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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dekantation – Dekatieren

son Plural eine exklusive und inklusive Form zu bilden, ferner die Infixbildung, den Dual und die vigesimale Zählmethode als Unterschied von der Dravidaklasse. Die hierher gehörigen Sprachen sind:

  • 1) Das Mundâri (Nottrott, Grammatik der Kolh-Sprache, Gütersloh 1882; C. Whitley, Kalkutta 1873) und Bhumidsch;
  • 2) das Santâl (Rakhaldas Haldar im «Journal of the Bengal Society», 1840; J. Phillips, Kalkutta 1858; Skrefsrud, Benares 1873; Cole, Kalkutta 1885–86);
  • 3) die Sprache der Larka Kolh oder Ho (Tickell im «Journ. of the Beng. Soc.», 1835);
  • 4) das Korkú (A. Norton im «Journ. of the Asiatic Society»), Bd. 16, 1884) und die Idiome der Savara (Saura) und einiger anderer kleinerer Stämme.

In einigen dieser Sprachen liegt ein älteres Substrat vor, welches auf Zusammenhänge mit der ältesten Schicht der hinterind. Sprachen hinweist. – Vgl. E. Kuhn, Beiträge zur Sprachenkunde Hinterindiens (Münch. 1889).

Dekantation, s. Dekantieren.

Dekantieren oder Abgießen, chem. Operation zur Trennung einer klaren Flüssigkeit von einem am Boden befindlichen Niederschlag oder Satz. Die Trennung der Flüssigkeit geschieht entweder durch Neigen des Gefäßes, oder mittels einer Hebervorrichtung, oder endlich wie in den meisten Farbefabriken mit Hilfe eines Bottichs oder Steinzeugtopfes (Dekantiergefäße), der in seiner ganzen Höhe eine Reihe durch Korkpfropfen verschließbarer Öffnungen besitzt. Die Dekantation dient hauptsächlich zum Auswaschen (s. d.) von Niederschlägen in den chem. Fabriken sowohl als auch im kleinen im Laboratorium. Sie wird ferner ganz allgemein bei der Lagerbehandlung der Weine vorgenommen, indem man den klaren Wein von dem Absatz im Fasse abzieht und Flaschenweine, die starke Niederschläge abscheiden, wie Portweine, Rotweine, namentlich Burgunder, durch Abgießen von den trübenden Teilen befreit.

Dekapieren (frz.), eine vorbereitende Operation der Galvanoplastik, bezweckt die Beseitigung aller fremden Stoffe von der Oberfläche der mit einem galvanischen Niederschlage zu überziehenden Metallgegenstände. Erlaubt es die Natur des Arbeitsstücks, so ist ein schwaches Ausglühen das sicherste Mittel, um Fett und sonstigen Schmutz zu beseitigen; ist dies nicht thunlich, so ersetzt man es durch anhaltendes Kochen in einem Sodabade. Die geglühten oder in Soda gekochten Gegenstände werden in Säure gebeizt, Eisen und Zink in verdünnter Schwefelsäure (1:50), Kupfer, Messing, Bronze in stärkerer Schwefelsäure (1:10), Neusilber in verdünnter Salpetersäure (1:10). Während des Beizens werden die Arbeitsstücke wiederholt mit der Kratzbürste bearbeitet, und dieses wird so lange fortgesetzt, bis eine rein metallische Oberfläche zum Vorschein kommt, worauf die Arbeit schließlich durch Spülen in reinem Wasser beendet wird. Nach dem D. kommen die Gegenstände unmittelbar, ohne länger der Luft ausgesetzt gewesen zu sein, in das galvanische Bad; eine Berührung derselben mit den Händen ist dabei möglichst zu vermeiden, da durch den fettigen Schweiß an den betreffenden Stellen nicht leitende Überzüge entstehen können.

Dekapitation (frz.), Enthauptung; als geburtshilfliche Operation, s. Embryotomie. Dekapitieren, enthaupten, köpfen.

Dekapŏlis, ein Bund der hellenistischen Städte des Ostjordanlandes, die durch den Zug des ↔ Pompejus durch Syrien, 63 v. Chr., von der Herrschaft der Makkabäer befreit wurden. Ihre Zahl wird ursprünglich zehn (grch. deka) gewesen sein, hat sich aber im Laufe der Zeit vermehrt. Plinius nennt als die wichtigsten: Damaskus, Philadelphia, Raphana, Skythopolis, Gadara, Hippos, Dio, Pella, Gerasa, Kanatha. Ptolemäus nennt dagegen achtzehn. Skythopolis ist die einzige Stadt der D. im W. des Jordan. Die D., zur Zeit Jesu bereits vorhanden (Mark. 5, 20), bestand bis zum 3. Jahrh.

Dekartieren, s. Kartieren.

Dekas (grch.), die Zehnzahl.

Dekaster (Décastère),10 Ster (s. d. und Deka).

Dekastĭchon (grch.), Strophe von 10 Versen.

Dekastylon (grch.), Bauwerk mit zehn Säulen.

Dekatieren, ein Appreturverfahren, durch das der Oberfläche seidener oder wollener Gewebe, insbesondere des Tuches und der tuchartigen Stoffe, ein auch bei der Durchfeuchtung nicht verschwindender Glanz erteilt und das nachträgliche «Eingehen» dieser Stoffe, d. h. das Zusammenschrumpfen, Krimpen oder Krumpen derselben auf eine kleinere Flächenausdehnung, verhindert wird. Die Wirkung des D. beruht auf der Eigenschaft der Wollhaare, durch Behandlung in feuchter Wärme ihre Elasticität teilweise zu verlieren und bildsam zu werden, sodaß die bei dem Aufspannen des Gewebes zum Zweck des Trocknens gestreckten Haare wieder ihre ursprüngliche (gekräuselte) Gestalt annehmen, sich also verkürzen, und die bei dem Heißpressen der Stoffe (s. Appretur) dicht aneinandergedrückten Haarenden teilweise wieder aufgerichtet werden, sodaß der grelle und nicht dauerhafte Preßglanz verschwindet und an seine Stelle, infolge stärkerer Lichtzerstreuung, ein matter und milder, aber auch ausdauernder Glanz der Gewebeoberfläche tritt. Zum Zwecke des D. wird das Gewebe entweder durch Eintauchen in heißes Wasser, durch Besprengen mit solchem oder durch Behandlung mit Wasserdampf in dem erforderlichen Grade durchfeuchtet. Man unterscheidet hiernach die Wasserkrumpe und die Dampfkrumpe. Erstere ist die ältere Ausführungsform des D. und wurde schon vor mehrern Jahrhunderten in dem Orient ausgeübt. Gegenwärtig wird fast allgemein die Behandlung der Gewebe mit gespanntem Wasserdampf vorgezogen, zu welchem Zwecke verschiedene Einrichtungen, die Dekatiermaschinen oder Dämpfmaschinen, in Gebrauch gekommen sind.

Eine der einfachsten derselben ist der Dekatiertisch, ein flach gewölbter, kastenförmiger Metallbehälter, dessen siebartig durchlöcherter Deckel mit mehrern Lagen Leinwand überzogen und dessen Innenraum durch ein Rohr mit einem Dampfkessel in Verbindung gesetzt ist. Indem man den Stoff, mit der rechten Seite aufliegend, über den in Tischhöhe angebrachten Apparat hinwegzieht, wird derselbe vom Dampf durchdrungen und nimmt so die zum D. erforderliche Feuchtigkeit auf. Nach einer andern Methode wird der Stoff fest um einen auf seiner ganzen Peripherie durchlöcherten kupfernen Hohlcylinder gewickelt, um sodann, mit grober Leinwand bedeckt und mit einem straff angezogenen Hanfgurt umwunden, in einem dicht verschlossenen Behälter der Einwirkung des Wasserdampfes ausgesetzt zu werden. Öfters ist die Kupfer- oder Messingwalze an einem Ende geschlossen und es wird der Dampf am andern Ende in das Innere derselben eingelassen, sodaß er den Stoff von innen nach

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 887.