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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Käse (botanisch) – Kaserne

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Käse'

Käsereibüchlein (4. Aufl., Aarau 1885); Musso, Il cacio (Turin 1887); Lützen, Herstellung der franz. Weichkäse (Brem. 1890); Brunel und Poussier, Fromage de Gérome (Epinal 1890); Fleischmann, Die Bereitung von Backsteinkäsen (2. Aufl., Brem. 1891); Eugling, Kleines Handbuch für die praktische Käserei (ebd. 1892); Anderegg, Die Schule des Schweizerkäsers (2. Aufl., Bern 1893); Flückiger, Anleitung zur Fabrikation des Emmenthaler K. (2. Aufl., Herzogenbuchsee); Herz, Die Käsekost (Memmingen 1893).

Käse, Bezeichnung für den jugendlichen Blütenstand des Blumenkohls (s. d.) und für den fleischigen Fruchtboden der Artischocke (s. Cynara).

Käsebaum, s. Bombax.

Käsebröder, Parteiname, s. Bauernkrieg.

Käsefarben, s. Anstrich.

Käsefliege (Piophila casei L.), eine schlanke, glänzendschwarze, 4–5 mm lange, zu den Gemeinfliegen gehörende Fliege, deren weiße, glänzende Larven von etwa 8 mm Länge als Käsemaden namentlich in altem, weichem Käse leben und sich durch Einbiegen und plötzliches Wiederausstrecken des Körpers fortschnellend bewegen können. Das einzige Gegenmittel ist sorgsames Absperren des Quarks und fertigen Käses gegen Besuch der Mutterfliegen.

Käsegift, s. Käsevergiftung.

Käsegummi, soviel wie Caseïnkalk (s. d.).

Kaseïn, Kaseïnkalk u.s.w., s. Caseïn, Caseïnkalk u.s.w.

Käsekitt, s. Kitt.

Käseklee, s. Melilotus.

Käsekohl, soviel wie Blumenkohl (s. d.).

Kasel, s. Casula.

Käsemade, s. Käsefliege.

Käsemagen oder Labmagen, s. Lab.

Kasematten (alte deutsche Bezeichnung: Mordkeller), sämtliche aus Mauerwerk ausgeführte und mit einer bombensichern Decke versehene Räume, die zur gesicherten Unterkunft feuernder Mannschaften und Geschütze (Verteidigungskasematten) oder als Wohnräume (Wohnkasematten) oder zur Aufnahme von Vorräten (Aufbewahrungskasematten) dienen sollen. Von den Mauern dieser Gebäude heißen diejenigen, welche die Gewölbe tragen, Widerlager oder Pfeiler, und diejenigen, welche die Widerlager miteinander verbinden und die Gewölbe abschließen, Stirnmauern. K., welche eine oder zwei der äußern Umfassungsmauern als Widerlager enthalten,werden Parallelkasematten genannt; wird jedoch die Mittellinie der Gewölbe senkrecht zur äußern Umfassungsmauer gerichtet, so entstehen Perpendikulärkasematten, die grundsätzlich in allen denjenigen Fällen zur Anwendung kommen, wo die betreffende Kasematte möglicherweise Geschützfeuer auszuhalten hat. Perpendikulärkasematten haben den Parallelkasematten gegenüber den Vorteil, daß die Zerstörung der äußern Mauern nicht auch gleichzeitig den Einsturz des Gewölbes zur Folge hat. Das zur Bekleidung der Grabenwände dienende Mauerwerk kann ebenfalls kasemattiert und zugleich verteidigungsfähig eingerichtet sein (Dechargenkasematten, Verteidigungsgalerien). Meist liegen die K. jetzt in der rückwärtigen Böschung des Hauptwalles oder in der Kehle von Forts, wo eine absolute Deckung derselben gegen Geschützfeuer möglich ist. Ein größeres kasemattiertes Gebäude wird Kasemattenkorps genannt. Alle K. sind Hohlbauten (s. d.), aber nicht umgekehrt.

Kasemattschiff, s. Panzerschiff. ↔

Kasembe, Cazembe oder Lunda, Negerreich im Innern Afrikas, zwischen 9 und 10° südl. Br., grenzt im W. an den Moërosee, im N. an Itahua und Kabwire, im O. und S. an Lobemba und Kisinga. Früher eins der mächtigsten Gebiete Centralafrikas, wurde es seit 1867 und seit der Eroberung des westlich gelegenen Katanga durch Msidi auf den jetzigen Umfang eingeschränkt. Es gehört seit 1891 in die Interessensphäre von Englisch-Centralafrika; doch haben die Engländer noch keine Station errichtet. Die Portugiesen Pereira und Lacerda kamen zuerst nach K. 1796 und 1798; ihnen folgten 1831 Monteiro und Gamitto. Livingstone erforschte es 1866–67. Der fruchtbare Boden liefert hauptsächlich Cassava, daneben Bataten, Mais, Sorghum, Negerhirse, Erdnüsse, Baumwolle und Palmöl; der Handel umfaßt nur Sklaven und Elfenbein. – Vgl. Gamitto, O Muata. Cazembe (Lissab. 1854); Burton, Lacerda`s journey to K. (Lond. 1873); The last journals of David Livingstone in Central Africa (hg. von H. Waller, ebd. 1874; 2. Aufl. 1880; deutsch Hamb. 1875).

Käsemilben (Tyroglyphidae), eine Familie von sehr kleinen Milben (s. d.) mit länglichem Körper und scherenförmigen Kieferfühlern. Sie leben von sich zersetzenden tierischen und pflanzlichen Stoffen. Am bekanntesten ist die bis ½ mm lange, eigentliche Käsemilbe (Tyroglyphus siro Latr., s. Tafel: Spinnentiere und Tausendfüßer II, Fig. 6), welche die festen, besonders Schweizer- und Holländerkäse zernagt und nur ein wimmelndes graubraunes Pulver, bestehend aus den Milben und ihren Exkrementen, zurückläßt. Weiter gehören hierher die Mehlmilbe (s. d.) und die Zuckermilbe (s. d.). Bei richtiger Kellerbehandlung der Käse können die K. nicht aufkommen; Gegenmittel sind: öfteres Abreiben der befallenen Käse mit Öl, Weingeist, starkem Salzwasser, Reinigen der Käsegestelle mit heißem Seifenwasser.

Kasengo, Ort im Lucallathal in Angola (s. d.).

Käsepappel, s. Malva.

Käsereigenossenschaft, s. Absatzgenossenschaft.

Kaserne (vom ital. und span. casa, Haus), ein zur dauernden Unterbringung von Truppen bestimmtes Gebäude. Die Kasernierung des Militärs bildet den Gegensatz zur Einquartierung (s. d.) und wird bei stehenden Heeren mehr oder weniger zur Notwendigkeit. Schon zur röm. Kaiserzeit wurden K. errichtet für die Prätorianer; die eigentliche Geschichte des Kasernenbaues aber beginnt mit der Errichtung stehender Heere durch Ludwig XIV. Die frühesten neuern K. entstanden gegen Ende des 17. Jahrh. in Frankreich nach Entwürfen Vaubans.

Die Zusammenlegung der Truppen in K. vereinfacht im Gegensatz zu ihrer Unterbringung in Bürgerquartieren den Dienstbetrieb, erleichtert die Überwachung der Truppen, fördert die Erhaltung der Disciplin sowie die Kameradschaft, bei zweckmäßiger Anlage auch die Gesundheitspflege und befreit die Bürger von der Last der Einquartierung. Die Vorteile, welche die K. nach beiden Richtungen, für die Truppen wie für die in Frage kommende Bevölkerung bringen, sind so augenfällig, daß in allen größern Staaten, besonders auch im Deutschen Reiche, die vollständige Durchführung der Kasernierung auf der Tagesordnung steht. In England, wo für die Bevölkerung keine Verpflichtung zur Aufnahme von Einquartierung besteht, ist die Kasernierung seit lange allgemein. – Die Besatzung der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 215.

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