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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kopaivabalsam - Kopenhagen
Kopaivabalsam (LaiZaniuin (^oMivae), der
Harzsast mehrerer Arten (^oMtsra (s. d.), der als
klare, gclbbräunliche, nicht oder nnr schwach flnores-
cierende, mehr oder minder dickfließcnde Flüssigkeit
von eigentümlich aromatischem Geruch und schar-
fem, bitterlichem Geschmack in den Handel gelangt.
Wirksame Bestandteile sind ein ätherisches Öl (Ko-
pa'ivaöl) und zwei Harze (Alpha- und Betaharz),
von denen das erstere saure Eigenschaften besitzt (Ko -
pai'vasäure) und krystallinisch gewonnen werden
kann. Der K. wirkt sehr anregend auf alle Schleim-
häute, besonders auf diejenigen der Geschlechts-
organe, weshalb derselbe ein wichtiges Heilmittel
bei krankhaften Schleimabsonderungen dieser Teile
geworden ist. Außerdem wird er als Zusatz zu Lack-
sirnissen gebraucht. Haupthandelsplätze sind Lon-
don und Hamburg. Die Einfuhr des letztern Platzes
bctrug (1892) 313 Doppelcentner im Werte von
105 390 M.
Kopawaöl, Kopa'ivafäure, s. Kopaivabalsam.
Kopal, eine Gruppe harter, erst bei hoher Tem-
peratur schmelzender, bernsteinähnlicher Harze. Die
weichern Sorten nennt man häufig auch Anime,
welchen Namen der K. im cngl. Handel führt. Die
wenigsten der K. liefernden Vaumarten sind bekannt
und für manche Sorten ist es sogar wahrscheinlich,
daß die Bäume, aus denen sie geflossen, der heutigen
Vegetation gar nicht mehr angehören. Die meisten
südamerik. Sorten sind mit kreidigen Krusten bedeckt,
unter denen das eigentliche Harz als höckerige, im
Querschnitte wellenförmig begrenzte Masse liegt.
Im allgemeinen ist eine Kopalsorte um so geschätzter,
je härter sie ist. Alle K. werden vom Kalkspat ge-
ritzt, alle, mit Ausnahme des südamerikanischen K.,
ritzen dagegen das Fraueneis. Ihr spcc. Gewicht
schwankt zwischen 1,045 bis 1,139. Die oft afrikani-
schen Ko palsorten sind die geschätztesten und
kommen als Zanguebar- und Mozambique-
kopal im europ. und amerik. Handel vor; sie sollen
von ^lkclivlodium m088aindic6N36 /^o^c/i, (Ost-
afrika) und '1>ac1l^l0dininIl0i'ii6MHiiiii9.iiiim^la?/"6
(Südamerika und Ostafrika) herrühren. Die w est-
afrikanischen Kopalsorten kommen von An-
gola, Venguella und Sierra Leone. Der K. fin-
det sich hier in einer oberflächlich liegenden, aus
Mergel, Sand und Lehm bestehenden Bodenschicht
in einer Tiefe von etwa 3 m. Das gegenwärtig in
großer Menge nach Europa gebrachte Kaurikopal
lCowdee) wird in Neuseeland und Ncucaledonicn
gesammelt und stammt von vammlli'H lluLti aiisDon.
und Dammai-H ovata Moo?'6, das Manila kopal
oder Sandaro n von Vateria inäic", Iv. (Ostindien).
Die südamerikanischen oder Hymenäako-
pale werden entweder von den Ninden der Stamm-
bäume abgenommen oder von den Wurzeln, an
denen sie sich massenweise ansetzen, abgelöst. Als
Stammbäume bezeichnet man die brasil. Bäume
Hxinenkka, courdai-ii _l^. und ^raek^iodiuni Nar-
tiluium ÄclMe. Die Schmelzpunkte der K. liegen
zwischen 180 und 340" lü. Sie sind citronengelb bis
farblos. Bei starkem Erhitzen entwickelt der K. aro-
matisch riechende Dämpfe, die kondensiert das Ko-
pal öl bilden, das sich als gutes Lösungsmittel vieler
Kopalsortcn erwiesen hat. In kaltem Alkohol löst
sich der K. nicht. Zur Bereitung von Ko Palfirnis
und Kopal lack wendet man zum Auflösen des K.
meist ein Gemenge von Terpentinöl und Leinöl an,
nachdem man den K. vorher geschmolzen hat. Große
und durchsichtige Stücke des Zanguebarkopals wer-
den in ähnlicher Weise wie der Bernstein zu Dreh-
und Schnitzarbeiten verwendet.
Kopalfirnis, Kopallack, Kopalöl, s. Kopal.
Kopaonik-Planina, s. Serbien.
Kopeke, Klaus, Ingenieur, geb. 28. Okt. 1831 zu
Borstel im Altenlande, Provinz Hannover, studierte
1848-53 an der damaligen Polytechnischen Schule
in Hannover, war nach einer Instruktionsreise in
England, Frankreich, Belgien, Holland 1863-08
Hilfsarbeiter bei der Generaldirektion der Staats-
bahnen in Hannover, seit 1865 als Vauinspektor.
Nach einjähriger Beschäftigung im Technischen Bu-
reau des Handelsministeriums wurde er Professor
am Polytechnikum in Dresden. Seit 1872 ist er
Geh. Finanzrat und Mitglied der Prüfungskom-
mission. K.s in Fachschriften gemachte Vorschläge
sind die Unterlagen für die Ausführung vieler Bau-
werke gewesen. Anklang fand sein System von
Hängebrücken (s. d., Bd. 8, S. 783". und Tafel:
Hängebrücken II, Fig. 1). Er gab den Anstoß
zur allgemeinen Anwendung des Rangierens mit an-
steigenden Ausziehglcisen; von ihm rührt die An-
wendung des Sandgleises, um Züge gefahrlos zum
Stillstand zu bringen. Von Einfluß war er auf die
Einführung der Schmalspurbahnen im Königreich
Yachsen. Seine zahlreichen Abhandlungen finden
sich in der "Zeitschrift des Hannoverschen Architek-
ten- und Ingenieurvereins", in "Heusingers Organ
für die Fortschritte des Eisenbahnwesens", in der
"Deutschen Vauzeitung" und im "Civil-Ingenieur".
Kopeke, eigentlich Kope'jka, eine zuerst um
1538 in Rußland geprägte Münze. Sie hat ihren
Namen von der Figur eines Kriegers mit einer
Lanze (KopM auf dem Avers. Zu Anfang gab es
nur Silbertopeken; ferner hatte man Dengi (s. d.)
oder Deneschken oder halbe K. und Poluschken oder
Viertelkopeken, sowie außerdem 5-, 10-, 15-, 20-, 25-,
30- und 50-Kopekenstücke. Seit 1655 prägte man
K. in Kupfer aus. Die Münzverschlechterung führte
zu schweren Krisen, seitdem blieb die K. eine Kupfer-
münze. Aus 1 Pud --16,38 kF prägte man seit
1839 16 Rubel, seit 1849 32 Rubel, seit 1885
50 Rubel ^ 1600,3200 und 5000 K. 1K. - 3^ Pf.
Kopenhagen (dän. Kjobenhavn, d. i. Kauf-
mannshafcn), die Hauptstadt des Königreichs Däne-
mark, zugleich der erste Han-
dels- und Industrieplatz des
Landes, liegt unter55"41'13"
nördl. Br. und 12° 35' östl. L.
von Greenwich, auf den In-
seln Seeland und Amager, am
Sund, der hier 30 km breit
ist, und an einem schmalen See-
arm (Kalvebodstrand), der die
Insel Seeland von der Insel
Amager trennt und den schönen, auch zur Station
der Kriegsflotte dienenden Hafen bildet. (Hierzu
ein Plan.)
Bevölkerung. K. bedeckt mit 8696 Häusern
einen Flä'chenranm von 20,i ykin und hat 1890:
312859 (144003 männl., 168856 weibl.) E. 1801
wurden 100975, 1840: 120819, 1880: 234580 E.
gezählt. Die Vorstädte, die allmählich mit K. ver-
wachsen, und wirtschaftlich mit der Stadt ein Ganzes
bilden, sind im Westen Fred eriks b erg(s.S.615d)
mit 1880: 26510, 1890 aber46954 E., Utterslev
im Nordwesten (2596 E.) und Sundbyerne oder
Sundbyöster auf der Insel Amager mit 13310 E.,
sodah Groß-Kopenhagen 1890: 375719 E. besaß.
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