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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Christian I. (König von Dänemark) - Christian III. (König von Dänemark)
1599 als dritter Sohn dcs Herzogs Heinrich Julius
von Braunschweig-Nolfenbüttcl, wurde 1616 zum
Administrator des Stifts Halberstadt gewählt. Nach-
dem er unter Moritz von Oranien gegen die Spamer
gekämpft hatte, kam er nach der Schlacht am Weißen
Berge dem vertriebenen Kurfürsten Friedrich V. von
der Pfalz zu Hilfe und gelobte der Kurfürstin Elisa-
beth, nicht zu ruhen, bis er sie und ihren Gemahl in
ihre Lande wieder zurückgeführt hätte. Mit einem
geworbenen Heer plünderte er 1621 am Main und
in Westfalen die kath. Kirchen und Klöster und ließ
aus dem erbeuteten Silber Münzen schlagen mit der
Inschrift "Gottes Freund, der Pfaffen Feind". Von
Tilly 20. Juni 1622 bei Höchst geschlagen und gleich
Mansfeld aus den Diensten des Pfalzgrafen ent-
lassen, schlug er sich mit Mansfeld zu Moritz von
Oranicn durch, besiegte 29. Aug. 1622 die Spanier
bei Fleurus, wobei er den linken Arm verlor, und
entsetzte Bergen op Zoom. Hierauf wandte er sich
wieder nach Paderborn und Hildesheim, zog sich
aber bei Tillys Annäherung nach Westfalen zurück,
wurde jedoch von Tilly eingeholt und 6. Aug. 1623
bei Stadtlohn an der Verkel geschlagen. Er entkam
wieder zu Moritz von Oranien, reiste nach England,
um Jakob I. zur Unterstützung dcs Pfalzgrafen zu
bewegen, und trat dann in die Dienste Christians IV.
von Dänemark. Vom Herzog Friedrich Ulrich von
Braunschweig mit der Verwaltung des Landes be-
traut, machte er glückliche Streifzüge, nahm Pader-
born, entsetzte Northeim, starb aber schon 16. Juni
1626 zu Wolfenbüttel.
Christian I., Stifter des oldenburg. Hauses
in Dänemark, geb. 1426 als Sohn Dietrichs dcs
Glücklichen, Grafen von Oldenburg, und Hcdwigs,
Schwester des Herzogs Adolf von Schleswig, ward
1448 nach dem Tode Christophs III., dessen junge
Witwe Dorothea von Brandenburg er heiratete, zum
König von Dänemark gewählt. 1450 gelang es ihm
auch Norwegens Krone zu gewinnen; in Schweden
dagegen, wo er seit 1457 herrschte, vermochte er nicht
festen Fuß zu fassen, vielmehr erfochten die Schweden
unter Sten Sture in der Schlackt am Vrunkeberge
bei Stockholm 1471 ihre Unabhängigkeit. Nach
herzog Adolfs Tode 1460 war (5. auch zum Herzog
von Schleswig und Grafen von Holstein gewählt
worden. Er starb 21. Mai 1481. In C.s Ne-
aierungszeit fällt die Gründung der Universität zu
Kopenhagen, 1479.
Christian II., König von Dänemark und Nor-
wegen, Herzog von Schleswig-Holstein, Sohn dcs
Königs Johann, geb. 1. Juli 1481 zu Nyborg auf Fü-
nen, regierte seit 1506 als Statthalter in Norwegen
und folgte seinem 20. Febr. 1513 gestorbenen Vater
durch Wahl der Stände in Dänemark und Norwegen
und der einen Hälfte von Schleswig-Holstein, wäh-
rend die andere Hälfte sein Oheim, Herzog Friedrich,
beherrschte. Schon als Prinz hatte C. in Bergen
einen Liebeshandel mit dcr schönen Holländerin
Dyvcke (s. d.) angeknüpft, deren Mutter Sigbrit
Willums dann die einflußreichste Ratgeberin des
jungen Königs wurde. Er vermählte sich 1515 mit
Elisabeth (Isabella), der Schwester Kaiser Karls V.
C. hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, den unterdrückten
Bürger- und Bauernstand zu heben und eine selb-
ständige Handels- und Gewerbthätigkeit zu be-
gründen. Dadurch kam er zunächst in Konflikt mit
den deutschen Hansestädten, welche bis dahin unter
dem Schutze ausgedehnter Privilegien fast aus-
schließlich den sscmdmav. Nordcn mit den Produkten
ihrer Industrie versorgt und den Ausfuhr- und
Zwischenhandel daselbst monopolisiert hatten. Aber
auch der dän. Adel fand sich durch die Reformen in
seinen Vorrechten und materiellen Interessen bedroht.
Obwohl die Schweden C. 1497 zum Thronfolger
gewäblt, hatten sie sich 1501 wieder von der Union
mit Dänemark und Norwegen losgesagt und die
Regierung einem Reichsverweser aus dem Geschlecht
der Sture übertragen. Nach einem erfolglosen Zuge
1518 schlug C. den Sten Sture und wurde 1520
in ganz Schweden als König anerkannt; aber un-
mittelbar nach der Huldigung hielt er ein furcht-
bares Gericht (Stockholmer Blutbad 8. bis 10. Nov.
1520) über seine Gegner, wobei über 600 der vor-
nehmsten Männer Schwedens den Tod fanden. Die
Folge war ein neuer Aufstand unter Führung des
Gustav Wasa (s. Gustav I., König von Schweden),
der mit der definitiven Losreihung Schwedens von
der Kalmarischen Union endigte. Nun erklärten auch
die Hansestädte den Krieg, der Adel in Iütland
empörte sich und bot dem Herzog Friedrich von
Schleswig-Holstein die dän. Krone an. C. floh im
April 1523 mit seiner Familie und seinen Schätzen
von Kopenhagen nach den Niederlanden, während
sein ganzes Reich binnen wenigen Wochen dem neuen
König Friedrich I. (gest. 1533) zufiel. Die Versuche
C.s, den Thron wiederzuerlangen, blieben erfolglos.
Ein Heer, das er noch 1523 in Deutschland werben
ließ, lief bald wegen Geldmangels auseinander.
Bei einem zweiten Angriff auf Norwegen (1531)
ward er selbst gefangen. Zwar kämpfte in dem
Kriege, der nach dem Tode Friedrichs I. über Däne-
marl hereinbrach (der sog. Grafenfehde, 1534-36),
nochmals eine Partei für die Wiedereinsetzung C.s;
aber sie unterlag, und der König blieb bis an seinen
Tod in Gefangenschaft. Er ward zuerst auf dem
Schloß Sonderburg auf Alsen in Gewahrsam ge-
halten , seit 1549, nachdem er 1546 auf die Krone
verzichtet hatte, auf dem Schloß Kallundborg auf
Seeland, wo er 25. Jan. 1559 starb. C. hinterlieh
keine männliche Nachkommenschaft. Von seinen bei-
den Töchtern ward Dorothea an den Kurfürsten
Friedrich II. von der Pfalz, Christine erst mit Franz
Sforza, dann mit Herzog Franz von Lothringen
verheiratet. - Vgl. Vehrmann, Kong Christian II.
Historie (2 Bde., Kopenh. 1815), und Allen, De tre
nordiske Nigers Historie, 1497-1536, Bd. 1-5
(ebd. 1864-72).
Christian III., König von Dänemark und
Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, geb.
12. Aug. 1503 als Sohn Friedrichs I., vermochte,
trotzdem er 1534 von den Ständen zum König ge-
wählt wurde, doch erst nach mehrjährigen Kämpfen
mit Lübeck und nach Beendigung der fog. "Grafen-
fehde" (s. d.) 1536 in den ruhigen Besitz des Reichs
zu gelangen. Die Reformation wurde nun auf dem
Reichstage zu Kopenhagen Okt. 1536 eingeführt',
gleichzeitig verlor Norwegen seine Selbständigkeit
und blieb seitdem (bis 1814) ein Bestandteil der
dän. Monarchie. Unter C. wurde die Macht des
Königs bedeutend vermehrt, indem die meisten
Güter der aufgehobenen Bistümer und Mö'ster in
seinen Besitz kamen. 1544 teilte er Schleswig und
Holstein mit seinen beiden Brüdern und schloß mit
Kaiser Karl V., mit dem er in Krieg verwickelt war,
einen Vergleich zu Speier. Er war ein thatkräftiger
und frommer Mann, der mit den deutschen Refor-
matoren und Gelehrten, besonders Luther, Melanch-
thon, Bugenbagen, in Briefwechsel stand. Seit
Artikel, die man unter C vermißt, sind murr K auszusuchen.