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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Joner; Jones

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Joner - Jones

sur le roman de Renart» (Groning. 1863) und die «Geschiedenis der Nederlandsche letterkunde» (3. Ausg., ebd. 1881 fg.; deutsch von Berg, 2 Bde., Lpz. 1870‒72) Verdienste erworben.

Joner, s. Gauner.

Jones, Edward Burne-, engl. Maler, s. Burne-Jones.

Jones (spr. dschohns), Inigo, engl. Architekt, geb. 1572 zu London, zeigte solche Begabung für Malerei und Baukunst, daß Graf Pembroke (nach andern Graf Arundel) ihn in beiden unterrichten ließ und dann mit sich nach Frankreich, Deutschland und Italien nahm. J. verweilte längere Zeit in Venedig, studierte in Vicenza die Werke des Palladio, ging 1604 als Hofbaumeister nach Kopenhagen und wurde darauf engl. Generalbauinspektor. Seine Anhänglichkeit an Karl Ⅰ. brachte ihn ins Gefängnis, aus welchem er sich durch Aufopferung des größten Teils seines Vermögens befreite. J. starb 21. Juli 1651. Von ihm rührt der Plan zu dem großartigen Spital von Greenwich her, welches jedoch erst später vollendet wurde. Seine bedeutendsten Bauwerke sind der Bankettsaal im Palast Whitehall, Teile von Somerset-House, die Kapelle von Lincolns-Inn, das Schloß des Grafen Pembroke zu Wilton in Wiltshire und der Palast Ambresbury in derselben Grafschaft. In seinem Stil erscheint er als Nachahmer Palladios; er hat das Verdienst, den Stil der spätern Renaissance zuerst kräftig der engl. Kunst vermittelt zu haben, und gewann dadurch einen entscheidenden Einfluß auf die ganze Geschmacksrichtung seiner Landsleute. Namentlich um 1750 begann man auf seine Werke als Vorbilder zurückzugreifen. Eine Sammlung seiner Zeichnungen gab Will. Kent (Lond. 1727; beste Ausg. mit Erläuterungen, 2 Bde., ebd. 1770) heraus. Er selbst schrieb ein «Essay on Stonehenge» (ebd. 1655; neue Aufl. 1725 u. 1815). – Vgl. Cunningham, Life of Inigo J. (Lond. 1848).

Jones (spr. dschohns), John Paul, amerik. Admiral, Begründer der amerik. Marine, geb. 6. Juli 1747 im Kirchspiel Kirkbean in der schott. Grafschaft Kirkcudbright, kam 1759 zu einem Kaufmann in die Lehre und reiste 1760 im Auftrage seines Herrn nach den amerik. Kolonien. Nach mehrern Reisen als Steuermann auf einem Sklavenhändlerschiff wurde er mit 21 Jahren Kapitän, beim Ausbruch des amerik. Unabhängigkeitskrieges Kapitän des Schiffs Providence und Nov. 1777 nach Frankreich geschickt, um daselbst ein größeres Kommando zu übernehmen. Da jedoch die franz. Regierung mit der Kriegserklärung an England zögerte, so unternahm J. 10. April 1778 von Brest aus auf eigene Hand einen Streifzug gegen die nördlichen brit. Küsten und eroberte die brit. Korvette Drake. Im Aug. 1779 wurde J. Kommodore eines aus franz. und nordamerik. Schiffen zusammengesetzten Geschwaders. Der eigentliche, gegen Liverpool gerichtete Anschlag scheiterte. Doch setzte J. die ganze brit. Küste in Schrecken, nahm 23. Sept. nach einem furchtbaren Kampfe zwei brit. Schiffe und brachte beide in den Texel. Mit 350 Kriegsgefangenen und reicher Beute kehrte er nach Brest zurück. Auf Einladung der Kaiserin Katharina Ⅱ. trat er später als Konteradmiral in russ. Dienste und trug 1788 wesentlich zum Siege über die türk. Flotte bei. Doch die Eifersucht Potemkins und des Prinzen von Nassau bewog ihn, schon 1789 Rußland wieder zu verlassen. Er lebte später in Holland und Frankreich und starb fast vergessen 18. Juli 1792 zu Paris. Die unter seinem Namen erschienenen «Mémoires» (Par. 1789; 2 Bde., Edinb. 1830) dürften wohl kaum authentisch sein. Seine Biographie lieferten Sherburne (Washingt. 1826; 2. Aufl. 1851) und Abbott (ebd. 1875). In Romanen wurde sein abenteuerliches Leben von Cooper («The pilot», 1823), Allan Cunningham («Paul J.», 3 Bde., Lond. 1826; deutsch von Lindau, 3 Bde., Dresd. 1827‒28) und Alex. Dumas («Le capitaine Paul») behandelt.

Jones (spr. dschohns), Owen, engl. Architekt und Kunstschriftsteller, geb. 15. Febr. 1809 in Wales, widmete sich dem Baufach und verbrachte mehrere Jahre auf Reisen im südl. Europa und Ägypten. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er das Prachtwerk «Plans, elevations and sections of the Alhambra» (2 Bde., Lond. 1842‒45), ferner «Designs for mosaic and tesselated pavements» und «Views on the Nile from Cairo to the second cataract» (ebd. 1843). Bei Errichtung des zur Welt-Industrieausstellung bestimmten Gebäudes in Hydepark, 1850, ward ihm die Ausschmückung der innern Räume übertragen, die er mit so glänzendem Erfolg ausführte, daß er 1852 einen ähnlichen Auftrag bei dem neuen Krystallpalast zu Sydenham erhielt. Nach seinem Plane wurden die verschiedenen Säle erbaut und eingerichtet, die er in den «Handbooks to the Grecian, the Alhambra, and the Egytian courts of the Crystal Palace» beschrieben hat. Die unter seiner Aufsicht errichtete prachtvolle St. James-Hall in Piccadilly erhöhte seinen Ruf als geschmackvoller Dekorateur. Über den artistischen Teil der Welt-Industrieausstellung berichtete J. in der vortrefflichen «Introduction to the catalogue of the department of practical art» ( Lond. 1852). Sein Hauptwerk ist jedoch die «Grammar of ornament» (ebd. 1856; 4. Aufl., ebd. 1880; deutsche Ausg., Lond. und Lpz. 1865), die über 100 Tafeln mit zahlreichen Illustrationen des ornamentalen Stils aller Völker enthält und zu den schönsten Erzeugnissen der typographischen und chromolithographischen Kunst gehört. Außerdem veröffentlichte er: «One thousand and one initial letters» (1864) und «Examples of Chinese ornaments» (1866‒67). Er starb 19. April 1874.

Jones (spr. dschohns), Sir William, Orientalist, geb. 28. Sept. 1746 zu London, studierte zu Oxford morgenländ. Litteratur, war dann Erzieher des jungen Grafen Spencer, bereitete sich seit 1770 zum Rechtsgelehrten vor, wurde 1783 zum Richter am Obertribunal in Kalkutta ernannt und bei dieser Gelegenheit in den Ritterstand erhoben. Er gründete 1784 die Asiatische Gesellschaft in Kalkutta und studierte eifrig die Sanskritsprache. J. starb 27. April 1794. Er und Colebrooke (s. d.) können als die Begründer des Sanskritstudiums und der ind. Altertumsforschung in Europa gelten. J. veröffentlichte: «Grammar of the Persian Language» (Lond. 1771, 7. Aufl. 1809), «Poëseos Asiaticae commentarii» (ebd. 1774; wieder abgedruckt von Eichhorn, Lpz. 1777), die Ausgabe und Übersetzung der «Moallakat, or seven Arabian poems» (Lond. 1783), die Übersetzung von Kalidasas «Sakuntala» (Kalkutta 1789) und der «Gesetze» des Manu (ebd. 1794), zahlreiche Beiträge zu dem von ihm herausgegebenen «Asiatic Miscellanies» (3 Bde., ebd. 1785‒88) und den «Asiatic Researches» (ebd. 1788). Eine vollständige Ausgabe seiner Schriften besorgte seine Witwe (6 Bde., Lond. 1799). Die von ihm nachgelassenen Sammlungen kamen an Colebrooke. J.’