Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

542
Costa Cabral - Costa-Rica
- 28 unternahm er mit Franc. Orioli und Franc.
Cardinali die Durchsicht des großen Wörterbuchs der
Crusca. Er war ein ausgezeichneter Prosaist, wie er
dies namentlich durch das "VioFio äel coiit6 Hiul.
?örticari" (1823), durch die Novelle "Dkiustiio äi
Hlockous" (Vened. 1825), deren Stoff er dem "ttii
Via.8" entnahm, und philos. Schriften bewies. Dahin
gehört vor allem sein "Diäcoi-Fo Lull", sinteßi 6
8u11'ana1i8i". In einer andern Schrift wendete er
sich gegen denMesmerismus; auch schrieb er gegen
Lamennais. Ferner übersetzte er mit Giov. Macchetti
den Anakreon (hg. von Voschini, Bologna 1869),
Homers "Batrachomyomachie" und Schillers "Don
Carlos". Seine Werke erschienen gesammelt Bologna
1825 und Florenz (2 Bde.) 1829-30 und (4 Bde.)
1839. - Biographien C.s lieferten G. F. Rambelli
(Bologna 1837) und Mordani (Forll 1840).
Costa Cabräl, Antonio Vernardo da, Graf
von Thomar, portug. Staatsmann, geb. 9. Mai
1803 zu Fornas de Algodres in Ober-Veira, stu-
dierte in Coimbra und wurde später von Dom
Pedro als Prokurator beim Obertribunal zuOporto
angestellt. Bald nachher erhielt er eine Richter-
stelle in Lissabon, wo er 1835 in die Deputierten-
kammer gewählt wurde. Hier war er anfangs
einer oer Führer der Septembristen (Radikalen),
ging aber bald zur Hofpartei über und wurde 1838 !
Civilgouverneur von Lissabon und 1839 Minister
der Justiz und der geistlichen Angelegenheiten. Durch
einen von ihm erregten Aufstand in Oporto
(19. Jan. 1842) suchte er die Verfassung von 1820
zu beseitigen und stellte 11. Febr. die (^rta. ä6 1e^
wieder her, worauf ihn die Königin zum Grafen
von Thomar ernannte. Seitdem regierte er als
Minister des Innern mit größter Willkür und
Strenge, drückte das Volk durch Abgaben, ver-
schwendete die Staatseinnahmen und zog sich da-
durch den Haß aller Parteien zu, fand aber am
Hofe Billigung und Unterstützung. Die Folge
hiervon war ein Aufstand, der sich schnell über
das ganze Land verbreitete und 17. Mai 1846 den
Rücktritt des Ministers veranlaßte. Im Juni
1849 konnte die Hofpartei es wagen, den Grafen
Thomar wieder an die Spitze der Regierung zu
stellen, obgleich der Haß des Volks gegen ihn sich
keineswegs vermindert hatte. Gegen sein Willkür-
regiment erhob sich im Verein mit allen Gegnern C.s
der Marschall Saldanha, erzwang die Entlassung
des Ministers und bildete ein neues Kabinett. C., der
26. April 1851 seine Entlassung genommen hatte,
entfloh nach England. Doch kehrte er im Febr. 1852
nach Lissabon zurück, war1859-61 portu ^Gesandter
in Brasilien und seit 1862 Mitglied des Staatsrats
und Präsident des höchsten Verwaltungstribunals.
Er starb 1. Sept. 1889 in San Juan de Flor.
vost". Ävi 2a.i33.ino, s. Balsamküste.
Cofta-Nica (d. h. reiche Küste), früher das süd-
lichste Glied der Vereinigten Staaten von Central-
amerika (s. d.), seit 1842 eine selbständige Republik,
reicht von der Südsee bis zum Karibischen Meer
und grenzt im SO. an die columbianische Provinz
Panama und im N. an die Republik Nicaragua,-
mit welchem 1888 durch Schiedsspruch'des Präsi-
denten der Vereinigten Staaten eine Grenzregulie-
rung zu stände gekommen ist. Danach reicht das
Gebiet nördlich bis an den San-Iuan-Fluh und den
Nicaraguasee und bedeckt 54070 oder 59 570 likin.
Bodcngestaltuug. Der größte Teil ist gebirgig,
indem es von SO. gegen NW. von der an die Cor-
Artitel. die man unter C verm
dillcra von Veragua sich anschließenden und an der
Nordgrenze abfallenden Cordillera durchzogen wird.
Dieselbe spaltet sich in mehrere Parallelketten, welche
durch Querjoche getrennte Hochflächen und Längen-
thäler einschließen. Sie sendet nach O. und W.
Seitenketten aus, zwischen denen sich 700-1000 m
hohe Thäler öffnen, während die mittlere Höhe der
innern Hochebenen zwischen 1000 und 2000 m be-
trägt. Innerhalb der Cordillera erhebt sich eine
Reihe von Piks und kleinern Berggruppen, die meist
vulkanisch und zum Teil noch thätig sind. Der süd-
lichste ist der Pico blanco (2914 m). Ihm Zunächst
folgt der Ujum (2927 m), der Leon und in der Nähe
der Hauptstadt der Irazu (Volcan de Cartago)
mit drei Spitzen, deren höchste 3414 m erreicht, dann
der Turialba (3358 m), Varba und Poas (2644 m),
letzterer, wie der Turialba, noch thätig. Eine dritte
Gruppe findet sich südlich vom Nicaraguasee: Te-
norio (1436 m), Mravalles, Rincon de la Vieja
(beide thätig) und Orosi (1616 m). Die Schneegrenze
wird von keinem erreicht. Die Abfälle des Hoch-
landes sind gegen W. durch ausgedehnte Terrassen
vermittelt, nach N. dagegen, zum Thale des San
Juan sowie zum Antillenmeer, sehr steil. Größere
Küstenebenen kommen nur auf der Westseite vor, die
sich auch durch größere Küstenentwicklung aus-
zeichnet, namentlich durch die große Bai von Nicoya
mit dem Hafen Punta-Arenas und durch den herr-
lichen Golfo-Dulce. Bei dieser Gestaltung des Landes
können größere schiffbare Flüsse nicht zur Entwicklung
gelangen. Die wichtigsten sind der Rio Grande,
der Teliri, der Parismina oder Reventazon, sowie
zahlreiche Nebenflüsse des Rio San Juan. Der
Boden ist sehr fruchtbar und erzeugt, je nach Ver-
schiedenheit der Erhebung und der klimatischen Re-
gionen, alle centralamerik. Kulturpflanzen iu größter
Mannigfaltigkeit, Vollkommenheit und Fülle.
Pflanzen- und Tierwelt, s. Centralamerika.
Klima. Das Klima ist im ganzen gesund, un-
vergleichlich angenehm auf dem Tafelland von San
Ioft, wo ein ewiger Frühling herrscht. Hier in
1145 in Höhe hat das Jahr eine Mitteltemperatur
von 20,8°, der kühlste Monat Dezember 20,i° 0., der
wärmste April 22,2, also ein höchst gleichmäßiges
warmes Klima mit 1651 mm Regen. Der Nord-
ostpassat weht von November bis Februar, setzt
dabei auf der atlantischen Seite Niederschläge ab,
ist aber sonst trocken. Auf der Südwestseite herrscht
dann Trockenzeit. Im März rückt der Kalmengürtel
nach N. vor und es beginnt die Regenzeit nach
mehrwöchiger Windstille. Im Mai, Juni, August,
September fallen die stärksten Regen. Die Vege-
tation ist dann im SW. am frischesten. Eine Unter-
brechung der Regenzeit findet Ende Juni zur Zeit
des nördlichsten Standes der Sonne statt, der sog.
Veranillo de San Juan. Die Regenzeit endet mit
Landregen im Oktober, Windstillen folgen und im
November tritt der Nordostpassat wieder ein. Die
atlantische Seite hat weit mehr Regen als die paci-
fische, eine eigentliche Trockenzeit fehlt hier fast ganz.
Demgemäß ist der Nordostabhang des Gebirges, so-
wie d:e vorliegende schmale Küstenebene mit undurch-
dringlichem Nrwalde bedeckt und weniger gesund als
die Südwestseite, auf welcher Savannen mit lichten
Wäldern abwechseln. Der Mincralreichtum scheint
nicht bedeutend zu sein; an der atlantischen Küste
sind Kohlenlager entdeckt worden.
Bevölkerung. C. hatte 18. Febr. 1892:243 200 E.,
darunter etwa 5000 Indianer, 1200 freie Neger,
ißt, sind unter K aufzusuchen.