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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hydrops - Hye

zusammenzupressen. Das Ausdehnungsbestreben dieser komprimierten Luft hebt dann das geladene und gerichtete Geschütz wieder in die Schußstellung empor. Zum Zusammenpressen und namentlich zur Abdichtung der komprimierten Luft wird meist eine Flüssigkeit benutzt.

Hydrops (grch.), die Wassersucht (s. d.); H. articŭli chronĭcus, s. Gelenkwassersucht; H. ovarĭi, s. Eierstockwassersucht; H. pericardĭi, s. Herzbeutelwassersucht; H. peritonaei, s. Bauchwassersucht; H. ventriculōrum, s. Gehirnwassersucht.

Hydropyrum, Pflanzengattung, s. Zizania.

Hydrorhachis (grch.), die angeborene Wassersucht des Rückenmarks.

Hydrosandstein, innige Mischung von feinkörnigem Sand und gebranntem Kalk, die, nachdem sie unter hohem Druck in die gewünschte Form gebracht ist, längere Zeit der Einwirkung von heißem Wasser oder Wasserdampf ausgesetzt wird. Die Kieselsäure des Sandes verbindet sich dann mit dem Kalk zu einer Steinmasse, die dem Elbsandstein äußerlich sehr ähnlich ist, denselben sogar an Härte, Druck- und Zugfestigkeit übertrifft.

Hydroskopie (grch.), Untersuchung von Wasser nach seinen Bestandteilen; auch soviel wie Wasserfühlen, die Fähigkeit des Quellenfinders (Hydroskopen).

Hydrospermie (grch.), zu wässerige Beschaffenheit des Samens.

Hydrosphäre (grch.), die vom Wasser bedeckten Teile der Erdoberfläche und der Wasserdampf enthaltende Teil der Atmosphäre.

Hydrostatik (grch.), derjenige Teil der Hydromechanik, der die Einwirkung von Kräften auf Flüssigkeiten betrachtet, sofern letztere dabei im Zustande der Ruhe (des Gleichgewichts) bleiben; sie erörtert also die Gesetze des Wasserdruckes (hydrostatischen Druckes) in Gefäßen und Röhren, das Verhalten des Wassers gegen darin eingetauchte Körper, das specifische Gewicht der Flüssigkeiten, deren Zusammendrückbarkeit und deren Ausdehnung durch die Wärme. (S. Aräometer, Auftrieb, Bodendruck, Kommunizierende Röhren, Schwimmen.) - Vgl. Klimpert, Lehrbuch der Statik flüssiger Körper (Stuttg. 1891).

Hydrostatisches Bett, s. Wasserbett.

Hydrostatisches Paradoxon, s. Bodendruck

Hydrostatische Wage, eine Wage zum experimentellen Nachweis des Satzes vom Auftrieb (s. d.); auch das Aräometer (s. d.) heißt H. W.

Hydrotea meteorica L., s. Gewitterfliege.

Hydrotechnik (grch.), Wasserbaukunst.

Hydrotherapie (grch.), die Wasserheilkunde, s. Kaltwasserkur.

Hydrothionämie (grch.), die Vergiftung des Blutes durch Schwefelwasserstoff.

Hydrothionsäure, Schwefelwasserstoff (s. d.).

Hydrothorax (grch.), die Brustwassersucht (s. d.).

Hydroverbindungen, in der organischen Chemie Verbindungen, die sich durch Wasserstoffanlagerung (Reduktion) von andern wasserstoffärmern Verbindungen ableiten. Vom Benzol, C6H6, z. B. lassen sich die Verbindungen Dihydrobenzol, C6H8, Tetrahydrobenzol, C6H10, und Hexahydrobenzol, C6H12, ableiten.

Hydroxyde, Hydroxyl, s. Hydrate.

Hydroxylamin, NH2.OH, ein als hydroxyliertes Ammoniak anzusehender chem. Körper, d. h. als ein Ammoniak, in dem ein Atom H durch die einwertige Hydroxylgruppe OH ersetzt ist. Analog jenem verbindet es sich mit Säuren zu hydroxylierten Ammoniumsalzen. Zur Darstellung des freien H. zerlegt man salzsaures H. durch Natriummethylat in methylalkoholischer Lösung (HCl.NH2OH + NaOCH3 = NH2OH + NaCl + CH3OH), entfernt das Chlornatrium durch Filtration und destilliert unter vermindertem Druck zuerst den Methylalkohol im Wasserbade, dann das H. über freiem Feuer ab. Das H. krystallisiert in geruchlosen Blättchen und Nadeln, welche Glas angreifen. Es schmilzt bei 33° und siedet bei 58" unter 22 mm Druck. Bei Atmosphärendruck erhitzt, zerfällt es unter Explosion. H. löst sich leicht in Wasser und Alkohol, sehr wenig in Äther; die Lösungen zersetzen sich beim Erhitzen unter Abgabe von Ammoniak, indem sich das H. teilweise in Stickstoff, Stickoxydul, Ammoniak und Wasser zersetzt. Die Salze unterscheiden sich von denen des Ammoniaks namentlich durch die Fähigkeit, Fehlingsche Lösung (s. d.) schon in der Kälte zu reduzieren. Man kann auf Grund dieser Reaktion das H. volumetrisch durch Titrieren bestimmen. Das chlorplatinwasserstoffsaure H. ist in Wasser und Alkohol leicht löslich (Trennung des H. von Ammoniak). Salzsaures H. entsteht durch Reduktion von Salpetersäure, salpetriger Säure oder Stickoxyd mit Zinn und Salzsäure, ebenso durch Reduktion des Salpetersäureäthylesters. Am besten gewinnt man dieses Chlorwasserstoffsalz durch Erwärmen von Knallquecksilber mit konzentrierter Salzsäure. Nachdem man vom entstandenen Quecksilberchlorür abfiltriert und das gelöste Quecksilber durch Schwefelwasserstoff entfernt hat, dampft man zur Trockne ein und krystallisiert aus heißem Alkohol um. Man erhält monokline, in Wasser leicht, in Alkohol schwieriger lösliche Blättchen und Prismen, NH2(OH)HCl. Das schwefelsaure H. wird technisch erhalten, indem man durch Mischen der Lösungen von zwei Molekülen Natriumbisulfit und einem Molekül Natriumnitrit zunächst hydroxylamindisulfosaures Natrium, HO.N.(SO2ONa)2, darstellt und die angesäuerte Lösung auf 100-130° erwärmt. Es entstehen die Sulfate des H. und des Natriums, die durch Krystallisation getrennt werden. Das hydroxylamindisulfosaure Kalium kommt unter dem Namen Reduziersalz (s. d.) in den Handel. - Das H. findet als Reduktionsmittel sowie als wichtiges Reagens auf Aldehyde und Ketone in der organischen Chemie Anwendung. Seine Verbindungen sind giftig.

Hydrozimmetsäure, β-Phenylpropionsäure, eine einbasische organische Säure von der Zusammensetzung C9H10O2 und der Konstitutionsformel C6H5.CH3.CH3.COOH, die durch Wasserstoffanlagerung (Reduktion) von Zimmetsäure entsteht und als Spaltungsprodukt der Eiweißstoffe bei der Fäulnis derselben aufgefunden worden ist. Sie krystallisiert in feinen Nadeln, die bei 47° schmelzen, bei 280° destillieren und in heißem Wasser und Alkohol leicht löslich sind.

Hydrozoa, s. Hydroidpolypen.

Hydrurie (grch.), übermäßiger Wassergehalt des Harns.

Hye, Anton, Freiherr von Hye-Gluneck, österr. Staatsmann, geb. 26. Mai 1807 zu Gleink (Gluneck) in Oberösterreich, studierte in Wien und wurde 1833 ord. Professor der Rechtsphilosophie und des Strafrechts an der Theresianischen Ritterakademie, 1838 an der Universität Wien. Als gefeierter akademischer Lehrer einflußreich bei der Jugend, war er ihr Wort-^[folgende Seite]