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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Klein (Jak. Theod.) – Kleinasien

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Klein (Herm. Jos.)'

und Herausgeber der populären astron. Zeitschrift «Sirius» (Leipzig), ferner der naturwissenschaftlichen Monatsschrift «Gaea» und seit 1890 des «Jahrbuchs der Astronomie und Geophysik». Außerdem hat er eine «Anleitung zur Durchmusterung des Himmels» (Braunschw. 1880; 2. Aufl. 1882), einen «Sternatlas» (Lpz. 1888), «Astron. Abende» (3. Aufl., ebd. 1890), «Kosmologische Briefe» (3. Aufl., ebd. 1891), einen «Führer am Sternenhimmel» (ebd. 1892) veröffentlicht und Drechslers «Katechismus der Astronomie» in 8. Aufl. (ebd. 1893) herausgegeben.

Klein, Jak. Theod., Naturforscher, geb. 15. Aug. 1685 zu Königsberg, war Stadtsekretär in Danzig und starb 27. Febr. 1759. Er stellte ein zoolog. System auf, in dem er zum Haupteinteilungsprincip die Zahl, Form und Stellung der Gliedmaßen nahm. Gegen Linné ist gerichtet: «Summa dubiorum circa classes quadrupedum et amphibiorum in C. Linnei systemate naturae» (Danz. und Lpz. 1743).

Klein, Johann Adam, Maler und Radierer, geb. 24. Nov. 1792 zu Nürnberg, lernte seit 1805 bei Gabler daselbst radieren und stechen und kam 1811 nach Wien, wo er 1816 das Ölmalen begann. 1819–21 verweilte er in Italien, kehrte dann nach Nürnberg zurück und ließ sich 1837 in München nieder. Von seinen Ölbildern besitzt die Berliner Nationalgalerie: Ungarische Fuhrleute (1828), Walachischer Lastwagen (1829), Tierbändiger vor einem bayr. Wirtshaus (1830); die Neue Pinakothek in München: Am Tiber bei Rom; andere hervorragende Werke sind: Schiffszug an der Donau, Jahrmarkt in Berchtesgaden, Halt bei der Weinschenke in Tivoli, Ochsengespann in der Campagna di Roma. Sein künstlerisches Schwergewicht lag jedoch in der Radierung, wovon eine Gesamtausgabe 1844–48 bei Zeh in Nürnberg erschien. Die Stadt und das Germanische Museum in Nürnberg besitzen über 400 Blätter aus seinem Nachlaß. K. starb 21. Mai 1875in München. – Vgl. Jahn, Das Werk des Joh. Adam K. (Münch. 1863).

Klein, Joh. Friedr. Karl, Mineralog, geb.15.Aug. 1842 zu Hanau, besuchte die Landwirtschaftliche Akademie Hohenheim und trat darauf in die praktische Thätigkeit als Landwirt ein. 1865–66 studierte erin Tübingen, dann in Heidelberg Mineralogie, habilitierte sich 1869 in Heidelberg, wurde 1874 außerord. Professor und siedelte 1877 als ord. Professor der Mineralogie nach Göttingen über. 1887 erhielt er die ord. Professur für Mineralogie an der Berliner Universität, wo er zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und 1889 zum Geh. Bergrat ernannt wurde. K. verfaßte das vortreffliche Werk «Einleitung in die Krystallberechnung» (Stuttg. 1876). Besonders hat er sich auch um die Kenntnis der Struktur bei den optisch-anomalen Krystallen verdient gemacht; auch auf petrographischem Gebiet hat er sehr schätzbare Untersuchungen angestellt. Von 1879 bis 1884 beteiligte er sich an der Redaktion des «Neuen Jahrbuchs für Mineralogie, Geologie u.s.w.»

Klein, Jul. Leop., dramat. Dichter und Litterarhistoriker, geb. 1804 zu Miskolcz in Ungarn, von israel. Abstammung, studierte in Wien und Berlin Medizin, unternahm dann eine längere Reise nach Italien und Griechenland und widmete sich nach der Rückkehr in Berlin, wo er 2. Aug. 1876 starb, litterar. Thätigkeit. Von seinen dramat. Dichtungen sind zu nennen: die histor. Tragödien «Maria von Medici» (Berl. 1841) und deren 2. Tl. «Luines» (ebd. 1842), «Zenobia» (1847; für die Bühne ↔ bearbeitet von Buchholz, mit Musik von K. Reinecke, Lpz. 1884), «Moreto» (1859), «Maria» (Berl. 1860), «Strafford» (ebd. 1862) und «Heliodora» (ebd. 1867); ferner die Lustspiele «Die Herzogin» (ebd. 1848), «Ein Schützling» (ebd. 1850) und «Voltaire» (ebd. 1862). Eine Sammlung seiner Dramen erschien in sieben Bänden (Lpz. 1871–72). Bekannter ist K. durch sein unvollendet gebliebenes Werk «Geschichte des Dramas» (13 Bde., Lpz. 1865–76; Registerband 1886), in welchem er die Geschichte der dramat. Poesie aller Völker mit außerordentlicher Belesenheit, aber in einer das Verständnis oft erschwerenden Form darstellt. – Vgl. Gottschall, Julius Leopold K. Ein Essay (in «Unsere Zeit», Jahrg. 1872).

Klein-Andaman, s. Andamanen.

Kleinarmenien, s. Armenien (Bd. 1, S. 898a.).

Klein-Aruscha (Aruscha wa Dschini), wichtiger Haltepunkt der von Pangani kommenden Karawanen in Deutsch-Ostafrika, im S. des Kilima-Ndscharo am Ronga (Weriweri). Ein lebhafter Handel wird hier mit den nordwestlich wohnenden Massai getrieben. Die Umgegend ist das großartigste Jagdgebiet: Büffel, Antilopen, Zebra, Giraffen, Elefanten, Nashörner und Strauße werden erlegt. Die Wakwafi bauen hier Mais, Bohnen, Bananen und Zuckerrohr. Die von Eberstein (Aug. 1887) gegründete Station wurde aufgegeben.

Kleinasien (Asia minor der Alten), jetzt Anatolien, die Levante im engern Sinne, die westlichste Halbinsel Asiens, erstreckt sich westwärts vom Euphrat und dem Hochland von Armenien bis an das Ägäische, das Marmara- und das Schwarze Meer, im S. bis zu dem östl. Mittelmeer und zu den cilicischen Pässen, der Pforte Syriens. (S. Karte: Westasien I, beim Artikel Asien, Bd. 1, S. 983.)

Oberflächengestaltung. Im kleinen wiederholt K. den Gesamtcharakter Asiens, insofern es aus einem centralen abflußlosen Gebiete und zugleich einer Hochebene, sowie ferner aus peripherischer Gebirgsumwallung besteht, welche auf allen Seiten die innere Hochebene umschließt. Im Innern, das 400–1600 m, im Durchschnitt 1000 m hoch ist, liegen infolgedessen zahlreiche Salzseen, wie der Tüs-Tschöllü, der Beischehr-Göl, der Egerdir-Göl u. a. Im allgemeinen besteht der Boden dieses centralen Teils aus Tertiär, über welchen hinaus einzelne paläozoische Ketten ragen, wie der Sultan-Dagh zwischen Konia und Afiun-Karahissar. Ferner sind dem innern Becken eine Reihe von erloschenen Vulkanen eigen. Der bedeutendste derselben ist der Ardschisch- oder Erdschjas-Dagh (4000 m), der alte Argäus im S. von Kaisarie, ferner der Hassan-Dagh (2900 m) mit mehrern Lavaströmen, und der Karadscha-Dagh. Die abflußlosen Gebiete nehmen vorwiegend den Süden ein und treten in Lycien und Cilicien sehr nahe an das Meer, nämlich bis an den Kamm der äußersten Ketten des Taurus (s. d.). Der nördl. Rand oder das Pontisch-paphlagonisch-bithynische Gebirge, ein langer Zug von parallelen, aber durch viele Querthäler zerstückten, 1300–1950 m hohen Waldgebirgsketten, fällt steil zu einem schmalen Küstensaume mit sanften und waldlosen Gehängen nach innen hin ab; ebenso der Südrand, der Taurus oder das Cilicisch-pamphylisch-lycische Gebirge, nur daß er zusammenhängender und höher ist, im N. des Meerbusens von Alexandrette (Iskanderun) oder Issus bis 3477 m, weiter westwärts 2600–2900 m hoch. Der Westrand ist vielfach durchbrochen, seine

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 403.

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