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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kennebec – Kent (Grafschaft)

wurde bei der Telegraphenverwaltung angestellt und bereiste im Auftrage der Russisch-Amerikanischen Telegraphengesellschaft 1865 Kamtschatka und 1870–71 Rußland und Ostasien (vgl. sein «Tent life in Siberia», 1870; deutsch von Kirchner: «Zeltleben in Sibirien», Berl. 1890; auch in Reclams «Universalbibliothek»). Eine Reise in den J. 1885–86 gab ihm den Stoff zu seinen Artikeln über das sibir. Gefangenenwesen, die 1889–90 im «Century Magazine» und 1891 in Buchform als «Siberia and the exile system» (deutsch von Kirchner: «Sibirien», 3 Bde., 3. Tl. in 12. Aufl., Berl. 1890; auch in Reclams «Universalbibliothek») erschienen.

Kennebec (spr. -beck), nach dem Penobscot der bedeutendste Fluß im nordamerik. Staat Maine, entspringt im Mooseheadsee, fließt nach S. und mündet in den Atlantischen Ocean. Er ist 240 km lang; Nebenfluß ist rechts der Androscoggin. Große Schiffe können 20 km bis Bath und Dampfer 64 km bis Hallowell hinauffahren.

Kennedy̆a. Vent., Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papilionaceen. Man kennt 11 austral. Arten, windende oder, ohne Stütze gelassen, mit ihren Ästen auf der Erde hinlaufende Sträucher. Mit ihren schönen, zu Gruppen vereinigten, an der Basis der Fahne zweifleckigen Blüten sind sie eine Zierde der Kalthäuser. Weniger ansprechend ist ihre meistens dreizählige, wie mit Staub bedeckte Belaubung. Die beliebtesten Arten sind: K. coccinea Vent., mit scharlachroten, zu 3–6 in kopfförmigen Dolden stehenden Blumen; K. Comptoniana Lk., mit purpurroten Blumen, in Trauben; K. cordata Lindl., mit hellvioletten, traubenständigen Blumen; K. macrophylla Lindl., prächtig violette, an der Basis der Fahne gelb gefleckte Blumen; K. rubicunda. Vent., bräunlich-dunkelrote Blumen, am Grunde des Fähnchens mit hellern oder dunklern Flecken. K. Maryattae Lindl. ist ein prächtiger Winterblüher, dessen Blumen zu 2–4 auf einem gemeinschaftlichen Stiele stehen, scharlachrot, am Grunde der Fahne goldgelb gefleckt sind. Alle werden aus Stecklingen oder Samen vermehrt und in sandige Heideerde gepflanzt.

Kennĕdysund, arktische Meerenge unter 81° nördl. Br. zwischen Washingtonland im nördlichsten Grönland und Grinnell-Land, bildet die Fortsetzung des Smithsundes nach Norden.

Kenneh, Hauptort der Provinz K. (1410 qkm Kulturland, 406 858 E.) in Oberägypten, das Känopolis der Alten, rechts am Nil, hat 15 402 E. und liefert die besten porösen thönernen Töpfe, Krüge, Flaschen und Vasen. Durch ein nach O. zum Meere führendes System von Thalsenkungen und durch das Wadi Hammamat ziehen von hier die Karawanen der Mekkapilger nach Kosseïr.

Kennel (engl.), der Hundezwinger für die zur Parforcejagd dressierte Meute.

Kennenburg, Irren- und Wasserheilanstalt, s. Eßlingen.

Kennet, rechter Nebenfluß der Themse, entspringt westlich von Marlborough und mündet nach einem Laufe von 71 km bei Reading in der Grafschaft Berkshire. Von seiner Mündung läuft der Kennet-Avonkanal (82 km) bis Bath.

Kenneth Macalpin, König der Scoten, einigte 844 die getrennten Reiche der Picten und Scoten in Schottland nach dem Aussterben der Fürsten des erstern Stammes zu einem Reich, das den Namen Alban führte. (S. Schottland.) Er starb 860. Ihm folgte sein Bruder Donald (s. d.).

Kenngott, Joh. Gustav Adolf, Mineralog, geb. 6. Jan. 1818 zu Breslau, studierte daselbst und habilitierte sich 1844 als Privatdocent für Mineralogie, Krystallographie und Geognosie an der dortigen Universität. 1850 siedelte er nach Wien über und wurde 1856 Professor der Mineralogie am Polytechnikum in Zürich, 1857 auch ord. Professor der Mineralogie an der Universität daselbst. Von ihm erschien u. a. «Lehrbuch der reinen Krystallographie» (Bresl. 1846), «Das Mohssche Mineralsystem, dem gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft gemäß bearbeitet» (Wien 1853; Supplement 1854), «Synonymik der Krystallographie» (ebd. 1855), «Tabellarischer Leitfaden der Mineralogie» (Zür. 1859), «Die Minerale der Schweiz» (Lpz. 1866), «Elemente der Petrographie» (ebd. 1868), «Lehrbuch der Mineralogie» (5. Aufl., Darmst. 1880) und mit von Lasaulx und Rolle «Handwörterbuch der Mineralogie, Geologie und Paläontologie» (Bresl. 1882 fg.). Auch gab er die «Übersicht der Resultate mineralog. Forschungen» in den J. 1844–65 heraus.

Kennung, s. Pferd.

Kennzeichen oder Zeichen (bei der Parforcejagd connaissance), die Merkmale, durch die ein Hirsch sich sowohl am Geweih als in der Fährte von einem andern gleich- oder nahezu gleichstarken unterscheidet. Man gebraucht auch den Ausdruck K. bei den Fährten oder Spuren anderer Wildarten.

Kennziffer, s. Logarithmus.

Kenōfis (grch., d. h. Ausleerung, Entäußerung), die Lehre der Kenotiker (s. d.).

Kenotāph (grch., d. i. leeres Grabmal), bei Griechen und Römern ein Monument, das zu Ehren eines Verstorbenen errichtet wurde, dessen Leichnam entweder nicht aufgefunden werden konnte oder in einem fernen Lande begraben lag.

Kenotĭker und Kryptĭker (grch.), zwei Parteien in der luth. Kirche zu Anfang des 17. Jahrh. Die erstern, vertreten durch die Gießener Theologen, lehrten, daß Christus bei der Menschwerdung sich der göttlichen Eigenschaften für die Dauer seines Erdenlebens völlig entäußert habe (Kenosis, Exinanition), während die andern, vertreten durch die Tübinger Theologen, behaupteten, daß er die göttlichen Eigenschaften auch während seines Erdenlebens besessen und nur geheim gehalten habe (Krypsis). Neuerdings bezeichnet man als Kenotiker diejenigen orthodoxen Theologen, von denen die Menschwerdung des Sohnes Gottes als eine Selbstverendlichung seiner Gottheit, oder als Verwandlung seiner wesentlich göttlichen in eine wesentlich menschliche Daseinsform gefaßt wird. Diese Ansicht findet sich sowohl bei luth. Theologen, wie Liebner, Geß, Zofmann, Thomasius, Kahnis, Luthardt, als bei reformierten, wie J. P. Lange, Ebrard u. a. verbreitet.

Kensington (spr. kénnsingt’n), früher Marktflecken in Middlesex, jetzt einer der westl. Stadtteile Londons (s. d.) mit (1891) 22 002 Häusern und 166 321 E. Es enthält den Kensington-Palast mit dem Großen Park (Kensington Gardens). Südlich vom Hydepark das berühmte South Kensington-Museum und das 1893 eröffnete Imperial Institute (s. d.). Dieser Stadtteil ist der Wohnort der vornehmen Welt Londons. Als Parlamentsbezirk wählt K. zwei Abgeordnete.

Kent, eine der größten der südl. Grafschaften Englands, zwischen London, der Themse, der Nordsee und dem Pas-de-Calais gelegen, bildet die

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