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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Eisenkraut - Eisenmenger (August)
1890): Ledebur, Eisen und Stahl in ihrer Anwen-
dung für bauliche und gewerbliche Zwecke (ebd. 1890).
Eisenkraut, Pflanze, f. Verdena.
Eisenkuchen, soviel wie Oblaten.
Gisenkunstindustrie, f. Kunstschmiedearbeiten.
Eifenlack, Asphaltfirnis, eine Lösung von As-
phalt in Terpentinöl.
Eifenlaktät, Ferrolaktat, Eisenoxydul- '
l a ktat oder milch säur es Eisenor yd ul,?6rrum z
lacticuin, ^6(0311503)2, bildet sich unter Ent-
wicklung von Wasserstoff, wenn wässerige Milch-
säure mit Eisen zusammengebracht wird, als ein in
kaltem Wasser schwer lösliches Salz. Zur Dar- !
stellung läßt man die Milchsäuregärung des Zuckers !
(s. Milchsäure) bei Gegenwart von überschüssiger
Eisenfeile verlaufen. Das ausgeschiedene Salz wnd ,
durch Umkristallisieren gereinigt.
Eisenlegierungen, Verbindungen des Eisens
mit andern Metallen. Von E. sind nur wenige be- !
kannt. Von technischer Bedeutung bei der Vessemer- !
stahlfabrikation sind die verschiedenen Eisenmangan-
verbindungen. (S. Mangancisen.) Eine Legierung
von Zink mit 5 Proz. Eisen dient zur Darstellung
von Aichmetall (s. d.). Nickelhaltiges Eisen findet
sich im Meteoreisen. In neuester Zeit werden.auch
Eisenaluminiumleqierungen verwendet.
Gisenlohr, Aug., Agyptolog, geb. 6. Okt. 1832
zu Mannheim, studierte bis 185)3 zu Heidelberg und
Göttingen Theologie. Durch Krankheit^veranlaßt,
wandte er sich naturwissenschaftlichen Studien zu
und war einige Jahre Fabrikant chem. Produkte;
später machte er die Ägyptologie zu seinem Arbeits-
gebiete. 1869 habilitierte sich E. an der Universität
Heidelberg für das Fach der Ägyptologie, wurde
dort 1872 außerordentlicher und 1885 Honorarpro-
fessor. Von E.s ägyptolog. Arbeiten sind zu nennen:
"Der große Papyrus Harris" (Vortrag, Lpz. 1872),
"'II16 Mitieal (nuäition oll^pt dotoio tlie rei^n
ol II3.M868 III." (in den "^rlui8Äotion3 0t' t^6 8u-
ci6^ oi' ^idlical ^roIilvoIoF)')), Bd. 1, Lond.1872),
"Einmathem. Handbuch der alten Ägypter" ("?3M- !
rüg Ildinä" des Ni'itikii Nnsonin) übersetzt und er- ^
klärt (2Vde.,Lpz.I877). Auch Baedekers "Ägypten"
II. Teil: Oberägypten und Nubien (ebd. 1891) hat
E. bearbeitet.
Eiseulohr, Aug., bad. Minister, geb. 25. Febr.
1833 zu Mannheim, studierte in Heidelberg und!
Berlin, wurde 1862 Sekretär im Justizministerium, '
1863 Amtsrichter, 1865 Krcisgericktsrat in Baden z
und 1866 Ministerialrat im Ministerium des In- !
nern. Nachdem er 1874 zum Landeskommissar der ^
Kreise Karlsruhe und Baden ernannt worden war,
wurde E. 1883 Ministerialdirektor im Ministerium ^
des Innern und stimmführendes Mitglied des z
Staatsministeriums, 1892 Präsident des Ministe- >
rium des Innern.
Gisenlohr, Jak. Friedr., Architekt, geb. 23. Nov.
1805 zu Lörrach, erhielt seine künstlerische Bil-
dung erst zu Karlsruhe, dann 1828-29 in Ita-
lien, wurde 1832 Lehrer, 1839 Professor an dcr'
Bauschule des Polytechnikums zu Karlsruhe, deren
Leitung er 1853 mit dem Titel eines Vaurats er-
hielt. Er starb 27. Febr. 1854 daselbst. E. wies
mit Geschick und Erfolg auf die Erforschung und
künstlerische Verwertung der frühmittelalterlichen
Kunstwerke für die neuere Zeit hin. Unter den von
ihm entworfenen und ausgeführten Bauwerken sind
hervorzuheben.' Amtliche Babnböfo und andere
Hochbauten längs der Badischcn Eisendahn, die
prot. Kirche in Baden, die Restaurationen des
Ortenberger Schlosses und der evang. Stadtkirche
zu Lahr. Er veröffentlichte: "Ornamentik in ihrer
Anwendung auf verschiedene Gegenstände der Vau-
gewerke" (fortgesetzt von Lang, 24 Hefte, Karlsr.
1849-67), "Mittelalterliche Bauwerke im südwestl.
Deutschland und am Rhein" (5 Hefte, ebd. 1853-
57), "Entwürfe von Gebäuden verschiedener Gat-
tung" (17 Hefte, ebd. 1852-59), "Holzbauten des
Schwarzwaldes" (4 Hefte, ebd. 1853), "Bauverzie-
rungen in Holz zum praktischen Gebrauch" (2. Aufl.,
ebd. 1868-70).
Eisenlohr, Theodor, Schulmann, geb. 30.April
1805 in Herrenberg, studierte in Tübingen Theo-
logie und wurde darauf Geistlicher in Marburg
(1833) und Tübingen (1838) und 1843, nachdem er
sich bereits in Tübingen durch die Leitung eines
Privatseminars als tüchtiger Schulmann gezeigt,
Direktor des Seminars in Nürtingen. Später
wurde er daneben zum Mitgliede des Konsistoriums
und zum Oberschulrat ernannt; auch war er 1849
Mitglied des Stuttgarter Rumpfparlaments. Er
starb auf einer Reise 31. Aug. 1869 in Zürich.
Schriftstellerisch ist E. bekannt geworden durch Be-
arbeitung der Kirchen- und Schulgesetze in der
Reyscherschen "Sammlung der württemb. Gesetze",
Bd. 8, 9 und 11 (Tüb. 1834-39), ferner durch die
Zeitschrift "Blätter aus Süddeutschland sür das
Volkserziehungs- und Volksunterrichtswesen", die
er 1837-46 mit mehrcrn Freunden in Stuttgart
herausgab, und besonders durch das Werk "Das
Volk Israel unter der Herrschaft der Könige"
(2 Bde., Lpz. 1855-56).
Gisenlohr, Wilh., Physiker, geb. 1. Jan. 1799
zu Pforzheim, studierte seit 1817 zu Heidelberg
Mathematik und Naturwissenschaft. Bereits 1819
ward er als Professor der Mathematik und Physik
am Lyceum zu Mannheim angestellt und 1840
übernahm er die Professur der Physik am Polytech-
nischen Institut zu Karlsruhe. Er trat 1865 in
den Ruhestand und starb 10. Juli 1872 zu Karls-
ruhe. Besondere Verdienste hat sich E. um das
Gewerbeschulwesen in Baden erworben, indem er
daselbst die erste Gewerbeschule (zu Mannheim) be-
gründete und alle übrigen einrichten und bis 1863
leiten half. Auch brachte er 1847-49 im Auftrage
der Negierung im Schwarzwalde eine Uhrmacher-
schule zu stände. Er schrieb u. a. "Die Wellenlänge
der brechbarsten Lichtstrahlen" (in Poggendorffs
"Annalen der Physik und Chemie", Jahrg. 1856)
nnd ein sehr verbreitetes "Lehrbuch der "Physik"
(Mannh. 1836; 11. Aufl., von Zech, Stuttg. 1876).
Eisenlunge, s. Staubinhalationskrankheiten.
Eisenmalät, apfelsaures Eisenorydul,
Ferr 0 malat, l'6 ((^I^O^, entsteht beim Lösen von
Eisen in Apfelsäure. Es ist ein Bestandteil des
^xtlÄoNini lorri poirlkltuiQ des Arzneibuches sür das
Deutsche Reich und ist nach folgender Vorschrift dar-
zustellen. Der Saft von 50 Teilen reifen, sauern
Äpfeln wird mit 1 Teil Eifenpulver im Wasserbade
erwärmt, bis die Gasentwicklung beendet ist. Die
mit Wasser bis zu 50 Teilen verdünnte Flüssigkeit
bleibt mehrere Tage stehen, wird dann filtriert und
zum dicken Ertrakt verdampft. Die linewra. lsrii
poinata ist eine Lösung des Extrakts in 9 Teilen
Zimmctwasscr. ^(s. d.) in Siebenbürgen.
Eisenmarkt, deutscher Name von Vajda Hunyad
Gisenmenger, August, Maler, geb. 11. Febr.
1830 zu Wien, besuchte 1845-48 die Wiener Aka-