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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: D; d. a.; D. A.; Da; Da capo; Daaden; Daalder; Daba; Dabb; Daber; Dabern; Dabersee; Dabistan; Dabrowa; Dabrowski; Dabu

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D (Buchstabe) – Da capo

D.

D, der vierte Buchstabe unseres Alphabets, heißt Daleth (Thür) bei den Semiten (hebräisch [?], Delta (δ) bei den Griechen. In den ältesten Inschriften der Phönizier und der Griechen hat er die Form eines Dreiecks; daher das Delta des Nils benannt. Aus der gewöhnlichen Form Δ wurde gelegentlich |>, daraus machten die Lateiner D und d. Als Laut gehört d zu den dentalen Konsonanten (s. Laut).

Als Zahlzeichen haben die Griechen Δ in doppeltem Sinne gebraucht: in der ältern Zeit für 10 (deka); später, wie die Phönizier, für 4, s. Schrift. Das lat. Zahlzeichen D = 500 hat mit dem Buchstaben nichts gemein als die Form, es ist vielmehr die Hälfte eines CIϽ (cIᴐ) = 1000.

Als Abkürzungszeichen steht D im Lateinischen für Decimus, Decretum, Decuria (oder Decurio), Devotus, Deus, Dictator, Divus, Diva, Dominus, Domina, Dux u.s.w. Der Jurist citiert mit D (d. i. Digesta) die Pandekten. D oder d dient in lat. Briefen für dabam, das dem deutschen «gegeben» oder «geschrieben» entspricht, oder für dies (Tag). In Handelsbüchern steht d für Debet (s. d.). Vor Namen bezeichnet D das span. Don, D. Den Titel Doctor theologiae. In der Logik ist D einer der vier Anfangsbuchstaben der Namen der von den ältern Logikern aufgestellten Schlußmoden. Auf altfranz. Geldrechnungen steht D für Denier; auch ist D. hierfür noch jetzt die numismatische Bezeichnung. Auf engl. Geldrechnungen steht d (Abkürzung des lat. denarius) für Penny (Mehrzahl Pence). Auf Rezepten steht D oder d für detur. In der Ophthalmologie ist D die Abkürzung für Dioptrie (s. d.). Beim Klavier- und Orgelspiel gilt D. oder d. als Abbreviatur für dextra (lat.), destra (ital.) oder droite (frz.; d. i. rechte Hand, mit der rechten Hand). Auf deutschen Reichsmünzen bezeichnet D den Münzort München, auf ältern preußischen: Aurich, auf neuern (1817–48): Düsseldorf; auf österreichischen: Graz; auf französischen: Lyon. In der internationalen Telegraphie steht D für Dringend. Im deutschen Parlamentarismus bedeutet D. Däne.

In der Musik ist D (ital. re; frz.; engl. D) die zweite Stufe in der C-Dur-Tonleiter (s. Ton und Tonarten).

Da (lat.), auf Rezepten: gieb!

D. A., Abkürzung für Divus Augustus.

d. a., Abkürzung für dicti anni (lat.), d. i. besagten Jahres.

Daaden, Bürgermeisterei im Kreis Altenkirchen des preuß. Reg.-Bez. Koblenz, in 293 m Höhe, an der Nebenlinie Betzdorf-D. (9,8 km) der Preuß. Staatsbahnen, hat in 12 Ortschaften (1890) 8207 E., darunter 1930 Katholiken; Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Neuwied); bedeutende Eisen- und Bleierzgruben, zwei Gerbereien, Ackerbau und Viehzucht. In der Nähe der Steegskopf (655 m), der höchste Punkt des Westerwaldes, und der Altenseelbachkopf mit Resten eines Römerlagers und vollständiger Ringmauer.

Daalder (Rijksdaalder, Thaler), eine vom 17. Jahrh. bis 1816 ausgeprägte niederländ. silberne Reichsmünze von 1½ Gulden oder 30 Stübern, im Wert von 2,60 M. ↔

Daba, Ort in der Provinz Ngari (in Tibet), südlich vom obern Satladsch, hat ein prächtiges Mönchs- und ein Nonnenkloster und ist Sitz einer tibetischen Besatzung. Eigentümlich sind die zu Wohnungen und Warenlagern benutzten Höhlen an den Abhängen der Berge. Die Mönche treiben wichtigen Handel mit Salz und vortrefflicher Schafwolle.

Dabb, Eidechse, soviel wie Dornschwanz (s. d.).

Daber, das alte Dabern (Dobran), Stadt im Kreis Naugard des preuß. Reg.-Bez. Stettin, in 122 m Höhe, in einem fruchtbaren Thale zwischen dem kleinen Teetz- und dem seit 1876 in Rieselwiesen verwandelten Dabersee, unweit des großen Teetz- und Wothschwiensees, hat (1890) 2156 E., darunter 55 Israeliten; Post, Telegraph, Superintendentur, alte got. Kirche; Fabrikation von Dextrin und Mineralwasser, Wassermühle und Landwirtschaft, besonders Kartoffelbau. Nahebei die Ruine der Burg Dobra, die, im 13. Jahrh., als das Gebiet noch dem Bistum Cammin gehörte, von Tempelrittern erbaut, 1352 nebst dem Lande D. als Lehen an das mecklenb. Geschlecht von Dewitz kam. In dem Dabersee wurden Pfahlbauten und wend. Dorfanlagen nebst Urnen, Waffen u.dgl. gefunden.

Dabern, Dabersee, s. Daber.

Dabistan, ein in pers. Sprache geschriebenes Werk eines Gelehrten, Mohßin Fahmi, der im 17. Jahrh. lebte. Es enthält eine Beschreibung der Lehren und Gebräuche der verschiedenen Religionen des Orients. Im Druck erschien das Werk zuerst in Kalkutta (1809; in engl. Übersetzung Par. 1843) und das erste Kapitel in deutscher Übersetzung von Dalberg (Würzb. 1809; 3. Aufl. 1823).

Dạbrowa (spr. dombrówa). 1) Bezirkshauptmannschaft in Galizien, hat 650,31 qkm, (1890) 63547 (31073 männl., 32474 weibl.) E., darunter 57089 Katholiken und 6458 Israeliten, 10432 bewohnte Gebäude und 12109 Haushaltungen in 105 Gemeinden mit 126 Ortschaften und 104 Gutsgebieten und umfaßt die Gerichtsbezirke D. und Zabno. –

2) Markt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft D., 17 km nördlich von Tarnow und mit dieser Stadt durch eine Straße verbunden, hat (1890) 3031 poln. E., darunter 2391 Israeliten; Post, Telegraph, Bezirksgericht (58 Gemeinden, 86 Ortschaften, 59 Gutsgebiete, 42038 E.), ein großes, 1583 von türk. Gefangenen in Burgform erbautes Schloß; Landwirtschaft, Viehzucht und bedeutende Pferdemärkte. In der Umgegend erratische Blöcke finländ. Granits.

Dạbrowski, s. Dombrowski.

Dabu, franz. Faktorei an der Elfenbeinküste in Nordwestafrika, 93 km westlich von Grand-Bassam, liegt, die Umgegend beherrschend, am Rande von Wäldern und Savannen und treibt großen Handel mit Palmöl (s. Elfenbeinküste).

Da capo (ital.), abgekürzt d. c. (d. i. von Anfang), deutet in der Notenschrift an, daß das Tonstück vom Anfang an bis dahin, wo das Finalzeichen oder das Wort Fine steht, wiederholt werden soll. Der ursprünglichen Bedeutung nach ist das D. c. auch ein überall gebräuchlicher, den Italienern ent-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 672.