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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Isoperimetrisch - Isotrop

verdünnte Z. B. Milzbrandblut, Pockeneiter, den Eiter syphilitischer Geschwüre u. s. w. bis zu einer hohen Grenze (30. Potenz) und ließ diese Verdünnungen gegen Milzbrand, Pocken, Syphilis u. s. w. innerlich gebrauchen. Dieses Heilverfahren fand bei einigen homöopathischen Ärzten Anklang, jedoch nur kurze Zeit. - Vgl. Lux, Die Isopathik der Kontagionen (Lpz. 1833); ders., Zooiasis oder Heilungen der Tiere nach dem Gesetze der Natur (ebd. 1835-36).

Isoperimetrisch (grch.) heißen ebene Figuren von gleichem Umfang (Perimeter), Raumfiguren von gleicher Oberfläche. Die isoperimetrischen Probleme sind Gegenstand der Variationsrechnung (s. d.).

Isopoden, s. Asseln.

Isopren, ein flüssiger Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung C5H8, der durch Destillation von Kautschuk gewonnen werden kann. I. steht in naher Beziehung zu den Terpenen, C10H16, in die es durch Polymerisation übergeht. Es siedet bei 37°. Seiner chem. Konstitution entspricht wahrscheinlich die Formel CH2:C(CH3).CH:CH2.

Isopropylcarbinol, s. Butylalkohol.

Isopsephisch (grch.), gleichstimmig, von gleichem Zahlenwert; isopsephische Verse sind solche, in welchen die Zahl der Buchstaben des einen Verses der des andern gleich ist, wie sie der Epigrammendichter Leonidas von Alexandria schuf.

Isopurpursaures Kalium, Granatbraun, C8H4N5O6(OK), braunroter, jetzt nicht mehr gebräuchlicher Farbstoff, der beim Vermischen einer heißen wässerigen Lösung von Pikrinsäure mit einer Lösung von Cyankalium entsteht.

Isorachien oder Isorrhachien (grch.), s. Gezeiten (Bd. 7, S. 998 a).

Isotalantosen (grch.) nennt Supan die Linien gleicher jährlicher Wärmeschwankung. Das Maximum der jährlichen Wärmeschwankung, d. h. des Unterschiedes zwischen den Temperaturmitteln des kältesten und wärmsten Monats, fällt in die Gegend von Jakutsk an der Lena. Hier beträgt der Unterschied der mittlern Temperaturen des Januar und des Juli 55-65° C. In Mitteleuropa ist diese Schwankung etwa 20° C., an der atlantischen Küste Europas nur 10° C. Im Centrum von Britisch-Nordamerika steigt die Schwankung auf 40° C. Gering ist sie auf dem Meer und den Kontinenten der südl. Halbkugel (höchstens 20° C.).

Isotelie, im alten Athen die verdienstvollen Nichtbürgern, namentlich Metöken (s. d.), als Auszeichnung gewährte bürgerliche, aber nicht polit. Gleichstellung mit den Bürgern.

Isotheren (grch.), die Verbindungslinien aller Orte der Erdoberfläche, die dieselbe mittlere Sommertemperatur besitzen.

Isothermen (grch.), die von A. von Humboldt zuerst gezeichneten Verbindungslinien der Orte mit gleicher mittlerer Temperatur. Bei der Konstruktion dieser Linien hat man aber auf die Höhe der Beobachtungsorte über dem Meere Rücksicht zu nehmen. Da nämlich die Erhebung über die Meeresfläche die mittlere Temperatur erniedrigt, so müssen alle mittlern Temperaturen höher gelegener Orte um eine dieser Erhebung entsprechende Größe erhöht werden. Erst die Verbindung aller Orte, die nach dieser Reduktion auf das Niveau des Meers gleiche mittlere Temperatur besitzen, liefert die Isotherme. Jede Isotherme wird nach dem mittlern Temperaturgrade, der auf ihr herrscht, benannt, z. B. die Isotherme von 25°, von 20° u. s. w. Je nachdem man Jahres- oder Monatsmittel zur Berechnung der I. benutzt, spricht man von Jahres-, Januar-, Februar- u. s. w. Isothermen. Gewöhnlich genügen zur übersichtlichen Darstellung der Temperaturverteilung (s. d.) irgend eines Teiles oder der ganzen Erde eine Karte der Jahresisothermen und je eine der I. des kältesten und wärmsten Monats. S. auch die Karte: Temperaturverteilung auf der Erde.

Isotrop (grch.) nennt man Körper, die nach allen Richtungen hin gleiche Physik. Beschaffenheit, wie z. B. gleiche Kohäsion, Elasticität u. s. w. haben, sodaß sie den Schall, das Licht, die Wärme, Elektricität u. s. w. nach allen Seiten in derselben Weise und Stärke leiten. Zu den isotropen Mitteln gehören die amorphen, d. h. nicht krystallisierten Körper, wie Luft, Wasser, ungepreßtes Glas u. dgl. m. Körper, die nicht isotrop sind, heißen anisotrop

^[Abb.: Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3.

Lauf des Isonzo (nach Czörnig).]