Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Klempnerlot; Klempnerschule; Klencke; Klengel; Klenze; Kleŏbis; Kleobūlus; Kleomĕnes; Kleon

412

Klempnerlot - Kleon

Klempnerlot, s. Löten.

Klempnerschule, soviel wie Blecharbeiterschule (s. d.).

Klencke, Karoline Luise von, Tochter von Anna Luise Karschin (s. d.).

Klengel, Julius, Cellovirtuos, geb. 24. Sept. 1859 zu Leipzig, war Schüler Fr. Hegars und erwarb sich auf ausgedehnten Kunstreisen durch ganz Europa den Ruf eines Virtuosen ersten Ranges. K. wirkt als Solocellist im Gewandhausorchester und als Lehrer am Konservatorium in Leipzig. Er veröffentlichte mehrere Konzerte und kleinere Kompositionen für sein Instrument, Werke für Kammermusik und eine Serenade für Streichorchester.

Klenze, Leo von, Architekt, geb. 29. Febr. 1784 auf dem Gute seines Vaters im Fürstentum Hildesheim, studierte in Braunschweig, Berlin und Paris. Nach einer Kunstreise nach Italien wurde er 1808 Hofarchitekt des Königs Jérôme und 1815 nach München berufen. Seine erste bedeutende Leistung war daselbst die Glyptothek. Dann folgten 1819 der Palast des Herzogs von Leuchtenberg (jetzt Palais Luitpold), die königl. Reitschule und eine Anzahl von Privathäusern im Renaissancestil. Bereits 1819 wurde K. Hofbauintendant, Oberbaurat und Vorstand der Oberbaubehörde im Ministerium des Innern. Der Bazar am Hofgarten (1822), das Kriegsministerium (1824‒30), das Odeon (1824‒28) und die meisten Privathäuser der Ludwigsstraße sind K.s Schöpfungen; so auch der Palast des Herzogs Max (1826‒30). 1826 begann der Bau der Alten Pinakothek im Stil des Bramante, der in zehn Jahren beendigt wurde, zugleich der Bau des königl. Schlosses, von welchem der Südflügel, der sog. Königsbau (1826‒32), nach dem Motiv des Palazzo Pitti in Florenz, der Nordflügel (1831‒42) dagegen in röm. Hochrenaissance ausgeführt wurde. Gleichzeitig (1826‒37) entstand die prächtige Allerheiligen-Hofkirche im byzant. Stile. Auch der 1833 zum Andenken an die im russ. Feldzuge (1812) gefallenen Bayern errichtete bronzene Obelisk auf dem Karolinenplatz ist K.s Erfindung. 1834 reiste K. nach Athen, um bei Aufstellung des Plans der neuen Stadt und des neuen Schlosses mitzuwirken. Schon 18. Okt. 1830 war der Grundstein zur Walhalla (s. d.) bei Regensburg gelegt worden, die 1842 vollendet wurde, worauf (1843‒53) die Ruhmeshalle bei München folgte. Nach diesem gleichfalls dor. Bau ging K. an die 1847 von Gärtner ihm überkommene Beendigung der Befreiungshalle bei Kelheim, deren Plan (Rundbau in der Art der toscan. Baptisterien) er im Sinne des klassischen Stiles umwandelte. 1839 ging er nach Petersburg, um die innere Anordnung der Isaakskirche zu leiten und den Palastbau (die sog. Eremitage) zu beginnen; letzterer wurde erst 1851 vollendet. Sein letztes Hauptwerk bildeten die 1846‒62 erbauten Propyläen am Königsplatze in München. K., seit 1853 nicht mehr Direktor der obersten Baubehörden in Bayern, starb 27. Jan. 1864 in München. K. übte auch die Malerei in Öl- und Wasserfarben und lieferte ital. und griech. Landschaften und Architekturbilder (Akropolis von Athen, in der Neuen Pinakothek zu München). Er schrieb: «Versuch einer Wiederherstellung des toscan. Tempels nach seiner histor. und technischen Analogie» (Münch. 1822), «Der Tempel des Olympischen Jupiter zu Agrigent» (Stuttg. und Tüb. 1827), «Aphoristische Bemerkungen, gesammelt auf einer Reise nach Griechenland» (mit Atlas, Berl. 1838), «Die Walhalla in artistischer und technischer Beziehung» (Text und 12 Kupfertafeln, Münch. 1843).

Kleŏbis und Biton, nach einer argivischen Legende die Söhne der Kydippe, einer Priesterin der Hera zu Argos, welche den Wagen ihrer Mutter, als die Stiere nicht rechtzeitig da waren,, zur Feier der Heraien (s. d.) 45 Stadien weit zum Tempel zogen. Auf das Flehen der Mutter zur Göttin, für diesen Beweis kindlicher Liebe ihnen den besten Lohn zu erteilen, schlummerten die Jünglinge nach dem Opfer ein und erwachten nicht wieder.

Kleobūlus, Tyrann von Lindos, einer der Sieben Weisen (s. d.) Griechenlands.

Kleomĕnes, Name mehrerer Könige in Sparta: Kleomenes Ⅰ. (Eurysthenide), ein kühner und gewaltthätiger Mann, gelangte um 520 v. Chr. zur Herrschaft. Er führte 510 ein spartan. Hilfsheer nach Attika und vertrieb die Pisistratiden. In dem Kampfe gegen Kleisthenes (s. d.) zog er jedoch den kürzern. 495 trug er bei Sepeia einen bedeutenden Sieg über die Argiver davon und stürzte 491 seinen Mitkönig Demaratus. Doch bildete sich gegen ihn in Sparta eine starke Gegenpartei; er floh daher zuerst nach Thessalien, dann nach Arkadien, wo er die Bauern gegen Sparta zum Kriege aufreizte; nunmehr wurde er von den erschrockenen Spartanern (487) zurückberufen, starb aber bald darauf, angeblich im Wahnsinn, als Selbstmörder.

Kleomenes Ⅱ., der Sohn des Kleombrotus Ⅰ. (Eurysthenide), regierte seit 370 v. Chr. fast 61 Jahre, ohne etwas Außerordentliches zu leisten.

Weit bedeutender und durch sein tragisches Geschick bekannt ist Kleomenes Ⅲ., Sohn des Leonidas Ⅱ. Mit 19 Jahren (235 v. Chr.) König geworden, stürzte K. nach einigen glücklichen Kämpfen mit dem Achäischen Bunde 226 gewaltsam den Ephorat und die Oligarchie, schuf auf altspartan. Grundlage ein neues mächtiges Königtum und nahm eine neue Verteilung des Grundbesitzes in gleiche Teile vor, wobei er selbst sein eigenes Vermögen zum Opfer brachte. Dann vermehrte er die Spartaner durch Aufnahme von Periöken bis auf 4000 Hopliten, organisierte das Heerwesen neu und setzte 225 den Krieg gegen die Achäer siegreich fort, um die Hegemonie im Peloponnes zu gewinnen. Als aber die Achäer 224 den König von Macedonien, Antigonus Doson, zu Hilfe riefen, wurde K. in der mörderischen Schlacht bei Sellasia 222 gänzlich geschlagen und floh nach Alexandria zum König Ptolemäus Ⅲ. Euergetes, um diesen um Hilfe zu bitten. Nach dessen Tode wurde er von Ptolemäus Ⅳ. Philopator wegen unvorsichtiger Äußerungen ins Gefängnis geworfen und gab sich nach einem mißlungenen Versuche, die Alexandriner zum Aufstande zu reizen, 219 v. Chr. selbst den Tod.

Kleomĕnes, Name verschiedener Künstler; am bekanntesten sind zwei Athener: der eine wird auf der gefälschten Inschrift am Fuße der Mediceischen Venus genannt, der andere als Verfertiger einer im Louvre zu Paris befindlichen Hermesstatue (sog. Germanicus).

Kleon, Sohn des Kleänetus, athenischer Staatsmann aus der ersten Zeit des Peloponnesischen Krieges, der Hauptvertreter der radikalen Demokratie, die seit Perikles’ Tode einen unheilvollen Einfluß auf die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten ausübte. Die Überlieferung über K. ist von Parteilichkeit nicht frei, namentlich giebt die 424 v. Chr. aufgeführte Komödie des Aristophanes «Die Ritter»

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]