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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: C. G. S.,; Ceylonmoos; Cēyx; Cezimbra; Cf; Chabariorinde; Chabarowka; Chabas; Chabasīt; Chabir; Chablais

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Ceylonmoos - Chablais

ihn zum Gefangenen zu machen. Aufstände 1817, 1820 und 1834 wurden unterdrückt. Gefährlicher war der durch die strenge Verwaltung des Gouverneurs Lord Torrington 1848 veranlaßte buddhistische Aufstand. Seitdem ist die friedliche Entwicklung nicht wieder gestört worden.

Litteratur. Baker, Eight years’ wanderings in C. (Lond. 1855); Ransonnet-Villez, C., Skizzen seiner Bewohner, seines Tier- und Pflanzenlebens (Braunschw. 1868); Ferguson, C. in 1884 (Lond. 1884); Häckel, Ind. Reisebriefe (2. Aufl., Berl. 1884); Virchow, Über die Weddas von C. und ihre Beziehungen zu den Nachbarstämmen (ebd. 1881); C. Alwis, History of the island of Lanka from the earliest period to the present time (1. Tl., Colombo 1876); Dixon, The rocks and minerals of C. (ebd. 1881); A. M. und J.^[John] Ferguson, The C. Handbook and Directory (ebd. u. Lond. 1888); J.^[John] Scott Keltie, The Statesman’s year-book (Lond. 1892).

Ceylonmoos, s. Agar-Agar und Gracilaria.

Cēyx (grch. Kēyx), Benennung gefräßiger Meervögel, vielleicht der Kormorane, sicher nicht der Eisvögel, von denen eine Gattung jetzt diesen Namen als wissenschaftliche Bezeichnung führt.

Cēyx (Keyx), Gemahl der Alkyone (s. d.).

Cezimbra (spr. ßesíngbra), Stadt im portug. Distrikt Lissabon (Provinz Estremadura), am Nordrande der Bai Setubal des Atlantischen Oceans, liegt auf steiler Anhöhe, hat (1878) 6815 E., Post, Telegraph, einen Hafen und lebhafte Fischerei.

Cf. oder Cfr., Abkürzung für confer oder conferatur (lat.), d. h. man vergleiche.

C. G. S., Abkürzung für Centimeter-Gramm-Sekunde, s. Maß und Gewicht im absoluten Sinne.

Chabariorinde, s. Alcornocorinde.

Chabarowka, Hauptstadt des russ.-sibir. Küstengebietes und Sitz des Generalgouverneurs der Amurländer, am Einfluß des Ussuri in den hier 3 km breiten Amur, auf hohem Flußufer (140 m) in zwei Terrassen, deren höhere mit der niedern durch Holztreppen verbunden ist. C. hat (1888) 2500 E., Post, Telegraph, russ. Kirche, Schule, einen botan. Garten mit allen Arten der Ussuri-Flora, zwei Schiffswerften mit Holzschneidemühle und Eisengießerei der Amur-Dampfschiffahrtsgesellschaft. Diese verfügt über 13 Dampfer, läßt während der Zeit der Schiffahrt (Anfang April bis Anfang November) zweimal des Monats Post- und Passagierdampfschiffe zwischen Sretensk und Nikolajewsk sowie viermal des Monats Post-Bugsierdampfer auf dem Ussuri bis zum Chankasee gehen. C. ist als Ausgangspunkt dieses Schiffahrtverkehrs ein wichtiger Platz für den Warenverkehr vom Amur ins Ussuriland; auch wird es der Endpunkt der im Bau begriffenen Ussuri-Bahn (Wladiwostok-Chabarowka) sein. Bedeutend ist der Umsatz in Zobelfellen, die im Juni und Juli von chines. Kaufleuten nach C. gebracht, von hier über Tschita und Irkutsk zur Messe nach Nishnij-Nowgorod kommen. - C. wurde 1858 von den Russen zu militär. Zwecken gegründet und benannt nach einem der ersten russ. Eroberer des Amurlandes im 17. Jahrh., Jerofej Pawlowitsch Chabarow. 1880 wurde es zur Stadt erhoben und zum Sitz des Gouverneurs an Stelle des viel kälter gelegenen Nikolajewsk bestimmt.

Chabas (spr. schabah), François, franz. Ägyptolog, geb. 2. Jan. 1817 zu Briancon^[korrekt: Briançon], wandte sich, durch anthropol. Arbeiten angeregt, dem Studium der ägypt. Sprach- und Altertumswissenschaft zu. C. war Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften und Präsident des Departementalrats von Saône-et-Loire. Er starb 17. Mai 1882 in Versailles. Sein wissenschaftliches Hauptverdienst ist die scharfsinnige Entzifferung und kritische Erklärung hieratischer Texte. Er schrieb u. a.: "Une inscription historique du règne de Séti I" (Châlon 1856), "Le papyrus magique Harris" (ebd. 1861), "Mélanges égyptologiques" (3 Serien in 4 Bdn., Châlon und Par. 1862-73), "Recherches sur le nom égyptien de Thèbes" (ebd. 1863), "Les papyrus hiératiques de Berlin" (ebd. 1864), "Revue rétrospective à propos de la publication de la liste royale d’Abydos" (ebd. 1865), "Voyage d’un Égyptien en Syrie, en Phénicie, en Palestine au quatorzième siècle avant notre ère" (Par. 1866), "Les pasteurs en Égypte" (Amsterd. 1868), "Études sur l’antiquité historique d’après les sources égyptiennes et les monuments réputés préhistoriques" (ebd. 1872), "Recherches pour servir à l’histoire de la XIX<sup>e</sup> dynastie et spécialement à celle des temps de l’Exode" (ebd. 1873). Von 1876 bis 1880 gab er die Zeitschrift "L’Égyptologie" heraus.

Chabasīt (Chabazīt), ein Glied der Mineralfamilie der Zeolithe, erscheint in Krystallen, die nach der üblichen Auffassung Rhomboeder sind, mit häufiger Zwillingsdurchkreuzung und einer Flächenstreifung parallel den Polkanten; nach den Untersuchungen von Becke sollen jedoch die Krystalle nur scheinbare Rhomboeder und eigentümliche Sammelformen trikliner Individuen sein. Das Mineral ist glasglänzend, farblos oder weiß, bisweilen etwas rötlich, von Zarte 4 bis 4,5 und Gewicht 2,1. Chemisch ist es ein wasserhaltiges (etwa 21 Proz.) Kalk-Thonerdesilikat mit kleiner Kalimenge, doch lassen sich die zahlreich ausgeführten Analysen nicht füglich auf eine einfache Formel zurückführen, weshalb wohl hier Mischungen verschiedener Silikate vorliegen. Salzsäure bewirkt völlige Zersetzung unter Abscheidung von schleimigem Kieselpulver. Der C. findet sich in Blasenräumen von Basalten, Phonolithen, Melaphyren z. B. auf den Färöer, Island, in Schottland, bei Aussig, Oberstein, im Fassathal, auch in Drusen des Harzer Granits, auf den Erzgängen von Andreasberg und bei Baveno; als ganz jugendlicher Absatz aus Gewässern wurde er von Daubrée auf dem röm. Mauerwerke von Plombières und Luxeuil (Depart. Haute-Saône) entdeckt.

Chabir (arab.) wird in den Wüsten Nordafrikas der wegkundige Führer genannt.

Chablais, Le (spr. schabläh), Landschaft in Savoyen, im N. vom Genfersee, im W. und O. von den schweiz. Kantonen Genf und Wallis, im S. von der Landschaft Faucigny begrenzt, ist ein fruchtbares, von der Dranse bewässertes Voralpenland. Durch den Süden der Landschaft ziehen sich von SW. nach NO. die Chablaisalpen (s. Westalpen); nördlich lehnt sich an dieselben eine von einzelnen Hügelkämmen durchsetzte Hochebene, westlich von der Dranse etwa 500 m, östlich von derselben gegen 700 m hoch, die terrassenförmig zum Genfersee abfällt. Die bedeutendsten Orte sind die Hauptstadt Thonon (s. d.) und der Badeort Evian-les-Bains (s. d.). Der wichtigste Verkehrsweg ist die Eisenbahnlinie Genf-Annemasse-Thonon-Evian-Bouveret, mit Anschluß an die schweiz. Rhônethalbahn. - Die Römer nannten das Land, weil sie Stutereien daselbst hatten, caballicus pagus. Konrad II. schenkte es dem Grafen Humbert von Savoyen, dessen Nachfolger sich

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]