal» sowie einer «Historia de España» (bis zur Regierung Philipps Ⅱ., 5 Bde., Madr. 1860‒64). Ein Bändchen «Diálogos» enthält Unterredungen zwischen Napoleon und Thiers, Cervantes und einem Afrancesado von 1808 u. s. w.; doch ist ihr Inhalt ganz subjektiv, das Historische bildet nur den Rahmen für seine eigenen Ideen und Anschauungen.

Cavanilles (spr. -illjes), Don Antonio José, span. Botaniker, geb. 16. Jan. 1745 in Valencia, gest. 4. Mai 1804 in Madrid, war lange Zeit Di- ^[folgende Seite]

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