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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: I. C. N; Ichthyosis; Ichthyotoxin; Ichthys; Ichthysmus; Ichwân al-kasâ; Icica; Icilier; Icilius; Ickeley; Ickelsamer; Iclea

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Ichthyosis - I. C. N.

weisen. Sie lebten ausschließlich im Meere, nährten sich von Fischen und Ammoniten und erreichten 10 und mehr Meter Länge; sie gebaren lebendige Junge. Neuerdings sind zu Holzmaden bei Kirchheim u. T. in Württemberg drei kleinere Exemplare von I. gefunden worden, an denen auch die Haut erhalten ist. Die Untersuchung eines derselben durch E. Fraas ergab, daß die bisherigen Versuche, die äußere Gestalt der Tiere zu rekonstruieren, verfehlt gewesen sind; es hatten die Ichthyosauren nämlich auf dem Rücken eine größere Flosse und eine Anzahl kleinerer Hautlappen und der Schwanz endete mit zwei senkrecht stehenden Lappen oder Flossen, in deren untere das Ende der Wirbelsäule mit einer an den Skeletten schon oft beobachteten Knickung hineinreichte.

^[Abb.]

Ichthyosis (grch.), s. Fischschuppenkrankheit.

Ichthyotoxin, ein in dem Blute der Muräniden (s. Muräne) enthaltener Stoff, der für andere Tiere, besonders Säugetiere, ein äußerst heftiges Gift ist. Wird das Blutserum vom Meeraal (Conger) Warmblütern unter die Haut oder ins Blut eingespritzt, so tritt, besonders in letzterm Falle, bald Beschleunigung der Atmung ein, dann aber Lähmung der nervösen Centren, sodaß das Tier unbeweglich und unempfindlich ist, worauf der Tod erfolgt. In den Magen gebracht äußert das Aalserum dagegen keine Giftwirkung, da der giftige Bestandteil desselben bei der Magenverdauung zerstört wird. Das Gift wird durch reine Mineralsäuren oder Alkalien leicht völlig zerstört, aber nicht gefällt; ebenso durch die natürliche oder künstliche Pepsinverdauung sowie durch die Fäulnis, oder durch Erhitzen auf 7° ^[richtig vermutlich: 70°]. Durch Dialyse wird es dagegen nicht verändert. Das I. ist als ein giftiger Eiweißkörper, und zwar als ein Albumin, anzusehen; es gehört nicht zu den sog. Enzymen (s. Fermente), da es weder auf Stärke noch auf Eiweißkörper eine Fermentwirkung ausübt und das Blut ungerinnbar macht. Während die Gebrüder Mosso hauptsächlich mit dem Blute des Meeraals und der Muräne (Muraena helena L.) arbeiteten, hat Springfeld das Serum des Flußaals untersucht; dasselbe ist ebenfalls giftig, wenn auch etwas schwächer als dasjenige von Conger. Indes steht die Giftigkeit des Blutserums der Muräniden nicht ganz vereinzelt da; nach neuern Untersuchungen erweist sich das Blut vieler Tiere für andere als mehr oder weniger heftiges Gift, wenn es diesen ins Blut eingeführt wird, und so ist es möglich, daß das Blut der Aale nur durch einen ungewöhnlich hohen Gehalt an giftiger Substanz vor andern Blutarten ausgezeichnet ist.

Ichthys (grch., d. i. Fisch), ein aus alter Zeit stammendes Christusmonogramm (s. d.), bestehend aus den Anfangsbuchstaben der griech. Worte Jesūs Christós Theū Yiós Sotēr (d. h. Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland), häufig verbildlicht durch einen Fisch.

Ichthysmus (grch.), die Fischvergiftung, s. Fischgift.

Ichwân al-kasâ, s. Lautere Brüder.

Icica Aubl., Pflanzengattung aus der Familie der Burseraceen (s. d.). Es sind hohe Bäume mit zerstreut stehenden, unpaarig gefiederten, lederartigen Blättern und kleinen zwitterigen oder polygamischen Blüten. Die meisten wachsen im tropischen Amerika, nur wenige im tropischen Asien. Mehrere Arten liefern das sog. Elemiharz (s. d.); das westind. Elemi stammt von I. Icicariba DC. (Amyris ambrosiaca L.), das Elemi von Guayana von I. viridiflora Lam. Die ebenfalls in Guayana einheimische I. hepataphylla Aubl. liefert Kopal. Überhaupt enthalten alle Arten ziemlich reichlich harzartige Stoffe.

Icilier, ein röm. Plebejergeschlecht, das sich an den Kämpfen der Plebejer um polit. Gleichstellung mit den Patriciern lebhaft beteiligte. Schon 492 v. Chr. soll Spurius Icilius das für die Entwicklung des Volkstribunats und der Rechte des Plebs wichtige Icilische Gesetz durch gebracht haben, wonach es bei Strafe verboten war, einem Volkstribunen, der vor einer plebejischen Volksversammlung sprach, ins Wort zu fallen.

Lucius Icilius Ruga setzte als Volkstribun (456 v. Chr.) die Verteilung des bis dahin unbewohnten Aventins unter die Plebejer durch. Er erscheint (449) in der sagenhaften Geschichte von der Virginia als deren Verlobter und als eins der Häupter der Empörung gegen die Decemvirn (s. d.).

Im J. 409 v. Chr. sollen drei I. Volkstribunen gewesen sein und als solche zum erstenmal die Wahl von (drei) Plebejern (neben nur einem Patricier) zu Quästoren und hernach die von Konsulartribunen an der Stelle von Konsuln durchgesetzt haben. Seit dieser Zeit aber verschwindet dieses Geschlecht aus der Geschichte.

Icilius, Quintus, Militärschriftsteller, s. Guichard.

Ickeley, s. Ukeley.

Ickelsamer, Valentin, Grammatiker, geb. um 1500 in Rotenburg a. d. Tauber, wurde Anfang 1525 deutscher Schulmeister in seiner Vaterstadt, beteiligte sich dort an den durch Karlstadt, für dessen Lehre I. auch schriftstellerisch eintrat, genährten Bauernunruhen, floh Juni 1526, wie es scheint nach Erfurt und später nach Augsburg, wo er zu Schwenkfeldt in Beziehungen trat; er starb nach 1537. Durch seine "Rechte Weis auffs kürtzist lesen zu lernen" (um 1527) wurde I. der Vater der Lautiermethode in der deutschen Schule. Auch seine "Teutsche Grammatica" (um 1534; Neudruck von Kohler, Freiburg 1881, und Fechner in "Vier seltene Schriften des 16. Jahrh.", Berl. 1882), die erste deutsche Grammatik überhaupt, kommt über Leseunterricht und Orthographie kaum hinaus, macht aber den Versuch physiol. Lautbeschreibung. Beide Schriften gab heraus Joh. Müller in "Quellenschriften und Geschichte des deutschsprachlichen Unterrichts" (Gotha 1882).

Iclea, der 286. Planetoid.

I. C. N., Abkürzung für In Christi nomine (lat., d. h. in Christi Namen).