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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Klein-Paris; Klein-Popo; Kleinod; Kleinpaul; Kleinpolen

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Kleinod – Klein-Popo

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Kleinmotoren'

pro 1 kg, für Heißluftmotoren, die eine minderwertige Kohle vertragen, ein solcher von 1,25 Pf. pro 1 kg; für Gasmotoren der Berliner Preis von 12 Pf. pro 1 cbm Gas; für Wassermotoren ein städtischer Druckwasserpreis von 12 Pf. pro 1 cbm; für Elektromotoren einmal die billigen Berliner, das andere Mal die höhern Barmener Tarifpreise für Strom; für Druckluftmotoren die Tarifpreise der Kommanditgesellschaft A. Riedinger in Offenbach.

Die Anschaffungskosten betragen in Mark:

Motoren-Pferdestärken des Motors
gattung¼½12346
Dampfmotor15501975235029503530
Gasmotor790140018102215262031554230
Heißluftmotor1535165020302840
Wassermotor5506909401270
Elektromotor4806007309851235
Druckluftmotor26047056075087511401560

Die Betriebskosten betragen in Pfennigen für Pferdestärke und Stunde bei 5- und 10stündiger Betriebszeit:

Pferdestärken des Motors
Motoren-¼½12346
gattung510510510510510510510
StundenStundenStundenStundenStundenStundenStunden
Dampfmotor43303122,426,419,523,517,21915
Gasmotor74,45254373524,626,419,922,817,721,71719,315,2
Heißluftmotor9454563437232818
Wassermotor10188908282767572
Elekromotor:
. .Berlin8165,56755,5564651404937,4
. .Barmen125111,596,5908782797675,573
Druckluftmotor51,541,33730,126,722,722,620211920,8181917,3

Vorstehende Tabellen gelten jedoch nur für deutsche Verhältnisse. Für Paris z. B. können sowohl Anschaffungs- als Betriebskosten nach Riedler fast das Doppelte betragen. Aber auch für Deutschland haben die in den Tabellen zusammengestellten Zahlen keine allgemeine Gültigkeit, da die Gas-, Wasser- und Strompreise sehr verschieden sind und auch bei Installierung eines Kleinmotors je nach dem besondern Fall ein Posten wegfallen oder ein anderer in den Zahlen nicht berücksichtigter Posten dazukommen kann, sodaß die Frage, welcher Kleinmotor unter allen Umständen der billigste sei, nicht zu entscheiden ist. Nach Riedlers Angaben stellt sich der Druckluftmotor als billigster heraus, sowohl in Anschaffung (wegen seiner einfachen Konstruktion) als im Betrieb (wegen der ökonomischen Wirkungsweise einer Druckluftanlage); da jedoch Druckluftanlagen vorläufig noch zu den Seltenheiten gehören, hingegen Gasanstalten in jeder größern Stadt angelegt sind, so dürfte vorläufig, was Betrieb anbetrifft, der Gasmotor als vorteilhaftester Kleinmotor zu bezeichnen sein. Der Elektromotor, in der Anschaffung billiger als der Gasmotor und im Betrieb sehr bequem, weist vorläufig noch zu hohe Betriebskosten auf und ist natürlich an eine elektrische Centrale gebunden. Als teuerster Motor im Betrieb erweist sich der Wassermotor, wobei 12 Pf. für 1 cbm Druckwasser noch sehr niedrig gerechnet ist (in manchen Städten zahlt man 15, sogar 20 Pf.). Dampfkleinmotor und Heißluftmaschine, deren Betriebskosten teils über, teils unter denen des Gasmotors liegen, sind zwar ↔ wegen des Heizens nicht bequem im Betrieb, werden aber namentlich auf dem Lande, wo Kraftcentralen fehlen, oft verwendet. Näheres über Konstruktion und Wirkungsweise der K. s. die Art.: Lokomobile, Gasmotor, Heißluftmaschine, Wassersäulenmaschine, Elektromotor, Druckluftanlage.

Litteratur. Hosemann, über K. (Berl. 1881); Musil, Die Motoren für das Kleingewerbe (2. Aufl., Braunschw. 1883); Knoke, Die Kraftmaschinen des Kleingewerbes (Berl. 1887); Claussen, Die K. und die Kraftübertragung von einer Centralen, ihre wirtschaftliche Bedeutung und ihre Kosten (ebd. 1891).

Kleinod (abgeleitet von «klein» in der ältern Bedeutung «fein», «zierlich»), ein zierlich gearbeiteter Gegenstand, ein kostbarer Edelstein; dann Bezeichnung für alles Wertvolle überhaupt.

Klein-Paris, Bezeichnung für Leipzig nach den Worten in Goethes «Faust»: «Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein Klein Paris und bildet seine Leute» (Scene in Auerbachs Keller).

Kleinpaul, Rudolf, Schriftsteller, geb. 9. März 1845 zu Großgrabe bei Kamenz, studierte in Leipzig Philologie und Philosophie, in Berlin Naturwissenschaften, machte dann längere Reisen und ließ sich 1878 in Gohlis bei Leipzig nieder. Er schrieb: «Die Dahabiye. Reiseskizzen aus Ägypten» (Stuttg.1879), «Roma Capitale. Röm. Lebens- und Landschaftsbilder» (Lpz. 1880), «Mediterranea. Lebens- und Landschaftsbilder von den Küsten des Mittelmeers» (ebd. 1881), «Kreuziget ihn! Welsche Reiseabenteuer» (2. Aufl., ebd. 1882), «Rom in Wort und Bild» (2 Bde., ebd. 1882-83), «Ital. Sprachführer» (2. Aufl., ebd. 1884), «Neapel und seine Umgebung» (ebd. 1884), «Der Prinzenraub. Vaterländisches Drama» (ebd. 1884), «Menschen- und Völkernamen. Etymolog. Streifzüge» (ebd. 1885), «Florenz in Wort und Bild» (ebd. 1887), «Sprache ohne Worte» (ebd. 1888), «Die Rätsel der Sprache. Grundlinien der Wortdeutung» (ebd. 1890), «Das Stromgebiet der Sprache» (ebd. 1892); «Menschenopfer und Ritualmorde» (ebd. 1892); «Das Mittelalter» (ebd. 1893 fg.).

Kleinpolen (lat. Polonia Minor; poln. Małopolska) hieß im Gegensatz zu Großpolen (s. d.) der südwestl. und südl. Teil des ehemaligen Polnischen Reichs, im engern Sinne nur die Woiwodschaften Krakau, Sendomir und Lublin, im weitern aber auch Podlachien, Rus (das jetzige Galizien), Podolien und Volhynien.

Klein-Popo oder Little Popo (Aneho), wichtigster deutscher Handelsplatz an der Küste von Togoland in Nordwestafrika, mit 3000 E. und Postagentur. Der Wert der Einfuhr betrug (1892): 2,1, der der Ausfuhr 2,4 Mill. M.

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