Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

582
Gasöfen - Gasregler
man von Hand (bei großen G. durch einen Hilfs-
motor) anr Schwungrad angreifend den iViotor in
Umdrehung zu verfetzen, bis die Zündungen er-
folgen und die felbstthätigc Bewegung beginnt.
Der Gasverbrauch der G. pro Pferdestärke
und Stunde ist je nach der Höhe derfelben verschie-
den: hoher für kleinere und geringer für größere
Motoren. Gute G. von 8 bis^io Pferdestärken ge-
brauchen pro Pferdestärke und <Htnnde gegen 0,7 clmi
Leuchtgas und zwar bei voller Belastung, während
bei halber und noch geringerer Belastung der Gas-
verbrauch pro Pferdestärke und Stunde entsprechend
hoher ist. (S. das Diagramm beim Artikel Gra-
phische Darstellung.)
An Stelle des in der Negek verwendeten Leucht-
gases kann ebenso Olgas (s. d.), Wassergas (s. d.),
Dowsongas oder Generatorgas (s. Gasfenerungen)
zur Verwendung kommen, die auch bei größern
Motorenanlagen in besondern Gasapparaten er-
zengt werden.
Litteratur. Schoettler, Die Gasmaschine
i2. Aufl., Braunscbw. 1890); Schwartze, Die Gas-
maschine lLpz. 188?); Lieäfeld, Der G. und seine Ver-
wendung in der Praris lHannov. 1891); ders., Aus
der Gasinotorenpraris (Münch. 1893); Witz, ^i<iit6
t1i60i'i(iu6 6t i)llUiliu6 (108 inot6ui'8 ^^/. (Par.1892).
Gasöfen, s. Ofen und Gasfeuerungell.
Gasöl, das durch Destillation von Vrailnkohlen-
teer bei der Paraffingewinnnng erhaltene Rohöl,
welches gereinigt als Leuchtstoff dient.
Gafolut, zunächst soviel wie Gasüther (s. d.).
In Bakil dagegen nennt man G. die zwischen 100"
und 150" siedenden Bestandteile des Erdöls.
Gasometer, s. Gasbeleuchtung (3. 5661)) und
Tafel: Gasbeleu ch tu n g 11, Fig. 2, sowie Gas-
messer.
Gasparm lspr. -rang), Agenor Etienne, Graf
von, franz. Politiker und Schriftsteller, geb. 10. Juli
1810 zu Orange, Sohn des Grasen AdrienEtienne
Pierre G. (geb. 29. Juni 1783, gest. 7.Sept. 1862),
der unter der Regierung Ludwig Philipps wieder-
holt Minister war. G. bekleidete bei seinem Vater
das Amt eines Kabinettschefs, ward dann Referen-
dar und Requetenmcister am Staatsrat und trat
1842 in die Deputiertenkammer als Abgeordneter
für Bastia (Corsica). Er geborte zu den Konserva-
tiven, war aber ein eifriger Protestant von ehren-
werter und unabhängiger Gesinnung, er bekämpfte
die bei Befetzung öffentlicher Umter zu Tage tretende
Korruption, verteidigte eifrig die Befreiung der
Neger und die religiöfe Freiheit feiner Glaubensge-
nossen, der Protestanten. 1846 nicht wiedergewählt,
uahm er seitdem an der Politik einen geringen Teil.
G. starb 4. Mai 1871 zu Genf. Von seinen Schriften
sind zu nennen'. "D" i'lunoi'ti886ui(;iit" (1834), "1^-
d^VÄ^6 6t ti'gitk" (1838) , "D6 1'3.^1ÄIic1ii886IN6Iit
d<38 63CikV68 6t (16 868 iapp0rt8 KV66 1kl politihNO
actU6li6" (1839), ttlnt61-6t8 86N61-HNX 6" 111'0to
8tNIiti8I116 t'l3>N(M8" (1843), (<^P1'68 I". 1)aix. (^011'
8iä61'M(M3 8U1' 16 1id6I'Hli8N16 6t 1H ^N61'1'6 li'Oi 161it"
(1856), "I^H s^u68ti0ii li6 I^6U6iiä,t6i)> ^1857), "II11
^I'HN(1 1)6U1>16 qui 86 1'6i6V6" (1861 u. ö.), "1^N16-
1'i<1U6 (l6VllIit 1 ^U10P6" (1862 u. ö.) , <(I^". 1^1811(6,
1103 1'ÄNt68, N08 1)6I'il8, noti'6 HV61N1'" (2 Bde.,
Par. 1872; neue Ausg. 1881).
Seine Gattin, Valerie Voissier, Gräfin von
G., geb. 13. Sept. 1813 zu Genf, gest. 18. Juni 1894
daselbst, verfaßte (meist anonvm erschienene) Reise-
werke und Schriften über religiöse und moralische
Fragen, worin sie für den Protestantismus und
seine Einigkeit eintrat und weibliche Emancipations-
bestrebungen bekämpfte, welchen sie die durch das
Christentum geheiligte Erfüllung des weiblichen Be-
rufs und feiner Pflichten entgegenstellte. Von der
Akademie gekrönt wnrde "1^6 inaiiag6 au point ä^
VN6 c1n-6ti6ii" (3. Aufl. 1853; deutfch Kobl. 1844);
andere Schriften von ihr sind: "Hn 1ivr6 pour 168
t'6M1N68 INH1-1668" (2. Aufl. 1852), "V68 001'1)0rliti0!^
M0NH8ti<1U68 an 861U än 1)I<)t6stanti8M6" (2 Bde.,
1855), "1^68 1i0ri^0N8 Pi0c1illiu8)> (7. Aufl. 1872),
"1^68 1^01120118 66i68t68" (1859 u. ö.), <(^ÄI1(i6 än
^11'll" (4 Bde., 1864-65; neue Aufl. 1890), "^ ti'll'
V61'8 168 N8PÄ^N68" (1868).
Gasparmi, Francesco, ital. Komponist, geb.
5. März 1668 zu Camajora bei Lucca. In Rom
von Corelli und Pasquini gebildet, siedelte er nach
Venedig über, wo er viele ^pern, Kantaten und
Kirchenwerke komponierte, anch die weitverbreitete
Harmonielehre "I.'^i-mmiico i>i^tic0 al c6nidai0"
(Vened. 1685 u. ö.) veröffentlichte. Als Lehrer stand
er iu großem Ansehen; sein bedeutendster Schüler
war Benedetto Marcello. 1735 erhielt G. die Kapell-
meisterstelle am Lateran zu Rom und starb daselbst
im April 1737.
Gaspary, Adolf, Romanist, geb. 23. Mai 1849
in Berlin, studierte daselbst, in München und in
Freibnrg i. Vr. seit 1868. G. bereiste Italien und
Spanien (1873-75), ward 1879 Privatdocent in
Berlin, 1880 außerord. und 1883 ord. Professor
der roman. Philologie in Breslan. Er starb 17. März
1892 in einer Nervenheilanstalt in Berlin. G. war
ein ausgezeichneter Kenner der ital. Litteratur;
seine "Geschichte der ital. Litteratur" (2 Bde., Berl.
1885-88) ist ein nach Form und Inhalt vortreff-
liches Werk. Vorher fchrieb er "Die sicil. Dichter-
fchule des 13. Jahrh." (Berl. 1878).
Gaspe (frz. Gaspe), Halbinfel der Provinz
Quebec in Canada, zwischen dem 'Ästuar des Et.
Lorenzstroms im N. und der Ebalenrbai im S., um-
faßt mit den 11 Magdaleneninfeln etwa 11000
<ikiii, ist im Innern öde und kalt, nur in den Thä-
lern und Abhängen fnr Anbau geeignet; Fischerei
im Grenzfluß Restigouche sowie in den Seen ist
Haupterwerbszweig. Orte sind Douglas an der
Gaspebai, G. oder Percc an der Malbai.
Gaspeldorn, s. UI< x
Gasquellen, Ausströmungen von Gasen aus
Klüften und Spalten der Erdoberfläche, entstehen
auf verschiedene Art und Weise. Erstens infolge von
Vermoderung (Verkohlung), welcher Anhäufungen
von Pflanzenmassen unter Luftabschluß, also bei
Bedeckung durch Schlamm, ^and und andere Ge-
steine, unterworfen sind. Die pflanzlichen Massen
werden zu Kohlen umgewandelt, während gleich-
zeitig Kohlensäure und ent-
weichen, und zwar zum Teil so reichlich und an-
dauernd, daß sie G. bilden. Am auffälligsten sind
die 5tohlenwasserstosfquellen, weil diese, in Brand
gesteckt, hohe Flammen von oft bedeutender Leucht-
kraft, sog. Erdfeuer (s. d.) bilden. (S. auch Natur-
gas.) Andere G. sind rein vulkanischen Ursprungs
und finden sich deshalb in fast allen Vulkangebieten.
Solche Ausströmungsstellcn von Schwefelwasserstoff
oder schwefliger Säure nennt man ^olfataren, solche
von KohlensäureMofetten ls. d.).
Gasregenerator,s.Gasfeuerungen,S.572d fg.
Gasregler, Apparate, die dazu dienen, bei der
Gasbeleuchtung den Verbrauch der Brenner unab-