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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gasöfen - Gasregler

man von Hand (bei großen G. durch einen Hilfsmotor) am Schwungrad angreifend den Motor in Umdrehung zu versetzen, bis die Zündungen erfolgen und die selbstthätige Bewegung beginnt.

Der Gasverbrauch der G. pro Pferdestärke und Stunde ist je nach der Höhe derselben verschieden: höher für kleinere und geringer für größere Motoren. Gute G. von 8 bis10 Pferdestärken gebrauchen pro Pferdestärke und Stunde gegen 0,7 cbm Leuchtgas und zwar bei voller Belastung, während bei halber und noch geringerer Belastung der Gasverbrauch pro Pferdestärke und Stunde entsprechend höher ist. (S. das Diagramm beim Artikel Graphische Darstellung.)

An Stelle des in der Regel verwendeten Leuchtgases kann ebenso Ölgas (s. d.), Wassergas (s. d.), Dowsongas oder Generatorgas (s. Gasfeuerungen) zur Verwendung kommen, die auch bei größern Motorenanlagen in besondern Gasapparaten erzeugt werden.

Litteratur. Schoettler, Die Gasmaschine (2. Aufl., Braunschw. 1890); Schwartze, Die Gasmaschine (Lpz. 1887); Lieckfeld, Der G. und seine Verwendung in der Praxis (Hannov. 1891); ders., Aus der Gasmotorenpraxis (Münch. 1893); Witz, Traité théorique et pratique des moteurs à gaz (Par. 1892).

Gasöfen, s. Öfen und Gasfeuerungen.

Gasöl, das durch Destillation von Braunkohlenteer bei der Paraffingewinnung erhaltene Rohöl, welches gereinigt als Leuchtstoff dient.

Gasolīn, zunächst soviel wie Gasäther (s. d.). In Baku dagegen nennt man G. die zwischen 100° und 150° siedenden Bestandteile des Erdöls.

Gasomēter, s. Gasbeleuchtung (S. 566 b) und Tafel: Gasbeleuchtung Ⅱ, Fig. 2, sowie Gasmesser.

Gasparin (spr. -räng), Agénor Etienne, Graf von, franz. Politiker und Schriftsteller, geb. 10. Juli 1810 zu Orange, Sohn des Grafen Adrien Etienne Pierre G. (geb. 29. Juni 1783, gest. 7. Sept. 1862), der unter der Regierung Ludwig Philipps wiederholt Minister war. G. bekleidete bei seinem Vater das Amt eines Kabinettschefs, ward dann Referendar und Requetenmeister am Staatsrat und trat 1842 in die Deputiertenkammer als Abgeordneter für Bastia (Corsica). Er gehörte zu den Konservativen, war aber ein eifriger Protestant von ehrenwerter und unabhängiger Gesinnung, er bekämpfte die bei Besetzung öffentlicher Ämter zu Tage tretende Korruption, verteidigte eifrig die Befreiung der Neger und die religiöse Freiheit seiner Glaubensgenossen, der Protestanten. 1846 nicht wiedergewählt, nahm er seitdem an der Politik einen geringen Teil. G. starb 4. Mai 1871 zu Genf. Von seinen Schriften sind zu nennen: «De l’amortissement» (1834), «Esclavage et traite» (1838) , «De l’affranchissement des esclaves et de ses rapports avec la politique actuelle» (1839), «Intérêts généraux du protestantisme français» (1843), «Après la paix. Considérations sur le libéralisme et la guerre d’Orient» (1856), «La question de Neuchâtel» (1857), «Un grand peuple qui se relève» (1861 u. ö.), «L’Amérique devant l’Europe» (1862 u. ö.) , «La France, nos fautes, nos périls, notre avenir» (2 Bde., Par. 1872; neue Ausg. 1881).

Seine Gattin, Valerie Boissier, Gräfin von G., geb. 13. Sept. 1813 zu Genf, gest. 18. Juni 1894 daselbst, verfaßte (meist anonym erschienene) Reisewerke und Schriften über religiöse und moralische Fragen, worin sie für den Protestantismus und seine Einigkeit eintrat und weibliche Emancipationsbestrebungen bekämpfte, welchen sie die durch das Christentum geheiligte Erfüllung des weiblichen Berufs und seiner Pflichten entgegenstellte. Von der Akademie gekrönt wurde «Le mariage au point de vue chrétien» (3. Aufl. 1853; deutsch Kobl. 1844); andere Schriften von ihr sind: «Un livre pour les femmes mariées» (2. Aufl. 1852), «Des corporations monastiques au sein du protestantisme» (2 Bde., 1855), «Les horizons prochains» (7. Aufl. 1872), «Les horizons célestes» (1859 u. ö.), «Bande du Jura» (4 Bde., 1864‒65; neue Aufl. 1890), «A travers les Espagnes» (1868).

Gasparīni, Francesco, ital. Komponist, geb. 5. März 1668 zu Camajora bei Lucca. In Rom von Corelli und Pasquini gebildet, siedelte er nach Venedig über, wo er viele Opern, Kantaten und Kirchenwerke komponierte, auch die weitverbreitete Harmonielehre «L’Armonico pratico al cembalo» (Vened. 1685 u. ö.) veröffentlichte. Als Lehrer stand er in großem Ansehen; sein bedeutendster Schüler war Benedetto Marcello. 1735 erhielt G. die Kapellmeisterstelle am Lateran zu Rom und starb daselbst im April 1737.

Gaspary, Adolf, Romanist, geb. 23. Mai 1849 in Berlin, studierte daselbst, in München und in Freiburg i. Br. seit 1868. G. bereiste Italien und Spanien (1873‒75), ward 1879 Privatdocent in Berlin, 1880 außerord. und 1883 ord. Professor der roman. Philologie in Breslau. Er starb 17. März 1892 in einer Nervenheilanstalt in Berlin. G. war ein ausgezeichneter Kenner der ital. Litteratur; seine «Geschichte der ital. Litteratur» (2 Bde., Berl. 1885‒88) ist ein nach Form und Inhalt vortreffliches Werk. Vorher schrieb er «Die sicil. Dichterschule des 13. Jahrh.» (Berl. 1878).

Gaspe (frz. Gaspé), Halbinsel der Provinz Quebec in Canada, zwischen dem Ästuar des St. Lorenzstroms im N. und der Chaleurbai im S., umfaßt mit den 11 Magdaleneninseln etwa 11000 qkm, ist im Innern öde und kalt, nur in den Thälern und Abhängen für Anbau geeignet; Fischerei im Grenzfluß Restigouche sowie in den Seen ist Haupterwerbszweig. Orte sind Douglas an der Gaspebai, G. oder Percé an der Malbai.

Gaspeldorn, s. Ulex.

Gasquellen, Ausströmungen von Gasen aus Klüften und Spalten der Erdoberfläche, entstehen auf verschiedene Art und Weise. Erstens infolge von Vermoderung (Verkohlung), welcher Anhäufungen von Pflanzenmassen unter Luftabschluß, also bei Bedeckung durch Schlamm, Sand und andere Gesteine, unterworfen sind. Die pflanzlichen Massen werden zu Kohlen umgewandelt, während gleichzeitig Kohlensäure und Kohlenwasserstoffgase entweichen, und zwar zum Teil so reichlich und andauernd, daß sie G. bilden. Am auffälligsten sind die Kohlenwasserstoffquellen, weil diese, in Brand gesteckt, hohe Flammen von oft bedeutender Leuchtkraft, sog. Erdfeuer (s. d.) bilden. (S. auch Naturgas.) Andere G. sind rein vulkanischen Ursprungs und finden sich deshalb in fast allen Vulkangebieten. Solche Ausströmungsstellen von Schwefelwasserstoff oder schwefliger Säure nennt man Solfataren, solche von Kohlensäure Mofetten (s. d.).

Gasregenerātor, s. Gasfeuerungen, S. 572 b fg.

Gasregler, Apparate, die dazu dienen, bei der Gasbeleuchtung den Verbrauch der Brenner unab- ^[folgende Seite]