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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Intra (Giambattista) - Introitus

Stadt im Kreis Pallanza der ital. Provinz Novara, am Westufer des Lago-Maggiore, hat (1881) 5745 E., eine moderne Kirche und eine schöne Brücke aus weißem Granit, einen Hafen, bedeutende Seiden- und Baumwollspinnerei, Glas- und Lederfabrikation.

Intra, Giambattista, ital. Schriftsteller, geb. 1832 zu Calvenzano bei Bergamo, wurde 1856 Gymnasialprofessor zu Mantua, 1860 Direktor des Lyceums zu Cremona und lebt seit 1869 in Mantua, mit litterar. Arbeiten beschäftigt. Er ist Mitarbeiter der Mailänder "Perseveranza" und des "Archivio storico lombardo", in welchem er eine Reihe geschätzter Abhandlungen veröffentlichte. Außerdem schrieb er: Manuale del contadino" (Mail. 1867), "Ai bagni di mare", Novelle (1869); die Romane: "Agnese Gonzaga" (Mail. 1871), "Il sacco di Mantova" (ebd. 1872; neue Aufl. 1887), "L' ultimo dei Bonaccolsi" (ebd. 1874), "In villa" (ebd. 1876), "Isabella Clara d'Austria" (ebd. 1878), "La bella Ardizzina" (ebd. 1881), "La cattedrale di Mantova" (ebd. 1886) u. a. m.

Intrāda (span.), in der ältern Musik ähnlich wie Entrée (s. d.) kurze marschartige Orchestersätze, in der Regel von feierlichem Charakter; Intraden, soviel wie Staats- und landesherrliche Einkünfte.

Intradōs (span.; frz., spr. ängtradoh), in der Baukunst die innere Laibung eines Bogens und Gewölbes. (S. Extrados.)

Intraitable (frz., spr. ängträtábl), schwer zu behandeln, störrisch.

Intraktābel (lat.), soviel wie Intraitable.

Intramerkuriéller Planet. Das Perihel der Merkurbahn zeigt nach Leverriers Untersuchung eine Bewegung, die um 40" in 100 Jahren größer ist, als sie nach der Anziehung aller bekannten Körper des Sonnensystems sein sollte. Hieraus schloß Leverrier auf das Vorhandensein einer oder mehrerer noch unbekannter Planeten zwischen Merkur und Sonne. Trotzdem die Masse des fraglichen Körpers das 3‒4 fache der Merkurmasse betragen müßte und derselbe aller Wahrscheinlichkeit nach häufig vor der Sonne vorübergehend gesehen werden müßte, haben dennoch nicht Beobachtungen glaubwürdiger Natur das Vorhandensein eines solchen überzeugend nachgewiesen. Auch zwei rote Sterne, die Watson und Swift während der totalen Sonnenfinsternis 29. Juli 1878 in der Nähe der Sonne gesehen haben, sind wahrscheinlich nicht I. P., sondern bekannte Fixsterne gewesen. Allerdings ist auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß es sich um sehr zahlreiche, aber außerordentlich kleine Körper handelt, die sich wegen ihrer Kleinheit der Wahrnehmung als solche entziehen. Newcomb hat darauf hingewiesen, daß wir diese vielleicht in der Masse zu suchen haben, die uns als das Zodiakallicht wahrnehmbar wird; indessen sind auch hiergegen wieder theoretische Bedenken geltend gemacht worden. Jedenfalls muß die Frage nach einem I. P., für die man schon den Namen Vulkan in Vorschlag gebracht hatte, noch als eine offene angesehen werden.

Intramolekulāre Atmung, s. Atmung (Bd. 2, S. 50 b).

Intra muros (lat.), innerhalb der Mauern, in geschlossenem Raum, nicht öffentlich; davon das Adjektiv intramurān. (S. auch Iliacos u. s. w.) Über Intramuranhinrichtung s. Hinrichtung.

Intransigénten (ital.), Unversöhnliche, die sich auf keine Verhandlung mit dem Gegner einlassen; in der Politik namentlich von den grundsätzlichen Gegnern einer Staatsregierung gebraucht. ^[Spaltenwechsel]

Intransitīva, (lat.), s. Verbum.

Intreccio (ital., spr. -trettscho), Intrigue, kurzes Bühnenstück.

Intrigánt, s. Intrigue.

Intrīgue, Intrīge (frz., vom lat. intricare, Ränke, Schwierigkeiten machen), die absichtliche Verwicklung von Handlungen und Personen zu einem bestimmten Zwecke, häufig im Sinne böswilliger Ränke gebraucht, daher intrigant ränkesüchtig. - Im Drama versteht man unter I. besonders die entweder mehr zufällig zusammentreffenden oder absichtlich herbeigeführten Verhältnisse oder Umstände, durch welche die Hauptpersonen gehindert, geneckt, irregeführt und in Verlegenheit gesetzt oder überhaupt durch List und Verstellung wider Willen nach einem ihnen verborgenen Zwecke hingeleitet werden. In letzterm Sinn ist die I. auch in der Tragödie zulässig, wenn die Durchführung ernst ist. Die Verstellung spielt als Mittel zur Erhöhung der Spannung in der alten wie neuen Tragödie eine große Rolle. Namentlich aber hat die I. im Lustspiel den weitesten Spielraum; ja man nennt Stücke, in denen die I. zur Hauptsache wird und die Charaktere nur zu ihrer Schürzung und Lösung da zu sein scheinen, Intriguenstücke, im Gegensatz zu den Charakterstücken, in denen die I. bloß zur schärfern Hervorhebung der Charaktere dient. Das Intriguenstück ist mehr belustigenden und neckischen Charakters, wobei das Komische zunächst auf den Verhältnissen der Personen beruht; doch wird dadurch die Zeichnung der Charaktere und deren Einfluß auf die Entwicklung der Handlung keineswegs vom Intriguenstück ausgeschlossen. Muster sind die span. Mantel- und Degenstücke (comedias di capa y espada). Das kühnste Stück dieser Art ist Beaumarchais' "Mariage de Figaro". In der Theatersprache bezeichnet man mit Intrigánt alle Charaktere, die durch Ränke, Hinterlist oder überhaupt durch boshafte und gemeine Motive in das Getriebe der dramat. Handlung eingreifen. Früher bestand dieses Fach selbständiger, jetzt fällt es meist mit dem Charakterfach zusammen.

In triplo (lat.), dreifach.

Introduktion (lat.), Einführung, Einleitung; in der Musik ein kurzer, meist pathetischer Instrumentalsatz, der einem Hauptsatze, z. B. einem Rondo, Konzert- und Sinfoniesatze, einer Ouverture, Fuge, einem Gesangstücke u. s. w., als Einleitung vorausgeht. Vom Vorspiele oder Präludium unterscheidet sich die I. dadurch, daß sie keine abgeschlossene Form hat, während jenes ein in sich abgerundetes Stück ist. In der Oper heißt I. das erste Stück unmittelbar nach der Ouverture, welches die Scene eröffnet; hier bezeichnet I. sowohl Gesang als Instrumentalmusik.

Introīte, nam et hic Dii sunt (lat.), "Tretet ein, denn auch hier sind Götter", die lat. Übersetzung von Worten des Heraklit, welche aus Aristoteles' "De partibus animalium" (I, 5) bekannt sind. Lessing setzte die Worte als Motto seinem "Nathan" vor.

Introĭtus (lat. "Eingang"), ein kurzes, mit einem Bibelspruch beginnendes Gebet bei der kath. Messe (s. d.), das nach der Liturgie Gregors d. Gr. den Eingang der ganzen Feier bildete. Die verschiedenen Sonntage haben ihren besondern I.; deren biblische Anfangsworte haben den Sonntagen vor und nach Ostern die Namen gegeben (Estomihi, Invocavit, Cantate, Exaudi u. s. w.). Im weitern Sinne wird der ganze erste Teil der Meßliturgie I. genannt. In abgekürzter Form besteht der I. aus