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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dilubock - Dimension
berichten der Berliner Akademie der Wissenschaften",
1888), "Beiträge znr Lösung der Frage vom Ur-
sprung des Glaubens an die Realität dcr Außen-
welt und seinem Recht" (ebd. 1890) und einige Ab-
handlungen zur Geschichte der Philosophie im
"Archiv ^für die Geschichte dcr Philosophie".
Dilubock t^EplikioIopliuZ Fi'immni8 ^a?l., s. Ta-
sel: Antilopen III, Fig. 6), eine 72 cm lange uud
42 cm hohe Antilope (s. d.) in West- und Ccntral-
asrika von gelblichgrauer, an den Seiten heller wer-
dender Färbuna der Oberseite, mit weißlicher Unter-
seite. Än den Vorderfüßen befindet sich ein schmaler
schwarzer Streif. Das Gehörn ist kurz (8 cm) und spitz.
vilnoiüa. intsrva.Ha. (lat.), s. I^uciäa inter-
viluüinin (lat.), Zwischenspiel. ^valia..
viluentia. (lat.), verdünnende Mittel, solche
Mittel, welche die Korpersäfte zu verdünnen und da-
durch flüssiger zu machen vermögen. Das beste di-
luierende Äittel ist unzweifelhaft das Wasser, welches
entweder rein oder mit Zusatz von lösenden Salzen
oder verdünnten Säuren getrunken oder bei ver-
hindertem Schlingvermögen in Klystierform dem
Körper einverleibt wird und das Blut immer ge-
lwrig flüssig und funktionsfähig erhält. Dieselbe
Wirkung wird auch durch den knrmäßigen Gebrauch
der verschiedenen Mineralwässer (s. d.) erreicht.
Diluieren (lat.), auflösen, verdünnen; weg-
waschen, vertilgen; widerlegen; Dilution, Ver-
dünnung, Auflösung.
Diluvial (lat.), anf die Sintflut (Diluvium, s.d.)
bezüglich; Diluvialmensch cn, s. Urmenschen.
Diluvianismus, s. Neptunismus.
Diluvium (lat., "Überschwemmung", "Flut"), in
der Geologie diejenigen Ablagerungen, die der
Glacialperiode oder Eiszeit (s. d.) ihren Ursprung
verdanken. Diese Periode ist die jüngste der der Ge-
genwart vorangehenden. Während ihrer Dauer war
der größte Teil der uö'rdl. Halbkugel von Eismassen
bedeckt. In Europa erstreckten sich Eisströme von
Skandinavien und Finland aus nach SW. bis Eng-
land, nach S. bis an den Thüringcrwalo und das
Erzgebirge, nach SO. bis nach Kiew und den Ural,
sodaß.Holland, Dänemark, Norodcutschland, Polen,
Nordrußland von einer mächtigen Inlandcisdccke
(wie Grönland noch heute) verhüllt waren. Die aus
diesem weiten Gebiete nach dem Abschmelzen des
Eises zurückgebliebenen Grundmoräncn (Gesckiebc-
lehm), Endmoränen (Steinwälle u. s. w.), erratischen
Blöcke und die Absätze der Schmclzwasser nennt man
nordisches D. Abgesehen von diesem gewaltigen
nordischen Inlandeise erzeugten aber auch die
höhern Gebirge, namentlich des mittlern Europa
und besonders die Alpen, große Gletscher, die sich
bis weit in die benachbarten Ebenen erstreckten.
Auch der größte Teil von England, sowie ganz
Schottland, war vergletschert. In diesen sämtlichen
frühern Glctschergebietcn finden sich als Überbleibsel
und Merkzeichen jener Zeit Moränen, erratische
Blöcke,Nicsentöpfe,AbfätzederGletfcherbächeu.s.w.,
die somit alle zum D. gehören. Zum D. gehören
aber auch die gleichzeitigen Ablagerungen in den
eisfrei gebliebenen, namentlich in dcn' südlichern
Gebieten, die sich dort zum Teil direkt an die Ab-
lagerungen der jüngsten Tertiärzeit anschließen. Von
Resten der diluvialen Tierwelt sind diejenigen riesi-
ger Baren, Hyänen, Katzen, Elefanten, Nashörner,
Renntiere, Elentiere die verbreitetsten. (Hierzu Ta-
fel.- Säugetier-Reste aus dem Diluvium.)
Gleichzeitig mit diesen Tieren existierte bcreits der
Mensch in Europa, freilich auf der denkbar niedrig-
sten Kulturstufe stehend. Ihm war Ackerbau, Be-
nutzung der Metalle, Töpferei noch unbekannt, seine
Werkzeuge und Waffen waren rohbehauene Feuer-
steine, die Jagd verschaffte ihm seinen Lebensunter-
halt. Nach dem fast ausschließlichen Material der
damals benutzten Waffen und Gerätschaften wird
jene Periode dcr ersten Spuren des Menschenge-
schlechts auch als diluviale Steinzeit bezeichnet.
- Vgl. Geikie, 11^ Freat ice-a^e (2. Aufl., Lond.
1880); ders., ?i'6lii8wri6 IXn-ops (ebd. 1880). -
In der Kirckenspräche wird D. für Sintflut ge-
Dim, Fluß, s. Dema. ^braucht.
vini., Abkürzung für Diminuendo (s. d.).
vima.oka.eri, f. Gladiatoren.
Dimbovica (spr. -witza), Nebenfluß des Arschis
in Rumänien, entspringt in den Transsylvanischen
Alpen an der 2407 in hohen Gesera, durchströmt in
südlich gerichtetem Querthal den ^üdabhang des
Gebirges und das vorgelagerte Hügelland, betritt
die walach. Tiefebene, in welcher sie sich nach SO.
wendet, an Bukarest vorbeiströmt und von links hcr
in den Arschis mündet, 30 km oberhalb dessen Mün-
dung in die Donau. - Nach der D. ist ein rumän.
Distrikt benannt, mit 4510 ^Icin, (1889) 179143 E.
und der Hauptstadt Tärgovißtea.
Dime (spr. deim), ein'Silbermünzstück der Ver-
einigten Staaten von Amerika zu 10 Cents oder
5/10 Dollar, seit 1853 zu den Scheidemünzen ge-
hörend. Seit Ausführuug des Gesetzes vom 18. Jan.
1837 ist das D. 900 Tausendteile sein. Gegenwärtig
und nach dem Gesetz vom 12. Febr. 1873 ist es 2^ ^
schwer, im Feingewicht von 2^/4 F und daher ^2 Frank
Eilbercourant. Rechnet man aber das D. ^ ^0 des
goldenen Dollars (s.d.), so ist es ^ 51,33Cent. franz.
^ 41,98 Pf. deutsche ^-20,?3 Kr. österr. Goldwährung.
Dimension (lat.), in der Geometrie eine Linie,
nach der die Ausdehnung eines geometr. Gebildes
gemessen worden kann, oder die Richtung der Aus-
dehnung eines solchen. Eine Linie, sie sei gerade
oder krumm, ist nur nach einer D. oder Richtung,
Länge genannt, ausgedehnt, eine Fläche nach zwei
D., nämlich Länge und Breite, ein Körper nach
drei D., indem zur Länge und Breite noch die Höhe
oder Tiefe, auch Dicke genannt, hinzukommt.
! Mehr als drei D. der Naumgrößen giebt es nicht.
Die Voraussetzung eines Raumes von mehr als
drei D. ist in neuerer Zeit verschiedenen mathem.
Spekulationen zu Grunde gelegt worden. Man ging
dabei ursprünglich von dem Beispiel der Algebra
ans, wo man nicht bloß ein der Fläche entsprechen-
des Produkt von zwei Faktoren (a.d) und ein dem
Körper entsprechendes von drei (3. d c) zu bilden,
sondern beliebig viele Faktoren zu einem Produkt
zu vereinigen vermag. Für die Ableitung der Eigen-
schaften solcher "höherdimensionaler Räume" be-
nutzte man die Analogie mit dem Verhältnis, das
zwischen der Ebene und dem körperlichen Raum statt-
findet. Diese letztere Analogie hat sogar einige Ge-
lehrte verführt, die Möglichkeit des Vorhanden-
seins eincr vierten D. zu behaupten, um damit
dem Spiritismus (s. d.) eine angebliche wissenschaft-
liche Begründung zu geben. Wie für geistige Wesen,
die in einer Ebene lebten und selbst nur ein Wahr-
nehmungsvermögen für zwei D. besäßen, Gegen-
stände, die ans der dritten D. in die Ebene treten
und wieder aus ihr heraustreten, abwechselnd plötz-
lich sichtbar und wieder unsichtbar werden müßten,
so wird das Austreten und Verschwinden von Ge-