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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Esq. - Esquire
Entlassung und abermalige Verbannung zu. In
das Städtchen Cuellar verwiesen, schrieb er einen
sechsbändigen Roman: "von 3a,nc1i0 HlUälum, o ei
ca8t6l1ano ä6 (^Iiar" (Madr. 1834), der Plan und
Objektivität vermissen läßt. Nach Octroyierung der
Verfassung (NztaNito rk^I) kehrte E. nach Madrid
zurück und nahm thätigen Anteil an der Politik als
Mitredacteur der Zeitschrift "^1 Ai^o", aber aus
so maßlose Weise, daß er abermals flüchten mußte.
Eifrig beteiligte er sich an der Revolution von 1835
und 1836. Wäbrend des Aufstandes im Sept. 1840
trat E. in die Nationalgarde als Lieutenant. Als
Verteidiger eines im republikanischen Sinne ge-
schriebenen Artikels in der Zeitschrift "N1 llui-Hean"
wurde er mit der Stelle eines Gefandtschaftssckrctärs
im Haag belohnt (1841), kehrte jedoch nach wenigen
Monaten zurück, da er zum Abgeordneten für Al-
meria erwählt worden war. Er starb 23. Mai 1842
in Madrid. E.s Gedichte zeigen große technische Ge-
wandtheit und glühende Phantasie, der es aber an
künstlerischer Selbstbeherrschung sehlt; sein Vorbild
Byron überbietet er in selbstzerfleischender Skepsis,
wie selbst seine beliebtesten Gedichte: "1^1 piiatH",
"NI insuäiFo" (ganz socialistisch), "N1 veräuFo" (ein
Gegenstück zu Vict. Hugos "I)6i'Qi6i'^0nr ä'un con-
äainn6"), "1^1 0083.00", das grausige "N168tuäi5wt6
ä6 8k1ainan(^" und besonders sein berühmtes Frag-
ment "N1 äi^dlo muiiäo" (Madr. 1841) beweisen;
doch gehört er zu den beliebtesten Dichtern der
Pyrenäischen Halbinsel. E.s "Odi'a.8 p06tie^8" er-
schienen zu Paris 1840 (neue Ausg. von Hartzen-
busch, 5. Aufl. 1885; von A. Ferrer del Rio, Madr.
1876; von Escosura, ebd. 1884). Ein posthumes,
erst 1874 erschienenes Werk von ihm sind die "I^Fi-
iig.8 oiviäHäag". - Vgl. Rodriguez Solis, N8pr0Q-
ceäa (Madr. 1883). l^nii'6 (s. d.).
Ü3<1. und ÜLyr., engl. Abkürzungen für ^8-
Gsquera, s. Vaskische Sprache.
Gsquilache (spr. -kilahtsche), Don Francisco de
Borja y Aragon, Principe de, span. Dichter, Ur-
enkel Papst Alexanders VI., geb. um 1580, erhielt
den Titel eines Fürsten von E. durch die Erbprin-
zessin von Squillace im Königreich Neapel, mit der
er sich vermählte. Er war 1614-21 Vicekönig von
Peru. Nach dem Tode Philipps III. kehrte E.'nach
Madrid zurück, wo er fortan lebte und 26. Okt.
1658 starb. E. nahm sich vorzüglich den jüngern
Argensola zum Muster und strebte in seinen Ge-
dichten Eleganz, verständige Einfachheit und Klar-
heit mit sanftem, melodifchem Fluß des Versbaues
zu verbinden; sie ermangeln aber der Tiefe, Origi-
nalität und des Schwunges. Seine lyrischen Ge-
dichte, unter denen die Letrillas, Madrigale und die
Schäferromanzen leicht und anmutig sind, erschienen
zuerst zu Madrid (1639, 1648, vervollständigt Ant-
werp. 1654,1658, 1663). Ohne poet. Wert ist sein
epischer Versuch Mä.p0i68 i'Leuperaäa. por ei i'6)'
Don ^1on80" (Sarag.1651; Antwerp.1658), worin
er die Eroberung Neapels durch Alfons V. von
Aragon im 15. Jahrh, behandelt. Seinen spätern
Lebensjahren gehört die Übersehung von Thomas'
a Kempis "Nachfolge Christi" (Brüss. 1661) an; eine
Komödie ist verloren.
einer der sieben Hügel Roms, oder vielmehr eine
Hochfläche, die im N. zum Teil mit dem Viminal und
Quirinal zusammenhangt und im O. sich allmählich
in das vorstädtische Terrain verliert. Nach S. und
SW. springen zwei Hügelzungen mit scharf geschnit-
tenen Rändern vor, von denen die nördlichere Oi3-
I^iu8, die südliche Oi)iu8 und (die äußerste Westspitze)
l^i'iuüL genannt wird. Der Name ist unsicherer Ab-
leitung ; die Römer selbst brachten ihn mit a63cuw8,
die Wintereiche, zusammen; und jedenfalls war in
der ältesten Zeit der E. H. mit Wald bedeckt, der mit
dem zunehmenden Anbau sich in zahlreiche heilige
Hainbezirke verwandelte; unter andern werden er-
wähnt der I.u(M8 tllFntaIi8 (Buchenhain), der I^ucug
^8(iuilimi8 (Eichenhain) und der I^ucu8 iMcinas,
wo später (379 v. Chr.) der Tempel der Juno Lu-
cina errichtet ward. Die bedeutendsten Neste aus
den: Altertum gehören den Befestigungen an, durch
welche die Stadt nach O., wo sie durch die natür-
lichen Bodenverhältnisse nicht geschützt war, ver-
teidigt wurde. Hier ist ein Erdwall von 1,3 Km Länge
errichtet, davor ein mächtiger Graben (30 in breit,
9 m tief). Der Erdwall (a^ei-), dessen Außenseite
eine 4 in dicke Quadermauer aus Tuffstein mit
Zinnen und Türmen bildete, begann bei der?oi'^
I^uilina (ihre stelle nahm später der jetzt noch er-
haltene Gallienusbogcn ein) und reichte bis zur
1'orta (^olliua (unweit der Via venti 86tt6mdi'6 und
dem Finanzministerium); dazwischen befand sich ein
drittes Thor, die ?0ita Vimina1i8, deren Überreste
bei dem jetzigen Centralbahnhof sichtbar sind. Der
Wall mit Türmen und Graben galt schon im Alter-
tum als ein Werk des Servius Tullius; da aber
die erhaltenen Reste sämtlich unter Anwendung des
römisch-attischen Fußes von 0,296 in, wie derselbe
durch die Decemvirn um 450 v. Chr. eingeführt
scheint, gebaut sind, darf man sie schwerlich für älter
halten als das 4. Jahrh. v. Chr. Über die weitern
Schicksale des E. H. s. Rom. - Vgl. O. Nichter, Über
antike Steinmetzzeichen (Berl. 1885).
Gslplimalt (korrumpiert aus dem indian. Isk-
oy-Malt), Hafenplatz in Britisch-Columbia, an der
Südküste der Vancouverinsel, hat einen geschützten,
42 m tiefen, meist eisfreien Hafen, Arfenale, Spei-
cher und Docks fowie Garnifon. E. ist nur durch eine
schmale Landzunge von der Hauptstadt Victoria ge-
trennt und bildet eine wichtige Vorstadt derfelben.
Nsynirs (engl., spr. eßqueir), Ehrentitel, in der
Schrift gewöhnlich nur durch ^8^. angedeutet, ist
von dem engl.-normann. Worte 68cni6r, frz. öeuvei',
lat. 8cntik6r, d. i. Schildknappe, hergeleitet. Die-
fen Titel führten ursprünglich in England die-
jenigen, welche, ohne Peers oder Ritter zu sein,
wappenfähig waren. Der Titel stand in hohem An-
fehen, da er eine sehr bedeutende Klasse des engl.
Adels, die eigentliche Gentry, bezeichnete. Bürger-
liche wurden desselben nur durch königl. Wappen-
briefe, die jedoch längst nicht mehr üblich sind, teil-
haftig und vererbten ihn dann auf ihre Nachkom-
men. In neuerer Zeit dagegen geben in England
alle Staatsämter, vom Friedensrichter aufwärts, die
Doktorwürde und der Grad eines Barrifter An-
spruch auf den Titel N. Doch wird der Titel aus
Höflichkeit auch jedem Manne von einiger Bildung
oder im Besitze einer gewissen socialen Stellung
im schriftlichen Verkehr beigelegt. Zu bemerken ist,
daß N8H. hinter den Namen gesetzt wird, wo dann
das vorgesetzte ^lr. <M8t62-, Herr) wegfällt und der
Taufname meist hinzugefügt wird, während umge-
kehrt jeder Titel die Hinzufügung des ^8^. aus-
schließt. In der abgekürzten Form Squire bezeich-
net das Wort einen Landjunker. - In den Ver-
einigten Staatenvon Amerika wird der Friedensrich-
ter im gewöhnlichen Leben oft der Squire genannt.