Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

985
Formonitril - Formosa (Insel)
Als ein Beispiel derjenigen F., welche das Her- ^
aus Heden des Modells bewirken, kann die in !
Fig. 1 abgebildete dienen, a ist das Modell, auf einer ^
Platte befestigt, welche in Zapfen drehbar ist und von !
dem Hebel d aus geboben und gesenkt werden kann. !
<. ist die eine Hälfte des Formkastens (s. d.), in wclckem ^
die Guhform bergeftellt werden soll. ä ist ein klei- ^
ner Wagen, auf welchem der Formkasten nach be- ^
endigtemEinsonnen unter der Modellplatte lünweg
vorgezogen werden kann, um von der Mascbine ab-
gehoben zu werden. Beim Einsormen wird die
Atodellplatte so gedreht, daß das Modell sich oben
befindet, und durch die beiden am Kopfe der Stän-
der befindlichen Schrauben in dieser Lage festgehal-
ten. Dann wird der Formkasten (ebenfalls in um-
gekehrter Lage als in der Abbildung) darauf gesetzt,
durch Dübel, mit Keilen oder in sonstiger Weise be-
festigt und mit Formsand gefüllt, welcher in ent-
sprechender Weise festgestampft wird. Nun dreht
man die Platte samt dem auf ihr befestigten Form-
kasten so, daß sich letzterer unten befindet, senlt sie,
bis der Formkasten auf dem Wagen ä stebt, löst die
Verbindung zwischen Modellplatte und Formkasten
und hebt erstere samt dem Modell empor in die
gezeichnete Stellung. Der Formkasten ist nun frei
und kann von der Maschine abgeboben werden.
Für das Einformen der zweiten Guhformbälfte
pflegt bei Massenanfertigung eine zweite ebensolche !
F. in Bereitschaft zu stehen; andernfalls müßte man !
die Modellplatte mit der für die zweite Hälfte er- '
forderlichen vertauschen. Die Anwendung solcher
F. kann nur lohnend erscheinen, wo eine größere
Zahl gleicher Abgüsse gefertigt werden soll; in
diesem Falle aber ermöglicht sie eine nicht unerbed-
liche Zeitersparnis und die Erlangung genauerer
Abgüsse, da jede Beschädigung der Gußform beim
Herausnehmen des Modells vermieden wird.
Nicht selten findet man bei einer und derselben
F. eine Vorrichtung zum Festdrücken des Form-
materials mit derjenigen zum Herausheben des
Modells vereinigt. Bei der in Fig. 1 abgebildeten
Maschine würde z. V. eine solche Vereinigung mög-
lich sein, wenn oberhalb der Modellplatte eine zweite
Platte angebracht wäre, gegen welche der auf der
Modellplatte stehende, mitFormsand gefüllte Form-
kasten gedrückt würde.
F. der dritten oben erwähnten Gattung finden
vornehmlich bei Anfertigung von Zahnrädern Ver-
wendung. Solche Zahnradformmasä) inen sind
in neuerer Zeit in verschiedenen äußern Formen ge-
baut worden; alle aber stimmen darin überein, daß
statt eines vollen Modells des Zahnrades nur ein
kurzes, zwei Zähne enthaltendes Segment zur Vcr-
wendnng gelangt, welches in genau geregelter, der
Zahnteilung des betreffenden Rades entsprechender
Weife nach und nach im Kreise herumbewegt wird,
so daß auf diese Weise sich Zahn an Zahn anformen
läßt. Nachstehende Fig. 9 zeigt die Einrichtung
einer derartigen neuern Zahnradformmaschine, a ist
das Modell der beiden Zähne, welches mit Hilfe
des Handrades c in beliebigem, dem Teilkreishalb-
messer des herzustellenden Rades cntspreckenoem
Abstände von dem Ständer der Maschine sich ein-
stellen läßt. ä ist der Formkasten, auf einem eiser-
nen Tische ruhend und mit diesem im Kreise dreh-
bar. Die Drehung wird durch die vor dem Form-
kasten sichtbare Kurbel bewirkt; ein Anzabl Getriebe
iWechselräder) übertragen die Bewegung auf die
unterhalb des Tisches gelagerte Welle, von welcher
aus sie durch eine Schnecke auf einem an dem Tische
befestigten Zahnkranz übertragen wird. Durch Aus-
wechselung jener Getriebe ist man nun im stände,
diese Bewegung in jedem einzelnen Falle so zu
regeln, daß eine ganze oder halbe Umdrehung der
Kurbel jedesmal einer Drehung des Tisches um
genau eine Zahnteilung des herzustellenden Rades
entspricht; daß also z. V. beim Einformen eines
F:g. 2.
Rades mit 24 Iälmen eine Kurbeldrehung den Tisck
samt dem darauf befindlichen Formkasten um ein
Vierundzwanzigstcl des Kreises dreht. Nachdem
also mit Hilfe des Zahnmodclls ^ eil: Zahn ein-
gcformt worden ist, wird das Modell durch Drehung
des Handrades d aus der Form herausgehoben,
dann wird der Tisch um eine Zahnteilunggedrehr,
das Modell gesenkt, ein neuer Zahn eingeformt
u. s. w. Die Zahnradformmaschinen ersparen nicht
nur die Herstellung eines Modells, sondern ermög-
lichen anck eine weit genauere Arbeit, als es bei
Handarbeit möglich ist. Die Zähne der Räder haben,
ohne des Nacharbeitens zu bedürfen, genauen Ein-
griff, und gerade dieser Umstand bildet einen wesent-
lichen Vorzug des Formens mit Maschinen. In
Eisengießereien, welche häufig Zahnräder fertigen,
haben daher jene Maschinen eine ausgedehnte An-
wendung gesunden.
Mormonitrll, soviel wie Blausäure.,
Formöfa, chines. Thai-w an, Insel, unweit der
Südostküste Chinas, durch die Straße von Fu-kien
vom Festland getrennt, erstreckt sich von 25" 18^ bis
21° 53^ 30" nordl. Vr. mit einer Länge von 378,5,
einer Breite von etwa 125 km und einem Flächen-
(S.Karte:
Östliches China mit Korea, Vd.4, S. 192.)
Oberflächengestalt, Pflanzen- und Tier-
welt. Eine von ihrer Nordspitze (Siao-ki) bis zum
Südkap in parallelen Zügen streichende Gebirgskette
(Mount-Morrison3917in) teilt F. in eine westl. und
eine östl. Hälfte und bildet die Wasserscheide. Bei der
geringen Breite der Insel sind die Flüsse nur von
geringer Entwicklung und wegen starten Gefälls,
Klippen und Untiefen meistens nicht schiffbar. Die
Westküste ist gegliederter und reicher an Buchten und
Ankerplätzen als die Ostküste. Das östl. Hochgebirge
scheint aus Urschiefcr, Granit und Porphyr zu be-
stehen. An der Bildung der Südspitze sind Koral-
len beteiligt, durcbbrochen von Tusf, wie auch die
nördlich von Bergen devonischen Ursprungs sich aus-
oelmend? Ebene. Im ganzen scheint sich, abgesehen
von den Korallen der Küste, an dieser die silurische,