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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fröschleingeschwulst - Frosinone

Fröschleingeschwulst (Ranula) oder Frosch, eine rundliche Cystengeschwulst unterhalb der Zunge, welche aus einem dünnen häutigen Sack und einem bald wässerigen, bald schleimigen zähflüssigen Inhalt besteht und in den allermeisten Fällen durch die krankhafte Erweiterung des Ausführungsganges einer kleinen Schleimdrüse an der Zungenspitze entsteht. Der Umfang dieser Cystengeschwülste ist von sehr verschiedener Größe; bald sind sie bohnengroß und liegen nur oberflächlich, bald erreichen sie den Umfang einer Walnuß oder selbst eines Hühnereies und darüber; gewöhnlich wachsen sie nur sehr langsam und sind an sich schmerzlos, können aber bei erheblicherm Umfange Beschwerden beim Schlingen, beim Sprechen und selbst beim Atmen hervorrufen. Heilung kann nur durch einen operativen Eingriff erreicht werden; das bloße Anstechen der Geschwulst, wodurch der Inhalt ausfließt, bewirkt nur vorübergehende Erleichterung, da sich gewöhnlich sehr rasch wieder neue Flüssigkeit in dem Sacke ansammelt.

Froschlöffel, Pflanzengattung, s. Alisma.

Froschlurche (Batrachia, Anura, Ecaudata; hierzu Tafel: Frösche und Kröten I und II), Batrachier, die höchste Ordnung der Amphibien. Ihnen fehlt der Schwanz; an dem gedrungenen, kräftigen Körper sitzen vier teilweise sehr stark entwickelte, zum Schwimmen, Laufen oder Springen eingerichtete Beine, deren hintere nicht selten durch Schwimmhäute verbundene Zehen tragen. Der große Kopf hat ein sehr weites, feine Zähnchen tragendes Maul; die Zunge ist vorn angewachsen, hinten frei, mit zahlreichen Drüsen durchsetzt und kann nach außen vorgeworfen werden. Die Augen sind groß, mit Lidern versehen und zurückziehbar, das Trommelfell der Ohren frei. Die F. leben ausnahmslos auf dem Lande, an feuchten Orten, teilweise auch auf Buschwerk und Bäumen und nähren sich von lebenden kleinen Tieren, meist Insekten. Sie erhaschen ihre Beute stets im Sprunge, hüllen sie, indem sie die drüsenreiche Zunge darüber hinwegklappen, in eine schleimige Masse ein und hindern sie so am Entweichen; gleichzeitig erleichtert diese schleimige Umhüllung das Hinabgleiten des ganzen, nicht zerkauten Bissens in den Magen. Die meisten F. besitzen eine, namentlich bei den Männchen oft durch Schallblasen verstärkte Stimme, die sie besonders zur Paarungszeit erschallen lassen. Die Entwicklung erfolgt mit Verwandlung. Die Eier werden stets in größern Massen abgelegt, und unmittelbar nach der Ablage befruchtet. Sie sind mit einer glashellen Eiwcihhülle umgeben, die im Wasser stark aufquillt und die erste Nahrung für die Jungen darstellt. Die Larven, Kaulquappen, Quappen, Padden, Roßnägel geheißen, atmen durch Kiemen und besitzen an dem kurzen, eiförmigen und fußlosen Körper einen schmalen, aber hohen und beweglichen Ruderschwanz. Sie nähren sich hauptsächlich von vegetabilischen Stoffen, die sie mit den scharfen hornigen Kiefern abnagen. Nach einiger Zeit werden die Lungen gebildet, die Extremitäten wachsen hervor (zunächst die hintern, dann die vordern) und schließlich gehen die Tiere, nachdem Kiemen und Ruderschwanz rückgebildet - nicht abgeworfen, wie man früher meinte - sind, zum Landleben über. Verschiedene Arten der F. üben eine interessante Brutpflege, und zwar übernehmen vorwiegend die Männchen die Fürsorge für Wohl und Fortkommen der erzeugten Brut. Die F. zerfallen systematisch in zwei Unterordnungen: Zungenlose (s. d., Aglossa) und Zungentragende (s. d., Phaneroglossa). Die erstern werden bloß von zwei Familien, den Dactylethridae (s. d.) und den Wabenkröten (s. d., Pipidae), gebildet, die letztern bestehen aus zwei Hauptgruppen und 15 Familien. I. Oxydaktylier (Oxydactylia): 1) Ranidae, Frösche (s. d., hierher der Teichfrosch, Rana esculenta, L., Taf. I, Fig. 9, und der Hornfrosch, Ceratophrys cornuta Schleg., Taf. II, Fig. 5); 2) Discoglossidae, Scheibenzüngler (s. d.); 3) Alytidae (hierher die Geburtshelferkröte [s. d.], Alytes obstetricans Wagl., Taf. II, Fig. 2, und Hyperolius flavomaculatus Gray, Taf. I, Fig. 3); 4) Bomdinatoridae (hierher Bombinator igneus Roessl., die Unke [s. d.], Taf. I, Fig. 2); 5) Engystomidae; 6) Bufonidae, Kröten (s. d., hierher die Prachtkröte, Bufo formosus Latr., Taf. I, Fig. 6, die Wechselkröte, Bufo variabilis Laur., Taf. I, Fig. 8, die Erdkröte, Bufo vulgaris Laur., Taf. II, Fig. 3); 7) Phryniscidae (s. d.); 8) Rhinophrynidae (s. d.). II. Diskodaktylier (Discodactylia): 9) Hylidae, Laubfrösche (s. d., hierher der Laubfrosch, Hyla arborea L., Taf. II, Fig. 4, Perons Laubfrosch, Hyla Peronii Laur., Taf. I, Fig. 1, und der Taschenfrosch [s. d.], Nototrema mursupiatum Günth., Taf. II, Fig. I); 10) Polypetidae (s. d., hierher der Flugfrosch [s. d.], Rhacophorus Reinwardtii Boie, Taf. II, Fig. 6, und Prostherapis femoralis Cope, Taf. I, Fig. 5); 11) Phyllomedusidae (s. d., hierher Phyllomedusa hypochondrialis Wagl., Taf. I, Fig. 7); 12) Micrhylidae (s. d.); 13) Hylaedactylidae (s. d.); 14) Hyaplesiidae (s. d.), Baumfrösche (hierher Dendrobates fantasticus Wagl., Taf. I, Fig. 4); 15) Dendrophrenyscidae - Vgl. Günther, Catalogue of the Batrachia salientia in the Collection of the British Museum (Lond. 1858); Mivart, On the classification of the anurous Batrachians (in den "Proceedings of Zoologcal Society", 1869).

Froschmaul, eine Art Kappfenster (s. d.).

Froschmäusekrieg, s. Batrachomyomachia.

Froschmeuseler, s. Rollenhagen, Georg.

Froschperspektive, im Gegensatz zu Vogelperspektive (s. d.) die Ansicht mit einem unter dem Gegenstande liegenden Gesichtspunkte (s. Perspektive).

Fröschweiler, Dorf im Kanton Wörth, Kreis Weißenburg des Bezirks Unterelsaß, hat (1890) 488 E., evang. Pfarrei, Stammschloß der Grafen Dürckheim und eine evangelische sog. Friedenskirche (1876), deren Kosten durch Sammlungen in Deutschland beschafft worden sind. Von F. aus leitete 6. Aug. 1870 Mac-Mahon die Schlacht bei Wörth (s. d.), von den Franzosen Schlacht bei F. oder Schlacht bei Reichshofen genannt.

Frose, Flecken im Kreis Ballenstedt des Herzogtums Anhalt, 7 km im NW. von Aschersleben, an der Linie Halle-Halberstadt und der Nebenlinie F.-Quedlinburg (29,9 km) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2612 E., darunter 85 Katholiken, Post, Telegraph, eine ansehnliche roman. Kirche (9. bis 10. Jahrh.), eine Braunkohlengrube mit großer Briquettfabrik, einen Torfstich, Saft- und Malzfabrik, viele Kürschnereien und in der Nähe Moorkultur.

Frosinone, Hauptstadt des Kreises F. (150 150 E.) in der ital. Provinz Rom, an der Linie Rom-Neapel des Mittelmeernetzes, 291 in über dem Cosa, auf einer Anhöhe, hat (1881) 7018, als Gemeinde 8768 E., Reste röm. Mauern und bedeutenden Weinbau. F., das alte Frusino im Lande der Herniker, war später röm. Kolonie. Der Bischofssitz wurde schon 1743 nach Veroli verlegt. F. wurde