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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gazellenfluß – Geaster

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gazellen'

gefeiert und oft als Bild der Schönheit u.s.w. angeführt werden. Da sie, jung eingefangen, völlig zahm werden, so werden sie in Ägypten und Syrien häufig wie Haustiere gehalten. Von hier kommen zuweilen einige Arten nach Europa, die dort bei Hafer und Heu gut aushalten. Der Preis ist sehr veränderlich und beträgt für die am häufigsten eingeführte arab. Gazelle etwa 100 M. für das Stück. Diese ist oben schmutzig gelbbraun, unten weiß, und beide Farben sind durch einen dunkelbraunen, die Körperseiten entlang verlaufenden Streifen geschieden; ein dunkler Fleck auf dem Nasenrücken zeichnet sie besonders aus; ihre Hörner sind 26 cm lang, sehr schlank und wenig geschweift. Die eigentliche Gazelle ist oben hellisabellgelb und unten und an den Seiten des Kopfes weiß; an den Seiten des Körpers verläuft gleichfalls ein brauner Streifen. Die Hörner sind gegen 34 cm lang und stark geschweift. Der Schwanz ist kurz, demjenigen unsers Rehes ähnlich. Zu der Gruppe der G. rechnet man bisweilen auch den Bleßbock oder Buntbock (Antilope pygarga Pallas) vom Kap der Guten Hoffnung, welcher die größte Art unter den G. ist, indem er die Größe des Damhirsches sogar übertrifft, den Springbock (s. d., Antilope s. Antidorcas cuphore Forster) und mehrere andere afrik. Arten.

Gazellenfluß, arab. Bahr el-Ghasal, einer der linken Nebenflüsse des Nils, durchfließt südlich von Darfur eine Region von Sümpfen, und vereinigt sich in 9° 29' nördl. Br. in der «Nó-See» genannten Lagune mit dem Bahr el-Dschebel zum Bahr el-Abiad (Blauer Nil). Den südl. Teil seines Beckens hat Schweinfurth erforscht. Die hauptsächlichen Zuflüsse kommen von S. aus dem Lande der Niamniam: der Rohl, der Roah, Tondj (Issu), der Dschur; aus SW. und W. der Bahr el-Homr und der Bahr el-Arab.

Gazemusselin, Gazeschaft, s. Gaze.

Gazetier (frz., spr. gas'tĭeh), s. Gazetteer.

Gazette (frz., spr. gasétt), Zeitung, ist vom ital. gazette oder gazetta, dieses von gaze abzuleiten und bedeutet ursprünglich eine kleine Münze (etwa 8 Pf.), um die man die kurzen gedruckten Nachrichten (Zeitungen) in Venedig im 16. Jahrh. kaufen konnte.

Gazetteer (engl., spr. gässĕtihr; frz. gazetier), Zeitungsschreiber, Skribent, meist in verächtlichem Sinne gebraucht; auch Nachschlagebuch für Zeitungsleser.

Gazeux (frz., spr. gasöh), gashaltig; Limonade gazeuse (spr. -nahd gasöhs'), Brauselimonade.

Gazon (frz., spr. gasóng), Rasen, Rasenplatz; gazonnieren (spr. gasonn-), mit Rasen bedecken.

Gazetta ufficiale del Regno d'Italia («Offizielle Zeitung des Königreichs Italien»), in Rom täglich (mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) erscheinendes amtliches Organ der ital. Regierung für die Veröffentlichung von Gesetzen, Verordnungen u.s.w., herausgegeben im Ministerium des Innern; Redacteur: Giovanni Piacentini; Auflage etwa 5000. Das Blatt erschien zuerst als «Journal de Savoie» in Chambery, dann als «Gazetta Piemontese» in Turin, seit 1865, nachdem es 1861 den heutigen Titel angenommen hatte, in Florenz, seit 1871 in Rom.

Gazzoletti, Antonio, ital. Dichter, geb. 20. März 1813 zu Nago am Gardasee, war Advokat in Triest und erhielt 1860 eine Staatsanstellung in Mailand, wo er 21. Aug. 1866 starb. Er schrieb: «Memorie e fantasie» (Triest 1842), ↔ «Piccarda dei Donati» (Flor. 1841), die Tragödie «Paolo, l'apostolo delle genti» (Tur. 1857; neue Ausg. 1873), «Umberto Biancamano, leggenda» (Mail. 1863), «Poesie» (Flor. 1861), «Canzone per la festa secolare di Dante» (Brescia 1865). Sein Lied «Quale è la patria dell'Italiano?», eine Nachahmung des Arndtschen «Was ist des Deutschen Vaterland?» war seiner Zeit in Italien sehr volkstümlich.

Gbari (oder Guari), Provinz in Sokoto in Nordwestafrika, nördlich der Mündung des Binuë in den Niger, zwischen Jauri und Saria, mit der befestigten Hauptstadt Birni-n-Gbari am Mariga, einem Zufluß des Kaduna. Hier sammeln sich die Karawanen aus Sokoto und Kano zum Weitermarsch nach Nupe und dem untern Niger. Zu G. gehört im S. die Landschaft Abudscha.

G. B. + I., in England Abkürzung für Great Britain and Ireland.

G. C., in England gebräuchliche Abkürzung für Grand Cross, d. i. Großkreuz, z.B. G. C. B. für Grand Cross (of the) Bath, Großkreuz des Bathordens; G. C. M. G. für Grand Cross (of St.) Michael (and St.) George.

G. C. C., Goslarer Chargierten-Konvent, eine Vereinigung von Farben tragenden sog. freischlagenden Studentenverbindungen, die den Charakter der Landsmannschaften haben, sich aber dem Coburger L. C. nicht anschlossen. Die diesem Verbande angehörenden Verbindungen auf einer Universität ordneten ihre gemeinschaftlichen Angelegenheiten durch einen C. C., d.i. einen Chargierten-Konvent, der jedoch im Sommer 1891 aufgelöst wurde.

G. D., in England gebräuchliche Abkürzung für Grand Duke (Großherzog, aber auch Großfürst) oder Grand Duchess (Großherzogin, Großfürstin).

Gdansk, poln. Name der Stadt Danzig.

Gdl., hinter den lat. Namen von naturhistor. Gegenständen Abkürzung für Johann Gundlach, Erforscher der Naturgeschichte Cubas.

Gdow. 1) Kreis im westl. Teil des russ. Gouvernements St. Petersburg, östlich an der Narowa, dem Peipus- und Pskower See, von der Pljussa durchflossen, hat 10537,9 qkm (davon 1728,1 qkm Seen), 120896 E. (darunter 2500 Esthen), Fischerei, Waldindustrie, Ackerbau und Viehzucht. –

2) Kreisstadt im Kreis G., 231 km südwestlich von Petersburg, an der Gdowka, 2 km östlich vom Peipussee, hat (1892) 3362 E., Post und Telegraph, 5 Kirchen, Gartenbau und Fischerei.

Gdry., nach den lat. Namen fossiler Wirbeltiere Abkürzung für Albert Gaudry (s. d.).

G-dur (ital. Sol maggiore; frz. sol majeur; engl. g major), die Dur-Tonart, bei der F um einen halben Ton erhöht wird, also ein # vorgezeichnet ist; parallel ist E-moll. (S. Ton und Tonarten.)

Ge, chem. Zeichen für Germanium (s. d.).

Ge, griech. Göttin, s. Gaia.

Geäfter, in der Jägersprache, s. Aftern.

Geäse, in der Jägersprache Maul des Edel-, Elch-, Dam-, Reh- und Gemswildes.

Geáster Mich., Erdstern, Pilzgattung aus der Familie der Gasteromyceten (s. d.). Die Arten derselben, etwa 20, kommen in Europa und Amerika vor, wachsen vorzugsweise auf trocknem Sandboden und sind fast ganz von der Erde bedeckt; sie erreichen etwa die Größe einer Walnuß und haben eine kugelige Form. Sie besitzen eine äußere knorpelige und eine innere häutige Peridie; die erstere ist oft stark

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 608.