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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Daduchos; Daems; Daendels; Dafar; Daffinger; Dafila; Dag; Dagado-Forras; Dagana; Dagbladet; Dagden; Däge; Dagerort; Dagesch; Dagestan

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Daduchos – Dagestan

Dadūchos (grch., d.h. Fackelhalter), im alten Athen einer der vier hohen Priester der eleusinischen Demeter, welche die Mysterien in Eleusis (s.d.) leiteten.

Daems (spr. dahms), Servaas Domien, vläm. Dichter, geb. 4. Juni 1838 zu Noorderwijk (Provinz Antwerpen), studierte in Herenthals, wurde 1857 Domherr in der Prämonstratenserabtei zu Tongerloo, wo er 1863 die Priesterweihe empfing und seit 1865 Unterricht in Philosophie und Dogmatik gab. Von seinen zahlreichen Werken zeichnen sich seine Prosaschriften durch feinen Humor und naturgetreue Schilderung des Volkslebens aus; zu den besten gehören: «Voor twee Vaders» (Brüss. 1868), «De Kruiwagens» (Herenthals 1869; 2. Aufl. 1882) und «Arme Lijderes» (Antw. 1881; 2. Aufl. 1885). Seine Gedichte sind wohlklingend und tiefsinnig, seine Balladen meisterhaft; besonders sind hervorzuheben : «Deugd en Vreugd; Liederbundel» (Herenthals 1877), «Gedichten» (Brügge 1879), «Luit en Fluit» (Roeselare 1884) und «Het Lied der Linden» (Tongerloo 1890; 2. Aufl. 1891). Auch seine mittelniederländ. Lieder: «Dit sijn suverlike liedekens» (Tongerloo 1878) sind geschätzt.

Daendels (spr. dahn-), Herm. Wilh., niederländ. General, geb. 21. Okt. 1762 zu Hattem in Geldern, leistete als Oberst in der franz. Fremdenlegion Dumouriez in Holland bedeutende Dienste, trat 1794 als Generallieutenant in die Dienste der Batavischen Republik und befehligte 1799 eine Division, dann als Obergeneral das Heer, das die Engländer und Russen zur Kapitulation zwang. Infolge vielfacher Anfeindungen nahm D. 1803 seine Entlassung und veröffentlichte zu seiner Rechtfertigung «Rapport des opérations du lieutenant-général D. depuis le 22 août jusqu'à la capitulation de l'armée anglaise et russe le 18 oct. 1799» (Haag). Beim Ausbruch des Krieges 1806 wieder eingetreten, eroberte er Ostfriesland und wurde Generalgouverneur von Münster. Febr. 1807 ernannte ihn der König zum Marschall von Holland und Generalgouverneur der ostind. Besitzungen, die er 1808–11 mit Umsicht verwaltete. Das Werk, das er über seine Verwaltung in Java herausgab (4 Bde., Haag 1814, holländisch), enthielt wichtige Aufschlüsse über die Zustände dieses Landes. Nach seiner Rückkehr aus Ostindien erhielt er 1812 im russ. Feldzuge die 26. Division und zeichnete sich bei der Verteidigung von Modlin aus. Er ward im Herbst 1814 vom König der Niederlande, Wilhelm I., beauftragt, die wiedererworbenen Kolonien auf der Goldküste in Besitz zu nehmen und ihre Verwaltung neu einzurichten. Dort wirkte er als Gouverneur bis zu seinem Tode, der 2. Mai 1818 erfolgte. – Vgl. Mendels, Herman Willem D. Voor zijne benoeming tot gouverneur-generaal van Oost-Indië 1762–1807 (Haag 1890).

Dafar, s. Dhafar.

Daffinger, Moritz Michael, Miniaturmaler, geb. 25. Jan. 1790 zu Wien, kam als Schüler der Akademie zu Füger, wurde aber zunächst Porzellanmaler. Erst 1809 begann er das Miniaturbildnisfach zu pflegen. Seine sehr zahlreichen auf Elfenbeinplättchen oder Papier ausgeführten Arbeiten sind durch Feinheit, Vornehmheit und Treue der Wiedergabe ausgezeichnet. Beim Wiener Kongreß malte er die meisten der damals in Wien anwesenden fürstl. Gäste und zwar in einer, von seiner frühern durch größern Stil abweichenden Manier. Bekannt sind seine Bildnisse des Herzogs von Reichstadt, der Erzherzogin Sophie, der Familie Metternich, des ↔ Kaisers Franz Joseph als Kind, Grillparzers u.a. D. starb 22. Aug. 1849 zu Wien.

Dafila, s. Enten.

Dag, die Personifikation des Tags in der nordischen Mythologie. Er ist der leuchtende Sohn Dellings (s. d.) und der Nótt (Nacht). Wie seine Mutter während der Nacht, so reitet er am Tage über das Himmelsgewölbe. Die Mähne seines Rosses Skinfaxi («strahlende Mähne») erfüllt die Luft und Erde durch ihren Glanz. Die Kunst stellt D. als schönen Jüngling mit blondem Haar und blauen Augen dar.

Dagadó-Forras, Schwefelquelle bei Kalugyer im ungar. Komitat Bihar, Stuhlbezirk Vaskoh, im Bihargebirge (s. d.).

Dagăna (Daghana), Hauptort des Kreises D. in der franz. Kolonie Senegambien in Westafrika, am Senegal, hat (1889) 765 E., ein 1821 gegründetes Fort und ist wichtiger Handelsplatz für den Verkehr mit dem jenseit des Senegal wohnenden Trarsa-Stamm.

Dagbladet («Das Tageblatt»). 1) Dänische in Kopenhagen täglich erscheinende konservative polit. Zeitung, wurde 1851 als Fortsetzung der «Middagsposten» von Bille (s. d.) zur weitern Verbreitung der nationalliberalen (eiderdänischen) Parteigrundsätze begründet und hatte großen Einfluß auf die Entwicklung der dän. Presse überhaupt. –

2) Norwegische, 1868 gegründete, in Kristiania erscheinende liberal-demokratische Tageszeitung. Auflage: 10500; Verlag: Aktiengesellschaft Dagbladets in Kristiania; Redacteur: Lars Holst. Björnstjerne Björnson und Alex. L. Kielland sind u.a. Mitarbeiter des Blattes.

Dagden, Insel, s. Dagö.

Däge, Eduard, Maler, geb. 10. April 1805 in Berlin, wo er seit 1820 die Akademie besuchte und dann in das Atelier Wachs trat. 1832 bereiste er Italien mit dem Maler Ed. Biermann. Viele Kirchenbilder in Deutschland sind von seiner Hand; dazu Wandmalereien (Geburt Christi u.a.) in der Schloßkapelle und zwei Kuppelgemälde im Neuen Museum zu Berlin. Seine größten Erfolge erreichte er jedoch in idealen und romantischen Genrebildern, wie Erfindung der Malerei (1832; Stich von Mandel) und Der das Viaticum tragende Mönch (1837; beide in der Nationalgalerie zu Berlin), Der mitleidige Mönch (1836), Die Einkleidung einer Nonne; sodann das große Altarbild: Auferstehung Christi (ausgestellt 1886). D. war seit 1861 Stellvertreter des Direktors der königl. Akademie und trat 1875 in den Ruhestand. Er starb 6. Juni 1883 zu Berlin.

Dagerort, s. Dagö.

Dagesch, in der hebr. Vokalschrift (Punktation der Konsonanten) ein die Aussprache modifizierender Punkt in einem Konsonanten. Man unterscheidet jetzt das Dagesch lene in Aspiraten, ihre Nichtaspiration anzeigend, und Dagesch forte, zugleich die Verdoppelung bezeichnend. Doch finden sich noch andere Abarten. Sie alle erklären sich daraus, daß der Punkt ursprünglich jeden auf eine konsonantisch schließende Silbe folgenden Konsonanten kenntlich gemacht haben wird.

Dagĕstan (türk. Bergland), bei den Orientalen Lesgistan.

1) Die gesamte Landschaft am Nordostabhange des Kaukasus, bis zum Kaspischen Meer reichend und im Süden noch die Halbinsel Apscheron umfassend. Der südl. Teil derselben, vom Flusse Samur an, gehört administrativ zum russ. Gouvernement Baku; der nördliche bildet das russ. Gebiet D.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 682.