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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Fränkisch-Westfälisch; Frankistan; Frankisten; Frankl; Frankland; Franklin

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Fränkisch-Westfälisch - Franklin (Benjamin)

unter Karl d. Gr. hatte sich unzweideutig gezeigt, daß sich dies ungeheure Reich nicht so zusammenhalten lasse. Die Opfer, die seine Verwaltung bei der nicht zu vermeidenden Naturalwirtschaft forderten, drückten eine Masse der Freien in wirtschaftliche und bald auch in rechtliche Abhängigkeit und zerstörten so den Unterthanenverband wie die Beamtenverfassung des F. R. All dieses steigerte sich in den Bürgerkriegen unter Ludwig (s. d.) dem Frommen und seinen Söhnen, und mit dem Vertrag zu Verdun (s. d.) 843 fand das F. R. sein Ende. Es traten das Deutsche Reich (Ostfränkisches Reich) und Frankreich (Westfränkisches Reich) an seine Stelle, von denen dann Deutschland durch Unterwerfung Italiens und Erneuerung des Kaisertums die Rolle des F. R. noch einmal aufnahm und jahrhundertelang fortführte, aber doch von einer andern geogr. Grundlage aus. (S. Deutschland und Deutsches Reich, sowie Frankreich, Geschichte und Historische Karten von Deutschland I, 1; Bd. 5, S. 170.)

Vgl. Gérard, Histoire des Francs d'Austrasie (2 Bde., Brüss. 1865); Richter, Annalen der deutschen Geschichte im Mittelalter, Abteil. 1 (Halle 1873); Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte (Bd. 2-4, 2. bez. 3. Aufl., Kiel 1882-85); Sohm, Die altdeutsche Reichs- und Gerichtsverfassung, Bd. 1 (Weim. 1871); ders., Fränk. Recht und röm. Recht (ebd. 1880); Kaufmann, Deutsche Geschichte bis auf Karl den Großen (2 Bde., Lpz. 1880-81); aus den "Jahrbüchern der deutschen Geschichte": die Jahrbücher des F. R., hg. von Breysig (714-741; ebd. 1869), Hahn (741-752; ebd. 1863), Ölsner (König Pippin; ebd. 1871), Abel-Simson (Karl d. Gr.; 2. Aufl., ebd. 1883-88) und Simson (Ludwig d. Fr.; ebd. 1874-76); ferner Dümmler, Ostfränk. Reich (3 Bde., 2. Aufl., ebd. 1887-88); Arnold, Deutsche Geschichte, Bd. 2 (Gotha 1881-83); Favé, L'empire des Francs depuis sa fondation jusqu'à son démembrement (Par. 1889).

Fränkisch-Westfälisch, s. Deutsche Mundarten (Bd. 5, S. 33 a).

Frankistan, orient. Bezeichnung für Europa, (vgl. Frenk).

Frankisten, s. Frank, Jakob.

Frankl, Ludw. Aug., Ritter von Hochwart, Dichter, geb. 3. Febr. 1810 zu Chrast in Böhmen, studierte seit 1828 in Wien Medizin; vor allem zog ihn aber das Studium der Geschichte an. Nach seiner Promotion entsagte er der ärztlichen Laufbahn, nahm 1838 zu Wien eine Stelle als Generalsekretär und Archivdirektor der Israelitengemeinde an, erhielt 1851 die Professur der Ästhetik am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates und wurde später auch zum Schulrat der Stadt Wien ernannt. 1842 begann er die Herausgabe eines ersten Kunstblattes in Österreich, der "Sonntagsblätter", die 1848 zur Zeit der Belagerung Wiens unterdrückt wurden. Bei Verkündigung der Preßfreiheit (14. März 1848) erschien von ihm das erste censurfreie Gedicht "Die Universität", das in einer halben Million Abdrücken allgemeinste Verbreitung fand und 17mal komponiert wurde. F. machte sich verdient um die Errichtung eines Kinder-Blindeninstituts auf der Hohen Warte bei Wien, und 1873 wurde von ihm der erste Europäische Kongreß der Leiter und Lehrer von Blindeninstituten ins Leben gerufen, als dessen Präsident er fungierte; 1876 erhob ihn der Kaiser in den erblichen Ritterstand. Er starb 12. März 1894 in Wien.

Schon das "Habsburglied" (Wien 1832), eine Reihe chronologisch geordneter Balladen, verriet sein wesentlich episches und schilderndes Talent. Den "Episch-lyrischen Dichtungen" (Wien 1833) ließ er die "Sagen aus dem Morgenlande" (Lpz. 1834), die epische Dichtung "Christoforo Colombo" (3. Aufl., Stuttg. 1836), "Gedichte" (7. Aufl., Lpz. 1840), die biblisch-romantische Dichtung "Rachel" (Wien 1842), "Don Juan d'Austria" (3. Aufl., Lpz. 1846), "Ein Magyarenkönig" (ebd. 1850 u. ö.) u. a. folgen. In den satir. Dichtungen "Hippokrates und die moderne Medizin" (Wien 1853; 3. Tl. u. d. T. "Hippokrates und die Cholera", ebd. 1853-54) geißelte er den mediz. Charlatanismus. In dem "Helden- und Liederbuch" (Prag 1861; 2. Aufl. 1863) sammelte F. seine kleinern Gedichte aus späterer Zeit, während die "Ahnenbilder" (2. Aufl., Lpz. 1864) und "Libanon" (4. Aufl., Wien 1867) die poet. Früchte seiner Reise in den Orient enthalten. Zur Säkularfeier der Wiener Universität veröffentlichte er die Satire "Nach fünfhundert Jahren in Wien" (Lpz. 1865). Spätere Gedichte sind: "Tragische Könige. Epen" (Wien 1876) und "Episches und Lyrisches" (Stuttg. 1890); als Sammlungen erschienen: "Gesammelte poet. Werke" (3 Bde., ebd. 1880) und "Lyrische Gedichte" (5. Aufl., ebd. 1881). Durch Ausgaben und biogr. Arbeiten zu Anast. Grün, Grillparzer, Hebbel, Raimund, Lenau u. a. förderte er die neuere österr. Litteraturgeschichte.

Frankland, Edward, engl. Chemiker, geb. 18. Jan. 1825 in Churchtown bei Lancaster, studierte in London, Marburg und Gießen und wurde 1851 Professor der Chemie in Manchester, später an der Royal School of Mines und Royal Institution in London (1864). Gegenwärtig lebt er als Privatmann auf seinem Gute The Yews bei Reigate in Surrey, hauptsächlich mit chem. und bakteriolog. Untersuchungen des Trinkwassers beschäftigt. Zahlreiche epochemachende Abhandlungen von ihm enthalten Liebigs "Annalen". Es sind dies namentlich seine Entdeckungen über die Metallverbindungen der Alkoholradikale, die ihn zur Isolierung der letztern führten; dadurch sowie durch seinen hervorragenden Anteil an der Entwicklung der Lehre von der Wertigkeit der Elemente wurde er einer der Mitbegründer der neuern Chemie. Auch sonst ist er auf dem Gebiete der Synthese organischer Verbindungen in hervorragender Weise thätig gewesen. Er schrieb: "Lecture notes for chemical students" (Lond. 1866; 2. Aufl., 2 Bde., 1870-72), "Experimental researches in pure, applied and physical chemistry" (ebd. 1877), "Water analysis for sanitary purposes" (ebd. 1880), "Inorganic chemistry" (mit Japp, ebd. 1884).

Franklin (spr. fränklin), häufiger Ortsname in den Vereinigten Staaten von Amerika; darunter: Hauptstadt des County Venango in Pennsylvanien, in einer an Petroleum und natürlichem Gas reichen Gegend, an der Mündung des French-Creek (Venango) in den Alleghany, hat (1890) 6000 E., Petroleumgewinnung und Schmierölfabrikation.

Franklin (spr. fränklin), Benjamin, nordamerik. Staatsmann, Schriftsteller und Buchdrucker, geb. 17. Jan. 1706 zu Boston, das 16. und jüngste Kind seiner Eltern, mußte von früher Jugend dem Vater, einem Seifensieder, im Geschäft an die Hand gehen. Zwölf Jahre alt, erlernte er bei seinem Halbbruder James F. die Buchdruckerkunst. Schon früh versuchte er sich als Schriftsteller, und als um 1720 sein Bruder eine Zeitung herausgab, schrieb er für