Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

648

Cyclamin - Cyklische Dichter

in Deutschland, etwas tief gepflanzt und im Winter bedeckt, sehr gut im Freien ausdauern. C. persicum Mill. (s. Tafel: Kalthauspflanzen, Fig. 2) ist eine der beliebtesten Zierpflanzen, die sich in Töpfen leicht ziehen läßt. Nur darf man die Knollen nicht tief, sondern bloß etwa bis zum dritten Teil ihrer Stärke in den Boden setzen und nach Entwicklung der Blätter nicht zu reichlich gießen. Die Vermehrung geschieht durch Samen, welcher im September in Töpfe mit sandiger Heideerde gesät wird. Die jungen Pflanzen werden in kleinen Töpfen dicht unter den Fenstern des Kalthauses überwintert und während des Sommers in Mistbeeten kultiviert. Die Blütezeit fällt in die Wintermonate.

Cyclamin, C20H34O10 ^[C<sub>20</sub>H<sub>34</sub>O<sub>10</sub>], das Glykosid in den Wurzeln der Primulaceen, namentlich in den Knollen des Alpenveilchens (s. Cyclamen) reichlich enthalten, ein krystallinisches, zum Niesen reizendes Pulver.

Cyclanthera Schrad., Pflanzengattung aus der Familie der Cucurbitaceen (s. d.) mit etwa 30 im wärmern Amerika vorkommenden Arten; meist einjährige Pflanzen, mit kletternden Stengeln, ganzrandigen oder geteilten Blättern, kleinen weißen gelblichen oder grünlichen Blüten und kleinen, fleischigen aufspringenden Früchten. Die bekanntesten Arten sind: C. pedata Schrad., aus Mexiko und Centralamerika, mit geteilten und C. explodens Naud., aus dem tropischen Amerika, mit ganzrandigen Blättern. Ihre reifen Früchte springen bei der Berührung mit großer Kraft auf (explodieren) und schleudern ihren Samen auf diese Weise nach allen Richtungen fort. Man sät sie Anfang April im Warmhause oder warmen Mistbeete aus und pflanzt sie nach Mitte Mai auf eine sonnige Stelle ins freie Land an einem Spalier oder einer Laube aus.

Cyclas, s. Kugelmuscheln.

Cyclobranchia, s. Kreiskiemer.

Cyclomastiges, s. Geißeltierchen.

Cyclometopa, Bogenkrabben, s. d. und Krabben.

Cyclopen, s. Kyklopen.

Cyclopidiae, Hüpferlinge, eine Familie der freilebenden Copepoden (s. d.).

Cyclopterus, s. Seehase.

Cyclostoma, Kreismundschnecke, s. Landschnecken.

Cyclostomata, Cyclostomi, s. Rundmäuler.

Cydnus, s. Erdwanzen.

Cydonia, Pflanzengattung, s. Quitte.

Cygnidae, die Familie der Schwäne, s. Schwan.

Cygnopsis canadensis Bonnat., die canadische oder Schwanengans, s. Gans.

Cygnus, der Schwan; in der griech. Mythologie, s. Kyknos.

Cykadeen, s. Cycadeen.

Cykladen (grch. Kyklădes, d.i. Kreisinseln), bei den alten Geographen Name einer Inselgruppe des Ägäischen Meers, welche ihnen im Kreise um das heilige Delos (s. d.) angeordnet zu sein schien. Sie besteht aus drei von NNW. nach SSO. streichenden Reihen von Inseln: 1) die westl. Reihe, in der Fortsetzung der Halbinsel Attika, besteht aus den Inseln Keos, Kythnos, Seriphos, Siphnos; 2) die mittlere Reihe aus Giura, Syra, Paros und Antiparos; 3) die östl. Reihe, in der Fortsetzung der Insel Euböa, aus Andros, Tenos, Mykonos, Delos, Rheneia und Naxos. Dazu zieht man jetzt gewöhnlich noch eine südlichere Gruppe, welche die Alten zu den Sporaden rechneten, und welche umfaßt: Melos, Kimolos, Pholegandros, Sikinos, Ios, Amorgos, Santorin und Anaphi. (Vgl. die Einzelartikel.) Alle diese Inseln sitzen auf einem unterseeischen Plateau auf, welches nach SW. und S. zu dem tiefern Myrtoischen Meere abstürzt; an diesem Rande liegen die vulkanischen Inseln Santorin, Pholegandros, Kimolos und Melos, während die andern Inseln aus krystallinischen Schiefern, Marmor und (untergeordnet) Granit bestehen, im Anschluß an die krystallinischen Gebirge Attikas und Südeuböas. Die C. gehörten noch am Schluß der Tertiärzeit einem Festlande an, das erst seit dieser Zeit in Inseln aufgelöst worden ist (s. Archipelagus). Der höchste Berg ist der Ozia auf Naxos (1003 m). Die Inseln sind wasserarm und waldlos und erscheinen vom Meere aus kahl und öde, bergen aber im Innern vielfach fruchtbare und anmutige Thäler. Wein, Südfrüchte, Honig und Käse sind die Hauptprodukte der Inseln, von denen nur der erstere einen Ausfuhrartikel neben den mineralischen Produkten (Marmor auf Paros, Schmirgel auf Naxos, Schwefel und Mühlsteine auf Melos, Cimolit auf Kimolos, Puzzolanerde auf Santorin) abgiebt. Für Handel, Schiffahrt und Fischerei liegen die hafenreichen Inseln sehr günstig und ihnen widmen und widmeten sich stets zahlreiche ihrer Bewohner.

Die C. waren im frühesten Altertum von Phöniziern und Karern besetzt; später siedelten sich Griechen an, auf der nördl. und mittlern Gruppe meist Ionier, auf der südlichen Dorer. Die C. bildeten dann im Verein mit andern Inseln und Küstenstädten einen religiös-polit. Bund (eine sog. Amphiktyonie), deren Mittelpunkt Delos war. Nach den Perserkriegen gehörten sie zur athenischen Symmachie und traten auch später, wenigstens zum größern Teile, dem 378 v. Chr. begründeten zweiten athenischen Seebunde bei; nach dem Zerfall desselben kamen sie unter die Herrschaft teils der macedon., teils der ägypt. Könige, wurden dann durch die Römer für frei erklärt, später, wenigstens zum größten Teile, zur Provinz Asia geschlagen, bis unter dem Kaiser Diocletian eine besondere Inselprovinz (Provincia insularum) konstituiert wurde. Die Geschichte der C. seit der Teilung des Römischen Reichs s. Archipelagus. Heute bilden die C. einen Nomos des Königreichs Griechenland mit 2695 qkm und (1889) 131 508 E. Hauptstadt Hermupolis auf Syra.

Vgl. Roß, Reisen auf den griech. Inseln des Ägäischen Meeres (3 Bde., Stuttg. und Tüb. 1840-45); Lacroix, Iles de la Gréce (Par. 1853); Bursian, Geographie von Griechenland, Bd. 2 (Lpz. 1872); Miliarakis, Kykladika (Athen 1874); Fiedler, Reisen in Griechenland, Bd. 2 (Lpz. 1841); Neumann und Partsch, Physik. Geographie von Griechenland (Bresl. 1885).

Cyklen, Mehrzahl von Cyklus (s. d.).

Cyklencephalie (grch.), soviel wie Cyklopie (s.d.).

Cyklische Dichter, Dichter des epischen Cyklus, Bezeichnung für die griech. Epiker, die von der Zeit der Entstehung der Homerischen Gedichte an bis zur Mitte des 6. Jahrh. v. Chr. Stoffe der Heldensage zum Teil im Anschluß an jene behandelt haben. Der Name ist wohl daraus entstanden, daß man in späterer Zeit diese Epen zu einem geschlossenen Kreise (grch. kyklos), dessen Mittelpunkt Ilias und Odyssee bildeten, geordnet hatte. In alter Zeit schrieb man sie dem Dichter von Ilias und Odyssee zu, aber schon in der besten Zeit des Altertums erkannte man die Unmöglichkeit dieser Verfasserschaft an dem großen Unterschied des Stils und der poet.

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]