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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Jamno – Jang-tse-kiang

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Jamnitzer'

lich ein Sohn Wenzels und ebenfalls ein Goldschmied, der zu Nürnberg lebte. Von ihm giebt es ein «Groteskenbuch» mit einer Anzahl sehr bizarrer aus Krebsen, Muscheln, Insekten u.s.w. gebildeter Ornamentstiche. In der Schatzkammer zu Wien existiert von ihm eine große vergoldete Silberschale mit seinem Namen und der Jahreszahl 1604. Auf ihr ist in Hochrelief der Triumph Amors dargestellt.

Jamno, alte Stadt, s. Ciudadela.

Jampol. 1) Kreis im südwestl. Teil des russ. Gouvernements Podolien, längs des Dnjestr, hat 3618 qkm, 204392 E. (meist Kleinrussen); Ackerbau, Viehzucht, Obstbau, Bienenzucht, Zuckerfabriken und Branntweinbrennereien. –

2) Kreisstadt im Kreis J., 197 km südöstlich von Kamenez-Podolsk, links des Dnjestr, kurz oberhalb der Stromschnellen von J. (s. Dnjestr), hat (1888) 5744 E., Post und Telegraph, 2 russ., 1 kath. Kirche; Getreide- und Weinbau.

Jamrud, Fort bei Pischawar (s. d.) am Chaibarpaß.

Jamschtschik (russ.), soviel wie Postillon (s. Jam).

Jamshedji Jijiboy, engl. verderbt aus Dschamsched-dschi Dschidschibha'i (s. d.).

Jämtland, s. Jemtland.

Jamu, Stadt und Provinz, s. Dschamu und Kaschmir.

Jamuna, engl. Schreibung für Dschamna (s. d.).

Jamundersee, Strandsee im preuß. Reg.-Bez. Köslin, 16 km lang, 2 km breit und 24 qkm groß, ist durch eine schmale Öffnung mit der Ostsee verbunden.

Jan (niederländ), Johann.

Janaon, Janam (frz. Yanaon), zu Frankreich gehörendes Territorium an der Ostküste von Vorderindien, breitet sich unweit der Mündung des Flusses Godawari, wo sich der Koringafluß abscheidet, an dem Godawari aus. Die Bevölkerung beträgt (1890) 5327 E., die Größe 14,29 qkm.

Janauschek, Fanny, eigentlich Franziska Magdalena Romance, Schauspielerin, geb. 20. Juli 1830 zu Prag, wurde vom Kapellmeister Stegmayer im Gesang, von Baudius in der Deklamation unterrichtet. Sie trat zuerst in Prag auf, spielte seit 1845 an kleinern Bühnen, kam 1847 nach Köln und 1848 nach Frankfurt a.M. 1861–63 war sie Mitglied des Dresdener Hoftheaters und begab sich dann nach Nordamerika, wo sie später auch in engl. Sprache mit außerordentlichem Erfolge auftrat. Ihre wesentliche Bedeutung besteht in der Darstellung hochtragischer Rollen (Klärchen, Gretchen, Deborah, Julia u.s.w.); sie erinnert in Bezug auf Adel und Plastik der Haltung und Bewegungen sowie hinreißende Gewalt des Spiels vielfach an die franz. Tragödin Rachel.

Janbo, Yambô, auch Janbo el-Bahr, Hafenplatz von Medina (200 km) am Roten Meere, hat blendendweiße, aus Kalk- und Korallengestein erbaute Häuser, 5–7000 E. und Handel mit Sues und Dschidda. Wichtig sind vor allem die Pilgerkarawanen. J. bezeichnet auf der von Kairo nach Mekka führenden Landstraße das dritte Viertel und gilt als «Thor der heiligen Stadt». Im Nordwesten liegt die geräumige Bucht Scherm-Janbo.

Janda, Therese, s. Marschner, Heinrich.

Jane (engl., spr. dschehn), Johanna.

Jänecke, Gebrüder, Buchdruckerei zu Hannover, gegründet 1827 von Christian Jänecke (geb. 28. Juni 1803, gest. 7. Mai 1877) und Friedrich Jänecke (geb. 9. Nov. 1798, gest. 30. Mai 1862), jetzt im Besitz des Geh. Kommerzienrats ↔ Georg Jänecke (geb. 10. Sept. 1827 als Sohn Christians; Teilhaber seit 1854), des Kommerzienrats Louis Jänecke (geb. 7. Jan. 1840 als Sohn Friedrichs; Teilhaber seit 1862) und des Sohnes Georgs, Christian Jänecke (geb. 20. Juni 1855). Sie wurde 1836 zur Hofbuchdruckerei ernannt und zeichnet sich besonders im Wertpapier- und Accidenzdruck aus. Mit ihr verbunden sind Steindruckerei (seit 1843), Farbenfabrik, Schriftgießerei (seit 1848), Stereotypie, Buchbinderei und der Verlag des «Hannoverschen Couriers» (s. d.). Die Druckerei hat 2 Dampfmaschinen (je 25), 2 Gasmotoren (12 und 2), 1 Elektromotor (25 Pferdestärken), 3 Rotationsmaschinen, 17 Schnellpressen.

Die Farbenfabrik unter der Firma Gebrüder Jänecke + Fr. Schneemann, 1843 gegründet und im Besitz derselben Personen wie die Buchdruckerei «Gebrüder Jänecke» und außerdem des Regierungsrat Karl Schneemann (geb. 12. Mai 1855) in Aachen, hat 30 Gebäude, Dampfmaschinen zu 100 und 50 Pferdestärken und fertigt täglich etwa 3000 kg schwarze und bunte Druckfarben. Eine Filiale in Newark bei Neuyork, mit Dampfmaschinen von 100 Pferdestärken, fertigt täglich 2000 kg Druckfarben. – In den Geschäften beider Firmen in Hannover sind etwa 350 Personen beschäftigt.

Janesville (spr. dschehnswill), Hauptstadt des County Rock im nordamerik. Staate Wisconsin, südwestlich von Milwaukee am Rock-River, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890) 10836 E., Tabak- und Viehhandel, Fabrikation von Wagen, Maschinen und Werkzeugen, von Seife, Schuhen, Baumwollwaren, Mehl- und Sägemühlen.

Janet (spr. schaneh), franz. Maler, s. Clouet.

Janet (spr. schaneh), Paul, franz. Philosoph, geb. 30. April 1823 zu Paris, besuchte die Normalschule, war 1845–48 Lehrer am Gymnasium zu Bourges, dann Professor der Philosophie an der Fakultät zu Straßburg (bis 1857), hierauf Professor der Logik am Lyceum Louis le Grand (bis 1864) und wirkt seitdem an der Sorbonne in Paris. Er ist Mitglied der Akademie der moralischen und polit. Wissenschaften (1864) und einer der geistvollsten und gründlichsten Philosophen der spiritualistischen Richtung in Frankreich. J. schrieb: «La famille» (1855 u.ö.; 1856 von der Akademie preisgekrönt), «Histoire de la philosophie morale et politique» (1855, 2 Bde.; 2. Aufl. u.d.T. «Histoire de la science politique dans ses rapports avec la morale» 1872), «Philosophie du bonheur» (1862; 4. Aufl. 1873), «Le matérialisme contemporain en Allemagne» (1864 u.ö.; deutsch Lpz. 1885), «Le cerveau et la pensée» (1866), «Les problèmes du XIXᵉ siècle» (1872; 2. Aufl. 1873), «Philosophie de la Révolution française» (1875), «Les causes finales» (1876), «La philosophie française contemporaine» (1879), «Les origines du socialisme contemporain» (1883), «Victor Cousin et son œuvre» (1885), «La philosophie de Lamennais» (1890), «Fénelon» (1892) u. a.

Janga, Dorf im Togoland, s. Atakpame.

Jang-tse-kiang («Strom von Yang-tschou»,nach anderer Schreibung «Weltmeer-Sohn-Strom»), bei den meisten europ. Geographen Name des bedeutendsten Flusses von China und ganz Asien, bei den Chinesen selbst aber nur des untersten Teils seines Stromlaufs. Der J. entspringt als Mur-Ussu der Mongolen, Bri-tschu oder Di-tschu («Yag-Kuh-Wasser») der Tibetaner mit mehrern Armen

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 850.