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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Citrum; Citrus

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Citrum - Citrus

Citrum (lat.), das Holz des morgenländ. Lebensbaumes (s. Thuja), galt bei den alten Römern für die kostspieligste Holzart und wurde zu Schnitzereien und eingelegten Arbeiten sowie zu Tischplatten verwendet.

Citrus L. (Orange, Apfelsine, Citrone), Gattung aus der Pflanzenfamilie der Rutaceen (s. d.), Abteilung der Aurantiaceen. Die Arten derselben sind im tropischen Asien, namentlich in Ostindien, sowie in Japan, China heimisch, wurden aber durch die Jahrtausende alte Kultur über alle wärmern Gegenden der Erde verbreitet. Es sind schöne, immergrüne Bäume, seltener Sträucher, mit wechselständigen, lederartigen, am Grunde gegliederten Blättern und sehr wohlriechenden Blüten, aus deren Fruchtknoten sich eine mehr oder weniger große, beerenartige vielfächerige Frucht (die sog. Hesperiden- oder Orangenfrucht) entwickelt, in deren mit Saft erfüllten Zellen wiederum die Samen eingebettet sind. Die Samen der Orangen haben zuweilen mehr als einen Keim, die der Citronen und Pomeranzen sogar 3–4. Alle Teile der Pflanze enthalten ölreiche Drüsen in Menge. Bei einigen Arten bilden sich die Knospen in den Blattwinkeln in Dornen um. Bei der Jahrtausende alten Kultur und weiten Verbreitung der verschiedenen Arten dieser Gattung entstanden zahlreiche Formen und Varietäten, die sich nicht allein durch die Früchte, sondern auch durch die Blätter und Blüten unterscheiden.

Die wichtigsten Arten und deren Formen sind folgende:

1) C. aurantĭum Risso, Orangenbaum mit süßer Frucht, Apfelsine, China- oder Sinaapfel (s. Tafel: Terebinthinen, Fig. 1), stammt aus Asien, kultiviert in Italien, Südfrankreich, Portugal. Stamm baumartig, Blätter länglich-eiförmig, gestielt, zuweilen gezähnt, Blattstiel mehr oder weniger geflügelt, Blüte weiß, Frucht rund oder stumpf-eiförmig, selten warzig, mit dünner Schale, goldgelb, manchmal rötlich, mit erhabenen Ölbläschen, Mark sehr saftig, süß und angenehm schmeckend. Formen: C. a. asperma, Orangen mit kernloser Frucht, letztere klein, rund und glatt, Mark rot, wird schon lange vor der gelben Färbung der Schale genießbar. C. a. balearica, Frucht kugelrund, sehr süß, von Mallorca und Minorca. C. a. duplex, Blüten oft gefüllt, Frucht glatt, fast kegelförmig. C. a. genuensis, Genueser Orange, Frucht mittelgroß, dunkelgelb, kugelrund. C. a. hierochuntica, Orange aus Jericho, Frucht kugelrund, Schale gelb, mit blutrotem, sehr süßem Mark. C. a. limoniformis, Frucht länglich bis birnförmig, Schale dünn, dunkelgelb, Fleisch gelb. C. a. melitensis, Malteser Orange, Schale rötlichgelb, Mark blutrot, süß und wohlschmeckend. C. a. nicensis, Nizzaer Orange, sehr reich tragend, dicke gelbe Schale, süßes Mark.

2) C. bigaradĭa Risso (C. vulgaris DC.), Orangenbaum, mit saurer oder bitterer Frucht, Bigaradie, Pomeranze, aus Indien, in Südeuropa sehr verbreitet. Stamm baumartig, niedriger als bei voriger, Blattstiel breit geflügelt, Blüten größer und von stärkerm Wohlgeruch, Frucht der vorigen ähnlich, Schale eben, mit vertieften Ölbläschen, Mark mehr oder weniger bitter oder sauer. Formen: C. b. asperma, Pomeranze mit kernloser, dickschaliger Frucht. C. b. bizarria, Bizarrerie-Pomeranze, bringt verschiedenartige Früchte, die halb pomeranzen-, halb limonen- oder citronenartig sind, Mark teils sehr süß, teils wieder sauer und bitter. C. b. corniculata, gehörnte Pomeranze, Frucht etwas flachgedrückt, mit hornartigen Auswüchsen, rötlichgelb. C. b. crispifolia, krausblätterige Pomeranze, Frucht rund, mit etwas runzeliger Schale, sehr reichtragend. C. b. hispanica, Spanische Pomeranze, starkes, dichtes, krauses Laub, Blüten zu verschiedenen Zeiten erscheinend, Frucht groß, mit trocknem Mark. C. b. mammilata, Pomeranze mit zitzenförmiger Frucht. C. b. myrtifolia, myrtenblätterige Pomeranze, niedrig bleibend, Blätter klein, zugespitzt, Frucht klein, kugelförmig, Mark schwach sauer. C. b. sinensis, Chinesische Pomeranze, Blätter klein, spitzeiförmig, Frucht klein, rötlichgelb, sehr dankbar blühend, wächst durch Stecklinge. C. b. violacea, violette Pomeranze, Frucht rund, klein, vor der Reife etwas violett.^[Spaltenwechsel]

3) C. bergamea Risso, Bergamottenbaum, Bergamotten-Orange, aus Asien, in Südeuropa kultiviert. Zweige mit oder ohne Dornen, Blätter länglich-zugespitzt oder stumpf, Blüten klein, weiß, sehr angenehm riechend, Frucht mittelgroß, birnförmig oder wulstig, Schale glatt, blaßgelb, mit vertieften Ölbläschen, Mark säuerlich, von sehr angenehmem Wohlgeruche. Formen: C. b. mellarosa, Mellarosa-Bergamotte, Zweige ohne Dornen, Blätter sehr dicht stehend, länglich-oval, Frucht glatt, rund gerippt oder gegittert, sehr schön. C. b. parva, kleinfruchtige Bergamotte, Frucht mittelgroß, kugelrund, Schale glatt, blaßgelb. C. b. torulosa, Bergamotte mit wulstiger Frucht.

4) C. limetta Risso, Limettenbaum, aus Asien, in Italien kultiviert. Zweige aufrecht, Blätter oval oder länglich, Blüten klein, weiß, Frucht eiförmig oder rundlich, mit zitzenförmigen Enden, blaßgelb, Ölbläschen vertieft, Mark etwas sauer. Formen: C. l. acris, Frucht klein, rund, glänzend grünlichgelb, mit sehr scharf schmeckender Schale, Mark süß. C. l. auraria, dornige Limette, Zweige dornig, Blätter klein, eiförmig, Blattstiele breit geflügelt, fast so groß und lang wie das Blatt, Blüten in Trauben, Frucht klein, rundlich-birnförmig, mit dicker Schale und süßem schmackhaftem Mark. C. l. Pomum Adami, Adamsapfel, Schale dick, goldgelb, Mark sehr sauer. C. l. romana, röm. Limette, Frucht runzelig, mit dicker Schale und süßem, etwas schmackhaftem Mark.

5) C. pompelmos Risso (C. decumana L.), Pompelmusbaum, aus Indien. Zweige mit und ohne Dornen, Blätter sehr groß, mit breitgeflügelten Blattstielen, Blüten sehr groß, weiß, Frucht meist sehr groß, rundlich oder birnförmig, Schale mit ebenen oder erhabenen Ölbläschen, Mark grünlich, meist sehr saftig, süß und wenig schmackhaft. Formen: C. p. vulgaris, gemeine Pompelmus, junge Triebe zuweilen flaumhaarig, Frucht sehr groß, kronlos. C. p. decumana, Pompoleon-Pompelmus, liefert die größten Früchte unter allen Orangen, bis 15 cm im Durchmesser, Form gewöhnlich birnförmig, Schale gelb, Mark wenig saftig, meist nicht zu verwerten, nur durch die Größe der Frucht zierend. C. p. racemosa, traubige Pompelmus, Früchte werden faustgroß und sind bis zu 15–18 Stück in Trauben vereinigt.

6) C. lumia Risso, Lumienbaum, in Italien vielfach kultiviert. Habitus, Blätter und Blüten stimmen mit dem Limonenbaum (s. 7) überein, die Früchte unterscheiden sich jedoch durch süßes Mark, Ölbläschen meist vertieft. Formen: C. l. aurantiaca, Lumie mit pomeranzenartigem Mark. C. l. dulcis,

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]