Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Kopaīvabalsam; Kopaïvöl; Kopal; Kopalfirnis; Kopaonik-Planina; Köpcke; Kopēke; Kopenhagen

613

Kopaivabalsam - Kopenhagen

Kopaīvabalsam (Balsamum Copaivae), der Harzsaft mehrerer Arten Copaïfera (s. d.), der als klare, gelbbräunliche, nicht oder nur schwach fluorescierende, mehr oder minder dickfließende Flüssigkeit von eigentümlich aromatischem Geruch und scharfem, bitterlichem Geschmack in den Handel gelangt. Wirksame Bestandteile sind ein ätherisches Öl (Kopaïvaöl) und zwei Harze (Alpha- und Betaharz), von denen das erstere saure Eigenschaften besitzt (Kopaïvasäure) und krystallinisch gewonnen werden kann. Der K. wirkt sehr anregend auf alle Schleimhäute, besonders auf diejenigen der Geschlechtsorgane, weshalb derselbe ein wichtiges Heilmittel bei krankhaften Schleimabsonderungen dieser Teile geworden ist. Außerdem wird er als Zusatz zu Lackfirnissen gebraucht. Haupthandelsplätze sind London und Hamburg. Die Einfuhr des letztern Platzes betrug (1892) 313 Doppelcentner im Werte von 105390 M.

Kopaïvöl, Kopaïvasäure, s. Kopaïvabalsam.

Kopal, eine Gruppe harter, erst bei hoher Temperatur schmelzender, bernsteinähnlicher Harze. Die weichern Sorten nennt man häufig auch Anime, welchen Namen der K. im engl. Handel führt. Die wenigsten der K. liefernden Baumarten sind bekannt und für manche Sorten ist es sogar wahrscheinlich, daß die Bäume, aus denen sie geflossen, der heutigen Vegetation gar nicht mehr angehören. Die meisten südamerik. Sorten sind mit kreidigen Krusten bedeckt, unter denen das eigentliche Harz als höckerige, im Querschnitte wellenförmig begrenzte Masse liegt. Im allgemeinen ist eine Kopalsorte um so geschätzter, je härter sie ist. Alle K. werden vom Kalkspat geritzt, alle, mit Ausnahme des südamerikanischen K., ritzen dagegen das Fraueneis. Ihr spec. Gewicht schwankt zwischen 1,045 bis 1,139. Die ostafrikanischen Kopalsorten sind die geschätztesten und kommen als Zanguebar- und Mozambiquekopal im europ. und amerik. Handel vor; sie sollen von Trachylobium mossambicense Klotzsch (Ostafrika) und Trachylobium Hornemannianum Hayne (Südamerika und Ostafrika) herrühren. Die westafrikanischen Kopalsorten kommen von Angola, Benguella und Sierra Leone. Der K. findet sich hier in einer oberflächlich liegenden, aus Mergel, Sand und Lehm bestehenden Bodenschicht in einer Tiefe von etwa 3 m. Das gegenwärtig in großer Menge nach Europa gebrachte Kaurikopal (Cowdee) wird in Neuseeland und Neucaledonien gesammelt und stammt von Dammara australis Don. und Dammara ovata Moore, das Manilakopal oder Sandaron von Vateria indica L. (Ostindien). Die südamerikanischen oder Hymenäakopale werden entweder von den Rinden der Stammbäume abgenommen oder von den Wurzeln, an denen sie sich massenweise ansetzen, abgelöst. Als Stammbäume bezeichnet man die brasil. Bäume Hymenaea courbaril L. und Trachylobium Martianum Hayne. Die Schmelzpunkte der K. liegen zwischen 180 und 340° C. Sie sind citronengelb bis farblos. Bei starkem Erhitzen entwickelt der K. aromatisch riechende Dämpfe, die kondensiert das Kopalöl bilden, das sich als gutes Lösungsmittel vieler Kopalsorten erwiesen hat. In kaltem Alkohol löst sich der K. nicht. Zur Bereitung von Kopalfirnis und Kopallack wendet man zum Auflösen des K. meist ein Gemenge von Terpentinöl und Leinöl an, nachdem man den K. vorher geschmolzen hat. Große und durchsichtige Stücke des Zanguebarkopals werden in ähnlicher Weise wie der Bernstein zu Dreh- und Schnitzarbeiten verwendet.

Kopalfirnis, Kopallack, Kopalöl, s. Kopal.

Kopaonik-Planina, s. Serbien.

Köpcke, Klaus, Ingenieur, geb. 28. Okt. 1831 zu Borstel im Altenlande, Provinz Hannover, studierte 1848‒53 an der damaligen Polytechnischen Schule in Hannover, war nach einer Instruktionsreise in England, Frankreich, Belgien, Holland 1863‒68 Hilfsarbeiter bei der Generaldirektion der Staatsbahnen in Hannover, seit 1865 als Bauinspektor. Nach einjähriger Beschäftigung im Technischen Bureau des Handelsministeriums wurde er Professor am Polytechnikum in Dresden. Seit 1872 ist er Geh. Finanzrat und Mitglied der Prüfungskommission. K.s in Fachschriften gemachte Vorschläge sind die Unterlagen für die Ausführung vieler Bauwerke gewesen. Anklang fand sein System von Hängebrücken (s. d., Bd. 8, S. 783 a und Tafel: Hängebrücken Ⅱ, Fig. 1). Er gab den Anstoß zur allgemeinen Anwendung des Rangierens mit ansteigenden Ausziehgleisen; von ihm rührt die Anwendung des Sandgleises, um Züge gefahrlos zum Stillstand zu bringen. Von Einfluß war er auf die Einführung der Schmalspurbahnen im Königreich Sachsen. Seine zahlreichen Abhandlungen finden sich in der «Zeitschrift des Hannoverschen Architekten- und Ingenieurvereins», in «Heusingers Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens», in der «Deutschen Bauzeitung» und im «Civil-Ingenieur».

Kopēke, eigentlich Kopéjka, eine zuerst um 1538 in Rußland geprägte Münze. Sie hat ihren Namen von der Figur eines Kriegers mit einer Lanze (kopjé) auf dem Avers. Zu Anfang gab es nur Silberkopeken; ferner hatte man Dengi (s. d.) oder Deneschken oder halbe K. und Poluschken oder Viertelkopeken, sowie außerdem 5-, 10-, 15-, 20-, 25-, 30- und 50-Kopekenstücke. Seit 1655 prägte man K. in Kupfer aus. Die Münzverschlechterung führte zu schweren Krisen, seitdem blieb die K. eine Kupfermünze. Aus 1 Pud = 16,38 kg prägte man seit 1839 16 Rubel, seit 1849 32 Rubel, seit 1885 50 Rubel = 1600, 3200 und 5000 K. 1 K. = 3¼ Pf.

Kopenhagen (dän. Kjøbenhavn, d. i. Kaufmannshafen), die Hauptstadt des Königreichs Dänemark, zugleich der erste Handels- und Industrieplatz des Landes, liegt unter 55° 41’ 13" nördl. Br. und 12° 35’ östl. L. von Greenwich, auf den Inseln Seeland und Amager, am Sund, der hier 30 km breit ist, und an einem schmalen Seearm (Kalvebodstrand), der die Insel Seeland von der Insel Amager trennt und den schönen, auch zur Station der Kriegsflotte dienenden Hafen bildet. (Hierzu ein Plan.)

^[Abb. Wappen von Kopenhagen]

Bevölkerung. K. bedeckt mit 8696 Häusern einen Flächenraum von 20,1 qkm und hat 1890: 312859 (144003 männl., 168856 weibl.) E. 1801 wurden 100975, 1840: 120819, 1880: 234580 E. gezählt. Die Vorstädte, die allmählich mit K. verwachsen, und wirtschaftlich mit der Stadt ein Ganzes bilden, sind im Westen Frederiksberg (s. S. 615 b) mit 1880: 26510, 1890 aber 46954 E., Utterslev im Nordwesten (2596 E.) und Sundbyerne oder Sundbyöster auf der Insel Amager mit 13310 E., sodaß Groß-Kopenhagen 1890: 375719 E. besaß.

^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]