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Brockhaus' Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Haken – Hal

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Häkeln'

staltung (vom einfachen Quadrat bis zur kompliziertesten Zierform) erreicht und in den Übergängen von der dicken pelzartigen zur feinen durchbrochenen Häkelei mit Rücksicht auf Schönheit und Haltbarkeit den verschiedensten Bedürfnissen genügt werden. Die größte Vielseitigkeit gewinnt das H. durch die Aufnahme von Ösenbändchen (Mignardise), russ. Börtchen, Pointlaceband, Frivolitäten, Gimpen, Guipüre u.s.w. – Vgl. Der Bazar (1867, Nr. 27).

Haken ist im allgemeinen ein Stück Metalldraht, das aus einem längern, geraden, öfters zugespitzten oder mit Schraubengewinde versehenen Schaft und einem kürzern, unter einem rechten Winkel oder im Bogen gekrümmten Teil (Schenkel) besteht. Je nach der Verwendung spricht man von Dreh-, Sperr-, Kleiderhaken u.s.w. Die Schließhaken der Schlösser sowie die Hebehaken oder Platinen am Jacquardstuhl werden auch schlechthin H. genannt. Im Maschinenbau finden die H. äußerst vielfache Verwendung bei den Hebeapparaten zum Anhängen der zu bewegenden Last und als Zughaken bei Transportmaschinen. Zur Erleichterung des selbstthätigen Herabgehens der H. bei Kränen ist in der Regel über dem H. ein Belastungsgewicht angeordnet. Da leicht Brüche der H. entstehen können, ist auf die Konstruktion und Ausführung derselben große Sorgfalt zu verwenden.

Haken, beim Festungsangriff, s. Approchen.

Haken, Hakenpflug, s. Pflug.

Haken, in der Jägersprache, s. Gräne und Gewehr.

Haken, Hakenbüchse, s. Handfeuerwaffen.

Hakenbein (Os hamatum), einer der acht Handwurzelknochen (s. Hand, S. 728a).

Hakenberg, Dorf bei Fehrbellin (s. d.).

Hakengimpel oder Hakenkreuzschnabel (Pinicola enucleator Caban.), ein nordischer Vogel, zur Unterfamilie der Gimpel (s. d.) in der großen Finkenfanlilie gehörig, mit vorherrschend roter Körperbefiederung, die Flügel mit zwei weißen Querbinden. In kalten, schneereichen Jahren erscheinen H. in Schwärmen in den Ostseeländern bis Pommern, sehr selten in Mittel- und Süddeutschland, England, Holland und Belgien. Der sanfte Vogel ist ein ausgezeichneter Sänger und hat in seinem Wesen viel vom Kreuzschnabel: wie dieser ist er ein echter Baumvogel, der von Pflanzenknospen, Beeren, Sämereien, besonders aber vom Samen der Nadelhölzer lebt.

Hakenhemmung, s. Uhren.

Hakenkäfer, s. Parnidae.

Hakenkreuz, ein Kreuz, dessen vier Arme rechtwinklig umgebogen sind. In Indien ist seine Form [Zeichen im Text] oder [Zeichen im Text]. Eine solche Figur heißt Svastika und gilt als glückbringend (svasti im Sanskrit = Glück). Aber auch außerhalb Indiens erscheint das H. (crux ansata) außerordentlich weit verbreitet. Auf trojanischen Altertümern (Spinnwirteln u.s.w.) fand es Schliemann häufig; ebenso kommt es oft in Griechenland, Italien, im Norden (auf prähistor. Gefäßen nicht selten als Bodenverzierung), im allgemeinen von China bis Westafrika vor. Auch die spätere Ornamentik hat die Figur vielfach verwendet.

Hakenkreuzschnabel, s. Hakengimpel.

Hakenlachs, s. Lachs.

Hakenleiter oder Hängeleiter, s. Feuerleitern (Bd. 6, S. 732a).

Hakenlilie, Pflanzenart, s. Crinum.

Hakenmörser, auch Schaftmörser genannt, gehörten dem kleinsten Mörserkaliber an, lagen in ↔ einem passend geformten Gewehrschaft mit Gewehrschloß und schossen Granaten von etwa 1 kg Gewicht auf 300 m. Für gewöhnlich waren sie vorn unter der Mündung mit einem Haken versehen, der über ein an der Brustwehr befestigtes Querholz gehängt wurde, um den Rückstoß abzufangen. Die H. sind jetzt wohl nirgends mehr im Gebrauch.

Hakenpflug, Haken, s. Pflug.

Hakenschlagen sagt man in der Jägersprache vom Hasen, der sich durch Absprünge und Wendungendem Verfolger zu entziehen sucht.

Hakenschützen, die mit der Hakenbüchse (Arkebuse, s. Handfeuerwaffen) bewaffneten Schützen, soviel wie Arkebusiere (s. d.).

Hakenwürmer, s. Kratzer.

Hakenzähne werden bei den Haustieren die Zähne genannt, die zwischen den Eckschneidezähnen und ersten Backzähnen ihre Lage haben. H. kommen vor beim Pferde, Schwein und Hunde und zeichnen sich dadurch aus, daß sie ohne vorausgegangene Milchzähne hervorbrechen. Beim Schwein heißen die H. Hauer. Bei den Stuten sind die H. im Gegensatz zu den männlichen Pferden sehr klein und durchbrechen häufig das Zahnfleisch nicht.

Hakett (frz. haquet), Fahrzeug, auf dem das Material transportabler Kriegsbrücken verladen wird. Die H. der deutschen Brückentrains sind mit je einem Ponton oder je zwei Böcken beladen und mit 6 Pferden bespannt.

Hakim (arab.), von den Türken Hekim ausgesprochen, in der Türkei der Titel der Ärzte. H. Efendi oder Hakimbaschi (Oberarzt) hieß früher nur der Leibarzt des Sultans, jetzt heißt jeder höher stehende Arzt so.

Hakluyt (spr. häckluht), Rich., engl. Geograph, geb. um 1552 zu London, studierte zu Oxford, wo er 1577 die ersten öffentlichen Vorträge über Geographie hielt; auch führte er in den engl. Schulen den Gebrauch der Globen und anderer geogr. Lehrmittel ein. Er begleitete 1583 den engl. Gesandten Stafford als Kaplan nach Paris, erhielt 1602 eine Pfründe in der Westminsterabtei und ein Pfarramt in Suffolk und starb 23. Nov. 1616. Er veröffentlichte «Divers voyages touching the discoverie of America» (Lond. 1582), «The principal navigations, traffiques and discoveries of the English nation» (ebd. 1589; vollständiger 3 Bde., 1598–1600; neue Aufl., 5 Bde., 1809–12), sein Hauptwerk, wozu als Nachtrag «A selection curious, rare and early voyages and histories of interesting discoveries etc.» (ebd. 1812). Nach H. nennt sich die 1846 gebildete Hakluyt Society, die die Herausgabe alter Reisebeschreibungen beabsichtigt und bereits 82 Bände veröffentlicht hat.

Hakodate, Stadt in der japan. Provinz Oshima, an der Südküste der Insel Jesso, an der Tsugarustraße, am Fuße eines nadelholzreichen Höhenzugs, hat (1887) 55677 E., einen guten seit 1854 und 1858 allen Fremden geöffneten, durch ein Fort geschützten Hafen, Post, Telegraph, ein Schulhaus der amerik. Mission, einige schöne Tempelbauten, eine Zündhölzchenfabrik und zahlreiche Warenhäuser. Der auswärtige Handel ist nicht bedeutend, wichtig ist H. als Winterstation russ. Schiffe und Walfischfänger. In der Nähe bei Shai Sawabe eine Schwefelquelle.

Hakon, s. Hakan.

Hal (spr. all, vläm. Halle), Stadt in der belg. Provinz Brabant, an der Senne, dem Charleroikanal und an den Linien Brüssel-Quiévrain und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 664.