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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Graupapagei; Graupeln; Graupen; Graupenmühlen; Graupulver; Grauspecht; Grauspießglanzerz

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Graupapagei - Grauspießglanzerz

lung «Duetti, Terzetti, Quintetti, Sestetti ed alcuni cori» (4 Bde., Berl. 1773‒74) gedruckt werden konnte. Den größten Ruhm erwarb er sich durch seine Passionskantate «Der Tod Jesu» (1760, von Ramler gedichtet), welche die allgemeinste Verbreitung erlangte und eine ganze Reihe ähnlich betrachtender Darstellungen der Leidensgeschichte hervorrief.

Graupapagei (Psittacus erythacus L.). Jaco, bekannter und beliebter Papagei mit hellgrauem Gefieder, mit Ausnahme des scharlachroten Schwanzes, nackte Stellen des Gesichts sehr hellgrau, Schnabel schwarz, Füße schwarzgrau; die Farbe der Iris ändert sich nach dem Alter, beim jungen Vogel ist sie graubraun, wird später gelb und endlich fast weiß. Die Heimat des 36 cm langen Vogels ist das tropische Afrika, besonders die Gegenden im Westen, auf Fernando Po. Von den Negern werden die nahezu flügge gewordenen Jungen zahlreich geraubt, aufgefüttert und nach den Hafenstädten gebracht, von wo sie nach Europa gelangen. Der Handel mit G. ist bedeutend und wird von fast allen Küsten Afrikas aus betrieben. Indes gehen Tausende wertvolle Vögel zu Grunde. Selbst wenn sie anscheinend gesund in Liverpool, Hamburg u. a. Häfen ankommen, tragen sie den Keim einer unheilvollen Blutvergiftung (Faulfieber oder Sepsis) im Körper, und diese kommt zum Ausbruch, sobald sie Trinkwasser erhalten, welches ihnen ein Vorurteil bis dahin entzogen hat. Zähmung und Abrichtung sind nicht schwierig; der gut abgerichtete G. lernt zahlreicheWorte sprechen und andere Töne nachahmen. Er wird ungemein zutraulich. Der Preis für den rohen, frisch eingeführten G. beträgt 24‒30 M., steigt beim ersten Wort, das er nachspricht, auf 45‒60 M. und kann im weitern 300 M., selbst bis 1000 M. erreichen. In der Ernährung ist der G. sehr anspruchslos; aber naturwidrige Nahrung (Fett, Fleisch, Gemüse und andere menschliche Nahrungsmittel) ist schädlich. (S. Tafel: Papageien Ⅲ, Fig. 2.)

Graupeln sind undurchsichtige bis erbsengroße Kügelchen aus ziemlich festgeballtem Schnee und Eisnädelchen; sie kommen meist im Frühjahr (März und April) und Herbst vor. Die G. sind qualitativ und in Bezug auf ihre Entstehung vom Hagel (s. d.) kaum verschieden und können als die erste Periode der Hagelbildung betrachtet werden. G. kommen mehr über Wasser und an Küsten vor.

Graupen, enthülste und mehr oder weniger abgerundete Gersten- oder seltener Weizenkörner. Über die Herstellung s. Graupenmühlen.

Graupen oder Zinngraupen, alter bergmännischer Name für die eingesprengten Krystalle oder Körner des Zinnerzes oder Zinnsteins (s. d.), die durch Pochen und Auswaschen aus dem umgebenden Material (Granit, Greisen u. s. w.) gewonnen werden oder durch natürliche Zerkleinerungs- und Schlämmprozesse aus ihm isoliert worden sind. Visiergraupen nennt der erzgebirgische Bergmann die Zwillingskrystalle des Zinnsteins, die, indem die Pyramidenflächen der beiden verwachsenen Individuen einen ein- und ausspringenden Winkel bilden, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Visier eines Ritterhelms haben. ^[Spaltenwechsel]

Graupen, czech. Krupka, Bergstadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Teplitz in Böhmen, 7 km im NO. von Teplitz, in einer langen, schmalen Thalschlucht (340 m) des Erzgebirges, deren Ränder schöne Aussichtspunkte bieten, an der Linie Bodenbach-Komotau (Station Rosenthal-G.) der Österr. Staatsbahnen, hat (1890) 3304 deutsche E., Post, Telegraph, Kohlen- und Zinnbergbau, eine Werkstätte für Eisenkonstruktionen sowie Fabrikation von Wirkwaren, Dachpappe und Strohgeflechten. Die Rosenburg (421 m), die Wilhelmshöhe (352 m) sowie die Ruine Geiersburg (481 m) sind vielbesuchte Punkte der Teplitzer Kurgäste. – Die Gründung der Stadt, durch die reichhaltigen Zinngruben in der Umgebung bedingt, fällt ins 12. Jahrh. Vom König Wratislaw erhielt sie 1478 die Rechte einer königl. Bergstadt und wurde später mit der Herrschaft Teplitz vereinigt. – Vgl. Hallwich, Geschichte der Bergstadt G. (Prag 1868).

Graupenmühlen sind Schälmaschinen, mittels deren aus Gerste, seltener aus Weizen, durch Schälen derselben das unter dem Namen Graupen bekannte Nahrungsmittel hergestellt wird. G. sind stets Maschinen mit Steinen, zu welch letztern man, je nach der Sorte der zu erzeugenden Graupen, grob-, mittel- oder feinkörnige Sandsteine wählt, die dann schälen, rollen oder polieren. Eine bekannte Konstruktion ist die in den vorstehenden Fig. 1 u. 2 dargestellte Graupenmühle von Moritz Martin in Bitterfeld, welche eine Schälmaschine mit horizontaler Welle ist. Bei dieser Maschine bezeichnet C den Sammelkasten für die Gerste, J ein Regulierungsblech; KK sind die Walzendrehscheiben zum Einlassen, LL ebensolche zum Auslassen des Getreides. Die Bewegung des Läufers A erfolgt durch die auf seiner Achse D sitzende Antriebscheibe R. Die gußeiserne Umhüllung wird in entgegengesetzter Richtung durch das große Zahnrad Z umgedreht, das seine Bewegung von der Läuferwelle D aus mittels der Stufenscheiben E und F empfängt. A macht 240‒260, Z 4‒5 Touren pro Minute. Der Kraftbedarf beträgt 4‒6 Pferdestärken. ^[Abb. Graupenmühlen 1 und 2]

Graupulver, ein vom Ingenieur J. V. Skoglund und dem Schiffslieutenant G. Wallenburg in Schweden erfundenes rauchschwaches Schießpulver; es besteht aus Trinitrocellulose und salpetersaurem Ammoniak; die Herstellung ist noch Geheimnis.

Grauspecht, s. Spechte.

Grauspießglanzerz oder Grauspießglaserz, s. Antimonit.