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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ernestinischer Hausorden - Ernst Friedrich (Markgraf von Baden-Durlach)
fangs gemeinschaftlich regierte Land in der Weise,
daß der dritte Bruder, Wilhelm, Weimar, der vierte,
Albrecht, Eisenach, der sechste, Ernst, Gotha erhielt.
Eisenach ward jedoch schon 1644, nachdem Albrecht
ohne Leibcserben verstorben war, wieder zwischen
Weimar und Gotha geteilt.
Di'c noch jetzt regierende nene wcimarische
Linie spaltete sich nach dem Wiederabgange des
altenburg. Zweigs, dessen Besitzungen jedoch zum
Teil auch an Gotha gelangten, in die Linien Wei-
rnar, Marksuhl, Eisenach und Jena, von denen aber
die zweite 1741, die beiden letztern 1671 und 1690
ausstarben. Ihre durch den Wiener Kongreß um
1707 hkin vermehrten Lande bilden gegenwärtig
das Grosiherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.
Die Besitzungen der von Ernst dem Frommen 1640
gestifteten goth aischen Linie wurden 1680 von
dessen Söhnen mittels 1686 vom Kaiser bestätigten
Erbschaftvrccesses geteilt, und so gründete 1) Fried-
rich 1. die Unterlinie Gotha-Altenburg, 2) Albrecht
Coburg, 3) Bernhard Meiningen, 4) .Heinrich Nöm-
hild, 5) Christian Eiscnberg, 6) Ernst.hildburghau-
sen, 7) Johann Ernst ^aalfeld. Von diesen starben
Codurg 1699, Eisenberg 1707 und Nömhild 1710
wieder aus, was, abgesehen davon, das; Coburg an
Saalfeld gekommen war, abermalige Teilungen des
Erbes unter den Nebenlinien zur Folge hatte. Zu
Anfang des I. 1825 bestand demnach der sog.
^6xu8 6otliarw8 aus den Häusern Gotha, Mei-
ningen, Coburg-Saalfeld und.hildburghausen. Als
hierauf die Linie Gotha 11. Febr. 1825 mit Fried-
rich IV. ausstarb, ward 12. Nov. 1826 ein Erbtei-
lungsvertrag zu Hildburghausen geschlossen, durch
welchen Coburg für Saalfeld Gotha, Hildburg-
hausen für seinen bisherigen Besitz das Herzogtum
Altenburg, Meiningen aber Saalfeld und Hildburg-
bausen erhielt. Die E. L. besteht also nunmehr aus
dem groftherzogl. wcimarischen und dem herzogl.
gothaischenHause, das wieder in die Linien Sachsen-
Meiningen, Sachsen-Coburg-Gotha und Sachsen-
Altenburg zerfällt. - Vgl'. Vurkhardt, Stamm-
tafeln der E. L. des Hauses Sachsen (Weim. 1885).
Ernestinischer Hausorden, 25. Dez. 1833
als gemeinsamer Hausorden von den Herzögen von
Sachsen-3Neiningen-Hildburghausen, von Sachsen-
Altenburg und von Sachsen-Coburg-Gotha ge-
stifteter Orden, im Andenken an den 1690 von Fried-
rich I. von Sachscn-Gotha und Altenburg gestifteten
"Orden der deutschen Redlichkeit". Er hat nach dem
erneuerten Statut vom 13. Febr. 1864 fünf Klassen,
Großkreuze, Komture 1. und 2. Klasse und Nüter
1. und 2. Klasse, sowie ein affiliiertes Verdiensttreuz
und eine goldene und silberne Verdienstmedaille.
Das Grohtreuz verleiht den Erbadel. Das Ordens-
zeichen ist ein achtspitziges, weißemailliertes Kreuz,
zwischen dessen Armen sich goldene Löwen befinden
und auf dessen Mitte ein rundes goldenes Schild
mit dem Vrustbilde Herzog Ernsts des Frommen
und der Umschrift "I^iäeiiter 6t eoii8tluit6i'" ("Treu
und standhaft") ruht. Das Band ist karmesinrot
um grüner Einfassung.
Erneuern, Versichern, in der Jägersprache
das nochmalige Umziehen eines Jagens (s. Bestäti-
gen), ehe das Jagdzeug gestellt wird.
Erneuerungsfonds,s.Abschreibungund Eisen-
bahnrecht (Bd. 5, S. 878a).
Erniedrigt (frz. ll1)Hi886) wird in der Heraldik
eine Wappenftgur genannt, wenn sie dem Schildes-
fuße näher gerückt ist, als ihr ordnungsmäßig zu-
kommt; beispielsweise ein Schildeshanpt, wenn sich
über demselben noch ein schmaler Platz von der
Tinktur des Schildes befindet.
Erniedrigung eines Tons um einen halben
wird durch ein !? oder bei Kreuznoten durch h, um
einen ganzen durch p^, bei Kreuznoten,durch h> ange-
zeigt. Bei den Italienern heißt das t? dsinoiis, bei
den Franzosen Iiöinol, bei den Engländern Kat.
Grnouf (spr. -nüf), Alfred Auguste, Baron,
franz. Schriftsteller, geb. 21. Sept. 1817 zu Paris,
hat sich besonders durch Schriften über geschichtliche
Gegenstände bekannt gemacht. Hervorzuheben sind:
"^0I1V6ii68 6ti1(i68 8N1' III. Involution trg.11tz3,i86"
(2 Bde., 1852-54), "IIi8toii'6 äo ^Va1ti'Äli6, ä<3
I^otnaii'6 11 6t ä6 Ionl'8 6630611 (Ia,ut8" (1859),
"Hi8toii'6 ä6 1a. 66riil6r6 6H^ituIu.ti0u ä6 ?ari8"
(1859), "1.6 F6N61-N1 Xl6l)6r" (1867), "1.68 01863.UX
eiiHIit^iI^ ä68 1)018 6t ä68 1^inL3" (anonym,
3. Ausg. 1872), "30nv6iiii'3 (16 1'inv3.8ioii pru3-
816I1I16 6U ^0i'inaiiäi6" (Nouen 1872), "1.63 1^rI.n-
tzlU8 611 I'i'U836, 1807-8" (1872), "1Ii8t0ir6 (163
c1i6niiii3 li6 l6l t'rau^lll3 7)6iiä^iit 1a. FN6li'6 fi'Huco-
pi'U38i6iiii6" (1874), "8ouv6iiii'8 ä'un oftiei6r P0-
10113.18" (1877), "H1lli'6t, äue ä6 LH38ÄU0" (1878),
eins von seinen besten Geschichtswcrken, u. s. w. E.
bearbeitete und vollendete ferner die "Ni8t0ii-6 ä<3
^1-3.1106 80N3 I^lli)0i00n I" seines Schwiegervaters,
des ehemaligen Ministers Baron Bignon (14 Bde.,
1838-50). E. starb 11. Febr. 1889 in Passy (Paris).
Ernst, Fürst von Anhalt, vierter Sohn Chri-
stians I. von Anhalt-Vernburg, geb. 19. Mai 1608
zu Amberg, begleitete 1621 seinen nach der Schlacht
am Weihen Berg geächteten Vater nach Schweden
und Dänemark, bereiste 1622-25 die Niederlande,
Dänemark und Italien, und suchte nach der Heim-
kehr am kaiserl. Hofe und im Lager Wallensteins
für Erleichterung der Kriegskosten Anhalts zu wir-
ken. Sodann übernahm er den Befehl über ein
Wallensteinsches Reiterregiment in Italien, blieb
aber nur widerwillig im kath. Dienst und trat 1631
zu Gustav Adolf über. Er starb an einer in der
Schlacht bei Lützen erhaltenen Wunde 1. Dez. 1632.
Ernst I., Markgraf von Baden, ged. 7. Okt.
1482, der jüngste Sohn des Markgrafen Christoph 1.,
erhielt bei der von seinem Vater vorgenommenen
Teilung der Markgrasschaft das hochbergifche Ge-
biet, dessen Negierung er 1516 antrat. Die Tei-
lung verursachte Zwistigkeitcn unter den Brüdern,
die durch den Vertrag zu Worms 1527 geschlichtet
wurden. Als der älteste Bruder Philipp 1533 ohne
männliche Erben starb, entstand zwischen den über-
lebenden Brüdern, Bernhard und E., neuer Streit,
bis durch Vermittelung des Kurfürsten von der
Pfalz die Markgrafschaft Baden-Baden von der
Markgrasschaft Baden-Dnrlach, die E. erhielt,
völlig getrennt wurde. Der Reformation nicht ab-
geneigt, duldete er die Verbreitung der evang. Lehre
und hob mehrere Klöster auf, unterließ jedoch den
offenen Anschluß an die neue Lehre. Er entsagte 1552
der Negierung und starb 6. Febr. 1553; ihm folgte
sein Söhn Karl II. (S. Baden, Bd. 2, S. 263 d.)
Ernst Friedrich, Markgraf vonVaden - Dur -
lach, geb. 17. Okt. 1560, ältester Sohn Karls II.
(f. Baden, Bd. 2, S. 263d), regierte zuerst 1577
gemeinschaftlich mit seinen Brüdern Jakob III. und
Georg Friedrich, erhielt bei dcr Teilung 1584 die
untere Markgrafschaft mit Durlach. Anfangs Luthe-
raner, ward er später Calvinist; als er 1594 die Ver-
waltnng des unter Eduard Fortunatus verwahr-
^x