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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Demmler - Demokratie

écoles» (14 Bde., 1849‒75) war D. Mitarbeiter, besonders für die deutsche Schule. Das hervorragendste seiner zahlreichen Werke ist die «Encyclopédie des beaux-arts plastiques» (5 Bde., 1872‒80, mit 6000 Abbild.; deutsch als «Handbuch der bildenden und gewerblichen Künste», Heft 1‒12, Lpz. 1877‒79). Ferner: «Guide de l’amateur de faïences et porcelaines» (4. Aufl., 3 Bde., Par. 1873), «Guide des amateurs d’armes et armures anciennes» (ebd. 1869; deutsch u. d. T.: «Die Kriegswaffen in ihren geschichtlichen Entwicklungsstufen», 3. Aufl., Gera 1891, mit 4500 Abbild.; Ergänzungsband, Wiesb. 1893, mit 600 Abbild.), «Keramik-Studien» (6 Folgen, Lpz. 1881‒83), «Studien über die stofflich-bildenden Künste und Kunsthandwerke» (7 Folgen, Lpz. und Wiesb. 1887‒93). Von D.s zahlreichen dichterischen Arbeiten sind zu nennen die Lustspiele «Unsere Sammler» (Lpz. 1879), «Die Pirkheimer» (ebd. 1879), «Buridans Esel» (ebd. 1879), «Dichter-Trübsal» (ebd. 1880); die beiden Schauspiele: «Wieland der Schmied» (ebd. 1880), «Jugendsünden» (ebd. 1880); die Romantrilogie: «Das Tragi-Komische der Gegenwart» (ebd. 1885‒86) und der Roman: «Span. Blut» (ebd. 1889).

Demmler, Georg Adolf, Architekt und Politiker, geb. 22. Dez. 1804 in Güstrow, studierte auf der Bau- und Kunstakademie und der Universität zu Berlin, trat in den mecklenb. Staatsdienst, wurde 1837 zum Hofbaumeister und 1841 zum Hofbaurat ernannt. Als solcher führte er eine Reihe hervorragender Bauwerke aus, insbesondere das großherzogl. Residenzschloß zu Schwerin, das Theater, den Marstall, das Zeughaus und suchte dabei gleichzeitig als einer der ersten mit Erfolg das Problem einer Gewinnbeteiligung der Arbeiter zu lösen. Unbekümmert um die strengen Zunftgesetze des Landes vergab er die Bauarbeiten direkt an die Arbeiter und führte ihnen durch ein eigentümliches Löhnungssystem den Gewinn zu, der sonst den Meistern als Unternehmern zugefallen wäre. Als er im Febr. 1850 als Repräsentant der Schweriner Bürgerschaft für das bedrohte Staatsgrundgesetz vom 10. Okt. 1849 eintrat, wurde er 1851 ohne Pension aus seiner Stellung entlassen. Er durchstreifte England, Schottland, Frankreich, die Schweiz, Italien, Sicilien und kehrte endlich 1857 in seine Heimat zurück, wo er seine Wirksamkeit nun vorzugsweise dem polit. Gebiete zuwendete. 1859 Mitbegründer des Nationalvereins, schloß er sich 1868 in Stuttgart der Deutschen Volkspartei an, die damals mit dem von Bebel geleiteten Verbande der deutschen Arbeitervereine in engster Fühlung stand. 1877 wurde er vom Landkreise Leipzig in den Reichstag gewählt; er schloß sich hier der socialdemokratischen Partei an, verzichtete aber auf eine Wiederwahl, als 1878 die Auflösung des Reichstags seinem Mandat eine Ende machte und zog sich vom öffentlichen Leben vollständig zurück. D. starb 2. Jan. 1886 in Schwerin.

Demobīlmachung, die Zurückführung des mobilen Heers auf den Friedensfuß. Wird der Befehl zur D. erlassen, so werden sämtliche, erst bei der Mobilmachung (s. d.) oder während des Krieges aufgestellten Truppenkörper (die man unter dem Namen «Kriegsformationen» zusammenfaßt) aufgelöst, die Mannschaften des Beurlaubtenstandes entlassen, die Mobilmachungspferde verkauft und die über den Bedarf des auf Friedensfuß gesetzten Heers vorhandenen Waffen nebst der zugehörigen Munition an Depots und Magazine abgegeben.

Democritus, s. Demokritus.

Demōdex folliculōrum Sim., die Haarbalgmilbe, s. Finne und Haarbalgmilben.

Demodŏkos, in der Odyssee (Ⅷ, 44 fg.) ein blinder Sänger am Hofe des Königs der Phaiaken, wo er, als Odysseus bei diesem als Gast weilte, epische Lieder singt, von denen das eine einen Streit zwischen Achilleus und Odysseus, ein anderes die Eroberung Trojas durch das hölzerne Pferd zum Gegenstande hat, während ein drittes in scherzhaftem Ton erzählt, wie Hephaistos den Ares und die Aphrodite mit unsichtbaren Fesseln band.

Demogeot (spr. -moschoh), Jacques Claude, franz. Schriftsteller, geb. 5. Juli 1808 zu Paris, war Lehrer der Litteratur in Beauvais, Rennes, Bordeaux, Lyon und Paris (1843) und eine Zeit lang Professor an der Sorbonne. Außer vielen Artikeln in Fachzeitschriften, wie im «Journal de l’instruction publique», schrieb D. Studien über Ausonius (1837) und Plinius den Jüngern (1845‒50), «Les lettres et l’homme de lettres au ⅩⅠⅩ<sup>e</sup> siècle» (1856), ein «Tableau de la littérature française au ⅩⅦ <sup>e</sup> siècle» (1859), «Contes et causeries, en vers» (1862), unter dem Pseudonym Jacques, eine metrische Übersetzung der «Pharsalia» des Lucanus (1866), zwei geschätzte Berichte an den Minister des öffentlichen Unterrichts über die Erziehung in den Anstalten Englands und Schottlands (1868 und 1870) u. s. w. Ein treffliches, vielgelesenes Werk ist seine «Histoire de la littérature française depuis ses origines jusqu’à nos jours» (zuerst 1851; 24. Aufl. 1892). Weniger Erfolg hatte D.s «Histoire des littératures étrangères considérées dans leurs rapports avec le développement de la littérature française» (2 Bde., 1880).

Demogerónten (grch.), namentlich in den Homerischen Gedichten die Volksältesten, neben denen die Könige, wie Priamos in Troja, Alkinoos bei den Phaiaken als Erste unter Gleichen regieren.

Demographie (grch.), Beschreibung des demos, worunter die Griechen das Volk in seiner Beziehung zum Staate verstanden, im Gegensatz zu ethnos, dem Volk in Beziehung auf gemeinschaftliche Abstammung. Das Wort D. wurde zuerst von Achille Guillard in den «Éléments de statistique humaine ou Démographie comparée» (Par. 1855) gebraucht, aber mehr in dem Sinne von Demologie (s. d.). Rümelin bezeichnet mit D. die histor. (Achenwall-Schlözerische) Richtung der Statistik im Gegensatz zu der mathematischen(Süßmilch-Queteletschen), wofür er den Namen «Statistik» (im engern Sinne) beibehält. Hiernach ist D. positive Volks- und Staatskunde und wird in dieser Begrenzung nach den bisherigen Methoden sowohl in «geographischen» als «statistischen» Büchern gelehrt. Ernst Engel faßt den Begriff D. weiter; er erkennt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den genannten beiden Richtungen der Statistik nicht an und nennt D. die Wissenschaft, die die Schilderung der socialen und polit. Eigenschaften des Volks, namentlich der staatlichen und andern menschlichen Gemeinschaften zum Zweck hat. – Vgl. Zeitschrift des preuß. Statistischen Bureaus, 11. Jahrg. (Berl. 1871); Rümelin, Reden und Aufsätze (Tüb. 1875; Neue Folge, Freib. i. Br. 1881); Meitzen, Geschichte, Theorie und Technik der Statistik (Berl. 1886).

Demoiselle, s. Damoiselle.

Demokratie (grch.), nach dem eigentlichen Wortsinne soviel wie Volksherrschaft. Die griech. Schrift- ^[folgende Seite]