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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cistrose; Cistudo; Cistus; Citadelle; Citadellschiff

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Cistrose – Citadellschiff

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Cistophorus'

Weinbeeren umgebenen Ciste (Mystische Lade, s. d.). Auf der andern Seite ist der abgekürzte Name der Stadt, die sie geprägt, angegeben. Der C. war eine sehr beliebte Münze und wurde in vielen Städten Kleinasiens und Kretas geprägt; sie wog etwa 12,5 g, nach dem von den Ptolemäern eingeführten Fuße etwa 14 g. – Vgl. Pinder, Über die Cistophoren (Berl. 1856).

Cistifloren (S. 335b): 1. 
                    Thea chinensis (Thee); a Blüte, b Frucht, beide in nat. Gr. 2. Cistus creticus 
                    (Ciströschen); a Blütengrund nach Entfernung der Blumenkrone und des größten Teils der Staubgefäße, b Frucht im Durchschnitt. 3. 
                    Viola silvestris (Waldveilchen); a normale, b kleistogame Blüte, c letztere im Durchschnitt, vergrößert, d ein Staubgefäß 
                    derselben. 4. Reseda luteola (Färberwau); a Blüte vergrößert, b Fruchtknoten stark vergrößert, c Frucht vergrößert.
[Zum Artikel Cistifloren] Figur: Cistifloren (S. 335b): 1. Thea chinensis (Thee); a Blüte, b Frucht, beide in nat. Gr. 2. Cistus creticus (Ciströschen); a Blütengrund nach Entfernung der Blumenkrone und des größten Teils der Staubgefäße, b Frucht im Durchschnitt. 3. Viola silvestris (Waldveilchen); a normale, b kleistogame Blüte, c letztere im Durchschnitt, vergrößert, d ein Staubgefäß derselben. 4. Reseda luteola (Färberwau); a Blüte vergrößert, b Fruchtknoten stark vergrößert, c Frucht vergrößert.

Cistrose (Cistus L.), Pflanzengattung aus der Familie der Cistaceen (s. d.) mit gegen 20, sämtlich mediterranen Arten. Es sind Sträucher oder Halbsträucher mit gegenständigen, ganzen Blättern und meist ansehnlichen, jedoch sehr vergänglichen roten, lilaroten oder weißen, öfters zweifarbigen Blumen. Mehrere Arten schwitzen an den Zweigen ein zähes, wohlriechendes Harz aus, das gesammelt wird und als Ladanumharz (Resina oder Gummi Ladanum) im Handel ist, aber nur noch zum Räuchern verwendet wird. Besonders liefern es die kretische C. (Cistus creticus L., s. Abbildung zu Artikel Cistifloren, Fig. 2), die cyprische C. (Cistus cyprius Lam.) und die Ladanum-Cistrose (Cistus ladaniferus L.), sämtlich in Südeuropa und im Orient, letztere namentlich in Spanien und Portugal, wo sie ganze Quadratkilometer fast allein bedeckt, z.B. in der Sierra Morena. Einige Arten der C., wie die in Spanien einheimische lorbeerblätterige C. ↔ (Cistus laurifolius L.) und andere, werden als Zierpflanzen gezogen, gedeihen aber in Deutschland nur im Orangeriehause.

Cistūdo, s. Sumpfschildkröten.

Cistus, s. Cistrose.

Citadelle, kleine ringsum geschlossene Festung, welche, innerhalb einer größern gelegen oder einen Teil ihrer Umwallung bildend, als Reduit des ganzen Platzes dient; nach dem Verlust der übrigen Umwallung soll sie die sich zurückziehende Besatzung aufnehmen und den Angreifer zu einer zweiten Belagerung nötigen. Zuweilen hatten C. auch den Zweck, die eigene zu Aufruhr geneigte Stadtbevölkerung in Gehorsam zu erhalten. Beide Rücksichten erfordern zwischen der C. und der Stadt einen ebenen und völlig unbebauten Raum, die Esplanade, die der C. auch nach dieser Seite freies Schußfeld giebt. Der Begriff der C. wird zuweilen auch auf vorgeschobene Werke und größere Befestigungsanlagen (Schlüsselpunkte) angewendet, insofern deren Wegnahme nötig ist, wenn der Feind selbst nach dem Eindringen in das Innere des Platzes sich als Herr derselben ansehen will (Feste Friedrich Karl bei Metz).

Citadellschiff, ein Panzerschiff (s. d.), dessen Seitenwände nur in der Mitte, etwa auf ein Drittel der Schiffslänge, bis zum Oberdeck hinauf gepanzert sind, während der vordere und hintere Schiffsteil

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 337.

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