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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Firmieren - Firnis
Um dieselbeZeit verfaßte ein gleichnamiger christl.
'Autor eine an die Söhne Konstantins d. Gr., Con^
stantius und Constans, gerichtete Schrift "1)6 orroi-o
prttkuiin-uni i^ii^wnum", über den Irrwahn des
Heidentums, worin die Kaiser zur völligen Ausrot-
tung der letzton Spuren des Heidentums aufgefor-
dert werden. Ausgaben vonFlacius(Straßb. 1569),
Bursian (Lpz. 1856) und am besten mit Minucius
Felir zusammen von.Halm (im "Corpus Lci-ipwi-nm
6(,l)l68i3.8tic0i'uin latinorum", Bd. 2, Wien 1867).
Firmieren, einen Geschäftsna.nen (s. Firnia)
filbrcn und mit diesem Namen unterzeichnen.
Firmin-Didot (spr. mang), Firmin-Didot
freres und Firmin-Didot H Cie., s. Didot.
Firmmv, Stadt im Kanton Le Chamdon-Feu-
gerolles, Arrondissement St. Etienne des franz.
Depart. Loire, in 480 m Höhe auf einem Berge,
an der Linie St. Etienne-Le Puy-Langeac und St.
Nambert-Annonay-F.-St. Iust-sur-Loire der Franz.
Mittelmeerbahn, hat (1891) 14502, als Gemeinde
14511E., wichtige Steinkohlengruben, Glashütten,
Stahlwerke (Achsen, Sensen, Bolzen), Eisenwaren-
fabrikation, Bandweberei und Kohlcnhandel.
'firmität (lat.), Festigkeit, Stärke' ürinitei-, fest,
firmling, s. Firmung. standhaft.
firmpate, s. Firmung und Pate.
firmllm Picenum, röm. Kolonie, s. Fermo.
Firmung, auch Firmelung (lat. ^ouürmatio,
früher auch lluctio, 8igillnm), in der kath. Kirche
das zweite der sieben Sakramente, besteht in Hände-
auflegendes Bischofs, der Salbung mit dem Chrisma
(s. d.) und Gebet. Als Wirkung der F. gilt die
geistliche Stärkung durch den Heiligen Geist. Schon
im Neuen Testament findet sich die Vorstellung, daß
durch Handauflegung von Aposteln und Ältester,
der Heilige Geist übergeleitet werde. Ursprünglich
war die Handauflegung mit der Taufe verbunden;
schon im 2. Jahrh, kam die Salbung hinzu. Seit
dem 3. Jahrh, wurde im Abendlande die Handauf-
legung von der Taufe zeitlich getrennt und das be-
sondere Sakrament der F. eingeführt. Während die
Taufe von jedem Priester vollzogen werden kann, ist
die F. den Bischöfen als Nachfolgern der Apostel
vorbehalten. Nur mit besonderer Ermächtigung
des Papstes und in dringenoen Fällen wird sie
auch von Priestern gespendet. Die griech. Kirche
hat den alten Brauch, Taufe und F. (Salbung)
zu verbinden und auch letztere durch den Priester
spenden zu lassen, festgehalten. Der sakramentale
Charakter der F. wird in der kath. Kirche be-
gründet teils auf Bibelstellen wie Apostelgesch. 8,
,4-17 und 19, i-6- 2 Kor. 1,21,22; 11oh. 2,20, ^7,
teils auf die Tradition, die Lehre der Kirchenväter
und die Beschlüsse mehrerer Konzilien, nament-
lich des zu Lyon 1274. Die F. wird frühestens im
7. Lebensjahre erteilt, in der Regel aber, zumal in
großen Diöcefen, später, gelegentlich der Fir-
mungsreiscn der Bischöfe. Die F. darf nicht
wiederholt werden, weil sie der Seele einen "un-
auslöschlichen Charakter" einprägt. Bei dem Ri-
tus selbst wird die Stirn (in der griech.Kirche auch
Augen, Nase, Ohren, Füße) mit dem (^hrisma in
Kreuzesform bezeichnet mit den (lat.) Worten: "Ich
bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und
kräftige dich mit dem Chrisma des Heils im Namen
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes".
Hierauf erhält der Firmling einen leichten Vackcn-
streich zur Erinnerung an Christi Leiden und als
Hinweis auf die eigenen Widerwärtigkeiten um des
Glaubens willen. Wie bei der Taufe, muß ein
Zeuge, der Firmpate, gegenwärtig sein, der mit
dem Firmlinge durch die F. in eine geistliche Ver-
wandtschaft tritt, die früher sogar Ehehindcrnis
war', auch erhält der Firmling einen neuen Namen,
den Firmnamen. Die Konfirmation (s. d.) in der
prot. Kirche ist von der F. verschieden.
Firn (srz. u6vs), der Hochgebirgsschnee in den
Alpen, der sich durch die oberflächliche Schmel-
zung und Einsickern des Schmelzwassers in Eivtörner
(Firn körn er) verwandelt hat, deren jedes ein un-
vollkommener Eiskrystall ist. Bei fortdauernd ab-
wechselndem Schmelzen und Gefrieren (Negelation,
s. d.) verwandelt sich der F. in weißes, blasiges Eis,
endlich durch Druck und Infiltration von stets aufs
neue gefrierendem Wasser in kompaktes Gletschereis.
Firnmulden heißen die Hochthäler der Schnee-
region, in denen diese Umwandlung vor sich geht,
Firnfelder die mit F. bedeckten Verghänge; beide
sind die Reservoirs, aus denen die Gletscher gespeist
werden. So entsteht der Aletschgletscher aus der
Vereinigung des Großen Aletschfirns, des Iung-
fraufirns und des Ewigschneefelds. Firn flecken
find kleinere, befonders in den Kalkatpen vorkom-
mende Firnfeldcr. Der sog. ewige Schnee ist in
seinen ältern Partien immer F. Die Firn- oder
S chneegrenze ist die Linie, die die untern Ränder
der daueruden Firnlager verbindet, und zwar ist sie
eine orographische Grenze dort, wo diese als verein-
zelte Firnflecken in Schutzlage der Vodengestalt oder
der Bodenart vorkommen, und eine klimatische, wo
sie die untern Nänder von Firnlagern verbindet, die
ausgedehnt und hochgelegen genug sind, um der
orographischen Begünstigung entraten zu können.
In mancben Alpengegenden heißen auch die mit F.
bedeckten Berggipfel Firne oder Fer ner und dieser
Name wird auch in Tirol für eigentliche Gletscher
angewendet. (S. Gletscher.) - Vgl. Heim, Gletscher-
kunde (Stuttg. 1883); Natzel, Schneedecke (ebd.1889).
Firnewein, auch firner oder firnfiger
Wein, alter, abgelagerter Wein, der etwas dunllere
Farbe und eigentümlichen Geschmack (die Firnse)
angenommen hat. Ein solcher Wein kann lange
erhalten werden, wenn er, um sein Alter zu be-
leben, von Zeit zu Zeit mit koylensä'urehaltigem
geistigem Wein nachgefüllt wird, jedoch in der Art,
daß die Firnse immer vorherrschend bleibt. Kräftige
Weine tonnen hierdurch ein sehr hohes Alter er-
reichen und dabei stets hohen Nang behaupten. Im
gewöhnlichen Sprachgebrauch bezeichnet firn oder
firnig den ältern, ruhig gewordenen Wein, dichterisch
alten edeln Wein überhaupt..
Firnis, fast gleichbedeutend mit Lack (Lack-
firnis), im allgemeinen eine Flüssigkeit, die nacb
ihrerAusbreitungindünnenLagenaufdieOberstächc
trockner Körper bald trocknet und einen glänzenden,
harten und meist durchsichtigen Überzug liefert, der
vom Wasser nicht aufgelöst wird und der Einwirkuna
der Luft mehr oder weniger widersteht. Im engern
Sinne versteht man unter F. den durch Kochen von
trocknenden fetten Ölen (Leinöl, Mohnöl, Nußöl,
Hanföl) entweder mr sich oder mit Vleioryd, Zink-
oryd, borsaurem Zintoryd u. dgl. erhaltenen Öl-
firnis. (S. Leinölfirnis.)
Lacke oder L a ck f i r n i s s e sind dagegen Lösungen
vonHarz^n und ähnlichen Substanzen,diejenach dem
angewendeten Lösungsmittel zerfallen ml) fette F.,
wenn zum Auflösen der Harze Ölfirnis gedient hat^