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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Karpatensandstein - Karpfen
und Csik in Ungarn und Siebenbürgen, sowie im Bezirk Kimpolung in der Bukowina. - Die Erwerbsquellen sind vorwiegend Viehzucht und Bergbau, in manchen Gegenden auch Hausindustrie (Herstellung von Leinwand, gestickten Tüchern, Korb-, Flecht- und Holzwaren).
Vgl. außer den Schriften des ungar.-galiz. und des siebenbürg. Karpatenvereins noch Hildebrandt, Karpatenbilder (Glog. 1863); Heksch, Illustrierter Führer durch die K. (Wien 1881); Götz, Das Donaugebiet (Stuttg. 1882); Heksch und Kowszewicz, Illustrierter Führer durch die ungar. Ost-Karpaten, Galizien, Bukowina und Rumänien (Wien 1882); Partsch, Die Gletscher der Vorzeit in den K. und deutschen Mittelgebirgen (Breslau 1882); Vielz, Reisehandbuch für Siebenbürgen (Wien; 2. Aufl. 1885); Siegmeth, Führer für Kaschau und die ungar. Ost-Karpaten (Kaschau 1886); Dénes, Wegweiser durch die ungarischen K. (Igló 1888).
Karpatensandstein, s. Karpaten (S. 186 b).
Karpăthos, Kerpe, im Abendland auch Skarpanto (entstanden aus grch. eis [neugrch. is] karpathon), Insel im südöstlichsten Teile des Ägäischen Meers (dem Karpathischen Meere der Alten), zwischen Kreta und Rhodus, gehört zum türk. Wilajet Dschesairi-Bahri-Sefid, ist von N. nach S. 50 km lang, aber sehr schmal und fast ganz von steilen kahlen Bergen (Kreidekalk) eingenommen, deren höchster, in der Mitte, den Namen Lastros (1220 m) führt. Die Insel, deren kretische Bevölkerung von Argos aus dorisiert worden war, hatte im Altertum vier Städte, darunter am südl. Teile der Westküste Arkesine, die bedeutendste. Jetzt zählt K. etwa 8000 E. (fast ausschließlich Griechen), Zimmerleute, Schiffbauer und Viehzüchter. Im N. von K. die 565 m hohe Insel Saria; im SW. Kasos (Kaschūt).
Karpatisches Meer, s. Ägäisches Meer (Bd. 1, S. 199 b).
Karpeles, Gustav, Litterarhistoriker, geb. 11.Nov. 1848 zu Eiwanowitz in Mähren, studierte in Breslau jüd. Theologie, wandte sich aber bald germanistischen und litterar. Studien zu und war, nachdem er die Schrift "Heinrich Heine und das Judentum" veröffentlicht hatte, seit 1870 ausschließlich litterarisch beschäftigt. In Berlin war er an der Leitung der Zeitschrift "Auf der Höhe" (1871) beteiligt, war 1872-73 Chefredacteur der "Breslauer Nachrichten", bis 1877 Feuilletonredacteur der "Breslauer Zeitung", worauf er nach Berlin übersiedelte. Hier führte er bis 1882 mit Fr. Spielhagen die Redaktion der "Westermannschen Monatshefte". Insbesondere war K. thätig auf dem Gebiete der allgemeinen und der jüd. Litteraturgeschichte. Es sind hier zu nennen: "Ludwig Borne" (Lpz. 1870), "Die Frauen in der jüd. Litteratur" (Berl. 1871), "Unter Palmen" (ebd. 1872), "Nikolaus Lenau" (ebd. 1873), "Im Foyer" (Lpz. 1876), "Geschichte der jüd. Litteratur" (2 Bde., Verl. 1885), "Friedrich Spielhagen" (Lpz. 1889), "Goethe in Polen" (Berl. 1889), "Die Zionsharfe. Anthologie neuhebr. Dichtungen" (Lpz. 1889), "Allgemeine Geschichte der Litteratur" (2 Bde., Berl. 1890-91), "Graf Moltke als Redner" (stuttg. 1890). Seine sonstigen Arbeiten auf diesem Felde beziehen sich auf Heinrich Heine.
Karpelle, s. Fruchtblätter.
Karpetāner, im Altertum eine bedeutende Völkerschaft im jetzigen Castilien und Estremadura, mit der Hauptstadt Toletum (Toledo). Sie wurden von Hannibal 220 v. Chr. überwunden.
Karpfen (Cyprinoidei), eine sehr zahlreiche, zu den Physostomen gehörige Familie von Süßwasserfischen, die sich durch weiche Flossenstrahlen und vollkommen zahnlose Kiefer, aber zahntragende untere Schlundknochen von allen andern Familien der Knochenfische unterscheiden. Viele halten, im Schlamm geborgen, eine Art Winterschlaf. Die Schleien, Barben, Nasen, Weißfische, Bitterlinge, Brachsen, Gründlinge, Schmerlen, die Ziege gehören dieser Familie an. Die Zähne wirken gegen eine erhärtete hornige Platte des Gaumens, den sog. Karpfen st ein. Vor ihm liegt ein empfindliches zusammenziehbares Gaumenorgan. Vor dem Schlundeingange kann durch Muskeln ein Abschluß bewirkt und eine besondere Kauhöhle hergestellt werden. Die Einrichtung hängt mit der meist vegetabilischen Nahrung, welche Zerkleinerung verlangt, zusammen. Die eigentlichen K. (Cyprinus) haben einen stark zusammengedrückten, großschuppigen Körper, eine lange Rückenflosse mit einem gezähnten Stachel vor dem ersten Strahle und Barteln am Maule. Zu dieser Gattung gehört der gemeine K. (Cyprinus carpio L., s. Tafel: Fische I, Fig. 2), ein wahrscheinlich aus China stammender, aber durch den Menschen über den größten Teil von Europa, Java und Nordamerika verbreiteter, gewöhnlich 40-50 cm langer Fisch, der sich von seinen Gattungsverwandten durch vier kurze Bartfäden und den stark gegabelten Schwanz unterscheidet. Er ist oben olivenbräunlich und an den Seiten gelblich und erst seit 300 Jahren aus Südeuropa allmählich nach Nordeuropa und Amerika verpflanzt. Seine höchste Vollkommenheit erlangt er jedoch nur in den Ländern östlich der Elbe oder Oder und in Österreich. In Deutschland findet sich der K. sowohl in Flüssen als auch in Seen und Teichen, doch vermeidet er schnellströmende Gewässer. Die Karpfenzucht macht einen Hauptteil der Teichfischerei (s. d.) aus, besonders auch wegen der starken und leichten Vermehrung. Bloch fand im Bauch eines 9 Pfd. schweren Weibchens (Rogener) 600000 Eier und Schneider bei einem 10 Pfd. schweren 700000. Der K. laicht im Juni; er nährt sich von Pflanzenstoffen, Gewürm und Insektenlarven und wird bis über 40 Pfd. schwer. übrigens hat er ein zähes Leben, sodaß er tagelang, in nasses Moos gepackt, dauern und so mit in Milch eingeweichtem Brote ernährt werden kann. Auch kann er ein Alter von weit über 200 Jahren erreichen. Der K. ist epidemischen Hautkrankheiten ausgesetzt und nimmt leicht den modrigen Geschmack und Geruch des Wassers sumpfiger und schlecht gehaltener Weiher an. Als beste Speisekarpfen gelten die fünfjährigen. Als ein echtes Haustier ist er zahlreichen Monstrositäten unterworfen und variiert ganz bedeutend. Eine fast nackthäutige Abart mit drei Reihen großer Schuppen nennt man Spiegelkarpfen oder Karpfenkönig, eine ganz schuppenlose Lederkarpfen. In Fischteichen werden die K. sehr zahm und lassen sich sogar durch eine Glocke oder durch Pfeifen daran gewöhnen, zum Füttern herbeizuschwimmen. Die Galle dient gelegentlich zum Färben, Malen u. s. w.; die Schwimmblase wird auch zu schlechter Hausenblase verwendet. Zu den eigentlichen K. gehören noch die Karausche und der Goldfisch (s. die betreffenden Artikel).
Karpfen, ungar. Korpona, Stadt mit geordnetem Magistrat, mit dem Titel königl. Freistadt, im ungar. Komitat Hont, Sitz eines Stuhlrichters
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