Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Kalckreuth; Kalckstein; Kaldani; Kaldaunen; Kaldaunenkapelle; Kaldenkirchen; Kalē; Kalebasse; Kalebassenbaum; Kaleidophōn; Kaleidoskōp

38

Kalckreuth (Leopold, Graf von) - Kaleidoskop

hinderten ihn an der Kapitulation. Später leitete er die Verteidigung von Danzig, mußte aber die Festung nach 76 Tage langer Belagerung 24. Mai 1807 an Marschall Lefebvre übergeben. Nach der Schlacht von Friedland schloß K. 25. Juni den Waffenstillstand zu Tilsit und 12. Juli eine höchst ungünstige Konvention über die Ausführung des Friedens ab. Für die tapfere Verteidigung Danzigs zum Feldmarschall ernannt, wurde er 1807 Gouverneur von Königsberg, 1809 von Berlin. Bis zu den Befreiungskriegen gehörte K. zu der Partei, die an der Wiederaufrichtung Preußens verzweifelte. Er wurde 1812 Gouverneur von Breslau und kehrte 1814 als Gouverneur nach Berlin zurück, wo er 10. Juni 1818 starb.

Kalckreuth, Leopold, Graf von, Maler, Sohn des folgenden, geb. 15. Mai 1855 zu Düsseldorf, besuchte die Kunstschule zu Weimar, dann die Akademie in München. Sein erstes durchschlagendes Bild war Ein Begräbnis in Dachau. Sonst sind zu nennen: Der Hochzeitszug in Javorina (Karpaten), Kinderkaffee, Nachbarskinder, Komm nicht mehr mit, Abend (1893). Auch als Porträtmaler hat sich K. bethätigt. K., einer der entschiedensten Vertreter des Impressionismus, wirkte 1885 - 90 als Professor an der Kunstschule zu Weimar.

Kalckreuth, Stanislaus, Graf von, Landschaftsmaler, Neffe Friedr. Adolf von K.s, geb. 25. Dez. 1820 zu Kozmin in Posen, war fünf Jahre lang Gardelieutenant in Potsdam, ging aber 1845 zur Kunst über und empfing seine künstlerische Bildung erst bei W. Krause in Berlin, dann bei Schirmer auf der Akademie in Düsseldorf. Auf seinen ausgedehnten Reisen hatte K. Gelegenheit, in der Gebirgsnatur eingehende Studien zu machen; besonders liebte er die Apenninen, die Pyrenäen und die Alpen für seine Gemälde auszubeuten. Von diesen sind zu nennen: Lac de Gaube (1855) und das Canigaithal (1850; beide in der Berliner Nationalgalerie), See in den Hoch-Pyrenäen (Königsberg, Museum), Der Vierwaldstättersee, Die Jungfrau, Der Lac d'Oo, Schloß Tratzberg u. s. w. Die Cavalierzimmer der Potsdamer Orangerie enthalten eine Serie von 25 Landschaften von seiner Hand. Er ist der Gründer der 1860 eröffneten Kunstschule in Weimar, die sich zu seiner Zeit durch das Wirken von Kräften wie Böcklin, Ramberg, Lenbach, R. Begas, Gussow, A. Baur, F. Pauwels u. a. einer großen Blüte erfreute. Nach der im Jan. 1876 erfolgten Niederlegung seines Postens als Direktor der Weimarischen Kunstschule lebte K. erst in Kreuznach, ganz mit seiner Kunst beschäftigt; er malte in dieser Zeit: Rosenlauigletscher (Berliner Nationalgalerie), Montblanc und Alpenglühen. 1883 siedelte er nach München über.

Kalckstein (Kalkstein), Christian Ludw. von, s. Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (Bd. 7, S. 322 b).

Kaldani, s. Chaldäer.

Kaldaunen (niederdeutsch), Eingeweide, besonders die eßbaren Gedärme.

Kaldaunenkapelle, eine Begräbniskapelle, in der die Eingeweide fürstl. Personen und Prälaten beigesetzt wurden. K. kommen sehr früh vor, z. B. die K. des Moritzklosters bei Hildesheim, welche im 11. Jahrh. die Eingeweide des heil. Godehard aufnahm, und die K. der abgebrochenen St. Cyriakskirche zu Lüneburg.

Kaldenkirchen, Stadt im Kreis Kempen im Rheinland des preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, 6 km im SO. von Venlo, an der niederländ. Grenze und an den Linien Kempen-Venlo und M.-Gladbach-Venlo der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Hauptzollamtes, hat (1890) 3254 E., darunter 392 Evangelische und 52 Israliten ^[richtig: Israeliten], Post zweiter Klasse, Telegraph, Rektoratschule; Dampffärbereien, Fabrikation von Cigarren, Cichorien, Gesundheitskaffee, Liqueur, Falzdachziegeln und Thonröhren.

Kalē (türk.), Schloß, häufig in Ortsnamen.

Kalebasse, s. Kalabasse.

Kalebassenbaum, s. Crescentia.

Kaleidophōn (grch.), ein von Wheatstone erfundener Apparat, der die Schwingung eines mit einem glänzenden Kügelchen versehenen tönenden Stabes dem Auge in leuchtenden Linien sichtbar macht.

Kaleidoskōp (grch., d. i. Schönbildschauer), ein von Brewster (s. d.) in Edinburgh 1814 erfundenes und 1817 bekannt gemachtes, äußerlich einem Fernrohr ähnliches katoptrisches Instrument, das aus einer inwendig geschwärzten Röhre mit zwei ebenen Spiegeln besteht, die durch die Länge der Röhre reichen und gegeneinander unter einem spitzen Winkel geneigt sind, während auf der Objektivseite sich zwei plane Gläser befinden, von denen das eine unmittelbar die Spiegel berührt, und das andere, das matt sein muß, in einiger Entfernung absteht. Zwischen diesen beiden Gläsern befinden sich verschiedenfarbige Glasstückchen, Glasperlen, Moosblättchen u. dgl. m., von denen, so ungeordnet sie auch liegen mögen, die Spiegelbilder stets vervielfacht und um den Scheitel des Winkels, den die beiden Planspiegel miteinander machen, in einer Kreislinie symmetrisch geordnet erscheinen. Die Bilder eines jeden zwischen den Spiegeln befindlichen Objekts treten so vielmal vervielfacht auf, als der Kreisbogen, unter dem die Spiegel gegeneinander stehen, in dem Kreisumfange enthalten ist, wobei das Objekt selbst als Bild mitgezählt ist. Bilden z. B. die beiden schraffierten Spiegel (s. beistehende Figur) miteinander einen Winkel von 72°, so hat man 360: 72 = 5, mithin, nach Abzug des Gegenstandes A, 4 Bilder, und zwar in B und B', C und C'. Die Konstruktion dieser Bilder erfolgt nach dem Spiegelgesetz, wonach ein in O befindliches Auge von dem Objekt A im rechten Spiegel das Bild B und im linken das Bild B' sieht. Letzteres Bild verhält sich jedoch für den Spiegel rechts wieder als Gegenstand und giebt das Bild C, und ebenso bringt der linke Spiegel von Bild B das Bild C' hervor. Von diesen zweiten Bildern entstehen hier keine weitern Bilder, weil ihre Strahlen nicht mehr die Spiegel treffen können. Da die in solcher Weise vervielfältigten Spiegelbilder eine arabeskenartige Figur bilden, die sich bei der geringsten Verrückung der sie erzeugenden Gegenstände verändert, so gewährt das K. eine angenehme Unterhaltung; auch kann es dem Zeichner von Rosetten, Arabesken und Mustern als

^[Abb.: Kaleidoskop]]

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]