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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Citronenfink - Citrullus

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Zitronenfalter'

Weibchen grünlich weißgelb. Die grüne Raupe lebt auf dem Kreuzdorn.

Citronenfink (Citrinella alpina Bonp.), ein 15 cm langer Fink mit vorherrschend gelbgrüner Färbung des kleinen Gefieders, schwärzlichen gelbgrün geränderten Schwung- und Steuerfedern; bewohnt hauptsächlich Südeuropa in höhern Gebirgslagen, scheint aber in neuerer Zeit nach Norden vorzurücken, da er öfter in den Gebirgen Süd- und Mitteldeutschlands als Brutvogel beobachtet wurde.

Citronengrasöl , ein ätherisches Öl, das dem Citronellaöl (s. d.) sehr ähnlich ist.

Citronenkampfer, s. Citronenöl.

Citronenöl, Cedroöl, Oleum Nitri, das in der Fruchtschale der Citrone in großen Öldrüsen aufgespeicherte ätherische Öl, dem die Citrone ihr Aroma und ihren Geruch verdankt. Dasselbe wird vorzugsweise im südl. Italien gewonnen, indem die reifen Früchte zunächst entschält werden. Die geschälten Früchte dienen zur Gewinnung der Citronensäure. Die zerrissene Schalenmasse liefert beim Auspressen das Öl als eine dicklich schleimige emulsionsähnliche Flüssigkeit, aus der sich das Öl beim Stehen an der Oberfläche abscheidet; dasselbe wird in dieser Form gewöhnlich in den Handel gebracht, dann aber durch Dampfdestillation rektifiziert. Das C. ist gelb gefärbt, nach der Rektifikation farblos, von angenehmem, aromatischem Geruch, starkem Lichtbrechungsvermögen, dreht die Ebene des polarisierten Lichtes nach rechts. Der Luft und dem Licht ausgesetzt, färbt es sich dunkelgelb, wird dickflüssig, sauer und scheidet festen Citronenkampfer oder Citropten, C10H18O5, ab. Es findet Verwendung namentlich in der Parfümerie; in der Pharmacie dient es als geschmackverbesserndes Mittel. Der Citronenzucker oder Citronenölzucker der Apotheken, Elaeosaccharum Citri, wird durch Verreibung des Öls mit Zucker (ein Tropfen C. auf 2 g Zucker) dargestellt. Das C. enthält als Hauptbestandteile zwei Terpene, Citren (s. Limonen) und Pinen (s. d.).

Citronensaft, der durch Auspressen aus den Citronen gewonnene Saft, der im südl. Italien, auf Sicilien, den westind. und griech. Inseln und der Nordküste von Afrika im Großen gewonnen wird. Er kommt teils in frisch gepreßtem, trübem Zustande während der Wintermonate zur Versendung, wobei er meist in Gärung übergeht und terpentinartig riecht, teils wird er an Ort und Stelle bis auf ein spec. Gewicht von etwa 1,24 eingekocht und besitzt dann einen brenzlichen Geruch und braune Farbe («Agro limone cotto»). Der Versand erfolgt in Fässern von 400 bis 500 kg Inhalt. C. dient als Rohmaterial für die Bereitung der Citronensäure, von der er im neu eingedickten Zustande 5-7 Proz. enthält, wird auch in gereinigtem und geklärtem Zustande für medizinische und Haushaltszwecke verwendet.

Citronensäure, Citronsäure, Acidum citricum, eine organische Säure von der Formel: C6H8O7 + H2O oder C3H4(OH)(COOH)3+ H2O. Sie ist als Oryallyltricarbonsäure aufzufassen. Diese im Pflanzenreich sehr verbreitete Säure wurde 1784 von Scheele entdeckt, von Berzelius und namentlich von Liebig näher studiert. Sie findet sich am reichlichsten im Saft der Citronen, außerdem in Preißelbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren u. v. a. Zur Darstellung wird Citronensaft (s.d.) aufgekocht (zur Koagulation von Eiweißstoffen), filtriert ↔ und siedend mit Schlemmkreide und Kalkmilch gesättigt. Das ausgeschiedene citronensaure Calcium, Calciumcitrat, wird mittels Schwefelsäure zersetzt und das Filtrat zur Krystallisation eingedampft. Die C. krystallisiert in rhombischen Prismen von angenehm reinsaurem Geschmack, ist in der Kälte in zwei Drittel, bei Siedhitze in der Hälfte ihres Gewichts in Wasser löslich, schwer in Alkohol, in Äther unlöslich. Bei 50° beginnt sie zu verwittern, schmilzt bei 100° in ihrem Krystallwasser, wird bei 130° wasserfrei. Steigert man die Temperatur bis 175°, so verwandelt sie sich in Aconitsäure. und bei weiterm Erhitzen destillieren Itaconsäure- und Citraconsäureanhydrid. Die C. hat viele Ähnlichkeit mit der Weinsäure, unterscheidet sich aber von dieser durch folgende Merkmale: Beim Verkohlen der C. ist nicht ein Geruch nach verbrennendem Zucker wahrnehmbar; ihre Lösung bleibt beim Neutralisieren mit Kalkwasser in der Kälte klar, erst beim Sieden scheidet sich Calciumcitrat ab; Lösungen neutraler citronsaurcr Alkalien geben nicht in der Kälte, nur bei Siedhitze mit Chlorcalcium einen Niederschlag; das saure citronsaure Kalium ist leicht löslich; C. ist optisch inaktiv.

Die C. ist eine Tricarbonsäure, also dreibasisch und giebt dem entsprechend drei Reihen von Salzen, die jedoch wenig allgemeineres Interesse haben. Von denselben sind in das Deutsche Arzneibuch aufgenommen: Citronensaures Eisenoxyd, Ferrum citricum oxydatum. Das Präparat erscheint als durchscheinende, rote Plättchen, die in kaltem Wasser löslich sind. Citronensaures Eisenchinin, s. Chinin. Das Magnesium citricum effervescens (Brausemagnesia) des Deutschen Arzneibuchs ist eine dem Brausepulver ähnliche Mischung von C., kohlensaurem Magnesium, doppeltkohlensaurem Natrium und Zucker.

Die C. findet vielfache Verwendung: zur Bereitung erfrischender Getränke 4-6 g nebst Zucker in 1 l Wasser gelöst, als Heilmittel, namentlich gegen Skorbut; ferner in der Kattundruckerei, wo sie entweder auf das Zeug gedruckt wird, um die bedruckten Stellen vor Annahme gewisser Farben zu bewahren, oder zur Erhöhung mancher Farben dient. Der Preis der C. ist 1893 je nach der Reinheit 3,7 bis 5 M. für das Kilogramm.

Citronenzucker, s. Citronenöl.

Citronïn, ein goldgelber künstlicher Farbstoff, der durch Einwirkung von Salpetersäure auf Diphenylamin entsteht. Er besteht hauptsächlich aus Tetranitrodiphenylamin, NH(C6H3(NO2)2)2, und kommt auch mit Diphenylaminorange gemengt in den Handel. C. dient zum Färben von Seide und Wolle.

Citronsäure, s. Citronensäure.

Citroptën, s. Citronenöl.

Citrullengurke, Wassermelone, s. Melone.

Citrullus Schrad., Pflanzengattung aus der Familie der Cucurbitaceen (s. d.) mit nur wenigen Arten in den Mediterranländern und im tropischen Asien. Es sind ausdauernde, niederliegende, krautartige Pflanzen mit einhäusigen, gelben Blüten, mit drei Staubgefäßen bei den männlichen. Zwei Arten werden in Südeuropa vielfach kultiviert: C. vulgaris Schrad. (Cucumis citrullus L".) und C. colocynthis Schrad.. (Cucumis colocynthis L.; s. Tafel: Campanulinen, Fig. 5). Erstere liefert die Wassermelonen (s. Melone), letztere die Koloquinten oder Koloquinten-Äpfel (s. Koloquinten).

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