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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cornelĭus; Cornelĭus Nepos; Cornell University; Corner; Cornet; Cornēto Tarquinĭa; Cornetto; Corniāni

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Cornelius (Peter) - Corniani

bisher unausgeführt geblieben, allein C. hat 1844 - 45 die Entwürfe zu sämtlichen Bildern gezeichnet (Originale im Museum zu Weimar; gestochen von Thäter, mit Text von Brüggemann, Lpz. 1847) und 1845 - 66 die Kartons zu einer der Wände in der beabsichtigten Größe ausgeführt (seit 1876 in der Nationalgalerie zu Berlin), sodaß eine Vorstellung des riesigen Werks ermöglicht ist. Der Inhalt dieser Entwürfe, welche auf die vier Seiten des länglichen Raums verteilt gedacht waren, ist: der Sieg Christi über leiblichen und geistigen Tod, das Walten der Gnade Gottes über der sündhaften Menschheit, die evang. Geschichte und das Ende der Dinge nach der Offenbarung. Durchgeführt sind nur die Kartons: die Apokalyptischen Reiter (gestochen von Thäter; s. Tafel: Deutsche Kunst VII, Fig. 3) und darüber die Engel des Zornes, der Sturz Babels und darüber der zur Ernte sich anschickende Menschensohn, die Auferstehung der Toten und darüber der weckrufende Weltrichter, die Erscheinung des neuen Jerusalem und darüber der Sturz Satans; unterhalb in vier Friesstreifen (Predellen) die Werke der Barmherzigkeit. Die Mehrzahl der Kartons zeichnete C. in Rom, wo er zuletzt 1853 - 61 dauernd verweilte, mit Ausnahme einiger kleinerer Arbeiten, wie: Hagen den Nibelungenschatz in den Rhein versenkend (Ölbild in der Nationalgalerie zu Berlin; 1859) und die Nachtwandelnde Lady Macbeth (Museum zu Weimar; gestochen von Burger), ausschließlich mit den Campo-Santo-Kartons beschäftigt. Die Kartons sind photographisch mit Text von M. Jordan publiziert. 1862 nach Berlin zurückgekehrt, starb er daselbst 6. März 1867. Am 24. Juni 1879 wurde ihm in seiner Vaterstadt Düsseldorf ein Bronzedenkmal errichtet (von Donndorf) und 1881 seine Marmorstatue (von Calandrelli) in der Vorhalle des Berliner Museums aufgestellt.

Vgl. Riegel, C., der Meister der deutschen Malerei (Hannov. 1866; 2. Aufl. 1870); A. von Wolzogen, Peter von C. (Berl. 1867); Herm. Grimm, Neun Essays (ebd. 1865); Ernst Förster, Peter von C. Ein Gedenkbuch aus seinem Leben und Wirken (2 Bde., ebd. 1874); Carriere, Peter C. (in Bd. 7 des "Neuen Plutarch", Lpz. 1880).

Cornelĭus, Peter, Neffe des vorigen, Komponist und Dichter, geb. 24. Dez. 1824 zu Mainz, studierte Musik unter Dehn in Berlin und ging 1853 nach Weimar. Hier schrieb er neben andern Werken die komische Oper "Der Barbier von Bagdad" (1859), lebte 1860 - 64 in Wien und wurde dann nach München als Professor der Harmonielehre an der königl. Musikschule berufen. Er starb 26. Okt. 1874 in Mainz. C. hat sich als ein Komponist von Gemütstiefe und ernstem künstlerischem Streben gezeigt. Besonders wertvoll sind seine allerdings wenig gesanglichen Kompositionen für gemischten und für Männerchor: "Trauerchöre für Männerstimmen" (Op. 9), "Chorgesänge" (Op. 11), "Vier ital. Chorlieder" (Op. 20) u. a. Unter seinen sinnigen Liedern für 1 Stimme mit Begleitung haben namentlich die "Weihnachtslieder" (Op. 8) große Verbreitung gefunden. Eine zweite Oper, "Der Cid", erschien Weimar 1865; "Gunlöd" (Text nach der "Edda") wurde von Hofpaur, nach diesem von Lassen vollendet und in dessen Bearbeitung 1892 in Straßburg aufgeführt. Als lyrischer Dichter veröffentlichte C. außer einer Verdeutschung der Sonette von Mickiewicz (Lpz. 1868): "Ein Sonettenkranz für Frau Rosa von Milde" (Weim. 1859) und "Lieder" (Pest 1861), die von einer wahren, ungekünstelten Empfindung zeugen (gesammelt, hg. und eingeleitet von Ad. Stern, Lpz. 1890). - Vgl. Kretzschmar, P. C. (ebd. 1880); Sandberger, Leben und Wirken des Dichtermusikers P. C. (ebd. 1887); A. Lesimple, P. C., der Schöpfer des "Barbier von Bagdad" (Dresd. 1890).

Cornelĭus Nepos, s. Nepos.

Cornell University (spr. juniwörs'tĭ), s. Ithaca.

Corner (engl., "Winkel", "Ecke"), in England und Amerika die Vereinigung von Großhändlern, welche alle verfügbare Ware zu dem Zwecke aufkauft, um den Preis derselben vollständig zu beherrschen. Verabreden sich die Produzenten, nur unter voraus festgestellten Bedingungen ihre Produkte auf den Markt zu bringen, so entsteht ein Ring. Während der Ring die Regelung der fortlaufenden Produktion zur Hauptaufgabe hat, bezieht sich der C. vorzugsweise auf landwirtschaftliche und Kolonialprodukte, deren vorhandene Menge bis zur nächsten Ernte nicht mehr vermehrbar ist. (S. auch Kartell.) - In der Gardinenbranche bezeichnet C. (auch in Deutschland) eine Probe von abgepaßten Fenstervorhängen.

Cornet (frz., spr. -neh), s. Kornett.

Cornēto Tarquinĭa, Stadt im Kreis Civitavecchia der ital. Provinz Rom, an der Marta und an der Linie Pisa-Rom des Mittelmeernetzes, ist Sitz eines Bischofs, hat (1881) 4797, als Gemeinde 6175 E., ein Kastell der Gräfin Mathilde mit schöner Kirche, einen Palazzo Municipale und zahlreiche mittelalterliche Paläste. In der Nähe lag die alte etrusk. Stadt Tarquinii, die Stadt der Tyrrhener, wahrscheinlich einst die Hauptstadt der zwölf etrusk. Bundesstädte, welche im 8. Jahrh. durch die Saracenen zerstört wurde. Von der alten Stadt selbst sind nur sehr geringe Reste vorhanden, aber die Totenstätte, welche sich fast 5 km weit auf dem Hügelrücken (i montarozzi genannt) hinzieht, ist eine der größten Merkwürdigkeiten Italiens. Die Erdhügel sind meist verschwunden, die zu den Gräbern führenden horizontalen Gänge erhalten. Unter den bisher geöffneten Gräbern (grotte genannt) bieten mehr als zwanzig ganz besonderes Interesse, so die Grotta de' cacciatori, Grotta del triclinio, del Orco, del Tifone, Querciola, del cardinale, delle iscrizioni, delle bighe, del Barone, alle mit Wandgemälden geschmückt, die die ganze Entwicklung der Etruskischen Kunst (s. d.) veranschaulichen. Die Geräte, Waffen, Vasen, Altäre, Schmucksachen u. s. w., welche sich in den Gräbern vorgefunden, sind in frühern Jahren in verschiedene Museen gewandert; die aus vorgriech. Zeit (auch Bronze- und Bernsteingegenstände), welche aus den ältern, tombe a pozzo und tombe a fossa genannten Gräbern stammen, tragen noch asiat. Gepräge. Die größte der Grabkammern (sog. Grotta del cardinale) mißt 5,5 m, ist kaum mannshoch und hat vier aus dem Felsen gehauene Pfeiler, während an der Wand umher eine Bank läuft; in einer andern fanden sich 14 Sarkophage und 4 Leuchter. In C. T. befindet sich eine reiche Privatsammlung lokaler Altertümer, das Museo Bruschi, und das seit 1874 angelegte Museo etrusco municipale bereichert sich infolge der von der Stadt unternommenen Ausgrabungen immer mehr.

Cornetto (ital.), s. Kornett und Zinke.

Corniāni, Giovanbattista, Graf, ital. Litterarhistoriker, geb. 28. Febr. 1742 zu Orzi-Nuovi im

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