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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Einsamer Spatz - Einschienenbahnen
später zur Parfümerie oderLiqueurfabntation ver-
wendet zu werden.
Einsamer Spatz, s. Drossel.
Einsamkeit snorweg. E n s o m h e d e n), Insel im
Westsibirischen Eismeer, im ONO. von der Nord-
spitze der Insel Nowaja-Semlja, und im SO. von
Franz-Iosephsland, ist 18,5 kni lang und bedeckt
etwa 202 qkm. Die Westseite steigt schroff zu 30 m
Höhe auf, der Meeresboden ist hier felsig und voller
Untiefen; die Ostfeite ist flach, mit Treibholz bedeckt.
E. wurde 1878 vom Kapitän E.H. Johannesen aus
Tromsö entdeckt.
Einsattelung oder Sattel, die Einschnitte
eines Gebirgskammes. Es giebt für E. noch eine
große Anzahl anderer Namen; der für gangbare E.
am meisten gebrauchte ist Pah (s. d.); in den
deutschen Alpen sind auch häufig die Bezeichnungen
Joch, Lücke, Furka, in den Ostalpen Tau ern
lkelt. Tor), in den franz. Alpen 0o1 (z. B. (^oi äu
(-6Hiit am Montblanc, öoi äs La>Im6 u. s. w.), in
den ital. Alpen 0o1i6 (z. B. (^olw äi lenäa), ^or-
eslla, LoeclikttH, in den Pyrenäen Port (span.
?u6rw). Eine sehr tiefe und enge E. heißt ^ ch ar t e,
wenn diefelbe sehr hoch liegt, wenn tiefer und gang-
bar, Kl aufe (frz. 0W86, ital. OliiugH); besonders
wird diese letztere Bezeichnnng gebraucht, wenn die
E. durH Befestigungen geschlossen ist; am berühm-
testen ist die Ehrenberger Klause (s. d.). Der Schei-
telpunkt einer E. wird oft Scheideck genannt.
Einsatzhärtung, f. Härten.
Einfatzftrafe. Wenn von einer und derselben
Person durch mehrere Verbrechen oder Vergehen
(nicht Übertretungen) mehrere zeitige Freiheitsstrafen
verwirkt werden, so werden nicht d:e Einzelstrafen
zusammengelegt, sondern es wird auf eine Gesamt-
strafe erkannt, welche in einer Erhöhung der ver-
wirkten fchwersten Strafe besteht. Diese Strafe heißt
die E. Die Erhöhung darf den Betrag der verwirk-
ten Einzelstrafen nicht erreichen und 15jähriges
Zuchthaus, lOsähriges Gefängnis oder 15iä'brige
Festungshaft nicht übersteigen. - Vgl. Deutsches
Strafgesetzb. ß. 74; ähnlich §. 75 des Österr. Ent-
wnrfs von 1889.
Ginsatzstuck, s. Krummbogen.
Einsatzzeichen, in der Musik 1) im fkizzierten
sd. h. nicht ausgeschriebenen) Kanon die Striche oder
Figuren, die den Eintritt der imitierenden Stimmen
angeben; 2) die Bewegungen, durch die (mit Hand,
Taktstock, Kopf oder Auge) der Dirigent pausierende
Stimmen auf den neuen Eintritt aufmerksam macht.
Einsäuern oder Einmieten, eine Methode, die
wässerigen Futtermittel der Tiere, wie grünen Klee,
Grünmais, Grummet u. dgl., ferner namentlich die
Fabrikabfälle, wie die entzückerten Schnitzel der
Rübenzuckerfabriken, das Mark der Kartoffelstärke-
fabriken u.a. zu konfervieren. Die Substanzen werden
dabei entweder für sich oder mit Zugabe von Salz
in Gruben, deren Wandungen und Boden aus-
gemauert sein sollten, fest eingestampft und schließ-
lich mit Erde bedeckt, um die Luft soweit wie möglich
abzuhalten. Die so behandelten Futtermittel nehmen
dabei nach einiger Zeit, infolge einer eintretenden
Gärung, einen säuerlichen Geschmack und meistens
angenehmen Geruch an und halten sich fast beliebig
lange, wodurch diese Materialien einen willkomme-
nen Ersatz sür fehlendes Grünfutter gewähren. Die
während des E. eintretende Gärung ist jedoch mit
namhaften Verluften durch Verwandlung der Sub-
stanz in gasige Produkte verbunden. sS. Ensilage.)
Eiuschaltungszeichen, s. Parenthese.
Ginschattige, s. Ascii.
Einschienenbahnen, zu den außergewöhn-
lichen Eisenbahnsystemcn (s. d.) gebörende Eisen-
bahnen, die zur Fortbewegung der Fahrzeuge nur
eine Trag- oder Fahrschiene besitzen. Die Erhal-
tung des Gleichgewichts der Fahrzeugewird entweder
durch entsprechende Verteilung der Lasten oder durch
Leitschienen und Leiträder bewirkt. Auf ersterer
Anordnung beruhte die von Henry Robinson Pal-
mer 1821 erdachte "Schwebende Bahn", deren Fahr-
bahn aus einer 2-3 in über dem Boden fortlaufen-
den, durch eine Reihe von Pfosten unterstützten und
mit Flachschienen (s. Eisenbahnbau, S. 837k) be-
legten Balkenlage bestand. Die mit tierischer Kraft
fortbewegten Fahrzeuge besaßen für geringere Lasten
ein, für größere Lasten zwei hintereinander ange-
brachte Räder, an deren verlängerten Achsen sick
Tragkörbe zur Aufnahme der Lasten befanden. 1825
erfuhr das Palmersche System durch den Ameri-
kaner H. Sergeant und den EngländerI. Fisber
Verbessernngen. In Deutschland wurden 1834 in
Posen beim Festungsbau und 1837 auch in Danzig
Versuche mit E. gemacht. Larmanjat baute 1869
auf der Strecke von Le Naincy bis Montsermeil eine
Einschienenbahn, deren Schiene nur 5 mm über den
Strahenlörper hervorragte und die beiden in der
Längsachse der Fahrzeuge befindlichen Haupträder
trug. Zur Erhaltung des Gleichgewichts waren an
den Seiten der Fahrzeuge, wie bei den gewöhnlichen
Wagen, Räder angebracht, die auf der Straße liefen
und mit biegsamen Federn versehen waren, um die
Unebenheiten des Bodens leichter überwinden zu
können. Bei der Lokomotive dienten die Seiten-
räder als Treibräder. Das Larmanjatsche System
fand später in Frankreich und auch in Portugal sin
der Nähe von Lissabon) mehrfach Anwendung. 1876
war auf der Ausstellung in Philadelphia eine vom
General Stone im Fairmountpark ausgeführte
Einschienenbahn von 1,5 km Länge zu sehen, deren
auf etwa 10 m hohen Pfosten ruhende Fahrbahn
neben der eigentlichen Fahrschiene noch zwei Leit-
schienen enthielt. Zu den E. gehört auch die 6. Juni
1880 eröffnete 900 m lange Drahtseilbahn, die vom
Fuße des Eruptionskegels des Vesuvs mit einer
durchschnittlichen Steigung von 1:5 fast bis zum
Gipfel führt. Sie besitzt einen dem Larmanjatschen
Oberbau ähnlichen Oberbau auf einer hohen Lang-
schwelle, an der seitlich noch stäche Leitschienen an-
gebracht sind. Das Hochbahnsystem des Kapitäns
I. V. Meigs gehört insofern auch zu den E., als
die ganze Belastung des Gleifes unmittelbar in
die Mittellinie des Oberbaues verlegt ist. Der
Vahukörper besteht aus zwei übereinander ange-
ordneten und auf eisernen Säulen ruhenden Schie-
nensträngen. Auf der obern Schiene laufen die
beiden wagerechten Führungsräder der Fahrzeuge,
während vier in einem Winkel von 45° geneigte
Tragräder sich auf zwei an dem untern Gurte des
die Bahnlinie bildenden Gitterträgers angebrach-
ten Schienen bewegen. Bei der Lokomotive bilden
die beiden Führungsräder die Treibräder, die zur
Erhöhung der Reibung durch besondere Vorrich-
tungen an die Schienen gedrückt werden. Die erste
größere Anwendung fanden die E. in Algier zur
Ernte des Espartograses. 1882 gab es bereits
105 km E., und zwar nach dem System Lartigue.
Nach demselben tragen etwa 80 cm hohe und ebenso
weit voneinander entfernte eiserne Böcke die Schiene